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am 07.05.2021 von Praktikant*in Event

Kollektiver Burnout - Wege aus der Corona-Angst

Titelbild facebook Kollektiver Burnout

Vier Polizisten drücken eine alte Dame (68), die mit Ihrem Hund Gassi geht, in Kempten gegen ein Schaufenster. Schließlich wird sie mit acht Mann Polizeieinsatz in Handschellen abgeführt. Grund:
Zwei Beamte wollen den Satz. „Ihr seid doch bekloppt“ gehört haben. Ergo Beamtenbeleidigung.
Die Rentnerin will gesagt haben: „Das ist doch bekloppt.“ Das Video des beschämenden unverhältnismäßigen Polizeieinsatzes ging bundesweit viral (siehe youtube). Auch wie besorgte Bürger versuchen, auf die Polizisten deeskalierend einzuwirken und ebenfalls zur Seite geschoben werden, bis die Stimmung überkocht: „Schämt Euch, die Frau könnte Eure Mutter sein.“
Nun wird dieser Text nicht klären, was die alte Dame wirklich gesagt hat und wer am Ende Recht hat. Das würde uns auch nicht weiterbringen. Weder die Polizisten sind schlechte Menschen und auch die ältere Dame dürfte eine ehrbare Bürgerin sein.
Vielmehr ist die Frage wichtig: Wie kommt es dazu, dass immer häufiger Menschen in Eskalationen geraten, die nicht mehr zu stoppen sind. Die Antwort ist: Wir sind gerade auf dem Weg in den „kollektiven Burnout“. Ein Begriff, den wir sonst aus der Individualpsychologie kennen.
Wie ein kollektiver Burnout entsteht und was uns aus der Falle heraushilft, das erklärt dieser Text.

𝘋𝘦𝘳 𝘚𝘰𝘻𝘪𝘰𝘭𝘰𝘨𝘦 𝘗𝘦𝘵𝘦𝘳 𝘛𝘶̈𝘮𝘮𝘦𝘳𝘴 𝘷𝘰𝘯 𝘚𝘤𝘩𝘰𝘦𝘯𝘦𝘣𝘦𝘤𝘬 𝘪𝘴𝘵 𝘌𝘹𝘱𝘦𝘳𝘵𝘦 𝘧𝘶̈𝘳 𝘚𝘵𝘳𝘢𝘵𝘦𝘨𝘪𝘦𝘣𝘦𝘳𝘢𝘵𝘶𝘯𝘨 𝘣𝘦𝘪 𝘐𝘊𝘖 𝘐𝘮𝘱𝘶𝘭𝘴𝘦𝘊𝘰𝘯𝘴𝘶𝘭𝘵 𝘖𝘣𝘦𝘳𝘴𝘵𝘥𝘰𝘳𝘧 𝘶𝘯𝘥 𝘣𝘦𝘨𝘭𝘦𝘪𝘵𝘦𝘵 𝘥𝘪𝘦 𝘊𝘰𝘳𝘰𝘯𝘢-𝘗𝘢𝘯𝘥𝘦𝘮𝘪 𝘴𝘦𝘪𝘵 𝘉𝘦𝘨𝘪𝘯𝘯 𝘮𝘪𝘵 𝘴𝘰𝘻𝘪𝘰𝘭𝘰𝘨𝘪𝘴𝘤𝘩𝘦𝘯 𝘈𝘯𝘢𝘭𝘺𝘴𝘦𝘯.

💡 𝗕𝘂𝗿𝗻𝗼𝘂𝘁 𝗱𝘂𝗿𝗰𝗵 𝗼𝗳𝗳𝗲𝗻𝗲 𝗟𝗼𝗼𝗽𝘀

Individueller „Burnout“ entsteht durch „offene Loops“. Als offene Loops bezeichnet man negative Spannungsbögen, die sich nicht mehr schließen. Wie zum Beispiel der ungeklärte Konflikt mit den eigenen Eltern, die quälende Unzufriedenheit mit einer unwiderruflichen Weichenstellung im Leben. (Ach hätte ich doch…). Eine negative Erfahrung, die man nicht für sich nicht klären kann. Der Volksmund sagt dann: „Man trägt etwas mit sich herum“ oder „Jemand hat zu viel um die Ohren.“
Für logisch orientierte Menschen: Stellen Sie sich einfach viele elektronische Geräte in ihrem Haushalt vor die im Grunde nicht gebraucht werden, aber auf Stand-by sind und so ständig Strom ziehen. Wie die Innenbeleuchtung in einem Fahrzeug. Zwar brauchen offene Loops oft nur wenig Strom, doch belasten sie das System ständig. Und irgendwann ist der Akku leer.
Verstärkt wird die Wucht von offenen Loops dann, wenn ein hohes Kontrollbedürfnis und Perfektionsstreben vorliegt. Dann mischt sich zum eigentlichen Problem noch das Gefühl ständiger Ohnmacht und Unzulänglichkeit. Gefühl: „Nie klappt etwas wirklich.“ Damit sind wir bei der Grundstimmung unserer Corona-Politik. Und wie funktioniert nun ein gesellschaftlicher Burn out? Genau gleich: Nämlich auch durch offene Loops.

👉 𝗪𝗮𝘀 𝗵𝗶𝗹𝗳𝘁 𝗶𝘀𝘁: 𝗟𝗼𝗼𝗽𝘀 𝘀𝗰𝗵𝗹𝗶𝗲ß𝗲𝗻.

Konkret bedeutet das: Perspektiven geben, Lösungsschritte in Aussicht stellen und einhalten. Ein Problem mündet so aus einer Dauerschleife in ein Erleben von Selbstwirksamkeit. Vor allem wichtig: Schritte zur Normalität erlauben, besonnen und mutig.
So wie ein Schwerkranker, der vom ersten Tag an idealerweise kleine Schritte gehen soll zurück in eine – vielleicht neue – Normalität. Was jeder Therapeut oder Coach dann rät ist: nicht stehenbleiben oder verharren, nicht in eine Opferrolle geraten, sondern jeden Tag kleine Schritte tun. Vom „Schicksal“ zum „Machsal“. Eine weitere therapeutische Grundtugend ist es, den Kranken selbst ins Handeln zu bringen und seine Initiativen zu bestärken. Nicht über ihn zu verfügen, und schon gar nicht willkürlich und täglich über ihn hinweg zu entscheiden, sondern ihn zu beteiligen und zu bestärken in dem, was er selbst beitragen kann. Das stärkt und erhält die seelische Kraft in der Krise.

So macht es ein guter Arzt oder Therapeut. Und so machen es systematisch die Schweiz, die Niederlande oder die skandinavischen Länder.

Nun unterscheidet sich ein einzelner kranker Organismus nicht wesentlich von einer Gemeinschaft. Und wäre die bundesdeutsche Gesellschaft ein großer Organismus, dann wäre festzuhalten: unsere Regierenden missachten diese psychologischen Binsenweisheiten in Führung und Leadership seit Monaten konsequent.

Anstatt vorhandene Lösungen, die im Regionalen funktionieren, zu verbreiten und ihnen eine mediale Bühne zu geben – anstatt also „Stärken zu stärken“ – steigt die Flut der Ärztlichen Bulletins über unseren Krankheitszustand in den Medien ins Unerträgliche. Gelingt in Tübingen ein Feldversuch der dosierten Öffnung, berichten anschließend Medien mehrheitlich von einem angeblichen Misslingen. Die Inzidenzen seien gestiegen. Dass der Anstieg unter dem bundesdeutschen Schnitt blieb, wird nicht mitkommuniziert. (Die zuständige Uni Mainz distanzierte sich von der Berichterstattung und nannte sie irreführend.) Und so gelingt es mittels selektiver Information, die eigene Überzeugung nicht zu irritieren und erfolgreich weiter die Position des Kaninchens vor der Schlange zu festigen.

🔎 𝗕𝗹𝗶𝗰𝗸 𝘂̈𝗯𝗲𝗿 𝗱𝗲𝗻 𝗧𝗲𝗹𝗹𝗲𝗿𝗿𝗮𝗻𝗱

Aus dem Ausland wird wohl wahrheitsgetreu berichtet, jedoch stets der eskalative Teil. Das mediale Echo über Deeskalationen in anderen Ländern unterbleibt meist. So das Beispiel Portugal. Gerade steht Indien ganz oben im medialen Katastrophentourismus. Und so verstetigt sich der Eindruck der sich immer noch steigernden weltweiten Katastrophe. Das Augenmerk prägt die Wahrnehmung. Ich will jedoch keine Medienkampagne unterstellen. Denn sozio-psychologisch ist hier von einem unbewussten kollektiven Stressmuster auszugehen und nicht von einer absichtsvollen Kampagne. Es gibt bei uns genauso wenig gleichgeschaltete Medien wie es einen Polizeistaat oder eine Diktatur gibt. Vielmehr laufen die allermeisten Medien, die sich dem Erhalt des öffentlichen Gemeinwesens verpflichtet fühlen (keine schlechte Absicht!) in eine psychologische Falle, die mit dem Phänomen der „offenen Loops“ zusammenhängt: dem Phänomen der „selektiven Wahrnehmung“: Gefiltert wird dann aus dem Überangebot an Information nur noch das das, was die eigene Sichtweise unterstützt. So haben sich in Deutschland längst zwei Lager gebildet: „Coronagläubige“ und „Coronaleugner“ mit einer zusehends frustrierten Mitte, die dem irrwitzigen Streit hilflos zuschaut, der Statistiken und Zahlenflut überdrüssig ist und zusehends zwischen die Fronten gerät.

So geschah es der alten Dame in Kempten, die mit Corona-Demos nix am Hut hat, nur mit ihrem Hunde Gassi gehen wollte, zur falschen Zeit am falschen Ort war und vielleicht etwas zu laut gedacht hat.

Die Frustration der kompromissbereiten Mitte hat in Bezug auf die kollektive Problemlösekompetenz unserer Gesellschaft fatale Folgen. Denn wer Lösungsschritte „aus der Mitte“ vorschlägt, die z.B. im Ausland oder in einzelnen deutschen Städten gut funktionieren, gerät dadurch unwillkürlich in den Verdacht, „verharmlosend“ zu sein. Und in einer zusehends radikalisierten Debattenkultur ist das gleichgesetzt mit „verantwortungslos“.

So verstärkt die veröffentliche Meinung stetig die öffentliche Meinung, und damit die Realität, die sie ständig selbst neu erschafft. Ein Teufelskreislauf.

👉 𝗗𝗶𝗲 𝗟𝗼̈𝘀𝘂𝗻𝗴:

Dem Patienten endlich erlauben, die Krise mitzugestalten, anstatt die Krise von oben zu verwalten. Einladen statt bevormunden. Initiativen würdigen und Raum geben. Länger hinschauen, weniger schnell werten und noch weniger schnell abwerten. Den Menschen eigene Verantwortung zutrauen. Im Bild gesprochen: Dem Patienten erlauben, aufzustehen und vorsichtig ums Bett zu gehen. 𝗦𝗼𝗹𝗮𝗻𝗴𝗲 𝗴𝗶𝗹𝘁 𝗱𝗲𝗿 𝗦𝗮𝘁𝘇 𝘃𝗼𝗻 𝗝𝗮𝗻-𝗝𝗼𝘀𝗲𝗳 𝗟𝗶𝗲𝗳𝗲𝗿𝘀: „𝗩𝗲𝗿𝘇𝘄𝗲𝗶𝗳𝗲𝗹𝗻 𝗦𝗶𝗲 𝗿𝘂𝗵𝗶𝗴, 𝗮𝗯𝗲𝗿 𝘇𝘄𝗲𝗶𝗳𝗲𝗹𝗻 𝗦𝗶𝗲 𝗻𝗶𝗰𝗵𝘁.“

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