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am 30.10.2020 von Philipp Brumhard

Die Lockdown Gesellschaft: Was die Titanic mit Corona zu tun hat

Die Lockdown Gesellschaft ICO



Ein Perspektivenwechsel

Schon öfter in unserer Geschichte krachte es unvermittelt in eine Wohlfühlsituation hinein: eine Krise, mit der keiner gerechnet hatte. „Alles unter Kontrolle“ ist dann ein häufiger Reflex. Doch wie der Konstrukteur der Titanic in der dunklen Atlantiknacht des 14. April 1912 lakonisch feststellte „Eisen sinkt, Herr Kapitän“, so gilt eben auch: Viren töten.

👉 𝘚𝘰𝘻𝘪𝘰𝘭𝘰𝘨𝘦 Peter Tümmers von Schoenebeck 𝘦𝘳𝘭𝘢̈𝘶𝘵𝘦𝘳𝘵, 𝘸𝘢𝘴 𝘸𝘪𝘳 𝘢𝘶𝘴 𝘥𝘦𝘮 𝘜𝘯𝘵𝘦𝘳𝘨𝘢𝘯𝘨 𝘥𝘦𝘳 𝘛𝘪𝘵𝘢𝘯𝘪𝘤 𝘧𝘶̈𝘳 𝘊𝘰𝘳𝘰𝘯𝘢 𝘭𝘦𝘳𝘯𝘦𝘯 𝘬𝘰̈𝘯𝘯𝘦𝘯. 𝘋𝘦𝘳 𝘈𝘶𝘵𝘰𝘳 𝘪𝘴𝘵 𝘊𝘰𝘢𝘤𝘩 𝘶𝘯𝘥 𝘉𝘦𝘳𝘢𝘵𝘦𝘳 𝘣𝘦𝘪 ICO ImpulseConsult Oberstdorf.

Historisches wird oft so erzählt, dass es im Nachhinein Sinn ergibt. Oft verrutschen dabei die Fakten. Die berühmte „Blood, sweat and tears“- Rede von Winston Churchill heißt eigentlich „Blood, toil, tears and sweat“. Doch durch einen Country-Song von Johnny Cash, dem das zu sperrig war, steht heute in den Geschichtsbüchern ein falsches Zitat: „Blood, sweat and tears“ eben. Es hört sich halt besser an.

So gilt auch als gesicherte Erkenntis, dass die Rettungsboote der Titanic den Passagieren der dritten Klasse nicht zur Verfügung gestanden hätten. Und dass die Rettungsmanöver dilettantisch angeleitet worden seien. Ergebnis: leere Boote rudern mit reichen Snobs der ersten Klasse davon.

Historisch belegt ist etwas ganz anderes. So wollte die Mehrheit der Gäste auch dann noch nicht in die bereitstehenden Rettungsboote steigen, als das Schiffsdeck bereits auf Wasserhöhe lag. Als das Schiff sich dann zum Showdown aufbäumte und wie ein mahnender Finger gen kalte Nacht erhob, war es zu spät, um sich umzuentscheiden. Diese Wahrheit wird heute nicht erzählt, weil sie schwer vermittelbar ist: im Nachhinein betrachtet. Doch ist man hinterher immer schlauer. Im Vorhinein sah die Situation anders aus: „Alles unter Kontrolle, die Titanic ist unsinkbar!“ Mantrahaft wiederholt und stolz belegt mit der technischen Überlegenheit des Schiffes. Wasserdichte Schotten zwischen den Kammern sollten es unsinkbar machen. Das wurde über die Medien als Innovation gespielt. Dabei war die einzige technische Neuheit der Titanic eine automatische Kartoffel-Schälmaschine. Und die Titanic war auch nicht einzigartig, wie im Nachhinein behauptet wird. Mit der „RMS Olympic“ hatte sie ein baugleiches Schwesterschiff, das – mit einer Unterbrechung als Truppentransporter –als Passagierdampfer 1935 schlicht verschrottet wurde.

Aus dem Umstand, dass eine Original-Replik der Titanic heute unbezahlbar wäre und man eine solche sang- und klanglos abgewrackt hat, lässt sich erschließen, dass der Untergang lange Jahre im kollektiven Gedächtnis keine Rolle spielte. Erst mit den Spielfilmen der 50er Jahre wurde aus dem Untergang ein medialer Mythos, der uns heute immer wieder als größte Schiffskatastrophe aller Zeiten vorgespielt wird. Obwohl es weitaus größere Katastrophen gab.

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Den mantrahaft wiederholten Behauptungen „Alles unter Kontrolle“ hatten die Fahrgäste geglaubt. Und in akuter Angst und Not hielten sie noch viel mehr daran fest (Corona-Parallele!). Als es dann in einer zugigen Atlantiknacht notwendig war, sie von einer anderen Wahrheit zu überzeugen, gelang das dem Führungspersonal nicht mehr. Die Leute weigerten sich, in die Rettungsboote zu steigen. Schweren Herzens mussten die Schiffsoffiziere halb leere Rettungsboote davonpaddeln lassen.

❗️Söder erfrischend offenherzig

Auch wir stehen bei Corona an einem Moment der Wahrheit. Während noch immer das offizielle Mantra ist, jede Ansteckung zurückzuverfolgen, die Kontrolle „zurückzugewinnen“, und die Gesundheitsämter hastig Hilfspersonal rekrutieren, gibt Ministerpräsident Söder erfrischend offenherzig am 29. Oktober eine unbequeme Wahrheit preis. Er zitiert das RKI, wonach nur noch 20 % der Ansteckungen überhaupt nachvollziehbar seien. Das Virus sei mittlerweile „so breit gestreut, dass Ansteckung überall möglich ist“. (Allgäuer Zeitung am 30. Okt20)

❓ 𝗔𝗹𝗹𝗲𝘀 𝘂𝗻𝘁𝗲𝗿 𝗞𝗼𝗻𝘁𝗿𝗼𝗹𝗹𝗲

Die Unterstützung der AHA-Regeln ist mit 85% unstrittig in der Bevölkerung. Fast alle verstehen: es gilt den unkontrollierten Wassereinbruch in den Schiffsrumpf „Bundesrepublik“ zu verhindern. Doch die Ausbreitung des Virus in unserer „Arche Noah“ ist für jeden, der rechnen kann, ein nicht mehr aufzuhaltendes Ereignis. Immer mehr realisieren das. Mit der Titanic – so heißt es heute – sank die Hybris der aufstrebenden Industriegesellschaft. Mit dem Coronavirus wird unsere westliche Hybris untergehen, die Illusion, alles sei kontrollierbar und regelbar. Was bei Klimakrise und Flüchtlingskrise noch auszublenden war, drückt uns jetzt ganz persönlich und treibt zum Klopapierkauf. Die Klimakrise wissen wir in ihren schlimmen Auswirkungen noch einige Jahre entfernt. Bezüglich der Flüchtlingskrise lassen wir in einem ausgebrannten Flüchtlingslager auf Lesbos unsere christlichen Prinzipien, die vermeintliche moralische Überlegenheit des Westens und das allgemeine Gebot der Nächstenliebe buchstäblich verrecken. Da wird in Berlin und Brüssel taktiert und argumentiert, während auf Lesbos Frauen und Kinder mit EU-finanziertem Tränengas ins ausgebrannte Lager zurückgetrieben werden. (Quelle: Joko & Klaas ). Nach tagelangem Ringen nimmt Deutschland 50 Kinder der über 13.000 Bemitleidenswerten auf. Ohne Worte.

🎯 Der Dokumentarfilmer Hannes Jaenicke bringt es auf den Punkt, wenn er sagt, 5 Milliarden Menschen auf dieser Welt lebten mit Seuchen wie Malaria, Lepra, Typhus, und Ebola. Das habe uns in Westeuropa die letzten Jahre herzlich wenig interessiert. Jetzt sind wir mal dran. Und obwohl im Konzert der viralen Bad-Boys Covid-19 vergleichsweise milde ist, bricht Aktionismus aus. Bei nur 2-4 % Infektionen, die in der Gastronomie stattfinden, ist ein Lockdown hier eine überflüssige Härte. Zumal die von 5000€ Bußgeld bei Regelverstößen bedrohten Wirte bislang als wirksame Hilfspolizei fungiert haben. Auch Ganztagesmasken bei Grundschülern bringen nichts – zumindest medizinisch nicht.

Professor Hüther, der berühmte Neurobiologe und Philanthrop, sagt dazu: „Wir werden uns mit der Unvorhersehbarkeit und der Unkontrollierbarkeit des Lebendigen anfreunden müssen. Das Leben ist nicht kontrollierbar. Das ist ein Wahn, dass wir glauben, wir könnten alles unter Kontrolle kriegen, wir könnten alles beherrschen. Auf so eine Idee kann man mal eine Zeit lang kommen, Aber doch bitte nur so lange bis einem dann das winzigste Lebewesen dieser Welt erklärt, dass es nicht geht. (Quelle: Servus TV)

👍 𝗥𝗲𝗰𝗵𝗻𝗲𝗻 𝗵𝗶𝗹𝗳𝘁

Wir können das Virus nicht auslöschen. Wir können nur das unkontrollierte Wachstum bremsen. Mehr ist nicht drin.

Bei nur 4 aufgeschlitzten abgeschotteten Kammern wäre die Titanic an der Oberfläche geblieben, wenn auch bewegungsunfähig. Das 5. Schott war eines zu viel.

Bei R-Faktor 0,2, so Regierungsberater Professor Meyer-Hermann, kann man das Virus zurückdrängen, bei R-Faktor über 1 kann man allenfalls noch das unkontrollierte Wachstum verhindern. Darum sind aus seiner Sicht die AHA-Regeln und der November-Lockdown auch richtig. Gewissermaßen als Notbremse. Nicht um das Virus zu besiegen und das Schiff wieder trockenzulegen, denn das ist unmöglich. Sondern um die Herdenimmunisierung mit Blick auf die medizinischen Ressourcen zu kontrollieren. Selbst wenn wir Deutschen das Wunder zustande brächten, wir leben nicht auf einer Insel. Und bis auf die Schweiz verfügt keiner unserer Nachbarn auch nur annähernd über unsere technischen Ressourcen, vom Rest der Welt ganz zu schweigen.

Wenn man bei besten Maßnahmen zu lange eine Illusion aufrechterhält, könnte das zu einer Glaubwürdigkeitskrise und zu Frustrationsausbrüchen führen, wenn die unbequeme Wahrheit für alle plötzlich zur leicht greifbaren Wirklichkeit wird. Spätestens beim 3. Lockdown im Januar ginge die Glaubwürdigkeit der Kapitäne verloren. Und ihre Aufforderung, sich ruhig und kooperativ zu verhalten, könnte dann im allgemeinen Aufbegehren ungehört verhallen.

Diese Titanic – die Kontrolle des Menschen über die Natur – wird sinken. Vielleicht ist es an der Zeit, dass unsere Führungskräfte an Deck – die Politiker – beginnen, uns in die Machbarkeit des Möglichen einzuweihen. Einige Wissenschaftler und Ärzte (Quelle: Kassenärztliche Bundesvereinigung ) tun dies bereits und präsentieren konkrete Pläne. Mit der Schweiz und Schweden finden sich zwei Umsetzungsbeispiele. (Quelle)

Es wäre an der Zeit, uns reinen Wein einzuschenken. 🍷

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