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am 11.11.2021 von Johanna Schumann

Einladung zum Agilen Netzwerktreffen Allgäu - Neuer Vortrag live!

Kirgistan Kajak Trip - Leadership neu erleben
2. Dezember | 18 - 21:30 Uhr
Präsenz (2G) & Online

Hier geht's zur Anmeldung

"Russian Leadership" - Von Expeditionen lernen

Multiday - Multinational - Multichallenges

Was wir von einem Trip mit Kirgisen und Russen im Wildwasser Zentralasiens über Leadership und Teambuilding lernen können, berichtet ICO-Chef Peter Tümmers in einem spannenden Impulsvortrag. Anhand von beeindruckendem Bildmaterial tauchen wir ein in die raue Natur Kirgistans, hören von Herausforderungen und praktischen Lösungen und gewinnen im Austausch Erkenntnisse für das eigene 'raue Wildwasser'. 

✔ Impulsvortrag mit beeindruckenden Expeditions-Bildern
✔ Interaktiver Workshop inkl. Sparring in Kleingruppen
✔ 2 Top-Coaches Wolfgang Wittmann & Dr. Jürgen Freisl unterstützen Peter Tümmers
✔ Konkrete Ergebnisse, authentische Erfahrung, Kollegen-Austausch und AHA-Momente wie immer garantiert!
✔ Präsenz & Online: 18 Uhr Come Together im ICO-Center mit Chili sin carne - 19 Uhr Start Vortrag

Alles Wichtige auf einen Blick:

✅ Teilnahme: Online & Präsenz (2G: Geimpft & Genesen)
⏰ Termin: 2. Dezember | ab 18:00 Uhr Come Together | 19 - 21:30 Uhr Vortrag & Workshop
🙏 Kosten: Deine Spende für den Bunten Kreis Allgäu e.V. nach Ermessen
🎤 Keynote Speaker: Peter Tümmers
❓   Fragen: Ruf uns an +49 8321 87033 oder schreib uns info@ico-oberstdorf.com

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am 10.11.2021 von Peter Tümmers von Schoenebeck

Neuer Vortrag!
Kirgistan Kajak Trip - Leadership neu erleben

"Russian Leadership" - Von Expeditionen lernen
Multiday - Multinational - Multichallenges

Was wir von einem Trip mit Kirgisen und Russen im Wildwasser Zentralasiens über Leadership und Teambuilding lernen können, berichtet ICO-Chef Peter Tümmers in einem spannenden Impulsvortrag. Anhand von beeindruckendem Bildmaterial tauchen wir ein in die raue Natur Kirgistans, hören von Herausforderungen und praktischen Lösungen und gewinnen im Austausch Erkenntnisse für das eigene 'raue Wildwasser'. 

am 10.11.2021 von Johanna Schumann

Sat1-Fernsehdreh im ICO Skywalk

Unser Kletterpark zwischen den Schanzentürmen der Audi Arena in Oberstdorf war kürzlich erneut Schauplatz für Dreharbeiten des TV-Senders Sat1.

Wo sonst außergewöhnliche Teamevents oder zielführende Business-Trainings stattfinden, liefen Anfang Oktober große Fernsehkameras heiß. Im Rahmen eines neuen Formats führte ICO-Trainer Vartan Fernsehteam und Akteure sicher durch Team- und Himmelsparcours mit dem Giant Swing als Adrenalinkick. Hinter der Kamera wurde das Team kompetent betreut durch ICO Junior Consultant Fabian und Praktikant Julian. 

Neugierig in welcher Sendung wir im TV zu sehen sein werden?
Seid gespannt, mehr Infos folgen auf unseren Social-Media Kanälen und hier im ICO Blog!

am 26.10.2021 von Johanna Schumann

Wir stellen ein: Event- & Projektmanager / Outdoortrainer (m/w/d)

Zum nächstmöglichen Zeitpunkt suchen wir eine*n Event- & Projektmanager*in/ Outdoortrainer*in in Vollzeit! Wir bieten dir eine abwechslungsreiche und herausfordernde Tätigkeit und die aktive Einbindung in ein kleines, dynamisches Team.

Dein Profil:
Du hast Erfahrung in der Erlebnispädagogik und bringst Interesse an psychologischen Themen sowie eine hohe IT-Affinität mit.
Optimalerweise verfügst du über BWL-Grundwissen und eine Trainerausbildung, dies ist jedoch kein Muss.
Du hast Freude an der Arbeit mit Menschen, bist teamfähig und kannst dich schnell in neue Situationen einfinden.
Du bist outdooraffin und schätzt das Allgäu als Arbeits- und Lebensort.

Art der Anstellung:
• 80% - Vollzeit möglich, Festanstellung
Arbeitszeiten:
• Montag bis Freitag
Leistungen:
• Flexible Arbeitszeiten
• Kostenlose Getränke
• Kostenloser Parkplatz

Über uns
Wir sind ein innovatives Unternehmen mit den Kernbereichen Unternehmensberatung und Teambuilding. Im Bereich der Unternehmens- und Personalentwicklung begleiten wir i.d.R. mehrstufige Prozesse international tätiger Konzerne. Hierbei verbinden wir die detaillierte Analyse mit einem handlungsorientierten Ansatz. Im Bereich des Teambuilding konzipieren wir Firmenevents intelligent und zielgerichtet, sorgen für positive Emotionalisierung sowie Nachhaltigkeit durch Business Know-how. Dabei steht uns eine breite Palette an Outdoor- und Indoor-Modulen zur Verfügung.

Interesse geweckt? Melde dich bei uns unter info@ico-oberstdorf.com oder 08321 87033

Wir freuen uns dich kennenzulernen!

am 18.10.2021 von Johanna Schumann

Wir suchen dich als Junior Consultant (m/w/d)

Werde Teil eines dynamischen Teams von Consultants mit den Themen Unternehmensentwicklung, Führungskräfte- und Mentaltraining!

Deine Aufgabenbereiche:

• Projektmanagement

• Seminarorganisation

• Durchführung eigener Trainingseinheiten


Voraussetzung:

• Akademischer Abschluss


Mehr Infos zum Beratungsprofil der ICO GmbH unter www.ico-oberstdorf.com

Dein Interesse wurde geweckt?

Dann melde dich bei uns unter info@ico-oberstdorf.com oder telefonisch unter 08321/87033

am 18.10.2021 von Johanna Schumann

Wir suchen dich für unser Team als Büroleiter*in/
Office Manager*in (m/w/d)

Du arbeitest strukturiert und bringst Kompetenz in Büroorganisation mit? Du bist kommunikativ und beherrschst die gängigen Office Programme?

Werde die „gute Seele“ und das Rückgrat eines dynamischen Teams von Consultants mit den Themen Unternehmensentwicklung, Führungskräfte- und Mentaltraining! Du hältst uns mit souveräner Adminarbeit und freundlichem Kontakt zu unseren (meist Stamm-) Kunden den Rücken frei. Mit fast allen unseren Klienten, Kunden und Partnern sind wir auf „Du-und-Du“. So halten wir es auch im Team.

Dein Interesse wurde geweckt?

Dann melde dich bei uns unter info@ico-oberstdorf.com oder telefonisch unter 08321/87033

am 24.06.2021 von Praktikant*in Event

Seelisch robust in turbulenter Zeit

Optimismus beim 12. Allgäuer Netzwerktreffen

🛶 Optimismus, Akzeptanz, Lösungsorientierung, Beziehungen, Zukunftsgestaltung. Das waren die Schlüsselbegriffe, mit denen Resilienzcoach Silke Wolf aus München auf Einladung des ICO Teams zusammen mit Peter Tümmers von Schoenebeck durchs Programm führte. Während Peter mit „Stark sein wenn’s drauf ankommt“ aus seiner Zeit als Extremkajakfahrer berichtete, legte Silke den Fokus auf die Selbstachtsamkeit.

💻 Königsdisziplin „Hybridworkshop“: Digital kombiniert mit Präsenz gelang dem ICO-Team wieder eine technische Meisterleistung. Mit zusätzlicher Studiokamera für die präsenten Teilnehmer gelang ein lebendiger Austausch zwischen digitalen und präsenten Teilnehmern. Wenn wir nach Corona nicht in den alten Flug- und Reisewahn verfallen wollen, ist dies eine Kernkompetenz der Zukunft. Das ICO Team packt das schon, wenn auch mit einer Schweißperle auf der Stirn. Danke an die Technikleitung Jojo, Phillip und Praktikantin Verena und Moderator Wolfgang Wittmann.

➡ Hauptfazit der Teilnehmer: In Krisen ist die Selbstansprache entscheidend. Also: “Wie rede ich mit mir selbst?“ Fokussiere ich das Negative, gerate ich gar ins Lästern und Anklagen. Dann wird das meinen Spirit prägen. Oder fokussiere ich das Hoffnungsvolle, das Positive, also die Aspekte, für die ich dankbar sein kann.

💬 Frei nach der alten Weisheit: „Achte auf Deine Worte. Denn Worte werden zu Taten. Deine Taten zu Deiner Haltung. Deine Haltung zu Deinem Charakter. Und der prägt Dich Dein Leben lang.“

🍷 Der Abend klang traditionell auf der ICO Terrasse aus. Bei leckerem Portwein, Musik und guten Gesprächen.

am 16.06.2021 von Praktikant*in Event

Agile Resilienz - im Flow Stress als Kraftquelle

🧩 Die Planung läuft um Euch beim 12. Allgäuer Agilen Netzwerktreffen ein cooles Programm zu bieten. Resilienz-Expertin Silke Wolf aus München saß mit uns in der schon legendären ICO-Küche beim Programm-Puzzeln.
Das Ziel: Euch möglichst innovative und nützliche Aspekte über ein mittlerweile klassisches Thema mitzugeben. Und natürlich: Dialog, Dialog, Dialog.

😷 Nach neuen Corona-Richtlinien ist die Teilnahme nun auch in Präsenz möglich.

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am 21.05.2021 von Philipp Brumhard

ICO Head Coach sponsored by Felbinger Herrenausstatter

ICO Headcoach Peter Tümmers von Schoenebeck wird von Felbinger Herrenausstatter ausgestattet. Klaus Felbinger im letzten Jahr: „Peter ist als Leadership-Coach so professionell unterwegs, aber sein Bekleidungsstil lässt doch stark zu wünschen übrig.“ Nachdem Peters Umfeld dem sofort zustimmte – allen voran Peters Lebensgefährtin – begab der sich zum Maßnehmen nach Immenstadt.
Nun sind die ersten Auftritte im neuen Outfit absolviert. Sieht doch schick aus!

Danke an Sebastian Hofmann Fotografie für die technische Umsetzung des Videos!

am 12.05.2021 von Philipp Brumhard

Mental stark wenn‘s eng wird - Stress als Kraftquelle

Einladung zum 12. Agilen Netzwerktreffen · Live – Online & Präsenz

Termin mit Gasttrainerin Silke Wolf: 21. Juni · 18 - 21 Uhr

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Wenn’s eng wird, cool bleiben und Stresslust mit Spaß genießen. Fokussiert, konzentriert, locker aus der Hüfte.
So wie ICO-Mentaltrainer und Olympiasportler-Coach Peter Tümmers Anfang Mai 2021 auf Ski in den Allgäuer Alpen.

Wer dabei nicht gern in ausgetrampelten Pfaden unterwegs ist, sondern im eigenen Leben auch gern eine geile „first line“ ziehen will, der ist richtig beim nächsten Agilen Allgäuer Netzwerktreffen am 21. Juni. Mentaltrainer Peter hat diesmal seine Kollegin und Resilienztrainerin Silke Wolf eingeladen, die zeigen wird, wie man in der Agilität cool und leistungsbereit bleibt.
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Thema: Resilienz als Voraussetzung für oder eine Folge von Agilität?
Gastcoach Silke Wolf gibt einen Einblick (silkewolf.com):
Resilienz ist die Fähigkeit, auch in turbulenten Situationen handlungsfähig zu bleiben und gestärkt daraus hervorzugehen. Ist sie somit nicht auch die Grundlage, wenn wir reaktionsfähig und flexibel arbeiten wollen?
Umgekehrt gilt für agile Teams die Selbstorganisation, Selbstverantwortung, Lösungs- und Zielorientierung. Dies sind Säulen der Resilienz und helfen uns mit Veränderung und Krisen besser zurechtzukommen.

In vielen Unternehmen hat Agilität keinen guten Ruf. Mitarbeiter*innen haben das Gefühl, dass auch noch das letzte bisschen Energie aus ihnen herausgequetscht werden soll. Sie empfinden die neue Arbeitsweise unstrukturiert und befremdlich.

Warum ist das so? Wie kann Resilienz und Agilität zusammenwirken, damit wir nicht nur als Einzelpersonen, sondern auch als Team und Unternehmen die Herausforderungen der Zukunft besser meistern?
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Mit dabei ist die mittlerweile gewohnte „Trainerkombo“ Dr. Jürgen Freisl, Wolfgang Wittmann und Philipp Brumhard.
Macht Euch auf einen unterhaltsamen, lehrreichen Abend gefasst mit fachlichen Top-Experten und natürlich den Top-Experten im eigenen Leben: Euch, unseren Teilnehmern. Aha-Momente, Netzwerk und Inspiration garantiert.

Teilnahme - wie immer mit Spende für den guten Zweck.

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Hier geht's zum Bericht des letzten Agilen Netzwerktreffens

am 07.05.2021 von Praktikant*in Event

Kollektiver Burnout - Wege aus der Corona-Angst

Vier Polizisten drücken eine alte Dame (68), die mit Ihrem Hund Gassi geht, in Kempten gegen ein Schaufenster. Schließlich wird sie mit acht Mann Polizeieinsatz in Handschellen abgeführt. Grund:
Zwei Beamte wollen den Satz. „Ihr seid doch bekloppt“ gehört haben. Ergo Beamtenbeleidigung.
Die Rentnerin will gesagt haben: „Das ist doch bekloppt.“ Das Video des beschämenden unverhältnismäßigen Polizeieinsatzes ging bundesweit viral (siehe youtube). Auch wie besorgte Bürger versuchen, auf die Polizisten deeskalierend einzuwirken und ebenfalls zur Seite geschoben werden, bis die Stimmung überkocht: „Schämt Euch, die Frau könnte Eure Mutter sein.“
Nun wird dieser Text nicht klären, was die alte Dame wirklich gesagt hat und wer am Ende Recht hat. Das würde uns auch nicht weiterbringen. Weder die Polizisten sind schlechte Menschen und auch die ältere Dame dürfte eine ehrbare Bürgerin sein.
Vielmehr ist die Frage wichtig: Wie kommt es dazu, dass immer häufiger Menschen in Eskalationen geraten, die nicht mehr zu stoppen sind. Die Antwort ist: Wir sind gerade auf dem Weg in den „kollektiven Burnout“. Ein Begriff, den wir sonst aus der Individualpsychologie kennen.
Wie ein kollektiver Burnout entsteht und was uns aus der Falle heraushilft, das erklärt dieser Text.

𝘋𝘦𝘳 𝘚𝘰𝘻𝘪𝘰𝘭𝘰𝘨𝘦 𝘗𝘦𝘵𝘦𝘳 𝘛𝘶̈𝘮𝘮𝘦𝘳𝘴 𝘷𝘰𝘯 𝘚𝘤𝘩𝘰𝘦𝘯𝘦𝘣𝘦𝘤𝘬 𝘪𝘴𝘵 𝘌𝘹𝘱𝘦𝘳𝘵𝘦 𝘧𝘶̈𝘳 𝘚𝘵𝘳𝘢𝘵𝘦𝘨𝘪𝘦𝘣𝘦𝘳𝘢𝘵𝘶𝘯𝘨 𝘣𝘦𝘪 𝘐𝘊𝘖 𝘐𝘮𝘱𝘶𝘭𝘴𝘦𝘊𝘰𝘯𝘴𝘶𝘭𝘵 𝘖𝘣𝘦𝘳𝘴𝘵𝘥𝘰𝘳𝘧 𝘶𝘯𝘥 𝘣𝘦𝘨𝘭𝘦𝘪𝘵𝘦𝘵 𝘥𝘪𝘦 𝘊𝘰𝘳𝘰𝘯𝘢-𝘗𝘢𝘯𝘥𝘦𝘮𝘪 𝘴𝘦𝘪𝘵 𝘉𝘦𝘨𝘪𝘯𝘯 𝘮𝘪𝘵 𝘴𝘰𝘻𝘪𝘰𝘭𝘰𝘨𝘪𝘴𝘤𝘩𝘦𝘯 𝘈𝘯𝘢𝘭𝘺𝘴𝘦𝘯.

💡 𝗕𝘂𝗿𝗻𝗼𝘂𝘁 𝗱𝘂𝗿𝗰𝗵 𝗼𝗳𝗳𝗲𝗻𝗲 𝗟𝗼𝗼𝗽𝘀

Individueller „Burnout“ entsteht durch „offene Loops“. Als offene Loops bezeichnet man negative Spannungsbögen, die sich nicht mehr schließen. Wie zum Beispiel der ungeklärte Konflikt mit den eigenen Eltern, die quälende Unzufriedenheit mit einer unwiderruflichen Weichenstellung im Leben. (Ach hätte ich doch…). Eine negative Erfahrung, die man nicht für sich nicht klären kann. Der Volksmund sagt dann: „Man trägt etwas mit sich herum“ oder „Jemand hat zu viel um die Ohren.“
Für logisch orientierte Menschen: Stellen Sie sich einfach viele elektronische Geräte in ihrem Haushalt vor die im Grunde nicht gebraucht werden, aber auf Stand-by sind und so ständig Strom ziehen. Wie die Innenbeleuchtung in einem Fahrzeug. Zwar brauchen offene Loops oft nur wenig Strom, doch belasten sie das System ständig. Und irgendwann ist der Akku leer.
Verstärkt wird die Wucht von offenen Loops dann, wenn ein hohes Kontrollbedürfnis und Perfektionsstreben vorliegt. Dann mischt sich zum eigentlichen Problem noch das Gefühl ständiger Ohnmacht und Unzulänglichkeit. Gefühl: „Nie klappt etwas wirklich.“ Damit sind wir bei der Grundstimmung unserer Corona-Politik. Und wie funktioniert nun ein gesellschaftlicher Burn out? Genau gleich: Nämlich auch durch offene Loops.

👉 𝗪𝗮𝘀 𝗵𝗶𝗹𝗳𝘁 𝗶𝘀𝘁: 𝗟𝗼𝗼𝗽𝘀 𝘀𝗰𝗵𝗹𝗶𝗲ß𝗲𝗻.

Konkret bedeutet das: Perspektiven geben, Lösungsschritte in Aussicht stellen und einhalten. Ein Problem mündet so aus einer Dauerschleife in ein Erleben von Selbstwirksamkeit. Vor allem wichtig: Schritte zur Normalität erlauben, besonnen und mutig.
So wie ein Schwerkranker, der vom ersten Tag an idealerweise kleine Schritte gehen soll zurück in eine – vielleicht neue – Normalität. Was jeder Therapeut oder Coach dann rät ist: nicht stehenbleiben oder verharren, nicht in eine Opferrolle geraten, sondern jeden Tag kleine Schritte tun. Vom „Schicksal“ zum „Machsal“. Eine weitere therapeutische Grundtugend ist es, den Kranken selbst ins Handeln zu bringen und seine Initiativen zu bestärken. Nicht über ihn zu verfügen, und schon gar nicht willkürlich und täglich über ihn hinweg zu entscheiden, sondern ihn zu beteiligen und zu bestärken in dem, was er selbst beitragen kann. Das stärkt und erhält die seelische Kraft in der Krise.

So macht es ein guter Arzt oder Therapeut. Und so machen es systematisch die Schweiz, die Niederlande oder die skandinavischen Länder.

Nun unterscheidet sich ein einzelner kranker Organismus nicht wesentlich von einer Gemeinschaft. Und wäre die bundesdeutsche Gesellschaft ein großer Organismus, dann wäre festzuhalten: unsere Regierenden missachten diese psychologischen Binsenweisheiten in Führung und Leadership seit Monaten konsequent.

Anstatt vorhandene Lösungen, die im Regionalen funktionieren, zu verbreiten und ihnen eine mediale Bühne zu geben – anstatt also „Stärken zu stärken“ – steigt die Flut der Ärztlichen Bulletins über unseren Krankheitszustand in den Medien ins Unerträgliche. Gelingt in Tübingen ein Feldversuch der dosierten Öffnung, berichten anschließend Medien mehrheitlich von einem angeblichen Misslingen. Die Inzidenzen seien gestiegen. Dass der Anstieg unter dem bundesdeutschen Schnitt blieb, wird nicht mitkommuniziert. (Die zuständige Uni Mainz distanzierte sich von der Berichterstattung und nannte sie irreführend.) Und so gelingt es mittels selektiver Information, die eigene Überzeugung nicht zu irritieren und erfolgreich weiter die Position des Kaninchens vor der Schlange zu festigen.

🔎 𝗕𝗹𝗶𝗰𝗸 𝘂̈𝗯𝗲𝗿 𝗱𝗲𝗻 𝗧𝗲𝗹𝗹𝗲𝗿𝗿𝗮𝗻𝗱

Aus dem Ausland wird wohl wahrheitsgetreu berichtet, jedoch stets der eskalative Teil. Das mediale Echo über Deeskalationen in anderen Ländern unterbleibt meist. So das Beispiel Portugal. Gerade steht Indien ganz oben im medialen Katastrophentourismus. Und so verstetigt sich der Eindruck der sich immer noch steigernden weltweiten Katastrophe. Das Augenmerk prägt die Wahrnehmung. Ich will jedoch keine Medienkampagne unterstellen. Denn sozio-psychologisch ist hier von einem unbewussten kollektiven Stressmuster auszugehen und nicht von einer absichtsvollen Kampagne. Es gibt bei uns genauso wenig gleichgeschaltete Medien wie es einen Polizeistaat oder eine Diktatur gibt. Vielmehr laufen die allermeisten Medien, die sich dem Erhalt des öffentlichen Gemeinwesens verpflichtet fühlen (keine schlechte Absicht!) in eine psychologische Falle, die mit dem Phänomen der „offenen Loops“ zusammenhängt: dem Phänomen der „selektiven Wahrnehmung“: Gefiltert wird dann aus dem Überangebot an Information nur noch das das, was die eigene Sichtweise unterstützt. So haben sich in Deutschland längst zwei Lager gebildet: „Coronagläubige“ und „Coronaleugner“ mit einer zusehends frustrierten Mitte, die dem irrwitzigen Streit hilflos zuschaut, der Statistiken und Zahlenflut überdrüssig ist und zusehends zwischen die Fronten gerät.

So geschah es der alten Dame in Kempten, die mit Corona-Demos nix am Hut hat, nur mit ihrem Hunde Gassi gehen wollte, zur falschen Zeit am falschen Ort war und vielleicht etwas zu laut gedacht hat.

Die Frustration der kompromissbereiten Mitte hat in Bezug auf die kollektive Problemlösekompetenz unserer Gesellschaft fatale Folgen. Denn wer Lösungsschritte „aus der Mitte“ vorschlägt, die z.B. im Ausland oder in einzelnen deutschen Städten gut funktionieren, gerät dadurch unwillkürlich in den Verdacht, „verharmlosend“ zu sein. Und in einer zusehends radikalisierten Debattenkultur ist das gleichgesetzt mit „verantwortungslos“.

So verstärkt die veröffentliche Meinung stetig die öffentliche Meinung, und damit die Realität, die sie ständig selbst neu erschafft. Ein Teufelskreislauf.

👉 𝗗𝗶𝗲 𝗟𝗼̈𝘀𝘂𝗻𝗴:

Dem Patienten endlich erlauben, die Krise mitzugestalten, anstatt die Krise von oben zu verwalten. Einladen statt bevormunden. Initiativen würdigen und Raum geben. Länger hinschauen, weniger schnell werten und noch weniger schnell abwerten. Den Menschen eigene Verantwortung zutrauen. Im Bild gesprochen: Dem Patienten erlauben, aufzustehen und vorsichtig ums Bett zu gehen. 𝗦𝗼𝗹𝗮𝗻𝗴𝗲 𝗴𝗶𝗹𝘁 𝗱𝗲𝗿 𝗦𝗮𝘁𝘇 𝘃𝗼𝗻 𝗝𝗮𝗻-𝗝𝗼𝘀𝗲𝗳 𝗟𝗶𝗲𝗳𝗲𝗿𝘀: „𝗩𝗲𝗿𝘇𝘄𝗲𝗶𝗳𝗲𝗹𝗻 𝗦𝗶𝗲 𝗿𝘂𝗵𝗶𝗴, 𝗮𝗯𝗲𝗿 𝘇𝘄𝗲𝗶𝗳𝗲𝗹𝗻 𝗦𝗶𝗲 𝗻𝗶𝗰𝗵𝘁.“

am 30.04.2021 von Praktikant*in Event

Get ready for summer! ☀

🚣‍♀ ICO rüstet auf Sommer!

Wir sind bereit für Sonne und Outdoor Events! Kommt nach Social Distancing im Sommer wieder in Kontakt - beim Outdoor Training mit den Kollegen oder Fun-Abenteuern mit Freunden & Familie!

Dein Erlebnis im Allgäu: ➡ hier klicken!

Unser ICO Center ist gerüstet, wir stehen in den Startlöchern und freuen uns auf euch!
Corona-Flexibilität: Terminverschiebung optional

am 30.04.2021 von Philipp Brumhard

🍀 ICO Office-Managerin Conny - neues Spiel neues Glück! 🍀

Nach 3 Jahren zieht Cornelia Leifick weiter und lässt uns ICO-Team ohne unsere tatkräftige und umsichtige „gute Seele“ zurück.

Künftig unterstützt sie die Teamentwicklung bei einem internationalen Logistik-Konzern. Für ICO-Chef Peter Tümmers von Schoenebeck ein logischer Schritt: „Conny hat bei uns in drei Jahren alle Office-Themen im Schnelldurchlauf erobert. In der Coronakrise hat sie den „Laden“ administrativ zusammengehalten. Im Dschungel von Coronahilfen hat sie sich im Dialog mit unseren Partnern bestens bewährt. Zugleich hat sie in dieser wilden Zeit aber auch enorm viel gelernt und ist in große Schuhe hineingewachsen. Jetzt geht ihre Reise woanders weiter und wir wünschen ihr viel Erfolg.“ Conny selbst mit einer Träne im Knopfloch: „ICO war für mich der ideale Start ins Berufsleben. Jetzt bin ich fit für den nächsten Schritt!“ Wir wünschen Conny Alles Gute dafür!☀

am 26.04.2021 von Peter Tümmers von Schoenebeck

"Zersetzung der Wehrkraft." Künstler stören den sozialen Corona-Frieden

#allesdichtmachen

Zu was sich etwa 50 Schauspieler und Künstler am Wochenende getraut hatten, hätte man im 2. Weltkrieg als „Zersetzung der Wehrkraft“ bezeichnet. Sie hatten gewagt, ironisch Kritik an der aktuellen Coronapolitik in Deutschland zu üben. Nachdem dies schon seit Monaten auf sachlicher Ebene nicht mehr möglich ist, ohne nicht sofort als Querdenker oder wenigstens als sympathisierender Unterstützer stigmatisiert zu werden, taten sie das mit dem letzten Mittel, das einem im kritischen Dialog bleibt, wenn der sachliche Austausch verschlossen ist: mit Ironie und Satire. Das blieb nicht ungestraft.

𝘋𝘦𝘳 𝘚𝘰𝘻𝘪𝘰𝘭𝘰𝘨𝘦 𝘗𝘦𝘵𝘦𝘳 𝘛𝘶̈𝘮𝘮𝘦𝘳𝘴 𝘷𝘰𝘯 𝘚𝘤𝘩𝘰𝘦𝘯𝘦𝘣𝘦𝘤𝘬 𝘪𝘴𝘵 𝘌𝘹𝘱𝘦𝘳𝘵𝘦 𝘧𝘶̈𝘳 𝘚𝘵𝘳𝘢𝘵𝘦𝘨𝘪𝘦𝘣𝘦𝘳𝘢𝘵𝘶𝘯𝘨 𝘣𝘦𝘪 𝘐𝘊𝘖 𝘐𝘮𝘱𝘶𝘭𝘴𝘦𝘊𝘰𝘯𝘴𝘶𝘭𝘵 𝘖𝘣𝘦𝘳𝘴𝘵𝘥𝘰𝘳𝘧 𝘶𝘯𝘥 𝘣𝘦𝘨𝘭𝘦𝘪𝘵𝘦𝘵 𝘥𝘪𝘦 𝘊𝘰𝘳𝘰𝘯𝘢-𝘗𝘢𝘯𝘥𝘦𝘮𝘪 𝘴𝘦𝘪𝘵 𝘉𝘦𝘨𝘪𝘯𝘯 𝘮𝘪𝘵 𝘴𝘰𝘻𝘪𝘰𝘭𝘰𝘨𝘪𝘴𝘤𝘩𝘦𝘯 𝘈𝘯𝘢𝘭𝘺𝘴𝘦𝘯.

Wenn ein Land im Krieg ist - oder sich in einem solchen empfindet - wird die Zündschnur kurz. Nicht nur bei den Nazis (ohoho – darf der Autor das jetzt???) war jegliche Kritik an der Kriegspolitik unerwünscht. Die Franzosen waren auch nicht viel besser. So wurde zu Kriegsbeginn 1914 in Paris ein Journalist nach einem gerichtlichen Eilverfahren standrechtlich erschossen: Begründung: „Friedenshetze“. Der gute Mann hatte zur Besinnung aufgerufen, bevor man in einen großen Krieg schlittere. Übrigens: der Hitlerattentäter und Widerstandskämpfer Graf Schenk von Stauffenberg wird heute gefeiert, galt den Deutschen aber bis in die 70er Jahre als Vaterlandsverräter. Ich weiß das aus erster Hand, habe ich doch zusammen mit einem Stauffenberg-Enkel studiert, der mir von der Stigmatisierung seiner Familie berichtete, die er als Kind bis in die 80er Jahre erlebte. Wie sich der Wind dreht und wie kurz unser kollektives Gedächtnis doch ist.

Lektion psychologisch betrachtet: Kaum ist der Pulverdampf verraucht und man betrachtet die Situation mit einigem emotionalen Abstand, übernimmt zusehends das „Emotionalhirn“ wieder die Regie. Vernunft und Besonnenheit kehren zurück. Das „Stammhirn“ mit seiner Kriegsrhetorik, das nur schwarz oder weiß kennt, verkriecht sich wieder in seine neuronale Höhle. Aktuell herrscht jedoch in Deutschland kollektive Stammhirn-Stimmung.

#allesdichtmachen scharf kritisiert

Nun sind 50 gutmeinende deutsche Fernsehstars, die mit ironischen Videos unter dem Hashtag #allesdichtmachen zum Nachdenken anregen wollten, zwischen die Corona-Kriegsparteien geraten.

Jan Josef Liefers, bekannt vom „Tatort“ als Prof. Börne, erhielt Morddrohungen und musste von der landesweiten Coronabekämpferin Nr. 1, Dr. Lisa Federle aus Tübingen - dafür inzwischen mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet - im TV in Schutz genommen werden. Jan Josef Liefers blieb auch im Shitstorm standhaft und verteidigte seine Haltung und Kritik, anders als viele seiner Kolleginnen und Kollegen wie Tatortkommissarin Ulrike Volkerts oder Heike Makatsch die - wohl unter massivem Druck des öffentlich-rechtlichen Medienrates und ihrer Produktionsfirmen - ihren zuvor wohlüberlegten Schritt nun als Fehler bezeichnen und sich entschuldigen.

Man darf mutmaßen, dass weniger plötzliche Einsicht die Ursache dafür ist als vielmehr der hastige Versuch, die letzten Reste der persönlichen Reputation oder gar den Arbeitsplatz als Tatort-Kommissar zu retten. Geschuldet der öffentlichen Verurteilung bis hin zu Morddrohungen. Die nun vorgetragenen Entschuldigungen wirken unglaubwürdig und als Versuch, die eigene Haut zu retten. Schließlich waren die Videos nicht im Affekt aufgenommen worden, quasi aus einer Laune heraus, sondern sorgfältig überlegt, abgewogen, mit Management und Beratern auf Wirkung und Konsequenzen überprüft worden.

Warum reagiert die deutsche Öffentlichkeit auf einen solchen satirischen Beitrag – der eine besser der andere schlechter gemacht - so aggressiv und verurteilend?

Warum brach über den Wagemutigen der Shitstorm los und führten die Videos zu Vorwürfen wie: „Verhöhnung der Opfer, Unterstützung von Coronaleugnern, Covidioten und der AfD.“?

Schauen wir uns die Sachebene an

Was die Schauspieler gewagt hatten: Unter dem Hashtag #allesdichtmachen hatten sie die Alternativ- und Ideenlosigkeit der deutschen Coronapolitik kritisiert, indem sie mit dem immer stärker geforderten „Total-Lockdown“ ironisch bis zynisch gedanklich spielten. Darf man das oder ist das bereits Coronaleugnen. Nun – wie so oft hilft der Blick über den Tellerrand.

Norwegen und die Schweiz sind keine verantwortungslosen covidiotischen Völker von Aluhutträgern, sondern gelten als besonnen. In beiden Ländern werden das Prokopfeinkommen, der Glücksindex und der medizinische Standard statistisch höher bewertet als in Deutschland. Dennoch ist dort nicht #allesdichtgemacht. In beiden Ländern liefen bis Ostern die Skilifte und die Restaurants sind geöffnet. Auch ein Kulturangebot gibt es. Und geordneten Schulunterricht – im Gegensatz zu uns. Das Ganze nicht bescheuert oder coronaleugnerisch, sondern mit strengen Auflagen. Es geht also doch auch anders!

Übrigens liegen beide Länder auch in der Rangliste der Pressefreiheit vor Deutschland, das letztes Jahr von international Platz 11 auf 13 abgerutscht ist.

Der kollektive moralisierende Aufschrei und der massive Druck auf „Andersdenkende“, die im Rahmen der Kunstfreiheit mit einem kritischen, in der Sache aber vertretbaren Impuls (siehe Norwegen und Schweiz) einen Dialog anstoßen wollten, muss uns Sorgen machen. Was sich breit macht ist ein Versuch der „Gleichschaltung des Denkens“. Ja, das Wort ist hässlich und wieder stellt sich die Empörungsfrage: „Ohohoho – darf der Autor so ein böses vorbelastetes Wort für unsere heile Welt benutzen und ist er nun auch ein Covidiot?“

Genau solche Katalogisierungen führen in die Irre, sind aber sozio-psycho-logisch:

Der Wunsch von den aktuell um sich greifenden „Gut-Böse-Schubladen“ entspringt dem sog. 𝗙𝗶𝗴𝗵𝘁-𝗙𝗹𝗶𝗴𝗵𝘁-𝗙𝗿𝗲𝗲𝘇𝗲-𝗠𝘂𝘀𝘁𝗲𝗿 des o.g. „Stammhirnes“. Der unbewusste Wunsch ist, in der Bedrohung durch Vereinfachung die Lage wieder in den Griff zu bekommen. Doch sind nach einem Jahr Pandemie differenziertere Reaktionen zu erhoffen, bevor die Polarisierung der gesellschaftlichen Lager weiter fortschreitet. Denn sollten uns in der Krise irgendwann tatsächlich die Ressourcen ausgehen, dürfte das Hauen und Stechen, das im Moment nur verbal ausgetragen wird, handfestere Züge bekommen.

Als Lektion aus den Weltkriegen wurde der Slogan: „Wehret den Anfängen“ erfunden. Über die Anfänge im methodischen Abwertungsdialog des Andersdenkenden sind wir längst hinaus. Längst herrscht eine halbautomatische Abwertungsrhetorik, die jede Mitte, jeden kreativen Gedankenanstoß, jedes Infragestellen des Konsens, verdächtig macht und wortgewaltig in ein radikales Außen schieben will. Psychologisch verständlich und zugleich soziologisch fatal: denn das menschliche Gehirn liebt in der Unsicherheit einfache Schwarz-Weiß-Zuweisungen. Psychologisch vermitteln sie ein Gefühl der subjektiven Klarheit, soziologisch verhindern sie differenzierte Lösungen.

Aus dieser sozio-psychologischen Falle müssen wir entkommen: Durch mehr Besonnenheit und mehr Respekt für den anderen und dessen Sichtweisen.

Ein einfacher mentaler Trick kann helfen, der in der Kindeserziehung als bewährtes Hausmittel vor Überreaktionen hilft. Langsam bis 10 zählen, dann erst reagieren.

am 15.04.2021 von Praktikant*in Event

Agiles Netzwerktreffen 10.2 im Allgäu

Feuchte Hände und rauchende Köpfe - Fusion von 'analog' und 'digital' bei gelungenem Agilen Netzwerktreffen 🎊
➡ Tools zum freien Download

Feuchte Hände, und das schon zu Beginn: Nicht eine Outdoor-Übung war die Ursache, sondern die Spannung beim digitalen Aufwärmspiel 'Win as much as you can'!

💡 Eine gleichermaßen spaßige und tiefsinnige Einstimmung auf einen Abend, der ganz im Zeichen der digitalen Innovation stand.

❓ 𝘞𝘪𝘦 𝘭𝘢𝘴𝘴𝘦𝘯 𝘴𝘪𝘤𝘩 𝘢𝘯𝘢𝘭𝘰𝘨𝘦 𝘔𝘦𝘵𝘩𝘰𝘥𝘦𝘯 𝘪𝘯 𝘥𝘪𝘨𝘪𝘵𝘢𝘭𝘦 𝘛𝘰𝘰𝘭𝘴 𝘵𝘳𝘢𝘯𝘴𝘧𝘰𝘳𝘮𝘪𝘦𝘳𝘦𝘯? So die Auftaktfrage von Moderator und ICO-Chef Peter Tümmers von Schoenebeck.

Mit kreativen Ideen entstanden im gemeinsamen Design-Thinking Prozess verschiedene Lösungsoptionen: "Die Ergebnisse waren großartig", freute sich Teilnehmerin Ricarda, die ein konkretes Problem in die Gruppe einbrachte und prompt gelöst bekam.

✅ Fazit: "Der Austausch zwischen Menschen aus unterschiedlichen beruflichen Metiers hilft beim Out-of-the-box thinking! Durch den Perspektivwechsel haben wir dazugelernt."

🙏 Danke an alle Teilnehmer für das Einlassen auf dieses Experiment und besonders an die ICO-Trainer 𝗪𝗼𝗹𝗳𝗴𝗮𝗻𝗴 𝗪𝗶𝘁𝘁𝗺𝗮𝗻𝗻, 𝗝𝗼𝗷𝗼 𝗦𝗰𝗵𝘂𝗺𝗮𝗻𝗻 𝘂𝗻𝗱 𝗧𝗿𝗮𝗶𝗻𝗲𝗿-𝗞𝗼𝗹𝗹𝗲𝗴𝗲 𝗝𝘂̈𝗿𝗴𝗲𝗻 𝗙𝗿𝗲𝗶𝘀𝗹 für die dynamische und professionelle Moderation des Abends!

❗ 𝗦𝗮𝘃𝗲 𝘁𝗵𝗲 𝗱𝗮𝘁𝗲:
Am 𝟮𝟭. 𝗝𝘂𝗻𝗶 findet unser nächstes Agiles Netzwerktreffen statt - diesmal zum 𝗧𝗵𝗲𝗺𝗮 𝗔𝗴𝗶𝗹𝗶𝘁𝗮̈𝘁 & 𝗥𝗲𝘀𝗶𝗹𝗶𝗲𝗻𝘇 𝗺𝗶𝘁 𝗖𝗼𝗮𝗰𝗵-𝗞𝗼𝗹𝗹𝗲𝗴𝗶𝗻 𝗦𝗶𝗹𝗸𝗲 𝗪𝗼𝗹𝗳!
➡ More details coming soon 🎉

am 29.03.2021 von Philipp Brumhard

Deutschland wacht auf – na endlich!

Das hohe Ross war gestern, jetzt ist deutsches Zähneknirschen angesagt.

Was wir im ICO-Blog seit Monaten schon praktizieren und anmahnen, findet nun auch in der Allgäuer Zeitung (AZ) und anderen Regionalmedien statt: der Blick über den Tellerrand zu erfolgreichen gestalterischen Modellen. Die AZ: Neulich Tübingen, jetzt die Schweiz. Wir berichteten bereits vor fünf Monaten über Schweizer Modelle, die Schulen nie geschlossen hatten. Und die auch jetzt geöffnet sind. (➡ ICO-Blogeintrag von Oktober) Die Inzidenz ist dennoch mit 134 zu 134 Stand heute exakt gleich. Nun beginnt auch die AZ, ihre Leser an erfolgreichen Modellen im Ausland teilhaben zu lassen, anstatt wie bisher Häme über sie zu verschütten. Das hohe Ross war gestern, jetzt ist deutsches Zähneknirschen angesagt.

𝘋𝘦𝘳 𝘈𝘶𝘵𝘰𝘳 Peter Tümmers von Schoenebeck 𝘪𝘴𝘵 𝘚𝘵𝘳𝘢𝘵𝘦𝘨𝘪𝘦-𝘌𝘹𝘱𝘦𝘳𝘵𝘦 𝘶𝘯𝘥 𝘪𝘯𝘵𝘦𝘳𝘬𝘶𝘭𝘵𝘶𝘳𝘦𝘭𝘭𝘦𝘳 𝘊𝘰𝘢𝘤𝘩. 𝘔𝘪𝘵 𝘥𝘦𝘮 𝘐𝘊𝘖-𝘛𝘦𝘢𝘮 𝘣𝘦𝘨𝘭𝘦𝘪𝘵𝘦𝘵 𝘦𝘳 𝘥𝘪𝘦 𝘒𝘳𝘪𝘴𝘦 𝘴𝘦𝘪𝘵 𝘈𝘯𝘣𝘦𝘨𝘪𝘯𝘯 𝘮𝘪𝘵 𝘴𝘰𝘻𝘪𝘰𝘭𝘰𝘨𝘪𝘴𝘤𝘩𝘦𝘯 𝘈𝘯𝘢𝘭𝘺𝘴𝘦𝘯 𝘶𝘯𝘥 𝘒𝘰𝘮𝘮𝘦𝘯𝘵𝘢𝘳𝘦𝘯.

Die Deutschen haben jetzt eine Chance auf Veränderung

Es wird nun für jeden auch augenscheinlich, dass Deutschland nie über eine Corona-Strategie verfügt hat, sondern stets nur über eine Blockade-Politik, wenn auch gut gemacht. Doch Mauern allein hilft auf Dauer nicht. Auch ein Zweites hat nun jeder gemerkt (Ausnahme Berlin): Corona kann man nicht besiegen. Trotz Impfstoff wird es um eine Koexistenz mit dem Virus gehen, allein schon wegen der Mutationen – auch im Mai schon bekannt. Die Deutschen haben jetzt eine Chance auf Veränderung. Als Perfektions- und Kontrollweltmeister lernen wir von denen, die sich den Realitäten schon früher gestellt haben und im Rahmen des Möglichen gestalterische Lösungen entwickelten (siehe Schweiz, Schweden, Tübingen).

Wer Neues versucht, wird immer auch ein Stück weit scheitern. Wer nichts wagt, macht nichts falsch.

Lange genug machten sich die Deutschen lustig über Schweden, Schweizer und Tübinger. Nun fallen wir vom hohen Ross. Und schauen uns um nach Erfolgsmodellen, die schon lange im medial Verborgenen reifen und jetzt ans Licht drängen. Gut so!



Anbei der vollständige Artikel 'Lernen vom Nachbarn' aus der Allgäuer Zeitung:

Zeitungsartikel 'Lernen vom Nachbarn' - Allgäuer Zeitung
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Zeitungsartikel 'Lernen vom Nachbarn' - Allgäuer Zeitung

vom 29.03.2021

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am 27.03.2021 von Philipp Brumhard

Der Tübinger Sonderweg

Corona Lösungskonzept erreicht die Allgäuer Zeitung mit 6 Monaten Verspätung

Nachdem wir hier im ICO-Blog bereits im Oktober ausgiebig über den Tübinger Sonderweg berichtet hatten, zieht die Allgäuer Zeitung mit sechsmonatiger Verspätung nach.

𝘋𝘦𝘳 𝘈𝘶𝘵𝘰𝘳 Peter Tümmers von Schoenebeck 𝘪𝘴𝘵 𝘚𝘵𝘳𝘢𝘵𝘦𝘨𝘪𝘦-𝘌𝘹𝘱𝘦𝘳𝘵𝘦 𝘶𝘯𝘥 𝘪𝘯𝘵𝘦𝘳𝘬𝘶𝘭𝘵𝘶𝘳𝘦𝘭𝘭𝘦𝘳 𝘊𝘰𝘢𝘤𝘩. 𝘔𝘪𝘵 𝘥𝘦𝘮 𝘐𝘊𝘖-𝘛𝘦𝘢𝘮 𝘣𝘦𝘨𝘭𝘦𝘪𝘵𝘦𝘵 𝘦𝘳 𝘥𝘪𝘦 𝘒𝘳𝘪𝘴𝘦 𝘴𝘦𝘪𝘵 𝘈𝘯𝘣𝘦𝘨𝘪𝘯𝘯 𝘮𝘪𝘵 𝘴𝘰𝘻𝘪𝘰𝘭𝘰𝘨𝘪𝘴𝘤𝘩𝘦𝘯 𝘈𝘯𝘢𝘭𝘺𝘴𝘦𝘯 𝘶𝘯𝘥 𝘒𝘰𝘮𝘮𝘦𝘯𝘵𝘢𝘳𝘦𝘯.

Praktische Lösungen als Muster

Manche Dinge brauchen halt Zeit, zum Beispiel die Entdeckung von praktischen Lösungen als Musterbeispiel für andere. Tübingen geht seit 6 Monaten mit praktischen Sonderwegen voran.
Bundesweit kostet ein Corona-Schnelltest 15 €. In Tübingen nur 5 €. Warum? Hier testen sich eingewiesene Schüler, Rentner und sonstige Menschen mit Corona-Schnelltests selbst. Zur Absicherung gilt das Vier-Augenprinzip.

Ein weiteres Prinzip ist: Vertrauen statt Überkontrolle

Denn die Erfinderin des Tübinger Sonderweges Dr. Lisa Federle weiß, was wir eigentlich alle wissen und daher beherzigen könnten: in der Corona Bekämpfung zählt nicht das letzte Prozent an Perfektion, sondern Relevanz der Maßnahmen und Geschwindigkeit. Plakativ gesagt: besser 1000 Menschen am Tag getestet, von denen 30 Ergebnisse falsch bewertet oder missbräuchlich negativ ausgewiesen werden, als nur 200 vom Apotheker quasi mit amtlichem Prüfsiegel getestet und dafür wegen Langsamkeit und Kompliziertheit hinter der Welle her hecheln. Ein altes Sprichwort sagt: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.

Vielleicht wäre ein bürgernaher Ansatz sinnvoll: Kontrolle ist gut, Vertrauen wäre besser.

Schon immer gab es in Deutschland 80 Millionen Fußball-Bundestrainer. Mittlerweile gibt es auch 80 Millionen Covid-Experten. Vielleicht beginnen die Elfenbeintürme in Berlin und München die „Ressource Bürger“ zu nutzen. Die meisten Bürgerinnen und Bürger würden wohl gerne in ihrem eigenen vitalen Interesse mithelfen, anstatt weiterhin bei Lösungen ausgegrenzt zu werden.

am 26.03.2021 von Philipp Brumhard

10. Allgäuer Netzwerktreffen - Danke für eure Feedbacks!

Digital geht auch emotional. Das erlebten Wirtschaftstreibende und Personaltrainer bei ICO in Sonthofen.

Info zum Netzwerktreffen:
➡ hier

Neue Chance, neues Glück:
𝗪𝗶𝗲𝗱𝗲𝗿𝗵𝗼𝗹𝘂𝗻𝗴𝘀𝘁𝗲𝗿𝗺𝗶𝗻 am
📅 𝟭𝟰. 𝗔𝗽𝗿𝗶𝗹 | 𝟭𝟴 𝗨𝗵𝗿
💬 interaktiv Live-Online
𝗢𝗽𝘁𝗶𝗼𝗻𝗶𝗲𝗿𝘂𝗻𝗴/ 𝗔𝗻𝗺𝗲𝗹𝗱𝘂𝗻𝗴:
➡ hier

am 25.03.2021 von Philipp Brumhard

Bericht 10. Agiles Netzwerktreffen Allgäu

Kreative Köpfe werden zu Pionieren digitaler Tools beim 10. Agilen Netzwerktreffen Allgäu!
➡ Tools zum freien Download

💃 Nach Resumee der bisherigen 10 Netzwerktreffen (Jubiläum!) durch ICO-Chef Peter Tümmers von Schoenebeck bringt Technik-Ass und Junior Consultant Philipp Brumhard mit "Win as much as you can" Schwung in den virtuellen ICO-Seminarraum. Eine kurze Demonstration, dass auch Online-Teamaufgaben Ehrgeiz und Emotionen entfesseln.

🔨 Diesmal "Hauptact" - ICO-Trainer Wolfgang Wittmann und Trainer-Kollege Jürgen Freisl greifen tief in die Toolbox mit Miro, Zoom, Mentimeter und AHA-Slides in agilen Kleingruppen. So entstehen innovative Online-Lösungen für analoge Erlebnisse.

🎯 Ein echter Quick Win: Teilnehmerin Verena hängt sich noch während der Veranstaltung ans Telefon und bringt eine gerade im Team erdachte Lösung sofort ins digitale Rollen. Mit einem Augenzwinkern bedankt sie sich bei der Runde für die Geschäftsidee, die sie sofort versilbern wird.

😁 Wir freuen uns, geholfen zu haben!

🙏 Danke für Euren Erfindergeist, fürs aktive Mitmachen und Eure Bereitschaft, zu experimentieren!

𝗔𝘂𝘀𝗯𝗹𝗶𝗰𝗸:
Wiederholung am
📅 𝟭𝟰. 𝗔𝗽𝗿𝗶𝗹 | 𝟭𝟴 𝗨𝗵𝗿
💬 interaktiv Live-Online

𝗢𝗽𝘁𝗶𝗼𝗻𝗶𝗲𝗿𝘂𝗻𝗴/ 𝗔𝗻𝗺𝗲𝗹𝗱𝘂𝗻𝗴: ➡ hier

am 11.03.2021 von Philipp Brumhard

Der Corona Tragödie letzter Teil - Chronik eines Strategiedebakels

Die Coronakrise biegt mit den Massenimpfungen in die Zielgerade ein. Zeit, ein erstes Fazit zu ziehen. Wie haben wir Deutschen uns geschlagen? Soziologe und Strategieexperte Peter Tümmers von Schoenebeck zieht eine ernüchternde Bilanz.

Mit dem Einsatz riesiger deutscher Geldreserven und begleitet vom berüchtigten deutschen Zaudern rutschen wir in die dritte Welle. Nun, in der Stunde der Not, ernennt die Kanzlerin ausgerechnet die sprunghaften Youngsters Jens Spahn und Mautexperte Andi Scheuer zur „Schnelltest-Taskforce“. Ein humoriger Akt der Kanzerlin?

👉 In all dem Durcheinander nimmt die Berliner Szene durchaus kabarettistische Züge an. Eine Bestandsaufnahme:

🙋🏻‍♂️ Die betont strubbelige Frisur Söders in den letzten Wochen sollte sagen: Ich bin einer von Euch. Und das ist er auch: Ganz nah am Volk. Wo der Wind hinweht, da ist Söder schon. Als Lockdown Konsens war, war er der Leader des Teams „Vorsicht und Umsicht“. Als es dem Volk zu viel wurde, mutierte Söder schnell zum Vorreiter der Lockerer. Schlüssig ist das nicht. Söder bei Inzidenz 62: „Wenn die Zahlen es hergeben, öffnen wir mit Freuden. Wenn die Zahlen aber schlechter sind, öffnen wir aus Sorge nicht. Das wäre in etwa so, als würde man über einen gefrorenen See gehen und es würde zu tauen beginnen.“ So Söder im Landtag. Inzwischen ist das Eis nicht dicker geworden, sondern dünner,
Inzidenz: 68. Und Söder? Marschiert trotzdem los. Markus Söder ist Vertreter einer Politikerkaste, die - anstatt strategisch auf ein Ziel vorauszugehen - gern taktisch zur Anzeigentafel schaut. Gemacht wird was ankommt.

„𝗞𝗶𝗹𝗹𝗲𝗿𝗽𝗵𝗿𝗮𝘀𝗲𝗻" 𝘀𝘁𝗮𝘁𝘁 𝗞𝗼𝗻𝘇𝗲𝗽𝘁𝗲

💬 Als es im Frühjahr darum gegangen wäre, die vulnerablen Gruppen zu schützen, war das Politik-Paradigma, alle seien gefährdet und eine Schutzstrategie wurde gleichgesetzt mit dem sogenannten „Wegsperren der Alten“.
Auch als andere, wie die Region Tübingen, im Herbst damit begannen eine differenzierte Schutzstrategie der Älteren erfolgreich vorzuleben, blieb die Politik entscheidungsscheu. Es wäre zu unbequem gewesen, hätte des Mutes und der Erklärung bedurft. Wenn ein Alternativdenker wie Prof. Streeck von der 500-fach höheren Gefährdung der Alten sprach, wurde er im Sommer noch des Zynismus geziehen, denn alle seien gefährdet. Die Kanzlerin sprach gar von 30 Millionen besonders Gefährdeten in Deutschland und da mache Differenzierung keinen Sinn. Erst als der Impfstoff verfügbar war, entdeckte die Politik, dass die Alten doch schutzbedürftiger seien als die Jungen. So sprach plötzlich auch Karl Lauterbach davon, dass die über 80-Jährigen ein sogar 600-fach höheres Sterberisiko hätten als die 30-Jährigen (7. März ARD bei Anne Will). Denn nun galt es plötzlich nicht mehr, eine unbequeme Strategie zu entwerfen und vertreten, sondern Impfprivilegien zu verteilen. Da war sie plötzlich da, die Differenzierung. Die hohen Sterbezahlen in Alten- und Pflegeheimen wurden bis dahin als schicksalshaft beschrieben, und das Volk glaubte die Lesart. Doch im Grunde glich das – angesichts der vorhandenen Erkenntnisse und praktikablen Lösungen – eher einer unterlassenen Hilfeleistung.

𝗞𝗿𝗶𝘀𝗲 𝗹𝗼̈𝘀𝗲𝗻 𝗺𝗶𝘁 𝗙𝗮𝘅𝗴𝗲𝗿𝗮̈𝘁

🖨 Ministerpräsidentin Malu Dreyer, im November mit der erfolgreichen Schnelltest-Strategie in Alten- und Pflegeheimen aus Tübingen konfrontiert, antwortete sichtlich irritiert in der ARD, ihr Bundesland Rheinland-Pfalz sei halt größer als eine Stadt wie Tübingen und daher sei das Vorgehen nicht übernehmbar. Eine zweifelhafte Ausrede. Denn das Prinzip wäre „skalierbar“ gewesen - ein Wort aus dem Management, welches bedeutet, eine Erfolgsstrategie zu multiplizieren. Klar hat Rheinland-Pfalz etwa 10 mal mehr Heime als die Region Tübingen, aber dafür auch mindestens 10 mal so viele Ressourcen. Effizientes Managen und Organisieren wäre vonnöten gewesen, statt Gesundheitsämter mit Faxgeräten und Telefonen Vergangenheitsbewältigung betreiben zu lassen, sprich Kontaktnachverfolgung als die Streuung längst nicht mehr nachzuvollziehen war. Wertvolle Ressourcen wurden mit solchem Aktionismus verschwendet. Das war ehrbares Engagement, aber leider frei von Effizienz und Zielorientierung.
Im letzten Jahr wurde überdeutlich: Strategie ist keine Ärztekompetenz und auch keine Kompetenz der Politik sondern eine Kernkompetenz des Managements. Hier ist man gewohnt, effektive und effiziente Strategien zu entwickeln und umzusetzen.

𝐏𝗿𝗼𝗳𝗲𝘀𝘀𝗶𝗼𝗻𝗲𝗹𝗹𝗲 𝗠𝗮𝗻𝗮𝗴𝗲𝗺𝗲𝗻𝘁-𝗠𝗲𝘁𝗵𝗼𝗱𝗲: 𝗢𝗽𝗽𝗼𝗿𝘁𝘂𝗻𝗶𝘁𝗮̈𝘁𝘀𝗿𝗲𝗰𝗵𝗻𝘂𝗻𝗴𝗲𝗻

🧮 Der Mangel an Impfstoff- und Schnelltests geschah mit Ansage und System:
Beide Liefermängel sind kein Zufall, sondern systematisch begründet (D aktuell Platz 23 von 27 EU-Staaten bei Schnelltests). Warum? Die Politik arbeitet hierzulande nicht mit Opportunitätsrechnung.
Die besagt, dass eine höhere Ausgabe (z.B. durch eine teure aber dadurch schnelle Impfstoffbestellung) durch einen ungleich größeren Einsparnutzen wieder ausgeglichen wird, wenn z. B. dadurch das soziale Leben und die Wirtschaft acht Wochen früher öffnen können. Eine Methode, die in der deutschen Politik keine Anwendung findet, weil hier stets die absoluten Kosten bei Vergaben betrachtet werden. D.h. der günstigste Einkaufpreis zählt, nicht die günstigsten Gesamtkosten. Ursache wiederum: Defensivstrategie – bloß nichts falsch machen.

👍 Dass es auch anders geht, zeigt das positive Beispiel Dr. Lisa Federle aus Tübingen. Sie hatte bereits im Oktober (!) ausreichend Schnelltestangebote. Doch diese Info, weitergeleitet an das Ministerium habe dieses nicht interessiert (ARD, Anne Will am 7. März). Da sie deshalb keine Finanzmittel erhielt, organisierte sie kurzerhand Spenden. So finanziert sie das bis heute! Die Inzidenz in Tübingen liegt bei 23.

👍 Andere Staaten agieren proaktiv auf nationaler Ebene und haben uns folgerichtig auch überholt. In der Corona-Task Force der Schweiz finden sich ebenso viele Wirtschaftsexperten wie Ärzte. Etwas, worüber man sich in Deutschland allenfalls lustig macht und die Rücksichtslosigkeit der Schweizer anmahnt. Was man in Deutschland vergisst: nicht entweder Virologen oder Wirtschafts- und Sozialexperten bringen gute Resultate, sondern Virologen kombiniert mit Wirtschafts- und Sozialexperten schaffen das ganze Lösungsbild.

😕 Wenn stets nur eine Fakultät das Sagen hat, entsteht schnell Einäugigkeit und Alternativlosigkeit.
Doch ähnlich wie die Killerphrase vom „Wegsperren der Alten“ hat man auch dieser einfachen Logik früh medial den Garaus gemacht durch die unselige populistische Formel: „Gesundheit oder Wirtschaft“. Damit war mit einer einfachen Überschrift im besten Bildzeitungsstil eine ganze Fakultät aus dem Spiel – ausgerechnet die, die sich mit Organisieren von zielgerichteten Maßnahmen auskennt.
So wurde konsequent eine Grundtugend im Krisenmanagement missachtet:
dass nämlich in Krisen und komplexen Problemen nicht „mehr Desselben“ die Lösung bringt, sondern die Kombination verschiedener Sichtweisen praxisnahe Konzepte schafft. Der neunte Virologe bringt weniger neue Erkenntnisse ein als eine weitere Expertenperspektive. Von der Geld-Bazooka zu reden wie Finanzminister Olaf Scholz, dann aber als kleinkrämerischer Bürokrat zu handeln, schafft Enttäuschung und Frustration. Die anstehenden Landtagswahlen werden die Quittung für CDU und SPD bringen. Das ist ungut für uns: Wenn die Demokraten mutlos sind, profitieren die extremistischen Ränder.

𝗘𝗹𝗳𝗲𝗻𝗯𝗲𝗶𝗻𝘁𝘂𝗿𝗺 𝘂𝗻𝗱 𝗦𝘁𝗮𝗮𝘁𝘀𝗵𝗼̈𝗿𝗶𝗴𝗸𝗲𝗶𝘁

😕 Vertrauen als Schlüsselkompetenz war nie wirklich vom Berliner Elfenbeinturm investiert worden. Die Coronahilfen werden aktuell gestoppt wegen Betrugsfällen, die möglich wurden durch den Versuch, die Auszahlungen zentralistisch zu regeln. Hätte man auf die Kompetenz und die Kontendaten der Finanzämter vor Ort vertraut, wäre der Überblick nicht verloren gegangen, Betrüger hätten nicht mehrfach kassiert und die Novemberhilfen wohl längst bei den Empfängern.

🙏Zum Glück für uns alle neigen wir Deutschen zur duldsamen Staatshörigkeit, sodass der gesellschaftliche Zusammenhalt trotz des inkompetenten Managements gewahrt blieb.
Und zum Glück für den sozialen Frieden in Deutschland berichtet hierzulande nur der TV-Nischensender ARTE über alternative Erfolgsstrategien im Ausland. Wer hierzulande nicht ARTE schaut, sondern sich auf die systemtreuen Schreckensberichte von ARD und ZDF konzentriert, wird auch nicht irritiert und hält das, was hierzulande geschieht, für alternativlos und best practice. Doch die Fassade bröckelt.

𝗟𝗶𝗲𝗯𝗲𝗿 𝗽𝗲𝗿𝗳𝗲𝗸𝘁 𝘇𝗼̈𝗴𝗲𝗿𝗻 𝗮𝗹𝘀 𝘂𝗻𝘃𝗼𝗹𝗹𝘀𝘁𝗮̈𝗻𝗱𝗶𝗴 𝗵𝗮𝗻𝗱𝗲𝗹𝗻

📑 Management wird mit bürokratischer Zauderei betrieben. Leitprinzip: Lieber in Perfektion zögern als unvollständig beginnen.
Bei der Impfstoffbestellung und beim Einkaufen von Schnelltests muss beherzt agiert werden. Neben der ehrbaren Tübinger DRK-Chefin Dr. Federle, die bis heute Schnelltests für öffentliche Stellen einkauft, weil diese immer noch nicht (!) dazu imstande sind, wurde die Lücke auch von zwei moralbefreiten Unions-Politikern gefüllt, den MdB’s Löbel und Nüsslein, die die Masken zwar herbekamen, sich dabei aber die eigenen Taschen füllten. Fehler im System führen zu weiteren Fehlern.
Ein Bürokratiemonster auch die Wirtschaftshilfe: ohne fundierte IT-Kenntnis, Steuerberater und Digitalexperten nicht zu durchschauen und noch schwerer zu beziehen. Mittelständler verzweifeln im digitalen Antragsdschungel. Während in der Schweiz die Auszahlung der Wirtschaftshilfen 48 h dauerte (vom Antragseingang bis zum Geldeingang auf dem Konto) warten die deutschen Unternehmen heute noch auf die Hälfte der Bazooka-Novemberhilfen.

𝗥𝗶𝘀𝗶𝗸𝗼𝘃𝗲𝗿𝗺𝗲𝗶𝗱𝘂𝗻𝗴 𝘀𝘁𝗮𝘁𝘁 𝗖𝗵𝗮𝗻𝗰𝗲𝗻 𝗲𝗿𝗴𝗿𝗲𝗶𝗳𝗲𝗻.

💭So umgab sich die Kanzlerin monatelang mit den immer gleichen Experten, bis auf eine Ausnahme Ärzte und Virologen. Ein Inner-Circle, der wohl vor allem die Funktion hatte, bestehende Sichtweisen zu bestätigen. Andere Fakultäten wie Soziologen, Wirtschaftsexperten oder Logistiker?Fehlanzeige. Die Phantasiearmut in den Berliner Kanzlerrunden wurde so groß, dass sogar die Ministerpräsidenten zu rebellieren begannen und sich unter dem Tisch die Zeit mit Sudoku und Candy Crush vertrieben, wie wir dank eines Medien-Leaks von Ministerpräsident Ramelow wissen.
Was nun augenfällig wird: Für die Umsetzung einer erfolgreichen Strategie bedarf es auch weiterer Kompetenzen, die eher im Management liegen: Lieferketten organisieren, Best-Practice-Learning, Handlungsoptionen offen diskutieren, kompetente Ressourcen einbinden wie die deutschen Hausärzte, die bislang ausgegrenzt wurden. Das heißt, ihre Patientendaten nicht nutzen durften, um Über-70-Jährige Patienten zu erreichen, die zuhause wohnen oder einfach mitzuimpfen. Nun - plötzlich - sollen sie aushelfen. Der Chef des Deutschen Hausärzteverbandes, Dr. Weigeldt erfuhr im März aus den Medien davon, dass man ab April nun doch impfen solle, nachdem er im Oktober dem Bundesgesundheitsministerium vergebens die Unterstützung der Deutschen Hausärzte angeboten hatte. Damals war dies abgelehnt worden, weil der Deutsche Ethikrat Gefälligkeitsimpfungen befürchtete. Auch hier wäre ein Vertrauensvorschuss besser gewesen als es aus Kontrollbedürfnis heraus alleine zu versuchen.
‼️ Die Lernbotschaft ist immer wieder dieselbe: 👉 „Staat, beteilige Deine Bürger. Und wenn Du diesen misstraust, dann doch wenigstens Deine Finanzämter und Ärzte.“
Man stelle sich vor:

👍 𝗠𝗲𝗵𝗿 𝗜𝗺𝗽𝗳𝘀𝘁𝗼𝗳𝗳 𝘂𝗻𝗱 𝗱𝗶𝗲 𝗴𝗲𝗯𝗮𝗹𝗹𝘁𝗲 𝗠𝗮𝘀𝘀𝗲 𝗱𝗲𝗿 𝗱𝗲𝘂𝘁𝘀𝗰𝗵𝗲𝗻 𝗛𝗮𝘂𝘀𝗮̈𝗿𝘇𝘁𝗲: 𝗗𝗶𝗲 𝗱𝗿𝗶𝘁𝘁𝗲 𝗪𝗲𝗹𝗹𝗲 𝘄𝗮̈𝗿𝗲 𝗧𝗵𝗲𝗼𝗿𝗶𝗲!

🧪Während in anderen Ländern Schnelltests in Supermärkten und im „Drive-in“ durchgeführt werden, sollen ab 6. März die Apotheken Zusatzräume anmieten und Schutzbekleidungen beschaffen, um die Menschen nebenbei zu testen. Wie sie dieses Versprechen der Bundesregierung umsetzen sollen, hat die Politik nicht mitkommuniziert. Stattdessen wurden die Apotheker in der Woche zuvor mit der Zusage der Bundesregierung an die Bürger konfrontiert. Die Apotheker sollen Menschen testen, denen man das selbst nicht zutraut. Bei allem Respekt: Wer – und da sind die Frauen im Vorteil – schon einmal einen B-Test erfolgreich hinbekommen hat, der schafft auch einen Corona-Schnelltest. Natürlich werden die Ergebnisse dann nicht so perfekt sein wie wenn eine Apothekerhand den Nasenflügel durchstreift. Doch was nützt eine leicht höhere Qualitäts-Quote bei einem Test, bei dem Masse und Geschwindigkeit den Vorteil bringen?

𝗣𝗼𝗹𝗶𝘁-𝗞𝗮𝗯𝗮𝗿𝗲𝘁𝘁 𝗕𝗲𝗿𝗹𝗶𝗻

🎪 Ein Weiteres hat die Krise gezeigt: Die Berechenbarkeit der deutschen Politik blieb erhalten, Überraschendes blieb aus. Durch den in der Krise offenen Blick auf den Politikbetrieb wurde der Mensch hinter der Rolle sichtbarer. Was vertraut blieb und was sich überraschend wendete:

🧑‍🦰 Merkels Zaudern, das wir von der Europapolitik schon kannten, kam zur neuen Blüte. Einmal hatte sie etwas gewagt: bei der Flüchtlingspolitik 2015 und damit Kritik für mutige Menschlichkeit geerntet.
Vor allem die Polit-Rabauken der CSU, Seehofer und Söder, klebten wie Kettenhunde an ihr. Am rechten AFD-Rand nach konservativen Wählern fischend, ließen sie damals nichts aus, um der Kanzlerin zu schaden. Seehofer, der kurz zuvor noch Wladimir Putin und Victor Orbán hofiert hatte, sprach damals gar von der „Herrschaft des Unrechts“. Merkel wird nicht noch einmal in unbekanntem Gelände vorangehen.

🐝 Markus Söder ist mittlerweile staatstragend geworden. Er ist vom rechten Lautsprecher zum grünen Bienenretter mutiert, umarmt fotogen Bäume und Hunde. Nun heißt seine Devise: wo die Demoskopie ist, da ist Söder. Er will um Alles in der Welt Kanzler werden, aber laut sagen darf man das nicht. Er träumt davon, seine großen Vorbilder Strauss und Stoiber zu überflügeln. Gönnen wir ihm seinen Traum.

👍 Armin Laschet hat sein Image als Abwäger und reflektierter Kopf gefestigt, was wohltuende Berechenbarkeit bringt.
👶 Die Youngsters Jens Spahn und Andi Scheuer dürfen weiter fröhlich herumexperimentieren, offensichtlich stehen sie bei Merkel unter Welpenschutz. Merkels Spitzname „Mutti“ bekommt so eine neue Dimension.
🧙‍♀️ Finanzminister Scholz, der in einem SPIEGEL-Interview im September laut davon träumte zum Charismatiker zu werden, wurde in einem emotionalen Rückfall von Kollege Söder vorige Woche zum „Schlumpf“ degradiert. Er maßregelte Olaf Scholz in der MP-Runde: „Sie brauchen hier gar nicht so schlumpfig herumzugrinsen“. Sie sind hier nicht der Kanzler“, entfuhr es dem wütenden Söder. „Noch nicht“, erwiderte durchaus humorvoll und listig der Olaf.
👍 Einen Gewinner gibt es garantiert:
Karl Lauterbach, der ehemals schrullige SPD-Nerd und Virologe, der sich - als prinzipientreuer Mensch - völlig salzfrei ernährt und in Berlin dafür berüchtigt ist, dass er in Restaurants schon mal persönlich in der Küche überprüft, ob der Koch seine Nudeln auch wirklich in destilliertem Wasser kocht. Er mutierte inzwischen zum Corona-Erklärpapst der Deutschen.

😅 Positiv ist:
𝗠𝗮𝗻 𝗸𝗮𝗻𝗻 𝗻𝗶𝗰𝗵𝘁 𝗺𝗲𝗵𝗿 𝗯𝗲𝗵𝗮𝘂𝗽𝘁𝗲𝗻, 𝗱𝗶𝗲 𝗱𝗲𝘂𝘁𝘀𝗰𝗵𝗲 𝗣𝗼𝗹𝗶𝘁𝗶𝗸 𝘀𝗲𝗶 𝗹𝗮𝗻𝗴𝘄𝗲𝗶𝗹𝗶𝗴.

am 09.03.2021 von Philipp Brumhard

Einladung Agiles Netzwerktreffen - "Management 3.0 remote"

𝗦𝗲𝗶𝗱 𝗣𝗶𝗼𝗻𝗶𝗲𝗿𝗲 𝗯𝗲𝗶𝗺 𝗕𝗮𝘂 𝗮𝗴𝗶𝗹𝗲𝗿 𝗢𝗻𝗹𝗶𝗻𝗲-𝗧𝗼𝗼𝗹𝘀! Die Vorbereitungen für unsere nächsten Netzwerktreffen "Pioniere für agile Führung 3.0 Online" laufen auf Hochtouren - ihr dürft gespannt sein!

📅 2 Einzeltermine: 𝟮𝟯. 𝗠𝗮̈𝗿𝘇 und 𝟭𝟰. 𝗔𝗽𝗿𝗶𝗹 | 𝟭𝟴 𝗨𝗵𝗿
💬 interaktiv Live-Online
➡ 𝗢𝗽𝘁𝗶𝗼𝗻𝗶𝗲𝗿𝘂𝗻𝗴/ 𝗔𝗻𝗺𝗲𝗹𝗱𝘂𝗻𝗴: hier

🃏 In der Küche hat man die besten Ideen - was aussieht wie eine Skatrunde in Peters Küche, ist harte Konzeptionsarbeit von Top-Coaches mit Dr. Jürgen Freisl, Wolfgang Wittmann, Philipp Brumhard.

𝗗𝗶𝗲 𝗧𝗵𝗲𝗺𝗲𝗻𝘀𝘁𝗲𝗹𝗹𝘂𝗻𝗴: 𝗪𝗶𝗲 𝗸𝗼̈𝗻𝗻𝗲𝗻 𝗟𝗶𝘃𝗲-𝗢𝗻𝗹𝗶𝗻𝗲-𝗦𝗲𝗺𝗶𝗻𝗮𝗿𝗲 𝗹𝗲𝗯𝗲𝗻𝗱𝗶𝗴, 𝗶𝗻𝘁𝗲𝗿𝗮𝗸𝘁𝗶𝘃 𝘂𝗻𝗱 𝗲𝗺𝗼𝘁𝗶𝗼𝗻𝗮𝗹 𝗴𝗲𝘀𝘁𝗮𝗹𝘁𝗲𝘁 𝘄𝗲𝗿𝗱𝗲𝗻?
Achtsamkeitsübung simuliert mit Karten, später digital programmiert. ICO war Vorreiter bei erlebnisorientierten Trainings, jetzt bei interaktiven Webinaren.

Moderiert von Peter Tümmers von Schoenebeck mit Trainer-Kollegen Wolfgang Wittmann und Dr. Jürgen Freisl zeigen wir mit "Win as much as you can" spielerisch, was virtuell möglich ist, und entwickeln gemeinsam Eure eigenen Online-Tools!

Praktische Teamübungen und lebhafter Dialog garantiert!

☑ Teilnahme wie immer 𝗸𝗼𝘀𝘁𝗲𝗻𝗳𝗿𝗲𝗶, um eine Spende für Bunter Kreis Allgäu wird gebeten.

𝗙𝗿𝗮𝗴𝗲𝗻? Wende Dich an info@ico-oberstdorf.com oder +49 8321 87033.

➡ 𝗢𝗽𝘁𝗶𝗼𝗻𝗶𝗲𝗿𝘂𝗻𝗴/ 𝗔𝗻𝗺𝗲𝗹𝗱𝘂𝗻𝗴: hier

am 03.03.2021 von Philipp Brumhard

Neues Gesicht im ICO Büro: Praktikantin Verena an Board

Unsere ICO-Crew hat Verstärkung bekommen: Seit März ist Praktikantin Verena fester Bestandteil unseres Teams. Sie wird im Eventbereich, digitalen Marketing und im Trainingsbereich unterstützen und so einen Einblick in alle Geschäftsfelder von ICO bekommen.

„Ich studiere momentan Tourismus-Management an der Hochschule Kempten und freue mich, während meinem Praxissemester bei ICO ImpulseConsult die Theorie aus meinem Studium in die Praxis umsetzen zu dürfen. Ich freue mich auf viele Einblicke in die Praxis und neue Erfahrungen.

Wenn ich gerade nicht am Lernen oder Arbeiten bin, bin ich meistens auf dem Berg oder am Meer aufzufinden. Und das am liebsten auf einem Brett, sei es Snowboard oder Surfbrett.“

am 03.03.2021 von Philipp Brumhard

Impfchaos: Hausärzte nun doch gefordert - Regierung lenkt ein

Weil in Krisen Vertrauen die wichtigste Ressource ist, wiederholen wir hier einen Artikel, den wir vor genau 3 Monaten schon einmal gepostet hatten. Der Text ist aktueller denn je.

Besser spät als nie: Nachdem mangels Aufklärung und Erreichbarkeit der Impfzentren die Impfbereitschaft in Deutschland immer weiter abnimmt, will Gesundheitsminister Spahn nun doch die Hausärzte einbinden. Allerdings plant das Gesundheitsministerium mit den Hausärzten bereits ab April, ohne dass der Deutsche Hausärzteverband bis heute darüber informiert wäre.
Dessen Bundesvorsitzender Dr. Weigeldt ist wütend und mahnt Einbindung ein. Eine weitere Posse aus dem „Corona-Elfenbeinturm“ in Berlin.

Der Artikel "Vertrauen auf Rezept? der Impfstoff und deutsches Misstrauen" in ganzer Länge.

am 12.02.2021 von Peter Tümmers von Schoenebeck

Doppelmoral statt integrer Führung in der Corona-Krise

Warum Friseure wieder öffnen dürfen.

Scham ist eine wirkstarke Emotion. Erwischt zu werden bei Vorteilsnahme ist für die Herrschenden seit jeher ein Problem: Denn wenn Ungleichbehandlung allzu sichtbar wird, droht Volkes-Zorn. Und wo wird sie sichtbarer als auf dem Kopf?

👉 Der Soziologe Peter Tümmers von Schoenebeck ist Experte für Strategieberatung bei ICO ImpulsConsult Oberstdorf und begleitet die Corona-Pandemi seit Beginn mit soziologischen Analysen.

💇‍♀Weder Fußballer noch Politiker wollen im Lockdown auf den smarten Auftritt verzichten. Und so treten Merkel und Söder auch bei der gestrigen Pressekonferenz zur Verlängerung des Lockdowns professionell vom Hairstylisten arrangiert auf. Söder weiß: der gelungene Auftritt ist die halbe Miete. Nichts wäre störender als Pressekommentare wie: „Die Frisur so unsortiert wie die Corona-Maßnahmen.“

Und so dürfen nun auch wir „Normalos“, bevor sich Volkes-Zorn entflammt, wieder zum Friseur, während andere Dienstleister geschlossen bleiben müssen. Was in diesen Zeiten eher gefordert wäre als Opportunismus, ist Integrität. Integer ist, wer persönliche Anliegen und Eitelkeiten zurückstellt zugunsten des gemeinsamen Themas. Integer ist, wer nicht nur von anderen fordert, sondern selbst mit- oder sogar vormacht.

👎 So ist der Leitsatz von Populisten „Wasser predigen und Wein trinken“ bei Ministerpräsident Söder speziell beim Thema Homeoffice zu beobachten. Während alle anderen aufgefordert sind, wo möglich auf Homeoffice zu schalten, trifft das auf sein Büro nicht zu. Hier liegt die Homeoffice-Quote nur bei ca. 20 Prozent. Der Chef will seine Leute halt sehen. Vertrauen und Vorangehen wären schön, Kontrolle und Extrawurst ist halt einfacher.

Eine positive Begleiterscheinung der Corona-Krise ist diese Entzauberung der politischen Elite: Sie kochen auch nur mit Wasser. Das wussten wir schon lange. Neu ist:

👉 Wir sind nun erstmals live und in Farbe Zeuge von Entgleisungen, die wir sonst vom Bierzelt, Fußballplatz und Stammtisch kannten. Zum Beispiel, wenn Ministerpräsident Stephan Weil aus Niedersachsen seine Kollegen im September nach einer Kanzleramtsrunde als „Voll-Pfosten“ beschimpft, weil diese, kaum aus dem Sitzungsaal heraus und trotz Loyalitätsvereinbarung, umgehend Interna an die Presse ausplaudern – wohl mit der Absicht, sich als die Guten darzustellen. Neuestes Stammtisch-Highlight: Unser Bundesfinanzminister Olaf Scholz, der in dieser Woche die Impfstoffbestellung der EU unter aktuell deutscher Führung als so wörtlich „richtig sch***e gelaufen“ beschreibt. Dabei war unser „Bazooka-Mann“ Olaf Scholz in den Bestellvorgang eingebunden, schließlich gibt er die Rechnung frei. Er stand im engen Kontakt mit der deutschen EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, deren Kabinettskollege er noch bis vor kurzem war. Ihre Handynummer hat er eingespeichert.

🤔 Nun mit markigen Worten öffentlichkeitswirksam auf Kosten der EU-Kommissionspräsidentin so zu tun, als sei man über die Art des Bestellvorganges nicht informiert gewesen, ist billiger Populismus. Oder macht sich bei „Bazooka-Scholz“ Panik breit? Dies klingt durch, wenn er weiter wörtlich ausführt, dass er keinen Bock habe, „dass sich die Sch***e in Deutschland jetzt wiederholt.“ Erst mitzumachen beim zugegebenermaßen bürokratischen Bestellvorgang, und dann – wenn sich am Vorgehen Kritik äußert – die verantwortliche Kollegin im Regen stehen zu lassen und gar zu beschimpfen, ist nicht integer. Loyalität sieht anders aus. Es riecht nach der Strategie „I cover my ass“, um das sprachliche Niveau von Olaf Scholz zu benutzen.

🎮 Auch sonst kann man den Respekt vor manchem hohen Amt verlieren: So wissen wir seit einem Leak von Ministerpräsident Ramelow, womit sich die Ministerpräsident*innen in den vielstündigen Bund-Länder-Beratungen im Kanzleramt so die Zeit vertreiben: mit Handy-Games. Er spiele unterm Tisch „Candy-Crush“, während Merkel und Co vortragen. Andere Ministerpräsidenten-Kollegen, so plauderte Ramelow weiter aus dem Nähkästchen, spielten „Sudoku“.

👉 Natürlich ist die Erregung jetzt groß. Und natürlich: keiner der anderen will dabei gewesen sein – so wie früher in der Schule. Doch seien wir mal ehrlich: Haben Sie sich nicht auch schon gefragt, was so viele kluge Menschen in 10- stündigen Sitzungen strategisch Neues erarbeiten sollten zu einem Thema, bei dem alle Fakten und Meinungen schon vorher jedem im Raum bekannt sind? Hingegen könnten offene Dialoge und kreative, erfolgreiche regionale Lösungsansätze erfrischen und die Liste der abgedroschenen Maßnahmen erweitern. Einige Regionen in Deutschland haben sehr niedrige Inzidenzen. Warum nicht auch von praxisnahen Bürgern lernen, die zwar nicht Institutsleiter und Professoren sind, aber erfolgreiche Ansätze der Corona-Bekämpfung vor Ort umsetzen. Stattdessen beginnt jede bisherige Bund-Länder-Runde mit mehrstündigen Vorträgen der altbekannten „Talk-Show-Wissenschaftler“, deren Thesen längst jedem bekannt sind. Anscheinend ist das Motiv der Krisen-Runde eher die Selbstvergewisserung des bisherigen Vorgehens als die Bereitschaft, sich auch einmal irritieren und inspirieren zu lassen von neuem Gedankengut.

Da helfen dann Sudoku und Candy-Crush, um einen solchen Tag des „wir drehen uns mal wieder im Kreise“, mit dem Vortäuschen engagierter Wachheit durchzustehen. Die Erkenntnis: Solch neues Insiderwissen über unsere herrschende Kaste, zu der wir bislang oft in großer Ehrfurcht aufgeschaut hatten, macht es leichter, auch unser eigenes problembeladenes Leben im Corona-Alltag zu ertragen.

So zum Beispiel als Lehrer, wenn die Schüler wieder mal im Online-Unterricht vorgeben, trotz sonstiger Hightech-Ausstattung leider nicht über eine Kamera zu verfügen, damit man sie auch sehen könnte. Tatsächlich – so wissen viele Eltern – sitzen die Kids oft einfach im Schlafanzug da oder liegen gar noch im Bett, während sich der Lehrer medial abmüht.

Wenn nun aber gestandene Ministerpräsidenten – oft mit Doktortitel und sonstigen Würden ausgestattet – unterm Tisch Sudoku spielen, während sich vorne Frau Merkel abmüht, sollten wir bei unserer Jugend getrost ein Auge zudrücken.

👉 Mit der Jugend können wir nachsichtig sein, von der nationalen Führungsriege wäre mehr zu erwarten: mehr Rückgrat, mehr Loyalität gegenüber den Kollegen*innen und mehr Integrität im Handeln.

Zum Artikel 'Weckruf für die Politik - Neue Corona-Strategie'

am 22.01.2021 von Johanna Schumann

Lebendiges Netzwerktreffen mit spannendem Dialog zu agilen Team-Tools

Mittlerweile schon routiniert in der digitalen Umsetzung übertrug das ICO Team die Lebendigkeit des ICO Seminarraums in den virtuellen Raum.
➡ Tools zum freien Download

Peter Tümmers, zum ersten Mal im neuen Outfit von Felbinger Herrenausstatter, und Junior Consultant Philipp Brumhard führten gemeinsam mit Trainer-Kollege Dr. Jürgen Freisl interaktiv spielerisch durch den Abend. Jürgen Freisl war, nachdem sich das Allgäu im Schneechaos befand, von Zuhause zugeschaltet.

Im kollegialen Sparring wurden persönliche Herausforderungen im Cynefin-Framework verortet und Moving Motivators und Delegation Poker erprobt.

Teilnehmerstimmen:

𝘛𝘰𝘭𝘭𝘦 𝘎𝘳𝘶𝘱𝘱𝘦, 𝘵𝘰𝘭𝘭𝘦 𝘔𝘰𝘥𝘦𝘳𝘢𝘵𝘪𝘰𝘯, 𝘢𝘣𝘸𝘦𝘤𝘩𝘴𝘭𝘶𝘯𝘨𝘴𝘳𝘦𝘪𝘤𝘩 𝘨𝘦𝘴𝘵𝘢𝘭𝘵𝘦𝘵, 𝘴𝘶𝘱𝘦𝘳 𝘬𝘶𝘳𝘻𝘸𝘦𝘪𝘭𝘪𝘨!
𝘋𝘪𝘦 𝘔𝘰𝘷𝘪𝘯𝘨 𝘔𝘰𝘵𝘪𝘷𝘢𝘵𝘰𝘳𝘴 𝘸𝘢𝘳𝘦𝘯 𝘮𝘦𝘪𝘯 𝘏𝘪𝘨𝘩𝘭𝘪𝘨𝘩𝘵 - 𝘴𝘰 𝘦𝘪𝘯𝘧𝘢𝘤𝘩, 𝘸𝘪𝘦 𝘨𝘦𝘯𝘪𝘢𝘭!
𝘉𝘦𝘪 𝘮𝘦𝘪𝘯𝘦𝘮 𝘗𝘳𝘰𝘫𝘦𝘵𝘬𝘢𝘶𝘧𝘵𝘳𝘢𝘨 𝘬𝘰𝘮𝘮𝘦𝘯𝘥𝘦 𝘞𝘰𝘤𝘩𝘦 𝘸𝘦𝘳𝘥𝘦 𝘪𝘤𝘩 𝘋𝘦𝘭𝘦𝘨𝘢𝘵𝘪𝘰𝘯 𝘗𝘰𝘬𝘦𝘳 𝘥𝘪𝘳𝘦𝘬𝘵 𝘦𝘪𝘯𝘴𝘦𝘵𝘻𝘦𝘯 - 𝘦𝘪𝘯 𝘴𝘶𝘱𝘦𝘳 𝘛𝘰𝘰𝘭 𝘶𝘯𝘥 𝘧𝘶̈𝘳 𝘍𝘶̈𝘩𝘳𝘶𝘯𝘨𝘴𝘬𝘳𝘢̈𝘧𝘵𝘦 𝘮𝘪𝘵 𝘚𝘪𝘤𝘩𝘦𝘳𝘩𝘦𝘪𝘵 𝘣𝘦𝘳𝘦𝘪𝘤𝘩𝘦𝘳𝘯𝘥.

Hier die ➡ Tools zum freien Download

am 22.12.2020 von Peter Tümmers von Schoenebeck

„Den guten Seemann erkennt man im Sturm.“

Bei einem Web-Vortrag zum Thema „Führen in der Krise“ startete Peter Tümmers von Schoenebeck vergangene Woche mit diesem Bild und der Botschaft: „Den guten Seemann erkennt man im Sturm.“

Wir von ICO haben das erste Corona-Jahr mit aufklärenden Artikeln begleitet und immer ging es dabei um Strategie und Krisen-Management. Wir schauen ins zweite Corona-Jahr und stellen fest: Krisen-Management bleibt wichtig, doch „Krisen-Leadership“ wird noch wichtiger werden. Leadership bedeutet, nicht nur die passenden Maßnahmen zu ergreifen, sondern damit auch die Menschen zu erreichen.

Wir wünschen Euch Allen gut durch die Turbulenzen des kommenden Jahres zu navigieren. Man kann den Wind nicht ändern, aber die Segel richtig setzen.

PS: Peter erstmals im Maßanzug von Felbinger Herrenausstatter

am 18.12.2020 von Peter Tümmers von Schoenebeck

Weckruf für die Politik: Neue Corona-Strategie- Tübingen wird nationales Vorbild

Die deutsche Corona-Strategie liegt seit Monaten im Dornröschenschlaf. Nach einer kurzen offenen Debatte im März erleben wir seither ein passives Abwarten im Hoffen auf den Impfstoff.

Nun kommt wie im gleichnamigen Märchen „Prinz Boris Palmer“, Tübingens OB vorbeigeritten und die Nation erfährt, dass es in seinem kleinen Königreich schon seit einem halben Jahr eine gut funktionierende Strategie gibt. Hektisch stürzen sich jetzt Bundes- und Landespolitik in die Nachahmung. Wir von ICO berichteten bereits vor einer Woche über Tübingen, das mit großem Erfolg gegen den bundesweiten Strom schwimmt. In unserem letzten Artikel (Corona Lichtblick Tübingen) zeigten wir auf, wie die schwäbische Stadt es seit April schafft, mit praktischen Maßnahmen seine Infektions- und Sterbefälle weit unter Durchschnitt zu halten (für vulnerable Risikogruppen FFP2 Masken gratis, Taxi statt Bus, Schnelltests für Heimbesucher, Einkaufszeitfenster). Quasi über Nacht avancierte Tübingen zum Vorbild für die Landes- und Bundespolitik und wird im Eilverfahren kopiert. Was macht die Politik konkret daraus?

➡ Video-Links zu konkreten Maßnahmen aus: „ARD - Anne Will“ am Textende

👉 Der Soziologe Peter Tümmers von Schoenebeck ist Experte für Strategieberatung bei ICO ImpulseConsult Oberstdorf und begleitet die Corona-Pandemie seit Beginn mit soziologischen Analysen.

😕 Eher emotional als wissenschaftlich
Die Politik, die so viel auf ihre Wissenschaftlichkeit hält, hat seit dem Frühjahr emotional und nicht ziel- und sachorientiert gehandelt. Sie hat trotz einer – damals schon bekannten – 500fach höheren Gefährdung der Alten eine differenzierte Behandlung der vulnerablen Risikogruppen unterlassen, was durch weniger Schwerkranke für alle und vor allem für die Krankenhäuser eine Entlastung gewesen wäre. Wohl getrieben von der Sorge, durch eine unterschiedliche Behandlung sowohl die Alten als auch die Jungen zu brüskieren. Dabei waren wir im Frühjahr ganz knapp vor einer nachhaltigen Strategie, bevor das unselige Wort vom „Wegsperren der Alten“ die Runde machte und eine sachliche Debatte verhinderte. Dadurch wurden Menschen gefährdet und die Krankenhäuser mehr als notwendig belastet.

☹️ Applausometer-Politik
Das passiert, wenn man mit Blick auf das „Applausometer“ Krisenmanagement versucht. Nun wiederholt sich der Fehler an Weihnachten: denn obwohl nach den Pflege- und Altenheimen die Familien der Hotspot Nr. 2 sind, öffnet man generationsübergreifend für drei Tage die Schleusen. Aus Sorge um die Gunst der Bürger wird Weihnachten somit zum millionenfachen Cross-Generationen-Spreading-Event. Denn hier begegnen sich mehrere Generationen und dies häufig noch regional durchmischt auf engstem Raum. Quasi als Klischee der viel zitierten, viel geschmähten „türkischen Hochzeit“, nur mit 80 Millionen statt einigen hundert. Ein weiteres Mal reißt die Politik aus emotionalen Gründen mit dem Hintern ein, was sie mühevoll mit den Händen aufgebaut hat. Tübingens OB Boris Palmer, über den ICO letzte Woche schon berichtete, war immer schon vom Imagegetriebenen Anbiedern weit entfernt. Während sich Bundes- und Landespolitik darauf konzentrierten, alle Bevölkerungsgruppen mit einem Kollektiv-Konzept zufrieden zu stellen, schützt Tübingen seit Monaten konsequent die Alten und somit auch die medizinische Ressource vor Überlastung. Tübingen verfolgt damit einen radikal anderen Ansatz als bislang die Bundespolitik.

Zitate zeigen den strategischen Unterschied:
💬 „Was für alle gilt, ist gerecht.“ - Markus Söder, MP Bayern
💬 „Die Verwechslung von Differenzierung und Diskriminierung ist eines der Probleme der Politik.“ - Boris Palmer, OB Tübingen

💡 Praktiker als die wirklichen Experten: Dr. Lisa Federle
Über Nacht ist der zum Eigensinn neigende Tübinger OB Boris Palmer, seit Jahren „persona non grata“ in seiner grünen Partei und auch sonst als politisches „Schmuddelkind“ behandelt, für ARD und ZDF salonfähig geworden (siehe Youtube-Links anbei). Plötzlich wird Tübingens Beispiel quer durch die Republik als Vorbild gerühmt, die Tübinger Notärztin und DRK-Präsidentin Lisa Federle - eine Frau der Praxis - als Vorreiterin gewürdigt. Die Ministerpräsidentinnen von Rheinland-Pfalz und Mecklenburg-Vorpommern, Malu Dreyer und Manuela Schwesig, wiesen ihre Gesundheitsämter an, Tübingens zum Vorbild zu nehmen (siehe TV-Ausschnitte anbei). Gesundheitsminister Spahn stiftet nun jedem Ü65-Jährigen drei FFP2-Masken, kostenfrei abzuholen in der Apotheke. Was im Frühjahr noch einen Shitstorm auslöste – Junge und Alte zum Nutzen aller unterschiedlich zu behandeln – darf jetzt offen thematisiert werden. Der Weg ist frei, am 10. Januar endlich mit einer langfristigen Strategie zu beginnen. Umso wichtiger, als das ausgewiesene Shutdown-Ziel, Inzidenzzahl von 50, unrealistisch ist. Um das Virus unter Kontrolle zu bekommen, wäre ohnehin eine Zahl zwischen 10 und 20 nötig - eine Utopie. Das wissen natürlich auch die Kanzlerin und die Ministerpräsidenten. Sie spielen auf Zeit und zugleich ist ihnen klar, dass sie die Karte Shutdown nicht dauerhaft spielen können, bis sie und uns der Frühling rettet. Über die Jahreswende hat die Politik jetzt Zeit für ein wirkliches Konzept. Die Bausteine liegen bereit: Tübinger Methoden, Tracking-Apps und die Impfstoff-Hoffnung.

🎯 Ziele statt Fixierung auf Inzidenz 50
Hoffentlich schafft die Politik es dabei, die Fixierung auf die ohnehin illusorische Inzidenzzahl 50 aufzugeben und andere Zahlen in den Fokus zu nehmen. Denn die nackte Zahl sagt wenig aus. Warum: Eine Inzidenzzahl von 200 mit vielen Alten löst eine völlig andere medizinische Belastung aus als dieselbe Inzidenzzahl mit vielen Jungen. Eine Strategie, die unsere wertvolle medizinische Ressource schonen will, muss beginnen, auf solche Unterschiede zu achten. Die Politik ist aus dem Dornröschenschlaf erwacht und „liefert“ im neuen Jahr. Hoffentlich...

➡ Quellen: TV-Ausschnitte Anne Will (ARD) vom 13.12.2020
(Video verfügbar bis 13.12.2021, Sprungmarken funktionieren nur am PC)

❗️Konzept Tübingen als Vorbild, erklärt von Boris Palmer & Dr. Lisa Federle: Ab 41:37 min

❗️Ministerpräsidentin Schwesig schwenkt auf Tübinger Modell um: Ab 46:33 min

❗️Prof. Nida-Rümelin (Deutscher Ethikrat) fordert differenzierte, fokussierte Strategie: Ab 49:26 min

am 11.12.2020 von Peter Tümmers von Schoenebeck

Corona Lichtblick: Leben wirksam retten - Tübingen das „gallische Dorf“

Deutschland schwankt seit März zwischen sorgloser Entspanntheit und Lockdown-Vollbremsung. AHA-L Regeln und Kontaktbeschränkungen sind richtig und wichtig. Und in der aktuell verfahrenen Lage ist eine Vollbremsung wohl die einzige Wahl. Nur kann das nicht das Einzige sein, was uns auf Dauer zu Corona einfällt. Nun gibt es da ein „gallisches Dorf“, das bereits seit April weitgehend unbemerkt eigene Wege geht: Tübingen.

Wie bei Asterix und Obelix im Gallierdorf arbeitet hier die ganze Stadt seit Monaten mit differenzierten Konzepten zusammen: Stadtverwaltung, Handel und Gewerbe, Gastronomie, Alten- und Pflegeeinrichtungen setzen gemeinsam bedarfsgerechte Lösungen um, die in dieser Form in Deutschland einzigartig sind und COVID auf wirksame und kreative Weise die Zähne zeigen. Lesen Sie mehr zu einem Vorgehen, das für uns alle Vorbild sein kann.

👉 𝘋𝘦𝘳 𝘚𝘰𝘻𝘪𝘰𝘭𝘰𝘨𝘦 𝘗𝘦𝘵𝘦𝘳 𝘛𝘶̈𝘮𝘮𝘦𝘳𝘴 𝘷𝘰𝘯 𝘚𝘤𝘩𝘰𝘦𝘯𝘦𝘣𝘦𝘤𝘬 𝘪𝘴𝘵 𝘚𝘵𝘳𝘢𝘵𝘦𝘨𝘪𝘦𝘣𝘦𝘳𝘢𝘵𝘦𝘳 𝘣𝘦𝘪 𝘐𝘊𝘖 𝘐𝘮𝘱𝘶𝘭𝘴𝘦𝘊𝘰𝘯𝘴𝘶𝘭𝘵 𝘖𝘣𝘦𝘳𝘴𝘵𝘥𝘰𝘳𝘧 𝘶𝘯𝘥 𝘣𝘦𝘨𝘭𝘦𝘪𝘵𝘦𝘵 𝘥𝘪𝘦 𝘊𝘰𝘳𝘰𝘯𝘢-𝘗𝘢𝘯𝘥𝘦𝘮𝘪𝘦 𝘴𝘦𝘪𝘵 𝘉𝘦𝘨𝘪𝘯𝘯 𝘮𝘪𝘵 𝘴𝘰𝘻𝘪𝘰𝘭𝘰𝘨𝘪𝘴𝘤𝘩𝘦𝘯 𝘈𝘯𝘢𝘭𝘺𝘴𝘦𝘯 𝘪𝘮 𝘩𝘪𝘴𝘵𝘰𝘳𝘪𝘴𝘤𝘩𝘦𝘯 𝘶𝘯𝘥 𝘪𝘯𝘵𝘦𝘳𝘯𝘢𝘵𝘪𝘰𝘯𝘢𝘭𝘦𝘯 𝘝𝘦𝘳𝘨𝘭𝘦𝘪𝘤𝘩.

Das Festhalten an der „Containment“-Strategie (Ausmerzung des Virus anstatt eine schrittweise Co-Existenz zu suchen), kombiniert mit dem Narrativ, alle Bürger seien potenziell gleichermaßen betroffen, führt dazu, dass pauschale Methoden vorherrschen. Als unglückliche Konsequenz davon bleiben die wirklich Schwächsten unter uns, die Alten und Vorbelasteten, fortgesetzt unnötig einer hohen Gefahr ausgesetzt, die Intensivstationen überfüllt. Dabei werden junge Infizierte deutlich weniger oft krank als ältere. Eine Strategie, die Krankenhäuser entlastet, müsste dies berücksichtigen. Eine bevorzugte Sonderbehandlung der Risikogruppen würde die Systeme entlasten, alle würden profitieren. Die Lage könnte sich entspannen. Die Stadt Tübingen setzt genau das um. Würde dies Schule machen, dann müsste nicht, wie in Markus Söders bildlichem Vergleich, jeden Tag ein Jumbo-Jet mit 500 zumeist alten Menschen abstürzen beziehungsweise alle vier Minuten ein Mensch mit und an Corona sterben. Deutschland ist jedoch nach wie vor ausschließlich in einer sogenannten „Defensivstrategie“ (Problemvermeidung) gefangen. Tübingen gibt ein Beispiel für eine ergänzende „Offensivstrategie“ (Lösungsgestaltung). Angeführt von dem für seinen Eigensinn berüchtigten grünen Oberbürgermeister Boris Palmer. Neun Altenheime mit knapp 1000 Bewohnern gibt es in Tübingen. Kein einziger Corona-Fall ist aktuell in den Altenheimen der Stadt bekannt. Das allein wäre erstaunlich genug, denn bundesweit sind Senioreneinrichtungen ein Epizentrum der Krise, aber in Tübingen kennt man es gar nicht mehr anders. „Seit Mai hier nicht einen einzigen Corona-Fall“, sagt Oberbürgermeister Boris Palmer. Laut seiner Auskunft gibt es in Tübingen keinen Corona Toten über 80. Nur wenige über 70.

👍 𝗪𝗶𝗲 𝘀𝗰𝗵𝗮𝗳𝗳𝘁 𝗧𝘂̈𝗯𝗶𝗻𝗴𝗲𝗻 𝗱𝗮𝘀?

Er ging mit Gemeinderat und Verwaltung einen anderen Weg als Bund und Länder: „Wir haben uns auf den Schutz der Risikogruppen konzentriert – und das sind die Alten.“
Er habe im April und Mai intensiv die Zahlen aus Italien und Spanien analysiert und gesehen, dass es vor allem um Alte geht. Palmer: „Wenn man die Alten schützt, ist es kein großes Problem.“
Palmer verweist auf die Inzidenz (Neuinfektionen/100 000 Einwohner/7 Tage) bei Alten: Laut Robert Koch Institut ist die in den vergangenen vier Wochen bundesweit bei den Über-65-Jährigen von 95 auf 130 gestiegen. Und in Tübingen? Palmer: „Wir liegen [in den Heimen] bei den Ü65- bei 10 und bei den Ü75-Jährigen bei null.“

𝗙𝘂̈𝗻𝗳 𝗠𝗮ß𝗻𝗮𝗵𝗺𝗲𝗻 𝗯𝗲𝗿𝘂̈𝗰𝗸𝘀𝗶𝗰𝗵𝘁𝗶𝗴𝗲𝗻 𝗱𝗶𝗲 𝗯𝗲𝘀𝗼𝗻𝗱𝗲𝗿𝗲 𝗚𝗲𝗳𝗮̈𝗵𝗿𝗱𝘂𝗻𝗴 𝗱𝗲𝗿 𝗥𝗶𝘀𝗶𝗸𝗼𝗴𝗿𝘂𝗽𝗽𝗲𝗻:
✅ Reservierte Einkaufszeiten für Senioren von 9 bis 11 Uhr
✅ „Rufbus-Taxi“ für Senioren (30 Minuten vorher anfordern, kommt zur Bushaltestelle zum Preis eines Bustickets, mit Abo-Karte kostenlos)
✅ Regelmäßige, kostenlose Testungen der Beschäftigten in den Altenheimen, der Bewohner und seit geraumer Zeit auch für die Besucher
✅ Seit kurzem auch kostenlose Schnelltests auf dem Marktplatz für Angehörige, die Hochbetagte besuchen wollen
✅Kostenlose Abgabe von FFP2-Masken für Altenheime und Senioren, jetzt auch in Drogerien und bei der Tafel (Palmer: „Arme können sich die Masken nicht leisten.“)

👩‍⚕ Palmer hat sich beraten lassen vom Chef des Uni-Klinikums Tübingen, Prof. Michael Bamberg, und von der Chefin des Roten-Kreuzes im Landkreis, Pandemiebeauftragte und Notärztin Dr. Lisa Federle.

🤔 𝗦𝗶𝗻𝗱 𝗱𝗶𝗲 𝗣𝗿𝗮𝗸𝘁𝗶𝗸𝗲𝗿 𝗱𝗶𝗲 𝘄𝗮𝗵𝗿𝗲𝗻 𝗘𝘅𝗽𝗲𝗿𝘁𝗲𝗻?

Lisa Federle scheint als wichtige Impulsgeberin eine entscheidende Rolle bei dieser kreativen lösungsorientierten Coronapolitik zu spielen. Ihr Beispiel lehrt uns etwas. Lektion: Oft sind die „wirklichen Experten“ nicht die großen Institute und dekorierten Professoren, an deren Lippen die Nation allabendlich bei Talkshows und Sondersendungen hängt, sondern manchmal sind es die Fachleute aus dem Feld und aus Praxis. Sie kennen das Virus zwar weniger fundiert im Reagenzglas, dafür kennen sie die reale Situation und Bedürfnisse der Menschen.

💡 Tübingen folgt der wissenschaftlichen Erkenntnis, dass COVID wohl für junge Menschen gefährlich sein kann, doch im Vergleich zu alten Menschen ihr Sterberisiko statistisch verschwindend gering ist. Daher konzentrieren die Tübinger ihre Kräfte. Es herrscht bei den jungen Leuten indes keine Sorglosigkeit. Auch diese können im Einzelfall schlimme Verläufe haben. Doch profitiert der junge Schwerkranke dann ebenfalls davon, dass die Intensivstationen nicht überfüllt sind.

🤝 Würde man solche offensiven Strategien (Lösungsgestaltung) mit den defensiven Strategien (Problemvermeidung) der Kontaktbeschränkungen kombinieren, ergäbe sich ein deutlich sozialverträglicheres und zugleich weniger tödliches Gesamtvorgehen. Die meisten im Krisenmanagement erfolgreichen Maßnahmen sind eine Kombination aus defensiven und offensiven Strategien. Gefühlt ein Marathon statt einer unablässigen Folge von Sprints und Stillstand. Das Bedürfnis nach klaren Regeln für alle, ein häufig genanntes Handlungsmotiv der Politiker, scheint vor allem ein Eigenbedürfnis zu sein. Mehr situatives und kreatives Vorgehen – wohlgemerkt kombiniert mit den verbindlichen AHA-Regeln für alle – würden wir Bürger wohl verkraften, vielleicht sogar begrüßen.

𝗔𝗸𝘁𝘂𝗲𝗹𝗹 𝗹𝗶𝗲𝗳𝗲𝗿𝘁 𝘀𝗶𝗰𝗵 𝗱𝗶𝗲 𝗴𝗿𝗼ß𝗲 𝗣𝗼𝗹𝗶𝘁𝗶𝗸 𝗻𝗼𝗰𝗵 𝗲𝗶𝗻𝗲𝗻 𝗪𝗲𝘁𝘁𝗯𝗲𝘄𝗲𝗿𝗯 𝗺𝗮𝗿𝗸𝗶𝗴𝗲𝗿 𝗪𝗼𝗿𝘁𝗲, 𝗱𝗶𝗲 𝘀𝗶𝗰𝗵 𝘇𝘂𝘀𝗲𝗵𝗲𝗻𝗱𝘀 𝗮𝗯𝗻𝘂̈𝘁𝘇𝗲𝗻. 𝗪𝗮𝗻𝗻 𝘁𝗿𝗲𝘁𝗲𝗻 𝘀𝗶𝗲 𝗶𝗻 𝗱𝗲𝗻 𝗪𝗲𝘁𝘁𝗯𝗲𝘄𝗲𝗿𝗯 𝘃𝗼𝗻 𝗜𝗱𝗲𝗲𝗻? 𝗗𝗶𝗲 '𝘃𝗲𝗿𝗿𝘂̈𝗰𝗸𝘁𝗲𝗻 𝗚𝗮𝗹𝗹𝗶𝗲𝗿' 𝗮𝘂𝘀 𝗧𝘂̈𝗯𝗶𝗻𝗴𝗲𝗻 𝗺𝗮𝗰𝗵𝗲𝗻 𝗲𝘀 𝘃𝗼𝗿.

am 08.12.2020 von Johanna Schumann

Virtuelles Netzwerktreffen 3. Dez begeistert mit agilen Tools & Interaktivität

Nächster Termin: 14. Januar

Interaktive Denkanstöße, praktische Übungen und lebendiger Dialog, moderiert von Peter Tümmers und Trainer-Kollege Dr. Jürgen Freisl. Peter war nach Urlaubsrückkehr Quarantäne-konform im Nebenzimmer. 😄


✅ Moving Motivators und Delegation Poker: knackige Team-Tools praktisch am eigenen Beispiel

✅ Echte Teamübungen auf dem digitalen Whiteboard mit Software Mural, ein digitaler Workspace für visuelle Zusammenarbeit

✅ Sparring in Kleingruppen durch wechselnde Break-Out Sessions

Erkenntnisse des Abends:
Die heutige VUKA-Welt stellt immer größere Anforderungen an uns in privatem und beruflichem Kontext. Situationen einordnen und entsprechend handeln zu können nimmt an Bedeutung zu. Tools, wie die Cynefin-Matrix helfen bei der Einordnung in einfach, kompliziert, komplex oder chaotisch und schaffen einen Handlungsrahmen für eine angemessene Prozesswahl. Zu wissen, welche Motivatoren uns und unser Gegenüber antreiben, hilft für zielgerichtete Kommunikation und Reflexion von Handlungen und Entscheidungen.

Fazit:
'Moving Motivators' und 'Delegation Poker' sind zwei wirkstarke Tools für digitale Meetings: Beide eignen sich, um Projektteams effektiv zu besetzen, zu motivieren und zu steuern.

Du hast diesen Termin verpasst?
Dann sichere Dir jetzt Deinen Platz für unseren nächsten Termin!
Am 14. Januar | 19 Uhr - Interaktiv Live-Online
➡ Zur Optionierung/Anmeldung

am 08.12.2020 von Peter Tümmers von Schoenebeck

Rettet Corona-Bayern uns in den Bankrott?

Praxisbeispiel Allgäu - Phantasielosigkeit statt Konzept

𝘗𝘦𝘵𝘦𝘳 𝘛𝘶̈𝘮𝘮𝘦𝘳𝘴 𝘷𝘰𝘯 𝘚𝘤𝘩𝘰𝘦𝘯𝘦𝘣𝘦𝘤𝘬, 𝘚𝘰𝘻𝘪𝘰𝘭𝘰𝘨𝘦 𝘶𝘯𝘥 𝘉𝘦𝘳𝘢𝘵𝘦𝘳 𝘣𝘦𝘪 𝘐𝘊𝘖 𝘖𝘣𝘦𝘳𝘴𝘵𝘥𝘰𝘳𝘧, 𝘳𝘦𝘤𝘩𝘯𝘦𝘵 𝘢𝘮 𝘬𝘰𝘯𝘬𝘳𝘦𝘵𝘦𝘯 𝘉𝘦𝘪𝘴𝘱𝘪𝘦𝘭 𝘈𝘭𝘭𝘨𝘢̈𝘶 𝘷𝘰𝘳, 𝘸𝘢𝘳𝘶𝘮 𝘱𝘢𝘶𝘴𝘤𝘩𝘢𝘭𝘦 𝘚𝘵𝘳𝘢𝘵𝘦𝘨𝘪𝘦𝘯, 𝘥𝘪𝘦 𝘨𝘢𝘯𝘻𝘦 𝘉𝘳𝘢𝘯𝘤𝘩𝘦𝘯 𝘪𝘯𝘴 𝘈𝘶𝘴 𝘴𝘦𝘵𝘻𝘦𝘯, 𝘥𝘪𝘦 𝘴𝘰𝘻𝘪𝘢𝘭𝘦 𝘚𝘵𝘢𝘣𝘪𝘭𝘪𝘵𝘢̈𝘵 𝘶𝘯𝘥 𝘭𝘦𝘵𝘻𝘵𝘭𝘪𝘤𝘩 𝘢𝘶𝘤𝘩 𝘥𝘢𝘴 𝘡𝘪𝘦𝘭 𝘊𝘰𝘳𝘰𝘯𝘢-𝘉𝘦𝘬𝘢̈𝘮𝘱𝘧𝘶𝘯𝘨 𝘨𝘦𝘧𝘢̈𝘩𝘳𝘥𝘦𝘯.



Die aktuellen Ideen von Markus Söder, Hotels und Lifte über den Winter geschlossen zu halten, sind geeignet, in Bayern einen breiten Mittelstand dem Konkurs zuzutreiben. Sogar die sonst so treue CSU Basis zürnt. Im Oberallgäu trat nun der einflussreiche Hotelier und lokale Macher (Allgäu Airport, Ski-Weltcup) Michael Fässler unter Protest aus der CSU aus.

Die deutsche Politik steckt in der Sackgasse. Sie orientiert sich an unbrauchbaren Vergleichen: wahlweise an asiatischen Inselstaaten (Taiwan, Japan) oder an europäischen Zentralstaaten mit marodem Gesundheitssystem (Spanien, Frankreich.) Die einen dienen als positives Ideal, die anderen als Abschreckungsszenario. Auf Länder zu schauen, die mit Deutschland vergleichbar sind, unterbleibt - wohl, weil dann die Phantasielosigkeit augenfällig würde.

Um es klar zu sagen, es geht hier nicht ums Thema: Freie Fahrt für die Wirtschaft und im Gegenzug Gefährdung von Leben. Also um die populistische Verkürzung, die uns seit Monaten polarisierend begleitet und konstruktiven Dialogen im Weg steht. Es geht hier um die Konzeptlosigkeit der deutschen Politik, die weiter in Problemvermeidung verharrt statt zu gestaltenden Lösungen zu greifen und sich in dieser Sackgasse zusehends versteift. Pauschale Ansätze – alles über einen Kamm geschoren – verstärken komplexe Probleme anstatt sie zu lösen.

𝗞𝗼𝗻𝗸𝗿𝗲𝘁𝗲𝘀 𝗕𝗲𝗶𝘀𝗽𝗶𝗲𝗹: 𝗦𝗰𝗵𝗹𝗲𝗰𝗵𝘁𝗲𝗿 𝗦𝗰𝗵𝘂𝘁𝘇 𝗱𝗲𝗿 𝗥𝗶𝘀𝗶𝗸𝗼𝗴𝗿𝘂𝗽𝗽𝗲𝗻 𝗶𝗻 𝗗𝗲𝘂𝘁𝘀𝗰𝗵𝗹𝗮𝗻𝗱

Andere Länder, die selten zitiert werden, machen uns vor, wie man den Schutz der Risikogruppen gestaltet statt nur verwaltet. Mit vier einfachen Maßnahmen werden Risikogruppen dort sehr viel besser geschützt als bei uns:
1. Taxigutscheine zum Arzt statt öffentliche Verkehrsmittel
2. FFP 2 Masken gratis (Infektionsrisiko nahe 0)
3. exklusive Einkaufszeiten für Risikogruppen
4. Schnelltests für Personal und Besucher in Pflegeheimen.

Mit diesen vier Maßnahmem könnte die Todesrate auch bei uns deutlich gesenkt werden.

Die Organisation wäre einfach: Wer bei einer Krankenkasse mit Pflegestufe geführt wird oder in einem Pflegeheim lebt, wäre bezugsberechtigt. Natürlich würde das einen dreistelligen Millionenbetrag kosten. Doch sollten uns das die Alten und Vorbelasteten das nicht wert sein angesichts von 9 Milliarden, die der Bund für die Rettung der Lufthansa investierte?
Die Voraussetzung dafür wäre indes, daß die Politik sich zu differenzierten Lösungen durchringt.
Solche differenzierten Konzepte bedürfen aber des Aushandelns und des Aushaltens von Verschiedenheit. Mit einfachen Parolen ist das nicht zu bewältigen. Diese verkaufen sich aber politisch besser.

𝗔𝗹𝗹𝗴𝗮̈𝘂 𝗮𝗹𝘀 𝗣𝗿𝗮𝘅𝗶𝘀𝗯𝗲𝗶𝘀𝗽𝗶𝗲𝗹

Auch im Bezug auf den Wintertourismus z.B. im Allgäu lässt man differenzierte Konzepte nicht gelten. Wie allgemein für Gastronomie, Kultur und große Teile des sozialen Lebens gilt auch hier: pauschale Verbotspolitik. Was das mittelfristig anrichtet, sei hier einmal vorgerechnet:
Eine Wirtschaftsregion ist ein komplexes Konstrukt, besonders im Tourismus. Einzelne Stellschrauben überdreht oder gar abgerissen, gefährden das ganze System.
Für das Oberallgäu würde eine Komplettschließung der Hotels und Skianlagen über den Winter einen Rückgang von min. 60 % der Wirtschaftsleistung bedeuten. Eine massive Pleitewelle mit zahlreichen wirtschaftlichen Existenzvernichtungen wäre die Folge. Von den überlebenden Wirtschaftsbetrieben hätten viele eine langfristige Hypothek in die Zukunft zu tragen.
Warum ist das so?
An den Skiliften und den Hotels hängen wie an Dominosteinen fast alle Wertschöpfungsketten: Bäckereien, Wäschereien, Gastronomie, Sportfachhandel, Einzelhandel aller Art, Transportunternehmen, außerdem das komplette Handwerk. Die Liftbetreiber, Skischulen und der unmittelbare Wintersport sind zwar der sichtbarste Winterfaktor, aber als finanzieller Aspekt noch der kleinste Teil. Drastisch sinkende Gewerbesteuer-Einnahmen wären die Folge. Diese werden aber dringend nötig, denn mit ihr werden öffentliche Schulen und städtische Krankenhäuser finanziert. Zur Klarheit: Zwar bezahlt das Bundesland seine Lehrer, doch die Schulinfrastruktur wird von den Gemeinden getragen. Ebenso die meisten sozialen und medizinischen Einrichtungen.
Beide Strukturen – Schulen und Krankenhäuser - brauchen aber aktuell Corona-bedingt eher mehr Finanzausstattung als weniger. Denn neben laufenden Aufgaben muss jetzt ein massiver Change organisiert und finanziert werden.

Drei Lösungen bieten sich, die wohl kombiniert kommen werden.

Lösung 1:
Steuererhöhungen. Problematisch bei ohnehin aktuell sinkenden Reallöhnen wg. Kurzarbeit und Jobverlusten.

Lösung 2:
Weitere Staatsverschuldung im dreistelligen Milliardenbereich mit schon angekündigten Corona-Soli Zuschlag, also auch Steuererhöhung.

Lösung 3:
Allgemeine Leistungskürzungen im medizinischen und schulischen Bereich.

Zur Finanzierung von Corona-bedingten Leistungen werden andere medizinische Leistungen heruntergefahren und mittelfristig Kassenpatienten nicht mehr zur Verfügung gestellt. Längere Wartezeiten und reduzierte Behandlungen bei Schwererkrankungen und Präventionen sind die Folge. Notwendige schulische Infrastruktur wird schwerer finanzierbar sein. Wohlhabende Gemeinden mit differenzierten Gewerbeparks werden weniger belastet sein als ohnehin strukturschwache. Bildungsgerechtigkeit wird weiter zurückgehen.

𝗡𝘂𝗿 𝘀𝘁𝗮𝘁𝗶𝘀𝘁𝗶𝘀𝗰𝗵𝗲𝗿 𝗡𝘂𝘁𝘇𝗲𝗻 𝗸𝗲𝗶𝗻 𝗲𝗰𝗵𝘁𝗲𝗿 𝗠𝗲𝗵𝗿𝘄𝗲𝗿𝘁

Pauschale Corona-Maßnahmen wirken tatkräftig und konsequent, mittelfristig aber übersteigt der Schaden den Nutzen. In einer Güterabwägung führt eine Gefährdung des Gesamtsystems zu sozialer Instabilität und mittelfristig auch zur Gefährdung der medizinischen Versorgung. Bisher rütteln wir am Ast, auf dem wir sitzen. Auf Dauer sägen wir daran.

𝗣𝗼𝗽𝘂𝗹𝗶𝘀𝗺𝘂𝘀 𝗻𝗶𝗺𝗺𝘁 𝘇𝘂: 𝗕𝗲𝗶𝘀𝗽𝗶𝗲𝗹 𝗔𝗹𝗹𝗴𝗮̈𝘂𝗲𝗿 𝗭𝗲𝗶𝘁𝘂𝗻𝗴

Die Allgäuer Zeitung schreibt am 29. November auf Seite 1: „𝘎𝘳𝘰ß𝘦 𝘔𝘦𝘩𝘳𝘩𝘦𝘪𝘵 𝘧𝘶̈𝘳 𝘚𝘤𝘩𝘭𝘪𝘦ß𝘶𝘯𝘨 𝘢𝘭𝘭𝘦𝘳 𝘚𝘬𝘪𝘨𝘦𝘣𝘪𝘦𝘵𝘦. 𝘜𝘮𝘧𝘳𝘢𝘨𝘦: 𝘋𝘳𝘦𝘪 𝘝𝘪𝘦𝘳𝘵𝘦𝘭 𝘩𝘢𝘭𝘵𝘦𝘯 𝘐𝘥𝘦𝘦 𝘧𝘶̈𝘳 𝘳𝘪𝘤𝘩𝘵𝘪𝘨.“ Im Begleittext entlarvt sich die AZ selbst, schreibt sie doch hier etwas ganz anderes. AZ-Zitat: „𝘍𝘢𝘴𝘵 𝘋𝘳𝘦𝘪𝘷𝘪𝘦𝘳𝘵𝘦𝘭 𝘥𝘦𝘳 𝘉𝘦𝘧𝘳𝘢𝘨𝘵𝘦𝘯 (73,8%) 𝘴𝘪𝘯𝘥 𝘥𝘦𝘳 𝘔𝘦𝘪𝘯𝘶𝘯𝘨, 𝘥𝘢𝘴𝘴 𝘥𝘦𝘳 𝘚𝘬𝘪 𝘛𝘰𝘶𝘳𝘪𝘴𝘮𝘶𝘴 𝘸𝘦𝘨𝘦𝘯 𝘊𝘰𝘳𝘰𝘯𝘢 𝘦𝘪𝘯𝘨𝘦𝘥𝘢̈𝘮𝘮𝘵 𝘸𝘦𝘳𝘥𝘦𝘯 𝘴𝘰𝘭𝘭𝘵𝘦.“
Hier werden Meinungen populistisch verfälscht. Denn: Wer würde nicht zustimmen, dass gegenwärtig alle Branchen Corona bedingt Einschränkungen anbieten und akzeptieren müssen, so auch der Skitourismus. Das ist vernünftig und wird daher auch von einer breiten Mehrheit von drei Viertel so gesehen. Nur ist das etwas völlig anderes als die Aussage: „Große Mehrheit für die Schließung aller Skigebiete.“

𝗭𝘂𝗻𝗲𝗵𝗺𝗲𝗻𝗱𝗲 "𝗧𝗿𝘂𝗺𝗽𝗶𝘀𝗶𝗲𝗿𝘂𝗻𝗴" 𝗱𝗲𝗿 𝗠𝗲𝗱𝗶𝗲𝗻

Aktuell nehmen solche populistischen Parolen zu. Warum ist das so? In einer Gesellschaft, die sich dauerhaft bedroht fühlt, sinkt die Toleranz für Zuhören und Differenzierung. Neuronal gesprochen hält das menschliche Gehirn Unsicherheit auf Dauer schlecht aus. Das „Hirn in Not“ sucht und favorisiert dann einfache eingängige Botschaften und Parolen: "Trumpisierung" ist eine Folge des ständigen Angstklimas.

𝗘𝘅𝘁𝗿𝗲𝗺𝗲 𝗧𝗲𝗻𝗱𝗲𝗻𝘇𝗲𝗻 𝗶𝗻 𝗱𝗲𝗿 𝗽𝗼𝗹𝗶𝘁𝗶𝘀𝗰𝗵𝗲𝗻 𝗠𝗶𝘁𝘁𝗲 𝗻𝗲𝗵𝗺𝗲𝗻 𝘇𝘂

Querdenker-Demos sind zu einem Teil laut und polarisierend, zu einem anderen Teil auch dialogorientiert. Angst machen muss uns das nicht. Polarisierende Randgruppen gehören zu einer multiplen Gesellschaft. Sie grenzen die „Norm“ und das Normale zu den Rändern hin ab. Die „Querdenker“-Bewegung trägt ihre Polarisierung laut und offen und damit weitgehend unverdeckt zur Schau. Dagegen kann man sich abgrenzen oder sich auch damit auseinandersetzen. Inoffiziell werden die Querdenker bereits vom Verfassungsschutz beobachtet. Von dieser Seite also helle Aufregung, aber keine echte Bedrohung.

Es ist dagegen die schleichende Extremisierung der politischen Elite, die Sorge machen kann. So sitzen in den ARD und ZDF Talkshows Politiker und Wissenschaftler, die gut sortiert und hochakademisch Thesen als alternativlos zeichnen, die noch vor einem Jahr als extrem und willkürlich gegolten hätten.
Hier findet eine schleichende Veränderung des Normativen statt, die ehemals extreme Positionen hoffähig macht. Dazu gehören pauschale Berufsverbote ohne Relevanznachweis und rechtliche Absicherung. Finanzielle Entschädigungen, die angekündigt aber nicht eingehalten werden. Auch Hinterzimmer Beschlüsse an Parlamenten vorbei. Gesundheitsämter mit quasi-polizeilicher Funktion.

Das sollte uns zu Denken geben, weil es nicht laut und häßlich passiert – und somit sichtbar ist - sondern sich hier ganz nebenbei Grenzen verschieben, die dann vielleicht als das neue „Normale“ über den Notstand hinaus bleiben.

Söder erfrischend offenherzig
Doch nicht immer läuft so eine Normverschiebung im Verborgenen. Manchmal wird sie auch erfrischend offen kommuniziert.
So entlarvte Markus Söder sein demokratisches Verständnis Ende November in der ARD bei Anne Will. Als diese ihn fragt: "𝙒𝙖𝙨 𝙡𝙖̈𝙪𝙛𝙩 𝙨𝙘𝙝𝙞𝙚𝙛?", antwortet der Bayerische Ministerpräsident wörtlich: „𝙒𝙞𝙧 𝙨𝙩𝙧𝙚𝙞𝙩𝙚𝙣 𝙚𝙞𝙣𝙛𝙖𝙘𝙝 𝙯𝙪 𝙫𝙞𝙚𝙡. 𝙄𝙣 𝘼𝙨𝙞𝙚𝙣 𝙜𝙞𝙗𝙩 𝙚𝙨 𝙚𝙞𝙣𝙚 𝙚𝙞𝙣𝙝𝙚𝙞𝙩𝙡𝙞𝙘𝙝𝙚 𝙋𝙝𝙞𝙡𝙤𝙨𝙤𝙥𝙝𝙞𝙚 𝙪𝙣𝙙 𝙙𝙞𝙚 𝙬𝙞𝙧𝙙 𝙖𝙣𝙜𝙚𝙬𝙖𝙣𝙙𝙩. 𝘽𝙚𝙞 𝙪𝙣𝙨 𝙢𝙪ß 𝙢𝙖𝙣 𝙟𝙚𝙙𝙚 𝙚𝙞𝙣𝙯𝙚𝙡𝙣𝙚 𝙈𝙖ß𝙣𝙖𝙝𝙢𝙚 𝙞𝙣 𝙯𝙞𝙜 𝘿𝙞𝙨𝙠𝙪𝙨𝙨𝙞𝙤𝙣𝙚𝙣 𝙗𝙚𝙜𝙧𝙪̈𝙣𝙙𝙚𝙣.“ (Zitat Ende)

Erkenntnis: So eine Demokratie kann halt etwas sehr Mühevolles sein.

am 03.12.2020 von Peter Tümmers von Schoenebeck

Thinking out of the Box | Live-Coronabericht aus Portugal

Deutsche Medienberichte zur Corona Situation im Ausland und die offiziellen Verlautbarungen des Auswärtigen Amtes lesen sich stets dramatisch. Doch wie ist es wirklich, wenn man tatsächlich dort ist?

𝘗𝘦𝘵𝘦𝘳 𝘛𝘶̈𝘮𝘮𝘦𝘳𝘴 𝘷𝘰𝘯 𝘚𝘤𝘩𝘰𝘦𝘯𝘦𝘣𝘦𝘤𝘬, 𝘚𝘰𝘻𝘪𝘰𝘭𝘰𝘨𝘦 𝘶𝘯𝘥 𝘚𝘦𝘯𝘪𝘰𝘳 𝘊𝘰𝘯𝘴𝘶𝘭𝘵𝘢𝘯𝘵 𝘣𝘦𝘪 𝘐𝘊𝘖 𝘖𝘣𝘦𝘳𝘴𝘵𝘥𝘰𝘳f, 𝘸𝘢𝘳 𝘨𝘦𝘳𝘢𝘥𝘦 𝘪𝘯 𝘗𝘰𝘳𝘵𝘶𝘨𝘢𝘭 𝘶𝘯𝘥 𝘴𝘤𝘩𝘪𝘭𝘥𝘦𝘳𝘵 𝘴𝘦𝘪𝘯𝘦 𝘌𝘪𝘯𝘥𝘳𝘶̈𝘤𝘬𝘦 𝘢𝘶𝘴 𝘦𝘳𝘴𝘵𝘦𝘳 𝘏𝘢𝘯𝘥.



Letzten Samstag Weihnachtsmarkt in Lissabon. Auf den belebten Straßen, in Cafés und Restaurants herrscht das übliche Treiben und typisch portugiesische Gelassenheit, Museen sind geöffnet.

Der Unterschied zu sonst: die Maske wird in geschlossenen Räumen und im ÖPNV konsequent getragen, Abstände werden durch Absperrungen eingehalten. Der testhalbe Versuch, ohne Maske in die historische Trambahn zu steigen, führt zur sofortigen Ermahnung der Schaffnerin und bösen Blicken der Mitreisenden.

Die Menschen hier nehmen Covid ernst und passen aufeinander auf. Aller Orten Aufkleber mit Hinweisen und Erklärungen, Desinfektionsmittel überall greifbar. Auch an den Stränden um Lissabon, wo Surfer um die Wellen kämpfen, in den belebten Strandbars und beim Fussballspiel am Strand herrscht normales Treiben. Nur eben mit Maske, sobald man sich in geschlossenen Räumen bewegt oder auf einer Caféterrasse. Etwa ¾ tragen auch auf der Straße eine Maske. In Geschäftseingängen kleben Hinweise auf maximal Betretungszahl. Die Leute passen auf und zählen selbst mit. Wir haben den Test gemacht: die Zahlen erscheinen angemessen, Warteschlangen entstehen kaum.

Das öffentliche und berufliche Leben in Portugal zwischen Lissabon und Faro verläuft weitgehend normal. Lediglich am Wochenende herrscht ab 13:00 Uhr öffentliche Ruhe. Dann sind nur noch dringende Einkäufe, Individualsport und Gassi gehen mit dem Hund erlaubt. Die Menschen sind angehalten, ohne beruflichen Grund ihren Landkreis nicht zu verlassen. Von 23.00 bis 5.00 herrscht täglich Ausgangssperre.

Die Inzidenzzahlen liegen in Portugal bei 311 im Vergleich zu Deutschland mit 156 Fällen pro 100.000 Einwohner*innen in den letzten 7 Tagen (JHU). Die Todesfälle in Portugal liegen gesamt bei 4.577 zu 17.177 in Deutschland. Die Letalitätsrate liegt in Portugal bei 1,52 %, in Deutschland bei 1,57 %. Während bei uns in Deutschland Sportverbot herrscht, Gastronomie geschlossen ist und Polizei private Anlässe mit mehr als 10 Leuten sprengt und die Stimmung zu kippen droht, wirken die Menschen zwischen Lissabon und Faro besonnen, aber nicht verängstigt oder genervt.

Der Kulturschock ereilt uns auf dem Rückflug. Während wir im Lissabon Airport im Café mit ausreichend Sicherheitsabstand, Handdesinfektion und Trennlinien zwischen den Tischen unseren zweiten Kaffee genießen können, erwartet uns in Deutschland der befürchtete soziale Temperatursturz. Auch hier bekommen wir nach der Landung einen Latte Macchiato. Sämtliche Sitzgelegenheiten sind jedoch hermetisch abgesperrt und so setzen wir uns mit unserem Getränk und Sandwich auf den kalten Boden der Ankunftshalle. Schnupfen statt Corona.

Es bleibt die wohltuende Erfahrung: Besonnenes Verhalten und ein alltägliches Miteinander sind vereinbar.

am 24.11.2020 von Philipp Brumhard

Moderne Methoden für die VUKA-Welt

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Agiles Netzwerktreffen Allgäu - Interaktiv Live-Online
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Peter Tümmers lädt wieder seinen Coach-Kollegen Dr. Jürgen Freisl ins ICO Center ein – 2 Top-Experten arbeiten an Deinen Fokus-Themen.
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am 20.11.2020 von Peter Tümmers von Schoenebeck

Vertrauen auf Rezept? Impfstoff und deutsches Misstrauen: Hausärzte ausgebootet

Die Coronakrise wäre eine Chance für die Politik, altes Obrigkeitsdenken zu überwinden und Vertrauen aufzubauen. Noch nie war ein vertrauensvoller Schulterschluss zwischen Politik und Bürgern so wichtig wie jetzt.

Mit der Ausbootung der deutschen Hausärzte bei der Impfstoffvergabe wird eine wichtige Chance vertan und die Vertrauenskrise verschlimmert. (Quellen: Impfkommission RKI, Bundeministerium für Gesundheit).

👉 Der Soziologe Peters Tümmers von Schoenebeck beschäftigte sich schon mehrfach mit den soziologischen Hintergründen der Corona-Krise und verglich die vergleichsweise obrigkeitshörige deutsche Verbotspolitik mit der integrativen Politik der skandinavischen Länder oder der Schweiz. Länder, in denen die Bürgerbeteiligung in der Politik eine schon lange genutzte Ressource ist.

Wie funktioniert Vertrauen?
Vertrauen kann man nicht verordnen oder organisieren. Es wächst als Folge wechselseitig guter Erfahrungen in Beziehungen. Vertrauen wächst durch „Zutrauen“. Wer dem anderen etwas zutraut, der erntet Vertrauen. Es setzt dann eine wechselseitige Bestärkung ein, die emotional robust macht und durch Krisen trägt. In Deutschland ist es mit dem kollektiven Vertrauen schlecht bestellt. Wir sind historisch gesehen ein Volk von Skeptikern. Geschichte wird aber jeden Tag neu geschrieben. Gerade Krisen sind auch Sternstunden für den Wandel. Vertrauen ist in Krisen der Schlüssel zum Erfolg.

Doch die deutsche Politik traut ihren Bürger nicht. Wie sich abzeichnet, noch nicht einmal ihren Hausärzten. Laut aktueller Planung der Ständigen Impfkommission am RKI und des Gesundheitsministeriums sollen diese bei der Impfstoffvergabe ausgebootet werden. Die Botschaft der Politik: Misstrauen statt „wir ziehen alle an einem Strang“.

💉 Hurra, der Impfstoff kommt!

✅ Entwickelt von der Firma BioNTech eines türkischstämmigen Immigrantenpaars. Und entgegen aller Vermutungen mit 95 % Wirksamkeit. Soweit – so großartig.

❌ Der Haken: Lagerung bei minus 70 Grad Celsius. Eine einfache Schluckimpfung wird das nicht: 60 Impfzentren werden gerade bundesweit aus dem Boden gestampft, um die Vergabe zu organisieren. Der zweite Haken: Wer darf zuerst? Und wer soll, der vielleicht gar nicht will? Das ist nicht banal, denn der Deutsche ist im internationalen Vergleich ein Impfkritiker, etwa zu je einem Drittel dafür, unentschlossen, und dagegen. Impfen ist Vertrauensfrage. Und bei einem im Hauruck-Verfahren entwickelten Impfstoff ist die Vertrauenshürde für eine notwendige Massenimpfung von 60-70 % besonders groß.

👉 Nun können wir Deutschen vieles. Insbesondere Dinge, die man organisieren kann. Vertrauen gehört nicht dazu. Vertrauen muss wachsen. Während im zwischenmenschlichen Bereich tiefes Vertrauen meist eine Frage von Jahren ist, gelten es im gesellschaftlichen Bereich Jahrzehnte als Maßstab. Ein Kollektiv bewegt sich langsamer als ein einzelner Mensch.

Was den Impfstoff angeht, bahnt sich statt einer Vertrauensbildung ein Zuwachs von Obrigkeitskontrolle und Misstrauen an. So sollen die deutschen Hausärzte, wenn der Impfstoff kommt, bei der Attestierung der individuellen Impfberechtigung und Impftauglichkeit außen vor bleiben. Der Grund: Man traut den Hausärzten nicht, dass diese die vom deutschen Ethikrat definierte Priorisierung respektieren. Man fürchtet massenweise „Gefälligkeitsatteste“ in beide Richtungen: den eigenen Patienten Vorrang zu verschaffen oder diese vor einer amtlich verordneten – aber persönlich unerwünschten - Impfung zu bewahren. Die Bundesregierung fürchtet einen Verteilungskampf bei der Impfung, die sich über Monate, wenn nicht Jahre hinziehen wird. Geplant sind zunächst drei Impfwellen:

1. Gefährdete Risikogruppen (Alte und Vorbelastete)

2. Ambulante Medizin und Pflegebereich

3. Systemrelevanter öffentlicher Dienst (Polizei, Erzieher, Lehrer, usw.)

⚠ Erst in der vierten Welle folgt die Allgemeinheit, darunter die kontaktintensivste Gruppe der 20 bis 30-Jährigen. Erst durch die massenhafte Impfung dieser größten Gruppe wird sich die Ausbreitung des Virus verlangsamen. Ein Faktum, das der deutsche Ethikrat als Urheber der Priorisierung offen nennt, die Politik aber aktuell nur defensiv bis gar nicht kommuniziert. „Für Weihnachten besteht Hoffnung“, allerdings wird es Weihnachten 2021 sein.

Die bestens ausgebildeten deutschen Hausärzte könnten in diesem sensiblen Thema eine wichtige Mittler- und Vertrauensfunktion erfüllen. Doch findet die deutsche Politik auch in der Krise aus Kontrollbedürfnis und Misstrauen nicht heraus. Stattdessen sollen die Berechtigungsprüfungen zentral vorgenommen werden. Statt funktionierende langjährige Arzt-Patienten-Kenntnisse, gewachsenes Vertrauen und vor allem vorhandene Ressourcen zu nutzen, zieht man staatliche Zentralkontrolle vor. Die ohnehin schon riesige, nationale Aufgabe der Impfstoffvergabe wird so zum Bürokratiemonster.

👉 Typisch deutsch: Vertrauen per Konzept

Dass Vertrauensaufbau angesichts von Demonstrationen, die nicht ausschließlich aus „radikalen Querdenkern“ bestehen, sondern durchaus auch aus besorgten Bürgern, unabdingbar ist, weiß auch die Politik. Doch diese versucht das Vertrauensdefizit lieber auf bewährte preußische Art zu lösen: durch Beauftragung eines zentralen Gremiums, des Deutschen Ethikrats. Dieser entwarf schon die Impf-Priorisierung in drei Wellen, und soll nun auch ein „Vertrauenskonzept“ entwerfen. Der Ethikrat soll ein Konzept entwickeln, wie Vertrauen in den Impfvorgang geschaffen werden kann. Kulturtypisch deutsch. Ohne ein Prophet zu sein: in der Schweiz würde das anders laufen. Dort würde man wohl, um Vertrauen zu stiften, bestehende Vertrauensverhältnisse und die breite ärztliche Fachkompetenz integrieren – kurz: das kompetente Gemeinwesen.

👉 Wie oben ausgeführt: Vertrauen kommt von Zutrauen. Während der ehemals deutsche Michel (das Klischee stimmt schon lange nicht mehr) längst aus seiner Haut heraus kann, schafft das seine Politikerkaste noch immer nicht. Der Vorgang erinnert an die Karikatur einer Paartherapie: „Die Beziehung wäre ja viel besser, wenn mein Partner sich nur verändern würde.“ Vertrauensaufbau fängt aber bei einem selbst an. Besser wäre daher von Seiten der Politik: Vorausgehen in der Vertrauensbildung, statt immer nur Appelle und Durchhalteparolen zu senden. Die ganze Wahrheit sagen, statt scheibchenweise Hoffnungen zu schüren und dann wieder zurückzunehmen. Einbindung und Differenzierung statt pauschaler Verordnungen. Luft zum Atmen organisieren statt Zuschütten mit Staatsgeld, das doch bei aller gönnerhaften Wirkung am Ende unser eigenes Geld ist.

💡 Vielleicht könnte der Ethikrat sich ja mit einer anderen Frage befassen: Durch welche Art von Maßnahmen und Kommunikation entsteht echte Augenhöhe zwischen Politik und Bürgern?

Artikel nachvollziehen: ARD Pressclub vom 15. November:
(Video verfügbar bis 15.11.2021)

https://www.ardmediathek.de/ard/video/presseclub/corona-impfstoff-und-schnelltests-entspannung-oder-harter-winter/das-erste/Y3JpZDovL3dkci5kZS9CZWl0cmFnLTQxNWU0MmZmLTgxYjgtNDNkOS04MTcxLThjNGVlYzM3NmE2Ng/
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📎 Anhang

🔍 Interkulturelles Knowhow: Was bedeutet eigentlich „typisch deutsch“?
Seit die Schweden 1523 ein stabiles Königreich sind und die Schweiz 1648 endgültig eigenständig wurde, wurden die Deutschen Länder als Spielball der europäischen Mächte vielfach zerlegt und wieder neu zusammengesetzt. Zuletzt zerlegte sich das Land 1945 auf spektakuläre Weise selbst. Deutschland ist daher eine sogenannte “Low Context Culture“. Wenig gilt als selbstverständlich. Alles muss stetig kleinteilig erstritten werden. Was so ein zusammengewürfeltes Konstrukt schlecht kann, ist Konsens. Findet man diesen mühsam, müssen die entstandenen Fliehkräfte gebändigt werden durch Kontrollen, Strafen und immer wieder den Appell zu Einheitlichkeit. Detailversessenheit, Obrigkeitsdenken und Regelverliebtheit sind gelernte deutsche Tugenden und kulturell über Jahrhunderte stabil verankert. (Kultureller Fachbegriff für Obrigkeitsdenken: „High Power Distance“). Dass auch Gebote und Eigenverantwortung - sog. „Low Power Distance“ – wie in der Schweiz und Schweden zu konsequenten Ergebnissen führen können, ist uns deutschen kulturell fremd. Was nicht mit Gesetzen, Kontrollen und Strafen belegt wird, kann nicht funktionieren – so denkt der Deutsche und hält das für normal. Während die Schweden emotional robust bleiben, streben wir Deutschen nach der totalen Kontrolle. Vielleicht können wir Deutschen uns - bei allem Respekt vor der Gefahr des Coronavirus - in diesem Herbst von den Schweizern und Schweden etwas mehr Souveränität und Gelassenheit abschauen.

Jede Krise bietet die Chance zur Veränderung. Die Schweizer wuchsen der Legende nach an der Befreiung von der Habsburger Dominanz. Vielleicht wachsen wir Deutschen an der Perspektivlosigkeit und Ohnmacht unserer Politiker aus dem Obrigkeitsdenken heraus und in ein gestaltendes Miteinander hinein. Quasi als Notbremse zum Zeitgewinn und zur Besinnung hätte der pauschale Lockdown des Novembers dann seine Berechtigung gehabt.

👉 Ob die Politik ab jetzt bereit ist, uns in einen langfristig gestaltenden Weg mitzunehmen, zeigt die sehr nahe Zukunft.

#icooberstdorf #leadership #change #changemanagement #globalisierung #transformation #agilität #business #coaching #consulting #empowerment #impulse #innovation #mindset #netzwerk #vision #vorstand #corona #scrum #krisenmanagement

am 15.11.2020 von Philipp Brumhard

Corona-Strategie statt Notverordnung: Schweiz und Schweden als Vorbild?

Sind Schweden und Schweizer die Vernünftigen und wir die Traumtänzer?

In einem aktuellen Klima von selektiven Informationen und taktischen Zuspitzungen erfahren wir selten mehr als Polemik über Schweden und nur versprengte Schreckensmeldungen über die Schweiz. Eine echte Auseinandersetzung mit diesen Alternativen zum alternativlosen Lockdown wird in der deutschen Medien kaum diskutiert. Es scheint: Die Deutschen sollen Disziplin halten, solidarisch sein und mittragen. Das ist das Gebot der Stunde. Kritische Reflexion und anzweifeln gelten aktuell eher als (ver)störend. Wer über Alternativen nachdenkt und das offen ausspricht, gilt schnell als Verweigerer und vielen auch als „Covidiot“.

Ist die Schweiz ein Volk von Covidioten?

Wer alternative Wege geht, das sind die Schweiz und Schweden. Doch beide Länder wollen sich nicht so recht zu Covidioten eignen, weder die nüchternen Schweizer noch die unterkühlten Schweden. Beide Länder gelten als ausgesprochen vernunftorientiert. Könnte es dann sein, daß es zum ewigen Lockdown doch eine Alternative gäbe? Wagen wir den Blick über den Nachbarzaun, auch wenn es verstörend ist und geeignet ist, den deutschen Konsensfrieden zu stören.

👉 Der Autor des Artikels, Soziologe Peter Tümmers von Schoenebeck kritisiert das Vorgehen der deutschen Regierung und stellt die Wissenschaftlichkeit infrage. Zugleich befürwortet er Maske, die AHA-Regel und die Suche nach einem Impfstoff. Doch sind dauerhafte Notverordnungen als Lösung für ein Land mit der Ressourcenausstattung wie Deutschland zu dürftig und auf Dauer nicht verantwortlich.

👍 Alternativen liegen vor

Während bei uns Lockdown und damit Sportverbot herrschen, gelten in der Schweiz nicht Sorglosigkeit, aber differenzierte Regeln:

Aus einer Mail der Bodenseearena Kreuzlingen-CH vom 03.11.2020 an eine Allgäuer Eislauftrainerin:

*****************************

Hallo Frau Maier,

Gerne können sie unter folgendem Link direkt freie Eiszeiten anfragen. (..) Pro Stunde sind mindestens 3 Läufer à CHF 13.- nötig um Patch-Eis buchen zu können. Andernfalls wäre es natürlich auch möglich alleine für CHF 39.- eine Stunde zu belegen.

Wichtig: Bei uns besteht momentan eine Personenobergrenze von 15 Personen bei Kindern über 16 Jahren. Unter 16 Jahren dürfen so viele wie möglich aufs Eis.

Besten Dank.

Freundliche Grüße

Bodensee-Arena / Geschäftsleitung

*****************************

Hier zeigt sich die Differenzierung in Schweizer Corona-Ansatz, gelten unter 16-Jährige doch wissenschaftlich gesichert als gering infektiös und nicht gefährdet. In der Schweiz gelten differenzierte Konzepte, die sich an wissenschaftlichen Erkenntnissen orientieren. Gleichermaßen wird auch die Gastronomie differenziert betrachtet und bleibt vor dem Hintergrund der – auch bei uns unstrittigen - Studien, wonach nur 2-3 % der Ansteckungen in der Gastronomie stattfinden, geöffnet.

Statt „On-und-off-Maßnahmen“ mit Alarmismus agiert das Land mit einer Langfriststrategie, denn Corona wird uns – Maske hin, Impfstoff her – lange erhalten bleiben. Wer mit dem R-Faktor rechnen kann und sich mit Pandemien beschäftigt hat, kann das wissen.

Auch in Schweden gibt es keinen Lockdown. Auch hier herrscht keine Sorglosigkeit, und schon gar kein „Laissez-faire“, wie deutsche Medien in Unkenntnis der schwedischen Kultur stetig wiederholen. Die Bevölkerung steht wie in der Schweiz in Ernsthaftigkeit zusammen. Aber eben nicht in Angst und Schrecken wie in Deutschland, wo allabendlich mit bangem Zittern den neuen Infektionsrekorden entgegengefiebert wird; vielmehr schon seit Mai mit der unbequemen Überzeugung, daß dies ein langer Anpassungsweg zur Coexistenz mit Covid-19 werden wird.

Deutsche Kontroll-Utopien statt Realismus

Während die politische Elite in Deutschland immer noch Utopien nachhängt und sich dabei mit einem Teil der Wissenshaft in einem Schulterschluß der dramatisierenden Mahner gefunden hat, weiß man in Schweden und der Schweiz nüchterner zu rechnen und traut der Bevölkerung auch zu, das Unvermeidliche mitzutragen statt Kontrolle vorzutäuschen, die es nie gab. Masken und irgendwann auch Impfstoffe helfen zu verzögern und abzumildern, verhindern aber nicht.

Während wir Deutschen uns täglich medial an furchteinflößenden Bildern aus spanischen Notaufnahmen und brasilianischen Slums aufreiben, schweigen die deutschen Medien lautstark zu unseren Nachbarn Schweiz und Schweden, die uns in Ressourcen und Sozio-Geographie viel ähnlicher sind. Dabei ist deren Situation nicht schlechter als unsere. In beiden Ländern liegt zudem die Zustimmung der Bevölkerung zur Coronapolitik bei über 85%.

👉 Beide Länder haben keinen Lockdown.

👉 Außerdem keine kalte Klassenzimmer mit maskierten Kindern

👉 keine Kollektivquarantänen

👉 keine Sperrstunde

👉 kein Gastro- und Sportverbot

👉 keine Corona-Polizeikontrollen

👉 keine Demos gegen die Corona-Politik

👉 keine Diskussion um die Unverletzlichkeit der Wohnung

👉 kein Aufruf zum Denunziantentum

👉 keine traumatisierten Kinder, denen täglich suggeriert wird, eine tödliche Gefahr für die Großeltern zu sein

👉 keine Bundewehr im Innern

👉 keine eilig rekrutierten Hilfspolizisten und Quarantäne-Nachverfolger.

Die Frage drängt sich auf: Sind die Schweden und die Schweizer verrückt geworden? Oder ist dort das Covid 19 ein anderes, freundlicheres?

Denn Schweden und Schweiz handeln differenziert in einer Lage, in der laut Kanzlerin Merkel und den 16 Ministerpräsidenten ein Lockdown aus wissenschaftlicher Sicht unabdingbar ist. Nun gilt die Schweiz nicht als wissenschaftsfremd. Und der Schweizer neigt von seinem Naturell her weder zum Esoteriker noch gilt er als demofreudig. Nach gesicherten Erkenntnissen soll die letzte regierungskritische Demonstration auf Schweizer Boden im Jahr 1307 stattgefunden haben, als man die dominanten Habsburger, ursprünglich ein Schweizer Adelsgeschlecht, aus dem Land ins heutige Österreich jagte. Seither herrschen in der Schweiz Konsens und Frieden. Der Schweizer eignet sich also weder zum Covidioten noch zum Corona-Leugner.

Der Schweizer gilt als übervorsichtig, doch nicht als überängstlich. Für die Schweden gilt Ähnliches. Ein langer gesellschaftlicher Konsens hat selbstbewußte Gemeinwesen entwickelt. Während die deutsche Führung und Teile der wissenschaftlichen Elite mit dem zweiten Lockdown zu einem drastischen Ergebnis ohne Alternative kommen, finden Schweden und Schweizer auf Basis derselben wissenschaftlichen Erkenntnisse zu völlig anderen Bewertungen. Wie kann das sein? Wo doch Schweizer und Schweden uns geographisch und gesellschaftlich sehr viel näher sind als Taiwanesen und Chinesen, die uns im ZDF ständig als mögliches Vorbild dargestellt werden.

❗️Merkel-Doktrin fördert Denkverbot

Die Merkel-Doktrin von der Zwanghaftigkeit des Lockdown hat eine fatale Wirkung. Das mag ihr als persönliche Überzeugung zugestanden sein, und im Rahmen der Richtlinienkompetenz steht ihr die Tonsetzung zu. Doch überspannt sie den Bogen ihres Amtes, wenn sie diese Richtung als aus wissenschaftlicher Sicht alternativlos bezeichnet. Denn in der logischen Folge sind alle, die alternative Lösungswege diskutieren, automatisch unwissenschaftlich oder gar im covidiotischen Spektrum anzusiedeln. Mindestens gelten sie als rücksichtslos und verantwortungslos.

Damit diskreditiert sie einen Problemlösungsdiskurs, der in Schweiz und Schweden, bei gleichen wissenschaftlichen Grundlagen, zu ganz anderen Ergebnissen kommt.

Die Auswirkungen dieser Merkel-Doktrin für die Debattenkultur in Deutschland sind verheerend: Die wie aufgeputscht agierenden Politiker Söder und Lauterbach argumentieren, aufgrund einer nationalen Notlage sollten Privaträume ihren Schutz vor polizeilichem Zugriff verlieren. So argumentieren Despoten. Die Paarung von polizeilichem Zugriff auf Privaträume einerseits und Söders öffentlich ausgesprochenen Aufruf zum Denunziantentum zwischen den Bürgern andererseits hat in Deutschland eine unselige Geschichte. In den 30er Jahren wurde damals das Amt des Blockwarts ins Leben gerufen. Aktuell undenkbar. Doch wenn die deutsche Verdrängungstaktik im Januar erneut ad absurdum geführt wird, was kommt dann?

Ein größerer Notstand? Mehr polizeiliche Rechte? Der Nachbar als Hilfssheriff?

Unsere Gesellschaft verändert sich schleichend. Schulkinder werden angehalten, anonym Mitschüler anzuschwärzen. „Du brauchst Deinen Namen nicht zu schreiben.“

Feiges Denunziantentum als Werte- und Erziehungsmuster im Interesse der nationalen Sicherheit. Der Zweck heiligt die Mittel. Nach der Bedrohung durch Covid nun der Nachbar als Bedrohung.

👉 Schweden und Schweiz differenzieren

Anders in Schweden und der Schweiz. Seit jeher integriert in die politische Gestaltung, organisieren sich diese beiden Volksgemeinschaften unaufgeregt. Sie machen dabei nicht alles richtig. Wenn Schweizer kritisch über den besten Weg diskutieren, titeln deutsche Zeitungen irrtümlich: „Schweiz uneinig“. Weil man das hierzulande nicht versteht. Allerdings sind die Erwartungen an Politiker in der Schweiz auch andere. Sie sollen hier nicht Garanten für ein risikofreies Leben sein, sondern die richtigen Rahmen setzen. Regierung und Bevölkerung arbeiten differenziert und integrativ zusammen. Regional unterschiedliche Regeln, an die jeweilige Lage angepaßt, werden hier begrüßt. Bei uns stiften sie Unruhe, weil sie das Deutsche Regulierungsbedürfnis überfordern.

Während wir hierzulande die Kontrolle über das Virus zurückgewinnen wollen (die wir nie hatten) und immer noch die magische Zahl von 50 Neuinfizierten auf 100.000 Einwohner fixieren, orientiert sich die Schweiz an der freien Intensivbetten- und Pflegekapazität.

Zitat aus der Pressekonferenz der Schweizer Corona Task Force vom 6. November belegt den realitätsorientierten Schweizer Ansatz:

„Das Ziel muß sein: Flatten the curve. Wir alle müssen mitarbeiten, um die Versorgungssituation in den Spitälern zu verbessern. Das Ziel ist und bleibt, eine Überbelastung der intensiven Pflegestationen zu verhindern."

Wissenschaftliche Logik oder Wunschdenken?

Wenn Merkel und Söder fordern, jeder Einzelne COVID-Infizierte müsse vermieden werden, und sich dabei auf das Grundgesetz berufen, auf den Art. 1 ‚die Würde des Menschen ist unantastbar‘, wissen sie sich im Schulterschluss mit Professor Drosten und dem ärztlichen Hippokratischen Eid: „…den Menschen bewahren vor Schaden und willkürlichem Unrecht“. Dieser ethische Anspruch ist ehrbar und zweifelsohne ein hohes Ideal. Aber er ist ebenso unwissenschaftlich und als Ziel illusorisch.

👉 Immanuel Kant hilft in der Praxis nicht weiter

Werte wie Wahrhaftigkeit, Respekt, Menschenwürde setzen Rahmen, sind aber als praktische Handlungskonzepte ungeeignet. Seit Moses mit den 10 Geboten vom Berg Sinai herabstieg und seit dem kategorischen Imperativ von Immanuel Kant, sind Werte eine moralische Richtschnur, nie ein praktischer Handlungsplan. Dieser kann und muss auf einer Wertebasis erarbeitet werden, hat aber zugleich lebenspraktische Fakten zu berücksichtigen. Das ist nicht neu.

So sind wir uns einig, daß der Hungertod gegen die Menschenwürde verstößt, und trotzdem wir die Würde für unantastbar erklären, sterben Menschen an Unterernährung. Ethischer Anspruch und Lebenswirklichkeit sind nicht immer vereinbar. Mancher Anspruch ist utopisch. So auch die Idee, Covid 19 beseitigen zu können.

Wir verlieren in dieser Fixierung auf eine einzelne Gefahr das Gesamte und die Relationen aus den Augen. Von 100 mit Covid 19 intensivbehandelten Patienten verlieren 6-8 ihr Leben. Das ist schlimm. Bei mit Lungenentzündung sind es übrigens 8-14. Auch das ist schlimm. Von Krebs und multiresistenten Keimen ganz zu schweigen.

Es mag tatsächlich Angela Merkels hohem Pflichtethos geschuldet sein, dass sie aktuell auf Theorie statt Machbarkeit und Wissenschaftlichkeit setzt. Bei Söder würde man aufgrund seiner Biografie besser auf Taktik und Machtbewusstsein setzen. Bei vergleichbarer Notlage, so Söder im Bayerischen Landtag am 30. Oktober, würde er wieder am Parlament vorbeiagieren. Auch er beansprucht Pflichtgefühl und Ethik für seine Alleingänge, um Schaden vom deutschen Volk abzuwenden. Doch Macht braucht Kontrolle. Gerade in Krisen. Denn mit der Wahrhaftigkeit wird es schwierig, wenn sich Regierende auf Rettungskurs glauben. Der Zweck heiligt dann die Mittel. Zur Abwehr einer nationalen Notlage gelten pädagogisch motivierte Übertreibungen als zulässig.

Wenn die halbe Wahrheit dazu dient, Disziplin und Geschlossenheit zu erzeugen, wird daraus gern die ganze Wahrheit.

👉 Halbe Wahrheiten: Beispiel Markus Söder

„München ist ein Drittel größer als Stockholm, aber Stockholm hatte 16 Mal so viele Tote auf 100.000 Einwohner“, behauptete er während seiner Regierungserklärung am 30. Oktober vor dem Landtag. Der Corona-Hardliner stellte damit eine Falschbehauptung auf, denn auf den Faktor 16 kommt er nur, wenn er nicht Stockholm-Stadt, sondern die Region Stockholm mit München vergleicht. Und die hat 2,4 Millionen Einwohner, ist also nicht kleiner, sondern hat eine Million mehr Einwohner als München. Bayern liegt mit den restriktivsten Maßnahmen mit 21,2 Corona- Toten auf 100.000 Einwohner momentan an der Spitze aller Bundesländer und holt wie Gesamtdeutschland zu Schweden tagtäglich auf.

👉 Halbe Wahrheiten: Beispiel Angela Merkel

Der Verweis der Kanzlerin in ihrer Pressekonferenz vom 2. November, wonach Schweden wegen seiner weitläufigen Geographie kein Vorbild für Deutschland sein könne, muss angesichts ihrer Bildung als unwahrhaftig – oder im diplomatendeutsch: als „taktisch motivierte“ Aussage gelten.

Die Kanzlerin weiß, daß Schweden seine Strategie seit jeher auf den Großraum Stockholm ausrichtet, der mit 2,4 Mio Einwohnern mit Berlin vergleichbar ist. Der Urbanisierungsgrad Schwedens liegt mit 87 % um 10 % höher als der Deutschlands. D.h. trotz der endlosen Weiten Lapplands, leben die meisten Schweden doch in den drei großen Zentren. In der Alpenrepublik Schweiz, wo nur 43 % der Fläche besiedelbar sind, drängeln sich 8 Millionen Menschen.

Eine neugierig-aufrichtige Auseinandersetzung mit Schweden und der Schweiz findet bei uns nicht statt. Stattdessen wird der schwedische Chef-Virologe Anders Tegnell als fehlgeleiteter Mephisto geschildert, der seine Mitbürger im Würgegriff hält und sich vor Todesdrohungen zu fürchten hat. Dass die Zustimmung der schwedischen Bevölkerung seit Beginn des sog. Sonderweges von anfänglich 57 % auf aktuell 88 % gestiegen ist, bleibt meist unerwähnt. Auch aus der Schweiz erreichen uns allenfalls extreme Ausnahmesituationen, welche uns als repräsentativ geschildert werden. In Schweden und Schweiz ist nicht alles gut. Beide Länder agieren nicht perfekt und fehlerfrei. Gerade Schweden hat zu Beginn Fehler gemacht. Doch im Unterschied zu Deutschland machen beide Nationen erst gar nicht den Versuch, in einer unkontrollierbaren Lage die Illusion von Kontrolle und Macht zu erwecken. Beide Länder haben frühzeitig auf einen aktiven Lernweg mit differenzierten Methoden zusammen mit ihren Bürgern gesetzt.

👍 „Focused Protection“ statt „Heckenschere“

Dabei orientieren sich beide Länder an einem Konzept, welches unter dem Namen „Great Barrington Declaration“ bekannt wurde. Auch dieses Konzept ist nicht von wissenschaftsfremden Spinnern verfaßt, sondern von Medizinern der Universitäten Harvard, Oxford und Stanford; nicht die schlechtesten Adressen in der Wissenschaft. Sie warnen vor den gesundheitlichen und sozialen Kollateralschäden der Lockdown-Politik und empfehlen stattdessen:

Auszüge „Great Barrington Declaration“ (Universities Harvard, Oxford, Stanford)

...“Glücklicherweise wachsen unsere Erkenntnisse über das Virus. Wir wissen, daß die Gefahr, durch COVID 19 zu sterben bei alten und gebrechlichen Menschen mehr als tausendmal höher ist als bei jungen Menschen. Tatsächlich ist COVID 19 für Kinder weniger gefährlich als viele andere Leiden, einschließlich der Influenza. In dem Maße wie sich die Immunität in der Bevölkerung aufbaut, sinkt das Infektionsrisiko für alle – auch für die gefährdeten Personengruppen. Dies kann durch einen Impfstoff unterstützt werden, ist aber nicht davon abhängig. Unser Ziel sollte daher sein, die Mortalität und den sozialen Schaden zu minimieren, bis wir eine Herdenimmunität erreichen. Der einfühlsamste Ansatz, bei dem Risiko und Nutzen des Erreichens einer Herdenimmunität gegeneinander abgewogen werden, besteht darin, denjenigen, die ein minimales Sterberisiko haben, ein normales Leben zu ermöglichen, damit sie durch natürliche Infektion eine Immunität gegen das Virus aufbauen können, während diejenigen, die am stärksten gefährdet sind, besser geschützt werden. Wir nennen dies gezielten Schutz (Focused Protection). Die zentrale Aufgabe des öffentlichen Gesundheitswesens in Bezug auf COVID-19 sollte die Verabschiedung von Maßnahmen zum Schutz von gefährdeten Personengruppen sein. Zum Beispiel sollten Pflegeheime Personal mit erworbener Immunität einsetzen und häufige PCR-Tests bei anderen Mitarbeitern und allen Besuchern durchführen. Der Personalwechsel sollte minimiert werden. Menschen im Ruhestand, die zu Hause wohnen, sollten sich Lebensmittel und andere wichtige Dinge nach Hause liefern lassen. Wenn möglich, sollten sie Familienmitglieder eher draußen als drinnen treffen. Eine umfassende und detaillierte Reihe an Maßnahmen, darunter auch Maßnahmen für Mehrgenerationenhaushalte, kann umgesetzt werden und liegt im Rahmen der Möglichkeiten und Fähigkeiten des öffentlichen Gesundheitswesens.“

👉 Realismus als Basis des Handelns

Seit Frühsommer gelten diese Erkenntnisse in der Schweiz und in Schweden als wissenschaftliche Basis. Eben dass ein COVID Impfstoff nur unterstützten wird, und dass Pandemien immer früher oder später zu einer Durchseuchung der Bevölkerung führen. Das deutsche Paradigma, dass aufgrund der Werthaltung von Hippokrates und Kant jeder Einzelne vor einer Infektion zu schützen sei, gilt hier auch als wünschenswert -und zugleich als realitätsfremd.

👉 Politik ist die Kunst des Möglichen.

Bismarck prägte den Satz "Politik ist die Kunst des Möglichen." Möglich und daher verantwortungsvoll ist ein konsequenter Schutz und volle Ressourcenfokussierung auf die gefährdeten Bevölkerungsteile. Schweden hat zu diesem Zweck exklusive Einkaufszeiten für die ältere Bevölkerung eingeführt. Die Jungen leben ein weitgehend normales Leben, reduzieren dabei Infektionsrisiko und Vireneintrag mit AHA-Regeln, erhalten ihre Gesundheit und damit die Volksgesundheit, halten das Land wirtschaftlich stabil und sozial ausbalanciert. Zugleich wird mit Hochdruck an einem Impfstoff geforscht, nicht um - wie beim deutschen pseudowissenschaftlichen aber eigentlich ideologischen Ansatz (siehe Kant und Hippokrates) - Ansteckungen zu verhindern, sondern die Durchseuchung zu verzögern um damit die medizinischen Ressourcen nicht zu überlasten.

Wer wie Familienministerin Franziska Giffey seit April ein differenziertes Vorgehen mit besonderem Schutz der Risikogruppen als „Wegsperren der Alten“ bezeichnet, dem sei ein Strategie-Basisseminar empfohlen.

Nationale Kultur als strategische Limitierung

Vielleicht eignen wir Deutschen uns aber auch für den schwedischen oder schweizer Differenzierungsweg nicht. Vielleicht trauen wir und unsere Politiker uns das wechselseitig nicht zu? Ein interkultureller Blick in nationale Eigenheiten:

Schweden gilt als Konsenskultur (sozilogisches Fachwort: „High Context Culture“). Seit 1523 ein stabiles Staatsgebilde und ohne Unterbrechung eine Monarchie ohne politische Umstürze. Das prägt Gemeinschaftsgeist und intuitive Problemlösungen. Kurz formuliert: man versteht sich intuitiv. Ähnlich wie eine alte, eingesessene Wohngemeinschaft. In einer alten WG braucht es keinen Küchenplan und keine wechselseitigen Kontrollen. Statt Gesetze und Strafen genügen Vereinbarungen und Selbstverantwortung. So agieren – zum großen Unverständnis der Deutschen – die Schweden auch in der Corona-Krise. In Deutschland missversteht man das als „Laissez-faire“. Ähnlich die Schweiz. Seit 1648 territorial praktisch unverändert, politisch ohne Disruptionen stabil, gilt auch sie als High Context Culture. Starke Bindungskräfte sichern Gemeinschaftssinn.

"Typisch deutsch“ im Wandel?

Seit die Schweden 1523 ein stabiles Königreich sind und die Schweiz 1648 endgültig eigenständig wurde, wurden die Deutschen Länder als Spielball der europäischen Mächte vielfach zerlegt und wieder neu zusammengesetzt. Zuletzt zerlegte sich das Land 1945 auf spektakuläre Weise selbst. Deutschland ist daher eine sogenannte “Low Context Culture“. Wenig gilt als selbstverständlich. Alles muß stetig kleinteilig erstritten werden. Was so ein zusammengewürfeltes Konstrukt schlecht kann, ist Konsens. Findet man diesen mühsam, müssen die entstandenen Fliehkräfte gebändigt werden durch Kontrollen, Strafen und immer wieder den Appell zu Einheitlichkeit. Detailversessenheit, Obrigkeitsdenken und Regelverliebtheit sind gelernte deutsche Tugenden und kulturell über Jahrhunderte stabil verankert. (Kultureller Fachbegriff für Obrigkeitsdenken: „High Power Distance“). Dass auch Gebote und Eigenverantwortung - sog. „Low Power Distance“ – wie in der Schweiz und Schweden zu konsequenten Ergebnissen führen können, ist uns deutschen kulturell fremd. Was nicht mit Gesetzen, Kontrollen und Strafen belegt wird, kann nicht funktionieren – so denkt der Deutsche und hält das für normal. Während die Schweden emotional robust bleiben, streben wir Deutschen nach der totalen Kontrolle. Vielleicht können wir Deutschen uns - bei allem Respekt vor der Gefahr des Coronavirus - in diesem Herbst von den Schweizern und Schweden etwas mehr Souveränität und Gelassenheit abschauen.

Jede Krise bietet die Chance zur Veränderung. Die Schweizer wuchsen der Legende nach an der Befreiung von der Habsburger Dominanz. Vielleicht wachsen wir Deutschen an der Perspektivlosigkeit und Ohnmacht unserer Politiker aus dem Obrigkeitsdenken heraus und in ein gestaltendes Miteinander hinein. Quasi als Notbremse zum Zeitgewinn und zur Besinnung hätte der pauschale Lockdown des Novembers dann seine Berechtigung gehabt.

👉 Ob die Politik ab jetzt bereit ist, uns in einen langfristig gestaltenden Weg mitzunehmen, zeigt die sehr nahe Zukunft.

am 30.10.2020 von Philipp Brumhard

Die Lockdown Gesellschaft: Was die Titanic mit Corona zu tun hat

Ein Perspektivenwechsel

Schon öfter in unserer Geschichte krachte es unvermittelt in eine Wohlfühlsituation hinein: eine Krise, mit der keiner gerechnet hatte. „Alles unter Kontrolle“ ist dann ein häufiger Reflex. Doch wie der Konstrukteur der Titanic in der dunklen Atlantiknacht des 14. April 1912 lakonisch feststellte „Eisen sinkt, Herr Kapitän“, so gilt eben auch: Viren töten.

👉 Der Soziologe Peter Tümmers von Schoenebeck erläutert, was wir aus dem Untergang der Titanic für Corona lernen können. Der Autor ist Coach und Berater bei ICO ImpulseConsult Oberstdorf.

Historisches wird oft so erzählt, dass es im Nachhinein Sinn ergibt. Oft verrutschen dabei die Fakten. Die berühmte „Blood, sweat and tears“- Rede von Winston Churchill heißt eigentlich „Blood, toil, tears and sweat“. Doch durch einen Country-Song von Johnny Cash, dem das zu sperrig war, steht heute in den Geschichtsbüchern ein falsches Zitat: „Blood, sweat and tears“ eben. Es hört sich halt besser an.

So gilt auch als gesicherte Erkenntis, dass die Rettungsboote der Titanic den Passagieren der dritten Klasse nicht zur Verfügung gestanden hätten. Und dass die Rettungsmanöver dilettantisch angeleitet worden seien. Ergebnis: leere Boote rudern mit reichen Snobs der ersten Klasse davon.

Historisch belegt ist etwas ganz anderes. So wollte die Mehrheit der Gäste auch dann noch nicht in die bereitstehenden Rettungsboote steigen, als das Schiffsdeck bereits auf Wasserhöhe lag. Als das Schiff sich dann zum Showdown aufbäumte und wie ein mahnender Finger gen kalte Nacht erhob, war es zu spät, um sich umzuentscheiden. Diese Wahrheit wird heute nicht erzählt, weil sie schwer vermittelbar ist: im Nachhinein betrachtet. Doch ist man hinterher immer schlauer. Im Vorhinein sah die Situation anders aus: „Alles unter Kontrolle, die Titanic ist unsinkbar!“ Mantrahaft wiederholt und stolz belegt mit der technischen Überlegenheit des Schiffes. Wasserdichte Schotten zwischen den Kammern sollten es unsinkbar machen. Das wurde über die Medien als Innovation gespielt. Dabei war die einzige technische Neuheit der Titanic eine automatische Kartoffel-Schälmaschine. Und die Titanic war auch nicht einzigartig, wie im Nachhinein behauptet wird. Mit der „RMS Olympic“ hatte sie ein baugleiches Schwesterschiff, das – mit einer Unterbrechung als Truppentransporter –als Passagierdampfer 1935 schlicht verschrottet wurde.

Aus dem Umstand, dass eine Original-Replik der Titanic heute unbezahlbar wäre und man eine solche sang- und klanglos abgewrackt hat, lässt sich erschließen, dass der Untergang lange Jahre im kollektiven Gedächtnis keine Rolle spielte. Erst mit den Spielfilmen der 50er Jahre wurde aus dem Untergang ein medialer Mythos, der uns heute immer wieder als größte Schiffskatastrophe aller Zeiten vorgespielt wird. Obwohl es weitaus größere Katastrophen gab.

👍 Parallelen zwischen Titanic & COVID-19

Den mantrahaft wiederholten Behauptungen „Alles unter Kontrolle“ hatten die Fahrgäste geglaubt. Und in akuter Angst und Not hielten sie noch viel mehr daran fest (Corona-Parallele!). Als es dann in einer zugigen Atlantiknacht notwendig war, sie von einer anderen Wahrheit zu überzeugen, gelang das dem Führungspersonal nicht mehr. Die Leute weigerten sich, in die Rettungsboote zu steigen. Schweren Herzens mussten die Schiffsoffiziere halb leere Rettungsboote davonpaddeln lassen.

❗️ Söder erfrischend offenherzig

Auch wir stehen bei Corona an einem Moment der Wahrheit. Während noch immer das offizielle Mantra ist, jede Ansteckung zurückzuverfolgen, die Kontrolle „zurückzugewinnen“, und die Gesundheitsämter hastig Hilfspersonal rekrutieren, gibt Ministerpräsident Söder erfrischend offenherzig am 29. Oktober eine unbequeme Wahrheit preis. Er zitiert das RKI, wonach nur noch 20 % der Ansteckungen überhaupt nachvollziehbar seien. Das Virus sei mittlerweile „so breit gestreut, dass Ansteckung überall möglich ist“. (Allgäuer Zeitung am 30. Okt20)

Alles unter Kontrolle

Die Unterstützung der AHA-Regeln ist mit 85% unstrittig in der Bevölkerung. Fast alle verstehen: es gilt den unkontrollierten Wassereinbruch in den Schiffsrumpf „Bundesrepublik“ zu verhindern. Doch die Ausbreitung des Virus in unserer „Arche Noah“ ist für jeden, der rechnen kann, ein nicht mehr aufzuhaltendes Ereignis. Immer mehr realisieren das. Mit der Titanic – so heißt es heute – sank die Hybris der aufstrebenden Industriegesellschaft. Mit dem Coronavirus wird unsere westliche Hybris untergehen, die Illusion, alles sei kontrollierbar und regelbar. Was bei Klimakrise und Flüchtlingskrise noch auszublenden war, drückt uns jetzt ganz persönlich und treibt zum Klopapierkauf. Die Klimakrise wissen wir in ihren schlimmen Auswirkungen noch einige Jahre entfernt. Bezüglich der Flüchtlingskrise lassen wir in einem ausgebrannten Flüchtlingslager auf Lesbos unsere christlichen Prinzipien, die vermeintliche moralische Überlegenheit des Westens und das allgemeine Gebot der Nächstenliebe buchstäblich verrecken. Da wird in Berlin und Brüssel taktiert und argumentiert, während auf Lesbos Frauen und Kinder mit EU-finanziertem Tränengas ins ausgebrannte Lager zurückgetrieben werden. (Quelle: Joko & Klaas ). Nach tagelangem Ringen nimmt Deutschland 50 Kinder der über 13.000 Bemitleidenswerten auf. Ohne Worte.

🎯 Der Dokumentarfilmer Hannes Jaenicke bringt es auf den Punkt, wenn er sagt, 5 Milliarden Menschen auf dieser Welt lebten mit Seuchen wie Malaria, Lepra, Typhus, und Ebola. Das habe uns in Westeuropa die letzten Jahre herzlich wenig interessiert. Jetzt sind wir mal dran. Und obwohl im Konzert der viralen Bad-Boys Covid-19 vergleichsweise milde ist, bricht Aktionismus aus. Bei nur 2-4 % Infektionen, die in der Gastronomie stattfinden, ist ein Lockdown hier eine überflüssige Härte. Zumal die von 5000€ Bußgeld bei Regelverstößen bedrohten Wirte bislang als wirksame Hilfspolizei fungiert haben. Auch Ganztagesmasken bei Grundschülern bringen nichts – zumindest medizinisch nicht.

Professor Hüther, der berühmte Neurobiologe und Philanthrop, sagt dazu: „Wir werden uns mit der Unvorhersehbarkeit und der Unkontrollierbarkeit des Lebendigen anfreunden müssen. Das Leben ist nicht kontrollierbar. Das ist ein Wahn, dass wir glauben, wir könnten alles unter Kontrolle kriegen, wir könnten alles beherrschen. Auf so eine Idee kann man mal eine Zeit lang kommen, Aber doch bitte nur so lange bis einem dann das winzigste Lebewesen dieser Welt erklärt, dass es nicht geht. (Quelle: Servus TV)

👍 Rechnen hilft

Wir können das Virus nicht auslöschen. Wir können nur das unkontrollierte Wachstum bremsen. Mehr ist nicht drin.

Bei nur 4 aufgeschlitzten abgeschotteten Kammern wäre die Titanic an der Oberfläche geblieben, wenn auch bewegungsunfähig. Das 5. Schott war eines zu viel.

Bei R-Faktor 0,2, so Regierungsberater Professor Meyer-Hermann, kann man das Virus zurückdrängen, bei R-Faktor über 1 kann man allenfalls noch das unkontrollierte Wachstum verhindern. Darum sind aus seiner Sicht die AHA-Regeln und der November-Lockdown auch richtig. Gewissermaßen als Notbremse. Nicht um das Virus zu besiegen und das Schiff wieder trockenzulegen, denn das ist unmöglich. Sondern um die Herdenimmunisierung mit Blick auf die medizinischen Ressourcen zu kontrollieren. Selbst wenn wir Deutschen das Wunder zustande brächten, wir leben nicht auf einer Insel. Und bis auf die Schweiz verfügt keiner unserer Nachbarn auch nur annähernd über unsere technischen Ressourcen, vom Rest der Welt ganz zu schweigen.

Wenn man bei besten Maßnahmen zu lange eine Illusion aufrechterhält, könnte das zu einer Glaubwürdigkeitskrise und zu Frustrationsausbrüchen führen, wenn die unbequeme Wahrheit für alle plötzlich zur leicht greifbaren Wirklichkeit wird. Spätestens beim 3. Lockdown im Januar ginge die Glaubwürdigkeit der Kapitäne verloren. Und ihre Aufforderung, sich ruhig und kooperativ zu verhalten, könnte dann im allgemeinen Aufbegehren ungehört verhallen.

Diese Titanic – die Kontrolle des Menschen über die Natur – wird sinken. Vielleicht ist es an der Zeit, dass unsere Führungskräfte an Deck – die Politiker – beginnen, uns in die Machbarkeit des Möglichen einzuweihen. Einige Wissenschaftler und Ärzte (Quelle: Kassenärztliche Bundesvereinigung ) tun dies bereits und präsentieren konkrete Pläne. Mit der Schweiz und Schweden finden sich zwei Umsetzungsbeispiele. (Quelle)

Es wäre an der Zeit, uns reinen Wein einzuschenken. 🍷

am 27.10.2020 von Johanna Schumann

VIP-Beratung: RAUS aus dem Standard - REIN in die Individualität

Wir fühlen uns sehr geehrt, dass wir neben unserem Outdoor-Sponsor VAUDE und unserem Uhren-Sponsor Zeppelin Uhren nun mit Felbinger Herrenausstatter auch einen Bekleidungs-Sponsor für den Seminarraum haben.

Peter Tümmers von Schoenebeck von der ICO ImpulseConsult ist als Coach in den Seminarräumen und als Kajaker auf den wilden Flüssen der Welt zuhause.

Sein langjähriger Sportfreund Klaus Felbinger unterstützt ihn jetzt dabei, die dynamische Performance im Wildwasser auch in seinem persönlichen Look durch maßgeschneiderte Bekleidung auszudrücken.

Kürzlich wurde Maß genommen. In wenigen Wochen wird er sein neues Outfit erhalten. Schaut jetzt schon rein! Fortsetzung folgt.

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am 21.10.2020 von Peter Tümmers von Schoenebeck

Das Corona-Trauma

Deutschlands widerwilliger Weg in die KOEXISTENZ MIT COVID-19

Merkels Physiker spricht Klartext

Die neue Corona-Strategie hat den Charakter eines Rückzugsgefechts und aus psychologischer Sicht den Charakter einer Obsession. D.h. eines kollektiven Traumas, das nüchternen Bewertungen im Wege steht. Langsam und stetig sickert die Erkenntnis durch: Dosierter Kontrollverlust ist die letzte Kontrolloption. Ausgerechnet der neue Corona-Berater der Kanzlerin, ein Physiker, überbrachte den versammelten Ministerpräsidenten am 14. Oktober die bittere Botschaft, dass eine Koexistenz mit dem Virus - ein kontrollierter Weg zu Herdenimmunität - unausweichlich ist. Nachdem nun auch die Impfstoff-Profis zurückrudern (RKI: ab Mitte 21 und nicht für alle) ringt die Politik um Fassung und hat den Bürgern noch immer nicht reinen Wein eingeschenkt, das Unvermeidliche ausgesprochen: Leben mit Corona. Die Republik ist gefangen zwischen logischer Risiko-Mathematik und soziologischer Trauma-Blockade. Beide Phänomene und ihre Wirkung auf uns werden nachfolgend plakativ - und in einfachen Worten ! - erklärt.

👉 𝘋𝘦𝘳 𝘈𝘶𝘵𝘰𝘳 𝘗𝘦𝘵𝘦𝘳 𝘛𝘶̈𝘮𝘮𝘦𝘳𝘴 𝘷𝘰𝘯 𝘚𝘤𝘩𝘰𝘦𝘯𝘦𝘣𝘦𝘤𝘬 𝘪𝘴𝘵 𝘊𝘰𝘯𝘴𝘶𝘭𝘵𝘢𝘯𝘵 𝘣𝘦𝘪 𝘐𝘊𝘖 𝘐𝘮𝘱𝘶𝘭𝘴𝘦𝘊𝘰𝘯𝘴𝘶𝘭𝘵 𝘖𝘣𝘦𝘳𝘴𝘵𝘥𝘰𝘳𝘧

Krisensitzung im Kanzleramt. Angela Merkel hat die politische Elite des Landes geladen, die Ministerpräsidenten. Obwohl nun alle wirklich gut informiert sind, lässt die Kanzlerin zu Beginn ihren neuen Corona-Berater eine Stunde lang die Richtung weisen, ehe es zur Sache geht. Prof. Michael Meyer-Hermann, wohltuenderweise mal kein Virologe, sondern ein Physiker, der Kombinatorik beherrscht, hat schon vor Monaten zwei Grundstrategien als mögliche Alternativen genannt und wiederholt dies im Kanzleramt.

➡ Alternative 1 heißt „Containment“-Strategie, was so viel wie Abschottung oder Ausmerzung des Virus bedeutet und seines Erachtens nur bis zu einem R-Faktor (Reproduktionszahl) von 0,2 möglich ist. Denn das funktioniert nur, wenn tatsächlich jeder Infizierte rückverfolgt und isoliert wird. Taiwan war auf diese Art bisher erfolgreich. Auch China ist mit dieser Methode auf einem guten Weg. Bedingungen aber: konsequente Einschränkung der Persönlichkeitsrechte und Aufhebung des Datenschutzes. Alle persönlichen Daten müssen ausnahmslos in Echtzeit verfügbar sein, ergo ein System der totalen Kontrolle. Die Taiwanesen mit ihrer Kollektiv-Kultur machen dabei mit und die Rechnung ist bei ihnen bisher aufgegangen. China geht einen ähnlichen Weg.

🤝 Für Deutschland aber ist das Vorbild unbrauchbar. Es stellen sich drei Hindernisse: ein juristisches, nämlich der Datenschutz; ein kulturelles, unsere Individualgesellschaft; und jetzt kommt der „Knockout“: ein geografisches. Taiwan ist eine Insel, China über hohe Gebirge und Meer abgeschottet. Deutschland aber liegt im Zentrum Europas.
Ein K.O.-Kriterium. Denn die "Containment-Strategie funktioniert nur bei hermetischer Abriegelung nach außen. Doch wie soll das in der Mitte Europas gehen? Deutschland ist das Land mit den meisten Nachbarländern. Wir sind nicht abriegelbar wie eine Insel. Vor allem aber: es ist zu spät. Der Infektionsgrad ist längst zu weit fortgeschritten, was laut Prof. Meyer-Hermann nur die zweite Alternative zuläßt.

➡ Alternative 2: „Koexistenz mit dem Virus“. Die funktioniere bei einem R-Faktor von 1. Die bittere Pille: COVID 19 verschwindet nicht mehr. Wir werden uns in einem gesteuerten Prozess aneinander gewöhnen müssen, das Virus und wir. Im Krisenmanagement nennt man das „dynamisches Stabilisieren“, ein Prozess der Risikoabwägung, der sich an vorhandenen Ressourcen orientiert und die Idee von totaler Beherrschbarkeit aufgibt. „Das Beste draus machen“, sagt der Volksmund.

😠 Der Frust saß dann auch tief bei der Kanzlerin und den Ministerpräsidenten (MP), die an Kontrolle gewöhnt sind. Wer sich nur wohl fühlt, wenn er 100 % Sicherheit vermitteln kann, dem schmeckt das nicht. Was die Überreaktion mancher MPs erklärt, die sich noch am selben Abend offen gegenseitig beschimpften. MP Stephan Weil aus Niedersachsen nannte einige seiner Kollegen gar „Vollpfosten“, weil diese schon auf dem Weg zu ihren wartenden Dienstwagen ihrem Frust über Kollegen Luft machten. Söder, der mittlerweile gewöhnt ist, seine beißende Kritik in Watte zu packen, lobte sich selbst und „das Team Umsicht und Vorsicht“. Mit Seitenhieb auf andersdenkende Kollegen.

Der Umstand, dass die MP-Runde einen langen Tag in den Knochen hatte und mürbe diskutiert war, und die sonst gut einstudierten Kamera-Posen entglitten, erlaubte einen erfrischenden Blick auf das Seelenleben der Politiker. Verschwörungstheoretiker können durchatmen: Es gibt keinen Plan dunkler Mächte und kein abgekartetes Spiel, sondern einfach Menschen am Rande ihrer Komfortzone.

Das Ergebnis vorhersehbar: Wer die Kontrolle verliert und keine Alternativen sieht, der verstärkt zunächst einmal sein bewährtes Lösungsmuster. Beim Fußball spricht man dann von der Brechstange und beim Skifahren von zu viel Kantendruck.

➡ 𝗦𝗰𝗵𝘄𝗲𝗿 𝘇𝘂 𝘃𝗲𝗿𝗱𝗮𝘂𝗲𝗻: 𝗞𝗼𝗲𝘅𝗶𝘀𝘁𝗲𝗻𝘇 𝗺𝗶𝘁 𝗱𝗲𝗺 𝗩𝗶𝗿𝘂𝘀

Da ist es nun: das Ende der Illusion. Und so findet Deutschland wider Willen doch zur Strategie der Herden-Immunisierung. Denn nichts anderes bedeutet die Koexistenz-Strategie. Drastische Maßnahmen, nicht immer sinnvoll, vermitteln aktuell das Gefühl von Führung im Kontrollverlust. Begleitet allerdings von zunehmend flehenden Appellen. Angela Merkel spricht in einer ungewohnt emotionalen Botschaft nicht mehr von „Ausbreitung verhindern“, sondern von “unkontrollierte Ausbreitung verhindern“.
Wer Merkel kennt, weiß: bei ihr ist keine Silbe ein Zufall. Ein Paradigmenwechsel.

➡ 𝗣𝗵𝗮̈𝗻𝗼𝗺𝗲𝗻 𝗢𝗯𝘀𝗲𝘀𝘀𝗶𝗼𝗻

Dass eine absolute Zahl von 50 Neuinfizierten keine relevante Zahl ist, weiß jeder, der erfolgreich ein Semester Statistik studiert hat. Dass man vielmehr die Zahl ins Verhältnis zur Testintensität setzen muss, um die jetzige Situation mit dem Frühjahr zu vergleichen, ist banale statistische Basis. Dass es zudem Sinn macht, eine Überlastung des Gesundheitssystems im Blick zu behalten, indem nicht die Zahl der Infizierten, sondern der tatsächlich Erkrankten betrachtet wird, sowie die freie Bettenkapazität (mit ausreichend Reserve für sprunghafte Anstiege) berücksichtigt wird, wäre eine Grundtugend des Risikomanagements. Auch fünfstellige Neuinfektionen müssen wir nicht fürchten. Wer so argumentiert, ist kein Corona-Leugner oder Querdenker, sondern Dr. Andreas Gassen, der Chef der kassenärztlichen Bundesvereinigung (Interview Wirtschaftswoche).
Dennoch werden die Regeln sogar von 50 auf 35 verschärft. Wie kann es sein, dass so viele kluge Menschen mit demselben Zahlenmaterial ausgestattet, gerade völlig anders rechnen und es auch innerhalb der „Corona-Ernstnehmer“ zu völlig unterschiedlichen Bewertungen kommt?

➡ 𝗣𝗵𝗮̈𝗻𝗼𝗺𝗲𝗻 „𝗸𝗼𝗹𝗹𝗲𝗸𝘁𝗶𝘃𝗲𝘀 𝗧𝗿𝗮𝘂𝗺𝗮“

Mittlerweile liegen Zahlen vor, die die Gefahr des Virus realistischer erscheinen lassen als noch im Frühjahr. Auch sind die Mediziner mittlerweile routinierter in der Behandlung. Das ergibt ein anderes Gefährdungspotenzial und könnte zu einem neuen Umgang mit dem Virus führen. Weniger Panikmache, mehr respektvoll planerisches Vorgehen mit realistischen Szenarien. Warum uns das nicht gelingt, erklärt sich durch das das Phänomen des „kollektiven Traumas“. Denn wie das Virus in die Welt fand, erfüllt alle Kriterien einer Traumatisierung.

❓𝗪𝗶𝗲 𝘀𝗶𝗰𝗵 𝗲𝗶𝗻 𝗧𝗿𝗮𝘂𝗺𝗮 𝗶𝗻𝘀𝘁𝗮𝗹𝗹𝗶𝗲𝗿𝘁:

In eine heimelige Situation fährt eine tückische Gefahr. Das Ergebnis wird als „heim-tückisch“ erlebt. Und so funktioniert es: Taucht eine Gefahr unvermittelt, ohne Vorwarnung und schleichend auf, zudem in einem sonst angenehm besetzten Umfeld, wird diese Erfahrung neuronal als besonders gefährlich abgespeichert und fortan von einer drastischen psychischen Abwehrreaktion begleitet.

🦈 Ein plakatives Beispiel gibt der Erfolg der Filmserie „Der weiße Hai“, der zwei Filmstunden lang mit diesem Spannungsfeld aus Sommer-Sonne-Sand einerseits und heimtückischer Hai-Bedrohung andererseits spielt.
Für eine Trauminstallierung helfen dabei besonders furchteinflößende Bilder, die unserem Hirn wirksame Ankerpunkte für absolute Angst liefern. Den Tod durch Haiattacke stellen wir uns als besonders blutrünstiges „Massaker“ vor. Das bleibt haften. Nicht ganz so dramatisch, aber genauso effektvoll wirken Berge von Särgen vor italienischen Krankenhäusern oder Särge, die in New York in endlosen Reihen aufgestellt sind. Dass die Särge sich in Italien deshalb stapelten, weil die italienische Regierung eine Bestattungsverbot schon bei Verdacht auf Corona-Tod erlassen hatte und die in der ARD gezeigten Sargbilder eigentlich vom Erdbeben 2015 stammten, ging in der Aufregung unter. (Was will man machen, wenn man als ARD-Redaktion aus gutem Grund kein Drehteam vor Ort hatte.)
Dass die Bestattungsinstitute in New York kollektiv die Abnahme potenziell „kontaminierter“ Leichen ablehnten und dass in ein paar Tagen bei einer Stadt mit 19 Mio. Einwohnern ordentlich was zusammen kommt und die Stadt die Särge am Ende irgendwo lagern musste - geschenkt.

Die Bilder brannten sich ein. Noch heute jagt der Ausdruck „italienische Verhältnisse“ dem traumatisch Belasteten einen Schrecken über den Rücken.

Menschen in Weltraumanzügen in Notaufnahmen wie nach einem Giftgasangriff sind genauso ikonenhafte Bilder geworden, wie die berühmte kreiselnde Haiflosse. Dass ein Hai typischerweise in Wirklichkeit so nicht angreift, sondern von unten, hat nicht verhindert, dass die Szene heute zur Filmlegende und Teil des kollektiven Bildervorrates wurde. Ebenfalls traumatisch bzw. phobisch belastet sind krabbelnde Tiere wie Spinnen und Schlangen, die sich als traumatischer Urekel ins Menschengedächtnis eingebrannt haben. Die Reaktionen sind dann nicht mehr rational gesteuert. Jeder von uns kennt das Bild von vernünftigen Erwachsenen, die angesichts einer harmlosen Hausspinne auf den Küchenfliesen, schreiend das Weite suchen.
Ein besonders perfides und daher auch zu Recht hoch geächtetes Trauma wird durch sexuelle Gewalt erzeugt. Die Opfer zeigen danach häufig schon bei belanglosen Berührungen extreme Stress- und Abwehrreaktionen.
Auch die liebevoll gemeinte Berührung erreicht dann ihr Ziel nicht mehr, was bedeutet, dass der Traumatisierte häufig nicht mehr im Stande ist, abzuwägen und Gefahren realistisch einzuschätzen.

🗽 Die Überzogenheit und Absolutheit der Abwehr kennzeichnet Traumareaktionen. Als Beispiel eines kollektiven Traumas kann 9/11 gelten. Erstmals auf eigenem Territorium angegriffen, aus dem Nichts kommend, reagieren die Amerikaner seither bei einer echten oder gefühlten Bedrohung deutlich strikter als vorher schon. Ohne kollektives Trauma auf nationaler Ebene wären Irak- und Afghanistankriege zumindest auf diese Art nicht geführt worden. Wir erinnern uns, dass die Motive für die Kriegseintritte sich im Nachhinein als sachlich falsch erwiesen hatten. Wer nicht traumatisch belastet war, konnte das vorher schon sehen, weswegen der deutsche Kanzler Gerhard Schröder dem US-Präsidenten George W. Bush die Gefolgschaft verweigerte.

Ähnlich wirkstark wie die brennenden Twin Towers haben sich mittlerweile Corona Bilder kollektiv abgespeichert. In der Folge darf diese Bedrohung öffentlich nicht mehr relativiert werden. Wer es tut, wird öffentlich drastisch kommentiert. So erging es dem als besonnen geltenden Politiksenior Wolfgang Schäuble im Frühsommer oder dem Virologen Professor Hendrik Streeck, wenn er wissenschaftliche Corona-Erkenntnisse nüchtern kommentiert.
Wiewohl wir grundsätzlich akzeptieren, dass Menschen an Viren sterben, ist jeder Corona-Tote einer zu viel. Und das Abwägen allein schon gilt als zynisch und menschenfeindlich.

❗Weil Handlungsspielräume bei absoluten Sichtweisen naturgemäß eng werden, ist das kognitive Verstehen des Problems der letzte Ausweg: Kontrolle über die Zahlen suggeriert Kontrolle über den Vorgang.
Motto: Wenn man schon keine Tore schießt, dann versteht man wenigstens die Anzeigentafel. Jemand der sich hier hervortut in Absolutheitspostulaten und Alarmismus ist Professor Karl Lauterbach, der aufgrund seiner plakativen Wirkung und seiner drastischen Sprache gern gesehener Dauergast in Talkshows ist.

💪 𝗟𝗼̈𝘀𝘂𝗻𝗴: 𝗞𝗼𝗹𝗹𝗲𝗸𝘁𝗶𝘃𝗲𝘀 𝗧𝗿𝗮𝘂𝗺𝗮 𝗱𝘂𝗿𝗰𝗵𝗯𝗿𝗲𝗰𝗵𝗲𝗻

Um einer Traumatisierung in einer akuten Bedrohungslage zu entgehen, gibt es mindesten zwei Lösungswege: Der erste Weg ist die Distanziertheit, die sogenannte dissoziierte Position. Durch Betrachtung des Problems von außen wird man von der emotionalen Wucht nur gestreift und bleibt so im Stande, nüchtern abzuwägen. Der eingangs genannte Physiker und Professor Meyer-Hermann ist hierfür ein Beispiel, der bereits im April o.g. Lösungsoptionen zeichnete. Der zweite Weg besteht in der wirklichen, unmittelbaren Auseinandersetzung mit der Bedrohung. Ist das Trauma bereits installiert, geschieht dies in der Psychologie im Nachgang durch eine Aufarbeitung. Man schaut sich die Lage ein zweites Mal an. Diesmal nicht Erschlagen von der emotionalen Wucht, sondern mit mehr Wissen über die Situation.
.
Für diesen zweiten Lösungsweg ist es am besten, man lässt sich gar nicht erst ins Problem-Bild hineinsaugen. Dies gelingt durch reale Auseinandersetzung mit dem tatsächlichen Problem, und nicht mit seinen Bildern oder vorgefertigten Deutungen.
Zwei treffende Beispiele sind hier Prof. Streeck aus Bonn und Prof. Püschel aus Hamburg, die sich seit Frühjahr mit besonnenen und relativierenden Bewertungen hervortun, jedoch beide von einer Verharmlosung des Virus weit entfernt sind.

Es mag kein Zufall sein, dass Prof. Püschel als Leiter der Rechtsmedizin am Universitätsklinikum Hamburg im Frühjahr als einziger weltweit Corona-Tote obduzierte. Dies zu einer Zeit, als das RKI noch eine Obduktionswarnung herausgab. Mit dem Hinweis aus der Praxis an die Institutstheoretiker, dass man beim Obduzieren Schutzkleidung trage, und er außerdem von den Toten für die Lebenden lernen wolle, obduzierte der 69-jährige Gerichtsmediziner unverdrossen weiter und war im April der erste Mediziner, der die Formulierung gebrauchte: „nicht an Corona, sondern mit Corona verstorben“. Ähnlich auch Professor Streeck aus Bonn. Mit der Heinsberg-Studie untersuchte er im April erstmals flächendeckend die Virus-Wirkung in einer vollständigen Gemeinde.

👉 𝗟𝗲𝗸𝘁𝗶𝗼𝗻:

Wer sich mit der realen Situation befasst, mit dem tatsächlich Lebendigen, anstatt nur mit toter Statistik, scheint immuner zu sein gegen Trauma induzierende Angstbilder und vorschnelle Pauschal-Bewertungen.
Man kann dann den Ernst der Lage sachorientierter begreifen und zugleich ein Bewusstsein der eigenen Ressourcen und Handlungsmöglichkeiten dagegenhalten.

Vielleicht ist dies ein Weg für uns alle. Nach dem ersten Schrecken im Frühjahr und dem zweiten Schrecken der herbstlichen Wiederkehr, der Realität des koexistenten Lebens mit dem Virus ins Auge zu blicken und das Beste daraus zu machen. Zwischen „Schrecken ohne Ende“ und „Ende mit Schrecken“ gibt es einen Mittelweg.

Zum Text: "Corona unter Kontrolle? DAS ENDE DER ILLUSION - Ein Alternativplan

Zum Facebook-Artikel mit Diskussionsbeiträgen:

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am 20.10.2020 von Philipp Brumhard

Moderne Methoden für die VUKA-Welt - Mit agilen Methoden Stabilität schaffen

Einladung zum Agilen Netzwerktreffen Allgäu - Präsenz & Online 2 Einzeltermine: 03.12. + 14.01.

Wir laden Dich zum nächsten Agilen Netzwerktreffen Allgäu ein - auch online! Thema: „Moderne Methoden für die VUKA-Welt - Wie Sie mit agilen Methoden Stabilität schaffen“. Peter Tümmers lädt wieder seinen Coach-Kollegen Dr. Jürgen Freisl ins ICO Center ein – 2 Top-Experten arbeiten an Deinen und Euren Fokus-Themen. Wir ermöglichen konkrete Ergebnisse, authentische Erfahrung, kollegiales Coaching und Netzwerkaustausch.

⚙ PROGAMM:
1. Spielerisch erlebbarer Einstieg in VUKA-Welt & Come together
2. Orientierung in der VUKA-Welt. Herausforderungen strukturieren
3. In Teilnehmer-Team eigene Herausforderung formulieren und im Cynefin-Framework verorten
4. Lösungsmuster spielerisch erarbeiten mittels Methode "Delegation Poker" (Förderung Selbstorganisation)
5. Motivlagen dekodieren mittels Methoden "Moving Motivators" (People Empowerment)

Nutzen Rahmen: 1. am konkreten eigenen Beispiel trainiert . 2. Inspiration und Experten Austausch in der TN Gruppe . 3. Orientierung geben in der Welt von heute

Flexibel agil stabil in der Vuca Welt.
Moderne Methoden für die Vuka einstieg über Sinne Finn von simpel bis Chaos Erfahrungsübungen. Dann Sinne Finn erklären (Alternative zu Stacy). 1.02.03.0 ein ordnen. Projekt Haus. Dann Teilnehmer Dialog okay zwischen Agilität und Stabilität : „mein Bedarf“
agiles lernen gleich systematisches Experiment.
Best-Practice für einfache Systeme. Good practice für komplizierte System. Im agieren für komplex und neu für Chaos.
Automatisieren/digitalisieren möglich bei kompliziert und simpel Intuition und Agilität notwendig bei komplexen Chaos Roth versus blau.

Melde Dich jetzt an und erhalte 𝗗𝗲𝗶𝗻𝗲 𝗴𝗿𝗮𝘁𝗶𝘀 𝗙𝗼𝗸𝘂𝘀-𝗠𝗮𝗽 (𝗻𝗮𝗰𝗵 𝗢𝗽𝘁𝗶𝗼𝗻𝗶𝗲𝗿𝘂𝗻𝗴/𝗔𝗻𝗺𝗲𝗹𝗱𝘂𝗻𝗴) zur individuellen Vorbereitung! Diese gibt Dir bereits zuhause wertvolle strategische Impulse. Gerade gilt es, branchenunabhängig "sechs Bälle" in der Luft zu halten. Die Fokus-Map listet diese Prioritäten auf. Mit der Optionierung/ Anmeldung erhältst Du sie.

➡ 𝐎𝐩𝐭𝐢𝐨𝐧𝐢𝐞𝐫𝐮𝐧𝐠/𝐀𝐧𝐦𝐞𝐥𝐝𝐮𝐧𝐠 hier:

✔ virtuelle Teilnahme möglich

✔ Teilnahme wie immer kostenfrei, um eine Spende für Bunter Kreis Allgäu e.V. wird gebeten.

✔ 2 Top-Experten für Euch: Peter Tümmers & Dr. Jürgen Freisl

am 13.10.2020 von Philipp Brumhard

"Deutsche Skispringer bei ICO" - Mentalcoach Peter Tümmers im Interview

Interview im Allgäuer Sportreport

Sommer vor 20 Jahren: Peter Tümmers und die ICO-Mentaltrainer begrüßen zum wiederholten Mal die Skisprung-Nationalmannschaft.
In diesem Jahr nicht dabei: Die Stars Martin Schmitt und Sven Hannawald. Mit den beiden hatte es sich Peter Tümmers verscherzt, weil er Sven Hannawald einen Burnout und Martin Schmitt einen drohenden Leistungsabfall prognostiziert hatte. Wie recht er doch im Nachhinein hatte. 17 Jahre später können sich Hanni und Peter entspannt darüber austauschen (siehe Foto unten).

Das Interview in voller Länge:

Deutsche Skispringer bei ICO

Interview mit Peter Tümmers, Geschäftsführer von ICO Adventures, Blaichach

ASR: Ihr habt zum zweiten Mal die Skispringer mit einem großen Outdoor-Training mental betreut. Wie kommt man zu der Ehre?
Peter Tümmers: Durch unsere Manager-Trainings mit IBM, Daimler-Chrysler oder Siemens haben wir uns über die Jahre einen bundesweiten Ruf erarbeitet. Außerdem sind wir selber erfahren im Spitzensport. Da kam Reinhard Heß auf uns zu.

ASR: Was unternehmt ihr mit den Springern? Peter Tümmers: Im Grunde dieselben Aktivitäten wie mit Touristen: Kanu, Raften, Canyoning, Klettern.

ASR: Wo bleibt da der Mentalbereich?
Peter Tümmers: Man kann Outdoor-Events rein spaßorientiert oder als Herausforderung gestalten. Dabei können die Springer die Mentaltechniken direkt umsetzen und testen.

ASR: Was beschäftigt die Skispringer? Wo haben die ihre Schwachstellen? Peter Tümmers: Das unterliegt der strengen Vertraulichkeit. Wir erfahren sehr persönliche Dinge von den Sportlern. Davon dringt nichts nach außen.

ASR: Warum waren beim diesjährigen Training Schmitt und Hannawald nicht dabei?
Peter Tümmers: Die beiden meinen, sie brauchen das nicht.

ASR: Und?
Peter Tümmers: Natürlich können wir den beiden noch einiges zeigen. Doch: Never change a winning system. Solange es läuft, soll man nicht eingreifen. Was sollten die beiden im Moment verbessern - der eine ist Weltmeisten der andere Weltcupsieger. Wir wollen den DSV dabei untertützen, weitere Leute zur Spitze zu bringen. Wenn Martin oder Sven Unterstützung brauchen, haben sie unsere Telefonnummer.

ASR: Wird man Euch jetzt auch ständig an der Schanze sehen?
Peter Tümmers: Ein guter Mentalcoach drängt sich nicht auf, sondern macht seine Arbeit vorher. Die Stärke des Sportlers steht im Vordergrund, nicht der Mentalcoach. Er unterstützt den Athleten darin, seine mentale Kraft zur vollen Entfaltung zu bringen. An der Schanze - im Moment der Wahrheit - ist der Sportler am stärksten mit sich selbst.

ASR: Und die Skisprungtrainer?
Peter Tümmers: Sie sind aus meiner Sicht die allerersten Bezugspersonen. Es ist beeindruckend für mich zu erleben, mit welchem 24-Stunden-Engagement Bundestrainer Reinhard Heß und B-Kadertrainer Andi Bauer aus der Situation heraus für die Jungs optimale Bedingungen schaffen. An der Schanze sind sie die Garanten und - wenn's stressig wird - die Felsen in der Brandung, an denen die Sportler gut tun, sich zu orientieren.

Herr Tümmers, wir danken für das Gespräch.

Bilder per Klick vergrößerbar

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am 10.10.2020 von Peter Tümmers von Schoenebeck

Corona unter Kontrolle? DAS ENDE DER ILLUSION - Ein Alternativplan

Peter Tümmers analysiert aus soziologischer Sicht mittels der Methoden „Strategie-Logik“ und „Lazarus-Stressmodell“ die bisherige Coronastrategie, die streng genommen gar keine Strategie ist, weil ein realisierbares Ziel fehlt. Nachfolgend wie eine echte Strategie aussehen könnte.

Der Herbst beschreibt einen Wendepunkt in der deutschen Corona-Strategie. In wenigen Tagen steigen die Infektionszahlen bei zugleich disziplinierter deutscher Bevölkerung rasant an. Maßnahmen wie das Beherbergungsverbot gleichen bürokratischen Verzweiflungstaten. Es ist das Ende der Illusion. Und das Ende der kurzen Herrschaft der Virologen in der Politik. Die Corona-Krise ist mehr als ein medizinisches Problem, es ist ein gesamtgesellschaftliches. Peter Tümmers analysiert aus soziologischer Sicht mittels der Methoden „Strategie-Logik“ und „Lazarus-Stressmodell“ die bisherige Coronastrategie, die streng genommen gar keine Strategie ist weil ein realisierbares Ziel fehlt. Es ist bislang lediglich eine gut organisierte Verzögerungstaktik. Dies zwar hocherfolgreich, doch nun müßte der Wechsel vom Verzögern ins Gestalten erfolgen. Sonst verlieren wir als Gesellschaft. Nachfolgend wie eine echte Strategie aussehen könnte...


👉 Peter Tümmers von Schoenebeck ist Consultant von ICO ImpulseConsult Oberstdorf und Coach für interkulturelles Management

Jeder Erfolg produziert sein eigenes Scheitern. Man muss nur lange genug an einem einmal eingeschlagenen Weg festhalten. Die Eindämmung zu Beginn der Pandemie war dank deutscher Gründlichkeit erfolgreich. Nun sind strategische Lösungen gefragt, nicht nur taktischer Zeitgewinn, der im Grunde ja ein Zeitverlust ist. Als Strategie (vom griechischen Stratos = Heer, also: Heerführung) bezeichnet man ein Bündel von Maßnahmen die auf ein Ziel ausgerichtet sind. Eine Strategie ohne Ziel bringt keine wirkliche Lösung.


💪 Strategie-Logik

Ein Ziel muss dabei Gütekriterien erfüllen. Es muss u.a. grundsätzlich möglich und konkret machbar sein. Das hört sich ähnlich an, ist aber ein Unterschied. Zum Beispiel: Der Flug zum Mars ist zwar grundsätzlich möglich aber aus heutiger Sicht nicht konkret machbar. Die aktuelle Strategie der Bundesregierung, das Virus auszulöschen, ist weder möglich noch machbar. Ergo verfolgen wir auch keine wirkliche Strategie, auch wenn die Politik das so nennt. Die Verzögerungstaktik hat uns Luft verschafft und stößt in diesem Herbst an ihre Grenzen.
Die Gesundheitsämter sind aktuell mit der absurden Aufgabe beschäftigt, jede einzelne Infektion zurückverfolgen. Über 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner am Tag gelten als bedenklich. Nicht etwa, weil dann das Virus gefährlich wird, sondern weil die Gesundheitsämter dann mit dem Zählen nicht nachkommen. Nicht etwa ein kritischer Schwellenwert bestimmt das Vorgehen, sondern die bürokratische Limitierung. Infektionsketten sollen rückverfolgt werden um sie zu unterbrechen. Doch seit fast alles Risikogebiet ist, macht rückwärts orientiertes Analysieren keinen Sinn mehr. Die Zahl 50 ist überholt. Es wird Zeit für den Blick nach vorn. Wir Deutschen stoßen an die Grenzen unserer Kernkompetenz, die uns seit jeher in der Not ein stabiles Gefühl gibt: Zählen, Prüfen, Kontrollieren. Letzter Rettungsanker: "Beherbergungsverbot". Ausnahmen nur für Leute mit negativem Test, einer Momentaufnahme ohne echte medizinische Aussagekraft, die den Träger für 24 Stunden als unbedenklich ausweisen soll. Seither blockieren gesunde Menschen die Teststationen. Kontrolle der Maßnahme: unmöglich.

Was von vornherein medizinisch bekannt war, wird nun auch von Professor Drosten öffentlich eingeräumt: einen zuverlässigen Impfstoff gegen Corona wird es nicht geben. Es ist einfaches Schulwissen, dass Impfstoffe gegen Corona- und Influenzaviren nur unterstützend wirken. Nur einmal gelang es der Menschheit bisher mittels Impfstoff einen Virus auszurotten: bei den Pocken. Neben Wirksamkeit und Nebenwirkungen stellen sich Verteilungs- und Akzeptanzprobleme eines im „Hauruck-Verfahren“ entwickelten Impfcocktails. Kurz: aus der Traum von der Viruskontrolle. Es wäre halt so schön gewesen.


❓ Wie erklärt sich soziologisch die Aufrechterhaltung einer solchen Illusion gegen bekanntes medizinisches Wissen?

❗️ Mittels der „Fiktion Impfstoff“ konnten wir uns als Gesellschaft wirksam ein halbes Jahr lang eine unangenehme Wahrheit vom Halse halten: daß wir nämlich mit dem Virus für den Rest unserer Tage leben werden. Mit seinem Eintritt in die irdische Lebensgemeinschaft wird Covid 19 wie seine Vorgänger fester Bestandteil unserer Lebenswirklichkeit bleiben. Professor Drosten empfahl für diesen Fall die aktuellen Isolierungsmaßnahmen auf unbestimmte Zeit fortzusetzen. Lebten wir alle in einer Virologenwelt, wäre das vielleicht praktikabel. Doch leben wir in einer kulturellen Welt, die größer ist als das. Neben dem eigenen Leben, das wir alle irgendwann möglichst in Würde verlieren, gibt es noch andere Verlustrisiken: Kulturelle Werte und Rituale gesellschaftlichen Zusammenhalts, wirtschaftliche und emotionale Stabilität.
Schon werden Wetten abgeschlossen auf das Unwort des Jahres: „Beherbergungsverbot“ hat gute Chancen: Was macht es mit einer christlichen Gesellschaft, deren Gründungsmythos vor 2000 Jahren mit einem Beherbergungsverbot begann. Nämlich mit Maria und Josef auf dem Weg nach Bethlehem. Statt in einer Herberge landen sie in einer Scheune. Der Sohn Jesus findet dort, zwischen Schaf und Esel, nur mühsam in die Welt und will seither, dass wir es besser machen. Seither zählt Gastfreundschaft – besonders für Hilfbedürftige, Alte und Kranke – zu den christlichen Grundtugenden.

Doch gerade die Alten und Kranken, die von der aktuellen Corona-Strategie geschützt werden wollen, werden durch den Mangel an einer wirklichen Strategie von nun an zusehends beschädigt. Bisher ist im Sinne von „Stop the Bleeding“ eine gute Grundlage im Umgang mit Corona gelegt worden, doch nun ist ein radikaler Paradigmenwechsel gefordert. Im chinesischen Taoismus gibt es dazu ein Sprichwort: "Wenn ein Pferd tot ist, steig ab."


💪 Das Lazarus-Stressmodell: Lösen statt verzögern

Für eine Strategie ist zuerst ein realistischer Blick auf die Gefährdung notwendig. Das unterblieb bislang. Hier helfen die bisherigen absoluten Zahlen ohne Querbezüge - stattdessen angsteinflößende Quervergleiche mit anderen Ländern - nicht weiter. Das Stressmodell von Lazarus beschreibt die Fähigkeit, die Gefahr in Bezug zu eigenen Ressourcen zu setzen; also die Fähigkeit, eine ausgewogene Balance zwischen einer faktischen Gefahrenbewertung einerseits und einer faktischen Ressourcenbewertung andererseits zu treffen. Das Lazarus-Konzept kann uns helfen, aus der kollektiven Angst herauszufinden, die über unzulässige Vergleiche geschürt wurde, und Corona in eine ernsthaftere und realistischere Gefahrenbewertung zu stellen.


💪 Realistisch abgleichen statt hysterisch vergleichen

Ein Beispiel: Wo der „Flachlandtiroler“ beim Bergwandern im Steilhang in Lebensgefahr gerät, ist der Extremalpinist noch im entspannten Ausflugsmodus. Das Gefahrenpotential indes ist beides Mal gleich hoch. Jedoch sind die Kompetenzen andere.
Erst der Abgleich der Gefahr mit eigenen Ressourcen entscheidet, ob die Situation motivierend wirkt, angsteinflößend oder unter Gefahrengesichtspunkten schlicht irrelevant ist.
So ist die objektive Gefahr des Verhungerns, die für große Teile der Welt gilt und die unsere Großeltern zum Teil noch kannten, in Mitteleuropa aktuell irrelevant. Man sollte also in Krisen nicht Äpfel mit Birnen vergleichen, sondern einen Faktenabgleich zwischen beobachtbarer Gefahr und vorhandener Ressource machen. Und wenn möglich auch quantifizieren. Das bringt Klarheit.
In Deutschland verfügen wir glücklicherweise über extrem hohe medizinische und administrative Lösungskompetenz. Daher sind Gefährdungspotentiale und Lösungsoptionen in Deutschland völlig anders gelagert als im Ausland.
Wir könnten also mit mehr Realitätsblick und Optimismus nach vorne schauen und vom Modus „Krise verwalten“ in „Krise Gestalten“ wechseln.
Die ständigen Quervergleiche mit italienischen oder brasilianischen Verhältnissen - mit selektiv ausgewählten Schreckensbildern aus aller Welt - sind aus strategischer Problemlösesicht inkompetent und aus psychologischer Sicht manipulatives Angstschüren. Respekt ist nötig, Angst aber ein schlechter Ratgeber.


👉 Praxisbeispiele:

Der FC Bayern würde sich im Falle einer sportlichen Krise auch nicht allen Ernstes mit den FC St. Pauli vergleichen. Schlicht weil er über andere Ressourcen verfügt. Wenn ein Schiff eine Havarie erleidet, also leck schlägt, bietet sich mit funktionierenden Lenzpumpen, einem intakten Schottsystem und mit ausreichend Rettungsbooten ausgestattet, eine völlig andere Gefahrenlage, als auf einem undichten großen Schlauchboot ohne technische Ressourcen auf offener See. Das ist kein Aufruf zur Sorglosigkeit. Doch ist im ersten Fall mehr Zuversicht angesagt.
Demzufolge müssen sich Risikobewertungen und Herangehensweisen unterscheiden. Die aktuelle Panikmache mit dem Schreckgespenst „italienische Verhältnisse“ hat ihren Sinn als pädagogische Zuspitzung erfüllt und uns Deutschen erfolgreich zur Disziplin bewegt. Nun ist mehr Realitätsblick auf tatsächliche Gefährdung und Lösungen geboten.
Auch der Verweis auf die USA ist unzulässig. Zwar sind die USA ein reiches Land. Der Zugang zu medizinischen Ressourcen ist aber – trotz Obama Care - elitär eingeschränkt. Ohne gedeckte Kreditkarte – money first! - geht in einem New Yorker Krankenhaus erstmal gar nichts. Schnelles flächendeckendes Behandeln ist so unmöglich. Ergo ideale Verbreitungsverhältnisse für Viren. Zudem ist die US Bevölkerung im Gegensatz zur deutschen quasi in einem Glaubenskrieg gespalten. Auch für Covid Viren gilt hier: Die USA sind das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Ein Vergleich zu Deutschland sollte uns nicht zu Panik, sondern allenfalls zur Zuversicht führen, daß wir das bessere Gesundheitssystem haben.


💪 Lazarusmodell: Zahlen - Daten - Fakten im Fokus

Wenden wir das Lazarus Modell auf die aktuelle medizinische Situation an: Bei aktuell ca. 4000 Neuinfektionen täglich sind von 8500 freien Intensivbetten in Deutschland nur etwa 500 mit Covid-Patienten belegt.
93 % der Ressourcen sind also frei. Im Sinne einer professionellen Risikoabwägung kein Grund zur Panik.
Unsere medizinische Lernkurve (Quelle Virologisches Institut Uniklinik Bonn) zeigt: Nur 5 % dieser Infizierten müssen überhaupt medizinisch behandelt werden, nur ein Drittel dieser 5 % intensiv. Wenn wir von einer Belegungsdauer von 5 Tagen ausgehen, also nur 1/5 Betten täglich belegt werden dürfte, wäre erst bei 96.000 Neuinfizierten täglich die Auslastung der Intensivbetten erreicht. Wenn man von einem Schwellenwert von 25 % Ressourcennutzung ausgeht, also 75 % der Intensivbetten als Reserve zurückhält, müssten wir uns bis 24.000 täglich Neuinfizierten nicht beunruhigen. Zur selben Bewertung kommt übrigens auch der Virologe Professor Streeck. Vermutlich ohne „Lazarus“, aber wohl mit einer vergleichbaren Methode.

Das Rechenexempel zeigt, wie dysfunktional die aktuelle Schwellenzahl von 50 pro 100.000 Einwohner ist, und wie unbegründet es ist, bei 4000 Tagesinfizierten in Panik zu verfallen. Auch wenn die Zahlen unerwartet weiter in die Höhe schnellen würden, 75 % der Intensivressource wären noch in Reserve.

Viel komfortabler ausgestattet kann man einer Krise nicht begegnen


❗️ Mentale Haltung als Schlüssel

Nun sind wir in der mentalen Haltung beim Schiffskapitän, der wie beim defekten Schlauchboot ebenfalls seinen Wassereinbruch und sein Sinkrisiko hat, doch über Ressourcen verfügt, damit umzugehen.
Und vergessen wir nicht die deutschen Matrosen, die in der großen Masse gewissenhaft die AHA-Regel befolgen: Abstand, Hygiene, Alltagsmaske.


💪 Hin zu einer echten Strategie: „Flatten the curve“ und „Herdenimmunität“

Um uns vor Covid zu schützen, wird ein Impfstoff allenfalls unterstützen. Schützen wird uns nur die Herdenimmunität, die irgendwann von alleine kommt mit allen negativen Begleiterscheinungen, oder die strategisch herbeigeführt werden kann.
Zur Strategie gehört ein realisierbares Ziel. Nach Ausschlußprinzip der Optionen und unter Beachtung ethischer Prinzipien bleibt aktuell als einziges realistisches Ziel die Herdenimmunität mit „Flatten the Curve“.
Spannenderweise waren wir in Deutschland im April schon einmal soweit. Bis die Bundesregierung Angst vor der eigenen Courage bekam und lieber auf Nummer sicher ging. Was damals kluges Handeln war, wäre heute in der Fortsetzung das Verharren im Problembild und fahrlässig. Die Unterstützung der Bevölkerung würde zurecht weiter sinken.

Zu einer Strategie gehört, den Menschen reinen Wein einzuschenken. Nicht mit Illusionen zu arbeiten, sondern mit realistischen Aspekten. Dazu gehört: Das Virus ist nicht auslöschbar und Menschen werden an Covid sterben, weil Menschen nunmal an Viren sterben. Das ist nicht zynisch sondern eine einfache biologische Wirklichkeit. Man wird das erfolgreich eindämmen, nicht aber verhindern.
Das Konzept „Flatten the curve“ leitet uns dabei. Mittels Lazarus-Stressmodell lassen sich Gefährdung und Ressourcen miteinander abgleichen in einer dynamischen Stabilisierung hin zur Herdenimmunität. Bis wir im Ziel sind, sind die AHA-Regeln wichtig, doch nicht als Dogma und heilige Kuh, sondern sinnvoll eingesetzt. Masken im Freien sind eine hysterische Überreaktion. Masken im Schulunterricht mehr als fragwürdig.


❗️ Strategisch sind folgende Aspekte wichtig:

👉 Die Jungen sind kaum gefährdet und eine Durchseuchung von Jung nach Alt ist sinnvoll. Dosierte Infektionen in Schulklassen (wie in Schweden, Schweiz, Dänemark) sind hilfreich. Das Schließen ganzer Schulen oder Klassen wegen einzelner Infizierter wie in Deutschland ist kontraproduktiv und verlängert die Pandemie. In der Schweiz, Schweden und Dänemark werden infizierte Kinder nach Hause geschickt, Der Rest macht weiter. Lehrer die zu Risikogruppen zählen, halten noch konsequenter Abstand mit Maske, lassen sich im Zweifel beurlauben. Das funktioniert dann, wenn die anderen weiterarbeiten.

👉 Die Alten und Kranken müssen geschützt werden. Dies als „Wegsperren“ zu verunglimpfen, ist billige Effekthascherei und hilft der Risikogruppe nicht. Ohne Lösungsstrategie verlängert sich ihre Unsicherheit und Risikozeit unnötig.

👉 Herdenimmunität ist keine genaue Wissenschaft. Man nimmt bei zwischen 60 % und 70 % Infizierten Herdenimmunität an. Komplexe Einflussfaktoren machen genaueres Messen unmöglich. Statt exakter Infiziertenzahl mit immensen Dunkelziffern hilft Kennzahlenmessung der Gesamtbevölkerung.

Eine solche offensive Strategie bewirkt eine „dynamische Stabilisierung“. Ein radikaler Paradigmenwechsel ist dafür notwendig. Der Druck der Bevölkerung wächst, die zusehends Lösungen erwartet und politische Führung. Die Wissenschaft nimmt dann wieder ihren Platz als Ratgeber der Politik ein, statt Taktgeber zu sein.


😁 Die Perspektive 😁

Ähnlich wie Hotspots negative Inseln bildet, bildet Herdenimmunität positive Inseln. Mangels infektiöser Virusträger sind die Alten und Kranken geschützt.

Das Phänomen der Herdenimmunität lässt sich (laut Virologisches Institut Uniklinik Bonn) bereits in Regionen von Brasilien, USA, Indien und Schweden feststellen. Wir Deutschen könnten uns hier eingliedern. Im Sinne einer Offensivstrategie und aufgrund unserer überragenden Ressourcenausstattung und administrativen Steuerungsfähigkeit könnten wir die Corona Bedrohung schneller hinter uns lassen als die meisten anderen Länder. Würden wir nur den Mut aufbringen, an unsere Stärken zu glauben und Lösungsszenarien zu bilden anstatt in emotionalen Angstbildern und Kontrollbedürfnis zu verharren.


👏 Das Beste zum Schluß👏

Mit Herdenimmunität wären wir auch wieder reisetauglich. Wäre das für die deutschen Reiseweltmeister nicht ein verlockendes Ziel?

Zum Text: "Das Corona-Trauma - Deutschlands widerwilliger Weg in die KOEXISTENZ MIT COVID-19

am 03.10.2020 von Philipp Brumhard

Corona-Strategien - 3 Länder im Vergleich

Deutschland, Schweden und Schweiz. Was können wir von anderen lernen? Wer schlägt sich am Besten? Corona wird maßgeblich unter biologisch-medizinischen Aspekten betrachtet. Soziologe Peter Tümmers schaut heute zur Abwechslung aus soziologischer Sicht darauf. Und das bedeutet: wie gut lösen wir es als Gemeinschaft? Wie wirksam sind die Problemlösestrategien? Ein kurzer Vergleich zwischen Deutschland, Schweiz und Schweden.

👉🏻Peter Tümmers von Schoenebeck ist Consultant von ICO ImpulseConsult Oberstdorf und Coach für interkulturelles Management

Kulturen unterscheiden sich wie Menschen

In einer Zwischenbilanz haben es diese drei Länder bislang weltweit mit am Besten gelöst. Dabei werden bis heute ganz unterschiedliche Wege beschritten. Woran liegt das? Maßgeblich ist - egal welche Problemelösestrategie man fährt - es braucht den Rückhalt der Bevölkerung. Dafür gelten kulturtypische Verhaltensmuster. Und die sind in drei besagten Ländern vollkommen unterschiedlich. Obwohl wir uns in Europa samt und sonders für Individuen halten, prägen doch kulturell gelernte Muster und kollektive Problemlosezugänge unser Gemeinschaftsverhalten. Interkulturelles Verhalten ist ein Teilbereich der Soziologie.

Ein kurzer Vergleich zeigt, warum der schwedische Corona-Weg den Deutschen versperrt ist und vermutlich gilt es auch umgekehrt. Bevor Sie jedoch weiterlesen: Verabschieden Sie sich vom „Rechthaben-Wollen“. In der interkulturellen Forschung gilt: „Die Unterscheidung in richtig-falsch ist richtig falsch.“ Auch wenn wir Deutschen so gern bewerten. Denn aus der eigenen kulturellen Sicht empfindet man die eigene Herangehensweise immer als natürlich und normal und das andere als befremdlich. Machen Sie einen sehr einfachen Test: Schreiben Sie Ihren Namen einmal mit der „falschen Hand“ oder putzen Sie sich die Zähne mit der „falschen“ Hand. Und wundern Sie sich bitte nicht, daß sie an Ihrem Zahnfleisch mehr Schaden als Nutzen anrichten. Die Dinge auf ungewohnte Weise anzugehen, führt erstmal zu schlechteren Ergebnissen und dem Gefühl, falsch zu liegen. Löst man sich von schnellen Wertungen und schaut unvoreingenommen, kann man neue Optionen entdecken. Denn: wäre ihre starke Hand für einige Wochen in Gips, würden Sie schon nach kurzem nicht mehr wissen, welches die richtige und welches die falsche Hand war.
Schauen wir also mit offenen Augen auf die Schweden und die Schweizer und zwischendurch auf uns. Und erstaunen wir uns, wie es mit Corona auch gehen kann.

Die Schweden

Beginnen wir im Norden: Schweden ist eine Konsenskultur. (Fachbegriff: „High Context Culture“). Seit 1523 ein stabiles Staatsgebilde und ohne Unterbrechung eine Monarchie ohne politische Umstürze. Das prägt Gemeinschaftsgeist und intuitive Problemlösungen. Kurz formuliert: man versteht sich intuitiv. Ähnlich wie eine alte eingesessene Wohngemeinschaft. Denn: In einer alten WG braucht es keinen Küchenplan und keine wechselseitigen Kontrollen. Statt Gesetze und Strafen genügen Vereinbarungen und Selbstverantwortung. So agieren – zum großen Unverständnis der Deutschen – die Schweden auch in der Corona-Krise.
Ganz anders Deutschland, eine sogenannte Föderalkultur. (Fachwort:“Low Context Culture“). Nie ein konsistentes Staatsgebilde gewesen, besteht es heute noch aus 16 zuteilen sehr eigenwilligen Ländern.

Die Deutschen

Seit die Schweden 1523 ein stabiles Königreich sind, wurden die Deutschen Länder vielfach zerlegt und wieder neu zusammengesetzt, immer mit Krieg und großem Streit: 1618, 1701, 1756, 1806, 1848, 1866, 1918. Zuletzt zerlegten sich die Deutschen 1945 auf spektakulärste Weise selbst und versuchen sich seit der Wiedervereinigung 1990 wieder zusammenzusetzen. Dabei wurde über die Zeit alles ausprobiert, was die Staatenlehre so hergibt: Kaiserreich, Königreiche, Staatenbund, Republik, Kommunismus, Diktatur. Wir sind mit allem durch. Selbstgewißheit und robuste nationale Identität entstehen so nicht.
Was so ein zusammengewürfeltes Konstrukt schlecht kann, ist Konsens. Dieser stellt sich selten von alleine ein sondern muss aufgrund der Unterschiedlichkeit der Teile ständig erstritten werden. Findet man mühsam einen Konsens, müssen die entstandenen Fliehkräfte gebändigt werden durch Kontrollen, Strafen und immer wieder den Appell zu Einheitlichkeit. Detailversessenheit, Obrigkeitsdenken und Regelverliebtheit sind gelernte deutsche Tugenden und kulturell über Jahrhunderte stabil verankert.
Entsprechend führen wir seit Beginn der Coronakrise einen Feldzug mit pauschalen staatlichen Maßnahmen, die im Einzelfall drastisch und manchmal überzogen wirken, aber letztlich in ihrer konsequenten Umsetzung zu Erfolgen führen. Typisch deutsch eben. Ganz anders die Schweden: wie in einer alt eingesessenen Wohngemeinschaft, genügend Gebote Stadt Verbote. Kein Lockdown, Abstandsempfehlungen und Aufruf zur Mäßigung. Gemeinschaftlich praktizierter gesunder Menschenverstand mit Eigenverantwortung der Menschen funktioniert in Schweden tatsächlich, wird aber seit Anbeginn der Krise in Deutschland missverstanden als ob es in Schweden gar keine Maßnahmen gäbe. Dass auch Gebote und Eigenverantwortung zu konsequenten Ergebnissen führen können, ist uns deutschen kulturell fremd. Was nicht mit Gesetzen, Kontrollen und Strafen belegt wird, kann nicht funktionieren – so denkt der Deutsche und hält das für normal.
Es gilt das Goethe Zitat: „Es hört doch jeder nur was er versteht.“ Das gilt leider auch für viele deutsche Medien, die einseitig durch die deutsche Brille auf Schweden schauen und so bestehende Bewertungen verstärken, statt den Blick auf neue Chancen zu wenden. Auch deshalb schauen wir seit Monaten so skeptisch nach Schweden. Soziologisch gesprochen neigen die Deutschen zu sog. „Defensivstrategien“. Dies sind Strategien zur Risikovermeidung. Die Schweden dagegen neigen als Konsens-Kultur zu „Offensivstrategien“. Dies sind Strategien zur Chancenergreifung. Was in Schweden als offensiver Umgang mit Corona am Ende zu guten Ergebnissen geführt hat, wirkte auf die Deutschen kulturell wie Fahrlässigkeit. Richtig ist, die Schweden hatten zu Beginn mehr Tote, haben Herdenimmunisierung angestrebt, haben dabei auch Fehler gemacht, aber stehen jetzt sehr stabil. Sie haben kaum mehr Tote. Bei Offensivstrategien wie in Schweden gilt Fehlermachen als Chance zum Lernen und Optimieren. Man streitet, aber man zerstreitet sich nicht. So hatten die Schweden auch in der ersten Corona-Phase, als viele alten Menschen starben, immer noch nationale Zustimmungswerte von über 60 Prozent. Bei Defensivstrategien dagegen gelten Fehler als unverzeihlich und als Versagen. Harsche wechselseitige Kritik bis zur dramatischen Abwertung des anderen sind die Folge. Deshalb ist Deutschland auch das Land mit den meisten Corona-Demos und dem härtesten medialen Kampf.
Während die Schweden emotional robust bleiben, streben wir Deutschen nach der totalen Kontrolle. Das offizielle deutsche Paradigma, jede einzelne Infektion nachverfolgen zu wollen, gleicht dem Versuch, bei Starkregen jeden einzelnen Wassertropfen zu katalogisieren. Perfektionistisch, detailversessen, deutsch. Was wir damit erreichen, ist freilich nur die Illusion von Kontrolle. Wenn das RKI zum Beispiel 7294 Neuinfektionen angibt und dabei zugleich eine Dunkelziffer vom bis zu 1 zu 12 mitgibt, hat das mit Wissenschaftlichkeit nichts zu tun. Die Zahl mißt auch gar nicht die Neuinfektionen, wie behauptet wird, sondern lediglich die Testintensität.
Aus soziologischer Sicht ist bedenklich aber nicht entscheidend, daß hier nur mit der Illusion von Wissenschaftlichkeit gearbeitet wird: Sozial-psychologisch ist wichtig, daß dieses Vorgehen uns Deutschen hilft, uns wohler mit der Krise zu fühlen. Wenn wir die Situation schon nicht im Griff haben, so wenigstens die Zahlen. Statistiken sind eine deutsche Tugend. Man kann sich darüber lustig machen. Was aber zählt: für uns Deutschen funktioniert das so sehr gut.
Was aus deutscher Sicht sehr vernünftig wirkt, wirkt aus skandinavischer Sicht hysterisch und übertrieben. Wer hat Recht? Antwort: es ist eine Frage des eigenen Standpunktes. Normal ist immer das eigene, das andere ist befremdlich.

Die Schweizer

Nun zur Schweiz. Sie steht spannenderweise zwischen diesen beiden sehr entfernten deutsch-schwedischen Lösungspolen.
Die Schweiz ist beides: eine Konsens- und eine Föderalkultur. Seit Ihrer Unabhängigkeit 1648 vom Römischen Reich deutscher Nation – wobei den Schweizern selbst der Rüthlischwur 1291 als Unabhängigkeitsdatum lieber ist – hat sich die Schweiz als Staat kaum verändert. Es ist das einzige Land Europas, das seit dem 30 jährigen Krieg die gleichen Außenkonturen hat und hochstabil ist. Zugleich sind die Schweizer eine Föderalkultur, weil sie seit jeher 4 Sprachengemeinschaften zusammenhalten müssen. Ein starker Bund sichert den Konsens, zugleich sind politische Willensbildung zu Gemeinden und 26 Kantonen verlagert. Die Schweiz ist gelernte Mitgestaltung und Selbstverantwortung.

😷 „Symbol Maske“

Während in Deutschland „die Maske“ mittlerweile symbolisch aufgeladen ist als Ausweis von Verantwortung und Vernunft, in Schweden nach wie vor keine Maskenpflicht besteht, gilt auch für die Schweiz: Masken Fehlanzeige. Lediglich in öffentlichen Verkehrsmitteln gilt Maskenpflicht und das auch nur in einigen Kantonen. In den meisten Schulen ebenfalls keine Maskenpflicht, sondern nur die Regel für den Lehrer, 2 Meter Abstand zu halten. Kinder gelten in der Schweiz als wenig ansteckend und wenig gefährdet. Wer sich unwohl fühlt, soll zuhause bleiben und sich testen lassen. Hier werden nicht, wie in Deutschland, ganze Schulen wegen eines Falles geschlossen. Das infizierte Kind bleibt zu Hause, der Rest der Klasse macht weiter. In Deutschland undenkbar.
Auch in Geschäften, in öffentlichen Gebäuden und Ämtern sind Masken nicht zu sehen. Meine Lebensgefährtin hat einen Nebenwohnsitz im Schweizer Kreuzlingen direkt an der Grenze zum deutschen Konstanz. Wir bewegen uns also privat in beiden Ländern und jedes Mal wenn wir die Grenze überschreiten erfahren wir einen bizarren Wechsel: im deutschen Konstanz Masken aller Orten, im schweizerischen Kreuzlingen trägt auch im Rathaus niemand Maske. Menschen in Amtsstuben, alte und junge Leute wartend am Schalter und: keine Masken.
Aus soziologischer Sicht ist dieser Unterschied hoch spannend, ist doch die Lebenssituation sozio-ökonomisch, klimatisch, medizinisch beidseits der Grenze gleich. Auch das Virus sollte dasselbe sein.
Der Grund liegt in der Problemlösekultur der Schweiz, die seit jeher die Bürger als mündig integriert und an die Eigenverantwortung glaubt. So gibt es hier die Volksbefragung als Mittel der Gesetzgebung. Am vergangenen Wochenende haben die Schweizer mit 60 % Zustimmung darüber abgestimmt, daß der Ausländerzuzug nicht beschränkt wird und nun auch die Väter 2 Wochen Vaterschaftsurlaub bekommen.
Die Deutschen treibt die Angst um, etwas falsch zu machen, die Schweizer treibt um, es richtig zu machen.
Der Schweizer neigt kulturell zur Über-Vorsicht, nicht aber zu Über-Ängstlichkeit. Ein kleiner aber feiner Unterschied. Und schon gar nicht gilt er als leichtfertig oder verantwortungslos.
Deshalb lohnt es sich über die deutsche Maske einen Moment nachzudenken. Ketzerische Frage: Brauchen wir sie in dieser drastischen Form als medizinischen Schutz oder damit wir uns gut fühlen.

🌍 Kultur ist wandelbar

Vielleicht können wir Deutschen uns - bei allem Respekt vor der Gefahr des Coronavirus - in diesem Herbst von den Schweizern und Schweden etwas mehr Souveränität und Gelassenheit abschauen. Die aktuellen Zeichen in der Politik stehen eher auf bürokratischer Überreaktion. Konkretes Beispiel aus dem Allgäu: Das österreichische Kleinwalsertal, dass geographisch zum deutschen Allgäu gehört, wegen eines einzigen Infizierten, der zudem in Quarantäne sitzt, zum Risikogebiet zu erklären und damit von seinem Wirtschafts- und Lebensraum abzugrenzen, nur weil es politisch zum Vorarlberg gehört, zeugt nicht von Intelligenz und von Einbezug der Bürger.
Es zeugt auch nicht von verantwortlichem politischen Handeln, sondern von „german angst“, etwas falsch zu machen. Es zeugt von bürokratisch motiviertem Sicherheitsdenken anstatt von medizinisch motivierter Sorge.
Eben typisch deutsche "Defensivstrategie" statt gestaltender Mut.

🏔 Breaking news aus dem Allgäu

Während dieser Artikel entsteht, postet die Allgäuer Landrätin Indra Baier-Müller am 2. Oktober folgendes auf Facebook: „Das Kleinwalsertal und Jungholz sind keine Corona-Risikogebiete mehr. Die Reisewarnung ist damit aufgehoben. Ich freue mich, daß dies heute gelungen ist. Durch den gemeinsamen Lebens- und Wirtschaftsraum mit dem Oberallgäu sind hier sachgerechte, grenzübergreifende und gemeinschaftliche Lösungen gefragt.“

💪 Fazit: Besondere Situationen bieten kulturell besondere Lernchancen.

„Typisch deutsch“ ist nicht für alle Zeit festgeschrieben. Für Kulturen gilt wie für Menschen: „Man wächst an seinen Aufgaben.“




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am 16.09.2020 von Philipp Brumhard

SUP-Surfwelle statt Corona-Welle

Der Businesscoach Peter Tümmers von Schoenebeck von ICO ImpulseConsult testet Wellenboard für Bavarian Waters

Aufblasbare StandUp Boards, die gerade große Mode sind, taugen nicht wirklich zum Wellenreiten. So die gängige Experten Meinung. Da sie aus Luft bestehen und recht dick sind, tauchen sie nicht unter der Welle durch und können sie auch kaum schneiden. Toby Hüther, Stand Up Paddle Instruktor für Wildwasser SUP Surfen bei Bavarian Waters hat schon einige aufblasbare „Surfsemmeln“ unter den Füßen gehabt und schickt Outdoorexperte Peter Tümmers von Schoenebeck ein Testboard von NRS - den „Whip“- nach Frankreich an den Atlantik.

🏄 Peter Tümmers von Schoenebeck lässt sich nicht lange bitten. Bei Bordeaux stürzt er sich in die Fluten. Und ja... beim raus paddeln ist das Board eine Herausforderung. Zunächst gibt es einige spektakuläre Abflüge vom Board bis Peter den Bogen raus hat (s. Bilder 4-7). Doch dann läuft es: tatsächlich kann man mit diesem kleinen agilen Board Wellen hoch anfahren und dank der hochgezogenen Nase exzellent anschneiden, Wellen crossen und steile Turns fahren (Bilder 8-11). Auch die weiße Welle bietet puren Genuss. Fazit: Luftboard und Welle geht doch!

Wer auf Wildflüssen oder am Meer selbst Wellenreitgenuss erleben will, ist bei den Guides und Surfexperten von Bavarian Waters goldrichtig.

➡ Für Interessierte empfehlen wir euch den Einsteigerkurs für SUP-Wellenreiten in Ligurien (Norditalien) vom 30. Oktober bis 01. November.

Auch im Rahmen der Wildwasserkurse, -camps und -touren von Bavarian Waters gibt es die Möglichkeit stehende Flusswellen zu surfen.

Mehr erfahren
am 16.09.2020 von Philipp Brumhard

ICO ImpulseConsult beim RED BULL Dolomitenmann

Red Bull Dolomitenmann ist der härteste Teamwettbewerb der Welt. Zum ersten Mal dabei, schaffen es die vier Athleten vom Team ICO ImpulseConsult bei Berglauf, Gleitschirm, Downhill MTB und schließlich WW Kajak auf Anhieb auf Platz 44 von 80 Teams.

Peter Tümmers von Schoenebeck stürzt sich als Zweitältester der rund 400 Athleten mit dem Kajak die 7 Meter Startrampe hinunter. Vorher haben daniel_webhofer bei seinem 2000hm Berglauf, @Alex Lang per Flug mit Zwischenaufstiegen sowie Christoph Plössnig per MTB und Downhill die Spur gelegt.
Danke an Euch Jungs für die geile Teamperformance.

am 15.09.2020 von Philipp Brumhard

Maßgeschneiderte Kompetenz: Des Widerspenstigen Zähmung

Peter Tümmers von Schoenebeck, Businesscoach bei ICO ImpulseConsult und Extremsportler, wird ausgestattet: Peter goes chic!

„Peter ist in vielen Themen so professionell unterwegs, vom Sport bis zum Coaching, aber sein Bekleidungsstil lässt doch stark zu wünschen übrig.“
So die Überzeugung von seinem Sportfreund Klaus Felbinger in Immenstadt, mit dem er schon viele extreme Wildwasserbefahrungen durchgeführt hat. Deshalb bietet er seinem langjährigen Freund Peter Tümmers von Schoenebeck eine maßgeschneiderte Ausstattung von Felbinger Herrenausstatter für seine Coaching-Auftritte an.

Nachdem mehrere kompetente Menschen in Peters Umfeld - allen voran seine Lebensgefährtin - dem lebhaft zustimmen, willigt Peter ein und begibt sich zum Maßnehmen nach Immenstadt. Hier beginnt nun eine Verwandlung, bei der Klaus Felbinger sein ganzes Können aufbieten will, um Peter in einen schicken Menschen zu verwandeln😉.

Ob es gelingt? Wir halten Euch auf dem Laufenden.

am 17.07.2020 von Peter Tümmers von Schoenebeck

Charisma-Führung als Krisenkompetenz

Anleitung für "Normalos": Richtung geben in Unsicherheit.
Charismatische Menschen geben Richtung in Unsicherheit. Sie begeistern in unattraktiven und scheinbar ausweglosen Situationen. Good News: Jeder kann dies erlernen. Denn Charisma ist nicht angeboren, sondern in entscheidenden Lebensmomenten erworben (siehe hier). ICO-Chefcoach Peter Tümmers von Schoenebeck gibt eine Anleitung für „Normalos“. Anwendbar in allen Lebenslagen. Probieren Sie es aus. Viel Vergnügen!

Hinweis: Dieser Text darf geteilt werden mit Hinweis auf www.ico-impulseconsult.de

Charisma Prinzip 1: SEI INITIATIV

In Krisen gilt schnelles Handeln als Gebot der Stunde. Grund ist das menschliche Gehirn, das die Kombination aus Verwirrung und Bedrohung nicht lange aushält. Auch wenn intensives Nachdenken und differenziertes Handeln zielführend wären, übernimmt das Stammhirn kurzerhand die Regie. Plakative Entscheidungen und Parolen wirken unter Druck attraktiv. Das Gesetz des Handelns bestimmt die Strategie. Was jetzt besser wäre, ist kluges Handeln und eine exzellente Vernetzung mit Ihrer „Herde“. Sie müssen jetzt schnell wissen, was läuft und die Menschen bewegt. Führung findet jetzt im direkten Menschenkontakt statt, nicht am Schreibtisch. Sir Winston Churchill fuhr als britischer Premier im Weltkrieg nachts stundenlang U-Bahn – kreuz und quer durch London – um mit den sogenannten „einfachen Menschen“ zu sprechen, um herauszufinden, was sie bewegt. Für Leader gilt: Bündeln Sie die Ideen und Bedürfnisse in Initiativen und Vorschläge und tun Sie es schnell, bevor die Populisten zuschlagen, die den Vorteil der leicht eingängigen Pauschallösung auf ihrer Seite haben. Zwar produzieren einfache Lösungen für komplexe Situationen meist weitere Folgeprobleme. Daran sind aus Sicht des Populisten dann aber andere schuld. Für den Populisten ein weiterer Vorteil: Denn Schuldige lenken vom eigenen Handeln ab. Lassen Sie das nicht zu. Seien Sie initiativ. Übernehmen Sie Deutungshoheit auf Basis von gutem Zuhören.
Kurzbotschaft: Schnell Richtung geben bevor es Populisten tun.


Charisma Prinzip 2: SEI SINNSTIFTEND

In Unsicherheit steigt bei Menschen das sogenannte „emotionale Deutungsbedürfnis“. Wo der Mensch sonst entspannter Beobachter bleibt – frei nach Franz Beckenbauer „Schaun mer mal, dann sehn mer schon“ - drängt es das menschliche Gehirn in Krisen in eine schnelle Sinngebung. Der Mensch will einordnen, katalogisieren, zuweisen, um dem drohenden Gefühl der Ohnmacht zu entgehen. Motto: „Wenn ich die Lage schon nicht im Griff habe, dann verstehe ich sie wenigstens.“ Psychologisch beruhigt das tatsächlich. Denn Klarheit beruhigt. Daher nimmt das Gehirn in Unsicherheit gerne unreflektiert die erste Lösung, die plausibel klingt. Und leicht zu vergemeinschaften muss sie sein. Motto: „Worauf man sich schnell einigen kann, scheint zu stimmen.“ Das ist der Grund, warum sich in Krisen auf Dauer meist zwei Lager bilden, die sich unversöhnlich gegenüberstehen. Die Wahrheit läge, wie so oft, in der Mitte. Für Differenzierung fehlen jetzt aber leider die Geduld und der Überblick. Beugen Sie dieser Lagerbildung vor, denn sonst ist die Herde gespalten und hat maximal halbe Kraft. Übernehmen Sie als jemand, der diese Mechanismen durchschaut, den Prozess der Deutungshoheit. Das Zauberwort heißt „Framing“ (auf Deutsch: rahmen). Aktuell ist es häufig in den Medien und in Verruf geraten, weil von Politikern als Manipulationsmethode benutzt. Im Kern ist Framing aber wertvoll. Tipp: geben Sie jeder Initiative mehrere Sinngebungen – sogenannte „Kontext-Frames“ – mit. Besser noch: fragen Sie die Herde nach Ihren Bedürfnissen und machen Sie ein kombiniertes Angebot aus „Initiative + Sinnstiftung“ aus Adressatensicht. Denken Sie dabei daran: „Das Hundefutter muss dem Hund schmecken, nicht dem Herrchen.“
Kurzbotschaft: Überzeugen heißt: Aktion nur direkt kombiniert mit Sinn und Nutzen.


Charisma Prinzip 3: SEI INTEGER

Aufrichtig zu sein, steht gerade hoch im Kurs. Sei Du selbst, dann bist Du echt: Authentisch eben. Das hat aber leider nichts mit Integrität zu tun. Denn wer authentisch ist, folgt seinen Impulsen und seinen eigenen Bedürfnissen. „So isser eben“, kommentiert das Umfeld nachsichtig Fehltritte des Chefs oder die „Schwalbe“ des schlitzohrigen Fußballers. In Krisen aber schauen Menschen ganz genau hin, ob ein Leader glaubwürdig ist. Und das heißt: ist er oder sie bereit, eigene Bedürfnisse zurückzustellen, sich ganz in das Ziel zu integrieren, sich in den Dienst der gemeinsamen Sache zu stellen? In Denglisch: „Walk your talk“. Altmodisch genannt: Integrität. Zum Unterschied: „Authentisch“ sein bedeutet, sich selbst treu zu sein. „Integer“ bedeutet, einem Thema treu zu sein.
Die Empfehlung: Nachdem Sie erfolgreich Initiativen mit Sinn und Zweck gestartet haben, gehen Sie mit Taten voran und verhalten Sie sich ganz im Sinne des von Ihnen ausgegebenen Zieles. Insbesondere da, wo es Ihnen selbst weh tut, denn dann ist es echt. Dann gelten Sie als glaubwürdig. Wenn Sie das zum allgemeinen Gesetz Ihres Handelns machen, ernten Sie auf Dauer Loyalität – d.h. Gefolgschaft ohne Einzelfallprüfung. Wer Loyalität genießt, ist in einer komfortablen Führungssituation. Wie beim Charismaprinzip 1 ausgeführt, sollen Sie ja initiativ sein. Das geht leichter, wenn Menschen einem folgen, weil man sich dessen als würdig erwiesen hat. Dann erzeugen Sie Momentum. Auf Deutsch: „Es läuft!“
Kurzbotschaft: Wenn’s unbequem wird: vorangehen!


Charisma Prinzip 4: SEI EMPATHISCH

Der Sinn liegt immer im Auge des Betrachters, und derer gibt es viele. Man muss Menschen heute für eine Meinung gewinnen. In der Feudalzeit war das unwichtig. Denn für Leibeigene und Kriegsgefangene galt: „Wes Brot ich ess, des Lied ich sing.“ In der modernen Gesellschaft erzeugt die Sinnsuche vieler Individuen aber ein Auseinanderdriften, das zu bändigen ist. „Commitment zu Leitbildern und Zielen“ heißt das im modernen Management. Wer überzeugt ist, macht mehr als nur seine Arbeit, denn er ist „intrinsisch“ motiviert, die Königsdisziplin der Menschenführung. Solche „Commitments“ zählen in Krisen oft nichts mehr. Denn jetzt ist „Das Hemd näher als die Hose.“
Auf einen Arbeitgeber zählen, der selbst angezählt ist, sieht nicht nach Erfolgsmodell aus. Fliehkräfte werden frei. Als Chef oder Chefin erfahren Sie das oft als Letzter. Beugen Sie dem vor, indem Sie dicht bei den Menschen sind. Erfahren Sie, wo der Schuh drückt, und gehen Sie nicht nur auf Sachthemen. In Zeiten von Dringlichkeit ist das ein häufiger Fehler, weil schnelle und praktische Lösungen Erfolg versprechen: Was für Menschen in Veränderung jetzt aber weit mehr zählt als das „Was und wie“, das ist das „Wohin und Wozu.“ Fragen Sie vor allem nach persönlichen Motiven und Emotionen. Bewerten Sie solche Gespräche nicht als Zeitfresser. Es sind wertvolle Investitionen. Weil: Wenn Sie selbst zusehends machtlos wirken, warum sollten Ihre Mitarbeiter Ihnen noch nachlaufen. Allenfalls weil Sie die Herde aus deren Sicht gut organisieren und eine Richtung geben, die viele als relevant empfinden.
Kurzbotschaft: Menschen gewinnen mit dem Prinzip: „Erst verstehen, dann verstanden werden.“


Charisma Prinzip 5: SEI KONSEQUENT

Durch konsequentes Handeln nach zum Beispiel diesen vier Prinzipien haben die Menschen um Sie herum Gelegenheit zu erkennen, welch‘ Geistes Kind sie sind, Motto:
Worte werden zu Taten, Taten werden zur Haltung, Haltung wird zum Charakter. Und den kann man spüren. Und im besten Fall haben Sie andere um sich herum damit angesteckt. Nein – nicht mit dem Coronavirus - sondern mit Haltung gemäß der genannten Charisma-Prinzipien.
Charisma heißt wörtlich übersetzt „Gnadengeschenk“. Gnade kommt vom althochdeutschen „gnähen“ – heute übersetzt mit „annähern“. Das bedeutet: wer sich auf den Weg macht und sich dem Besserwerden stetig annähert, wird beschenkt werden.
Kurzbotschaft: Wer gibt wird zurückbekommen.


Die 5 Prinzipien charismatischer Führung im Überblick:

1. Sei initiativ. Es gilt, Gelegenheiten am Schopfe zu packen. Sie kommen in Krisen meist kein zweites Mal.
2. Sei sinnstiftend. Wer den Zielhafen nicht kennt, dem ist kein Wind der richtige. Wer aber das „Wohin und Wozu“ kennt, erträgt fast jedes „Wie“. Setze Etappenziele. So machst du Kräfte frei.
3. Sei integer. In Krisen gilt: Nur Bares ist Wahres. Das heißt, Menschen glauben dem konkret Sichtbaren mehr als wohlgemeinten Worten. Also: geh mit Taten voran.
4. Sei empathisch. Mach Dir keine Illusionen. In Krisen ist sich Jeder selbst am nächsten. Deshalb musst Du die Bedürfnisse Deiner Mitmenschen treffen, sonst gewinnst Du sie nicht.
5. Sei konsequent. Wenn Du 1-4 befolgst, dann hast Du Gefährten (Companionship). Dann folgt man Dir auch, wenn Du mal nicht initiativ, sinnstiftend, integer oder empathisch bist. Denn Du bist auch nur ein Mensch. Das Momentum zählt.

am 15.07.2020 von Peter Tümmers von Schoenebeck

Coronakrise: Vor die Welle kommen - Ein ermutigender Impuls aus dem Sport

Auf der längsten Welle Nordafrikas. Vom „Determined Moment“ übers „Dynamische Stabilisieren“ zum Sicheren Ufer.

Als früherer Expeditionssportler im Kajak, Co-Trainer des Nationalteams und selbst WM-Teilnehmer bin ich Krisen gewohnt. Selbstgewählte Krisen - nichts anderes sind Expeditionen - waren jahrelang das Salz in der Lebenssuppe. Manchmal überrollt einen aber die Welle und man hat sich das nicht selbst ausgesucht. So geht es mir heute manchmal als SUP-Wellenreiter, wohin ich nach meiner aktiven Wildwasserkarriere meinen sportlichen Ehrgeiz verlagert habe. Als Wellenreiter kennt man das Phänomen aufeinanderfolgender Wellen, aus denen man sich nicht befreien kann.
Hat einen ein Wellenmonster kalt erwischt, rappelt man sich wieder hoch. Kaum steht man wieder, hat die Situation wieder halbwegs im Griff, will wieder Fahrt aufnehmen, kommt die nächste Welle und wieder ringt man um Luft und Kontrolle. Ähnlich wie im Meer, wo wir den Elementen ausgeliefert sind und als Mensch klein und schwach, stehen uns in den nächsten Monaten Corona-Wellen bevor. Der Pandemie- und Klimalogik folgend, aber im Prinzip unberechenbar. Wichtig dabei ist, vor die Welle zu kommen. Im Rahmen seiner Möglichkeiten Fahrt aufzunehmen. Kraftvoll, ohne Hektik die richtigen Impulse setzen.
Damit hält man auch einen Wellenbruch aus: nur noch einen brüllenden Schaumberg hinter sich und unsortierte Strömung vor sich. Wenn man aber inzwischen stabil steht, erreicht man das sichere Ufer. So wie mir das 2019 auf der längsten Welle Nordafrikas an der marokkanischen Küste gelungen ist.

Die Bildcollage des 1,1 km langen Ritts zeigt die verschiedenen Phasen.
Bild 1: „Herausforderung konkretisieren“. Schau Dir die Situation von allen Seiten an.
Bild 2: „Determined Moment“. Ein absoluter Schlüsselbegriff im Spitzensport. „Jetzt gilt’s!“ Den richtigen Augenblick erkennen und kraftvoll beschleunigen.
Bild 3: „Momentum nutzen“. Wenn’s läuft, dann läuft’s“ sagt ein salopper Spruch. Was aber spielerisch aussieht, hat damit zu tun, Chancen und Risiken zu erkennen und günstige Strömungen für sich zu nutzen.
Bild 4: „Dynamisch stabilisieren“. Voraussetzung ist eine „entspannte Anspannung“. Fest und doch weich, um auf alles Unerwartete zu reagieren.
Bild 5: „Disruption aushalten.“ Wenn es hinter einem tosend zusammenbricht, dann nicht beeindrucken lassen, sondern Blick weiter nach vorn.
Bild 6: „Sicheres Ufer erreichen.“ Und erfolgreiche Challenge feiern. In krisenhaften Situationen die eigene Kompetenz stärken.
Lassen Sie sich von den Corona-Wellen nicht entmutigen. Nutzen Sie die Vorwärtsströmungen, die die Welle Ihnen bietet. Ein Satz im Kopf hilft mir, wenn ich zwischen Wellenbergen festhänge und es eher Richtung Open Ocean als Richtung Ufer geht:
Irgendwas geht immer.

am 14.07.2020 von Philipp Brumhard

👬 Schulterschluss

Netzwerken praktizieren, statt nur darüber zu reden.

Altes Konkurrenzdenken überwinden. Partnerschaft in schwierigen Zeiten. Ab heute liegt das Outdoor-Gemeinschaftsangebot von Faszinatour Adventure & Sports und ICO GmbH ImpulseConsult im Allgäu aus. Doch auch von zuhause aus darf von kaltem Gebirgswasser und klarer Luft geträumt werden.


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am 13.07.2020 von Philipp Brumhard

Direkt vom Praktikum in die Festanstellung

💪 Unsere ICO-Crew hat Verstärkung bekommen: Seit Juni ist unsere bisherige Praktikantin Jojo fester Bestandteil unseres Teams.

Unsere ICO-Crew hat Verstärkung bekommen:
Seit Juni ist unsere bisherige Praktikantin Jojo fester Bestandteil unseres Teams.

Die Sportwissenschaftlerin und Europameisterin im Roundnet (siehe Foto: Jojo rechts in Aktion bei der Europameisterschaft) hat sich im Praktikum super bewährt. Wir freuen uns, dass sie unser Angebot angekommen hat, bei uns zu bleiben. Sie wird im Training und digitalen Marketing unterstützen und wird als Sportwissenschaftlerin das Rafting im Sommer und Outdoor-Programm kompetent betreuen.

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oder schreibt an Jojo:
➡️ johanna.schumann@ico-impulseconsult.de

am 08.07.2020 von Philipp Brumhard

☀ Safety Training - ICO Team macht sich fit für den Sommer

Wir hängen uns rein - für Eure Sicherheit!

Zwei intensive Tage in luftigen Höhen in unserem ICO Skywalk in Oberstdorf liegen hinter uns: Gemeinsam mit neuen und bekannten Gesichtern wurden Anfang der Woche ausführlich Sicherheit und Seilkompetenz trainiert. Somit sind unsere Guides auf dem neusten Stand und optimal vorbereitet für gleichermaßen adrenalingeladene und sichere Erlebnisse im einzigartigen Kletterpark zwischen den Schanzentürmen der Audi-Arena.

Ob spannender Gruppenausflug, außergewöhnliches Teamevent oder zielführendes Business-Training - der Skywalk bietet für jeden Anlass die perfekte Location.

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am 04.07.2020 von Peter Tümmers von Schoenebeck

Coronakrise - Wege aus der Wut zu Zuversicht

Mental robust in der Krise. Die Wut in der Corona Gesellschaft wächst. Die Zündschnur wird kürzer. Das ist prekär, denn die Coronakrise hat gerade erst begonnen. Ob nun mehrere Wellen wie Prof.Drosten vorhersagt oder ob wir in einer einzigen „Dauerwelle“ stecken wie es Prof. Streeck formuliert, sicher scheint: Wir sind noch lange nicht durch und brauchen dringend eine positive Grundhaltung für die Folgekrisen: Arbeitslosigkeit, Absatzkrise, Welthandelskrise. Was aber zu beobachten ist, sind zunehmend Frust und Wut. Der Soziologe Peter Tümmers von Schoenebeck erklärt, was sich hinter der aufkeimenden Wut verbirgt und welche Möglichkeiten und Kern-Kompetenzen es gibt, aus der drohenden Negativschleife herauszufinden. Er erläutert die psychologische Basis für mentale Stabilität in Krisen und wie man diese seelische Robustheit in seinem Umfeld erzielen kann. Denn mehr – soviel zumindest ist sicher – kann der Einzelne nicht tun.

LEBENS- UND ZUKUNFTSANGST SIND STÄNDIGE BEGLEITER DER MENSCHHEIT

Das liegt an der ständigen Präsenz der drei Grundemotionen Neugier, Angst und Freude, die alle höheren Säugetiere zu eigen sind. Stellen Sie sich einfach eine junge Katze oder einen jungen Hund vor, der sich einem Fremden nähert. Sie werden genau diese drei Emotionen beobachten. So nähern auch wir Menschen uns neuen Themen, Herausforderungen und Menschen an. Angetrieben von einem Hormoncocktail aus Dopamin, Testosteron und schließlich Endorphin erobern wir die Welt. Typisch ist auch: mit dem Alter werden wir ruhiger. Wer sich jedoch gar nicht mehr fordert, seine Neugier nicht immer wieder auf die Probe stellt, seine Komfortzone zur Ruhezone erklärt, wer also nur noch in der Kombination aus friedlich und höflich durch die Welt geht – ergo „friedhöflich“, der wird in seiner Lebenskraft frühzeitig erlahmen. Dieser Lebenszyklus aus Werden und Vergehen begleitet die Menschheit mal mehr mal weniger spektakulär durch die Jahrhunderte.

Aktuell ist der Zyklus empfindlich gestört. Die Corona-Krise, oder genauer: die „Corona-Vermeidungs-Krise“ verhagelt uns zusehends die positive (Hormon-)Bilanz unseres menschlichen Bemühens. Auch motivierende Sprüche vom „Wachsen in der Krise“ oder „Die Chancen der Krise“ nutzen, zünden nicht mehr, nachdem jeder eifrig seine digitalen Hausaufgaben gemacht hat, in Restaurants nun auch modisch-motivierende Masken ausliegen und jeder, der es kann, Podcasts und Gratis-Webinare anbietet, die alle und jeden garantiert erfolgreicher machen. Kurz: es wird fad.

Der hormonelle Grund: Die Belohnung fehlt. Erst wenn man Herausforderung durchschritten hat, der Ball im Netz zappelt, das Konzert gespielt ist und der Applaus aufbrandet, erst wenn wir gewissermaßen „durch sind“, verwöhnt uns unser Gehirn mit einer fetten Prise köpereigener Droge – mit „endogenem Morphin“ oder umgangssprachlich „Endorphin“. Chaka!

Wir sind aber nicht durch; sondern hängen bei allem Bemühen in einer Corona-Dauerschleife fest. Die Aktiverungshormone Dopamin und Testosteron drehen ohne Aussicht auf Erlösung frei im System.

Wenn wenig gelingt, dann bleibt den Menschen immer noch die Herde und deren Zusammenhalt als letzter Ausweg. Man versammelt sich und bestärkt sich gegenseitig: „Geteiltes Leid ist halbes Leid“, sagt der Volksmund. Das Bindungshormon Oxytocin sichert nicht nur, daß junge Mütter aufgrund der Oxytocinflutung wirklich jedes Baby süß finden - was die Evolution im Sinne des Arterhalts klug eingerichtet hat - sondern auch, daß Menschen Sicherheit in der Gemeinschaft finden. Rituale, vom rituellen Komasaufen bis zum rituellen Theaterbesuch im feinen Zwirn, vom traditionellen Volksfest bis zum wöchentlichen Stammtisch geben emotionalen Halt und bestärken die Gemeinschaft. Doch solche Gemeinschaften sind aktuell leider verboten.

Wer sich in Gemeinschaft versammelt, wird polizeilich auseinandergetrieben oder von besorgten Mitbürgern denunziert . Wieder steigt die Wut und ein weiterer Ausweg ist versperrt. Werfen wir also unser Primärgefühl Neugier an und blicken wir hinter die Kulisse dieser wirkstarken Emotion. Betrachten wir psychologische Handlungsoptionen, damit konstruktiv umzugehen und die Energie gewissermaßen umzusteuern.


WUT IST BEI ALLER WUCHT NUR EINE FOLGE DER ANGST

Neugier, Angst und Freude sind als die drei Primärgefühle die Basis, quasi die Mütter aller weiteren Gefühle. Wut ist also nur ein Sekundärgefühl. Dahinter verbirgt sich immer Angst. Das wußte schon Meister Yoda in Star Wars Teil 4 als er sagt: „Angst der Weg auf die dunkle Seite der Macht sie ist. Angst führt zu Wut, Wut führt zu Hass. Hass führt zu Leid.“

Erlebt eine Generation wirkliche Krisen wie Krieg, Hunger oder Seuche – bei längerem Verlauf fatalerweise in Kombination – wird die Angst konkret durchlebt, und somit sind auch die Lösungsbilder konkret greifbar. Wenn Angst konkret ist, sprechen wir von „Respekt vor Bekanntem“ – der „Respekt-Angst“. Bleibt Angst unkonkret, erfüllt die Menschen die „Sorge vor dem Unbekannten“, die “Sorge-Angst“. Die Bedrohung ist zwar gefühlt präsent, aber nicht wirklich greifbar. Somit bleibt auch das Lösungsbild unkonkret und vage.

Steigert sich Respekt-Angst, mündet sie wechselweise im druckvollen Aktionismus (Fight) oder in Rückzug und Aufgabe (Flight). Das eine ist anstrengend, das andere frustrierend. Beides ist gesellschaftlich wenig bedrohlich und lässt sich als Frust samstags auf dem Fußballplatz oder durch andere Ventile abbauen. Anders sieht es mit der Sorge-Angst aus. Wenn Sorge sich steigert, wird daraus Ohnmacht. Diese steigert sich in Wut und mündet schließlich im Zorn.


ZORN - DIE GEFÄHRLICHSTE ALLER EMOTIONEN

Der Zorn ist nicht die Steigerung von Wut, wie man meinen könnte, sondern eine ganz eigene Spielart der Evolution und besonders geeignet, eine Gesellschaft zu vergiften. Zorn erwächst aus der subjektiven Einschätzung, ungleich bzw. unfair behandelt zu werden, gepaart mit Handlungsunfähigkeit – ergo der aktuelle allgemeine Corona-Gefühlscocktail. Wie Zorn entsteht, zeigten Tests mit Rhesusaffen in getrennten Käfigen. Bekommen beide Seiten Banane, sind beide Seiten glücklich. Bekommen beide Hafer – was sie nicht mögen – sind beide Seiten immerhin zufrieden. Bekommt jedoch eine Seite Hafer und die andere Seite Banane, befällt die unfair Behandelten haltloser Zorn. Sofortiges Toben, Kratzen und Beißen sind die Folge. Alle Besänftigungsangebote laufen dann ins Leere. Zorn in der Gemeinschaft wächst und entlädt sich zusehends in banalen Alltagssituationen.

Was überzogen wirkt, hat die Evolution im Grunde klug eingerichtet: Wer bei der Essensverteilung ums Beutetier bzw. ums Lagerfeuer zu kurz kam, dem half kein Stuhlkreis und kein schriftlicher Antrag, sondern nur Eskalation und Aufmerksamkeit der Herde. Das gilt noch heute. Unsere Sprache verrät uns: „Was nimmt der sich raus (aus dem gemeinsamen Topf).“ Und wer „zu kurz kommt“ beim Löffeln, der wird eben diesen „Löffel abgeben“. Der wurde nämlich früher als wertvolles und lebenserhaltendes Werkzeug weitervererbt. Wer dem Tod nahe war, der gab den Löffel ab, also an jemanden weiter, der noch eine Strecke zu leben gaubte.

Die Zeiten mögen sich geändert haben, doch dieser archaische Reflex ist uns geblieben und wird auch in modernen Gesellschaften – aktuell mit zunehmender Coronadauer – immer dann aktiviert, wenn sich bei einer Gruppe die Perspektive „Unfairness“ mit „Handlungsohnmacht“ mischt. Als explosive Mischung hat dies in der Menschheitsgeschichte – weil nicht vom Kopf her reguliert – zu zahlreichen Kriegen und Massakern geführt. Futterneid eskaliert zu Zorn und ist eine Art Endstation der „Sorge-Angst“. Das muss aber nicht so sein.


LEBENSTÜCHTIGKEIT = SELBSTWERT + BINDUNG

Zu einer gesunden Gesellschaft gehört die stetige Entwicklung der „Lebenstüchtigkeit“; dem Gefühl, unser Leben im Griff zu haben. Diese Überzeugung wird in Krisen auf die Probe gestellt. Was im normalen Alltag von allein funktioniert, gilt es in der Krise gezielt zu bestärken. Es gilt hierzu die einfache (psycho-)logische Formel: Lebenstüchtigkeit = Selbstwert + Bindung. (Hormonell übersetzt: Endorphin = Testosteron + Oxytocin).

Wer sich eine bedrohliche private oder wirtschaftliche Lage allein anschaut, ist auch mit seiner Angst allein und wird schnell selbst zur Angst. Sie füllt einen aus, Schockstarre droht. Schauen wir aber in der Gemeinschaft in die Angst hinein, mit der Haltung: „Alles hat seinen Sinn – wo ist hier unser Gewinn“, dann fließen die Gedanken und Impulse. Das Zauberwort heißt „Vergemeinschaftung“, mit Fachwort „Nostrifikation“. Verschiedene Perspektiven geben neue Lösungsimpulse. An sich unbrauchbare Ideen ergeben kombiniert plötzlich ein stimmiges Konzept. Lösungspfade tauchen aus dem Nebel auf. Was man selbst nicht kann, wird im crossfunktionalen Netzwerk um die Stärke des anderen ergänzt. Für ein solches crossfunktionales Netzwerk ist crosshierarchischer Spirit notwendig: Weniger Gefolgschaft, mehr „Gefährten“-Schaft, in der Managementsprache „Companionship“.

Im ersten Herr der Ringe-Film „Die Gefährten“ entwickeln sich die Hobbits so zu einer Schicksalsgemeinschaft: „Together we stand – whatever it takes“. Auch wenn sich das Problem dadurch zunächst nicht löst. Von „alle sitzen in einem Boot“ zu „alle ziehen an einem Strang“ ist es nur ein kurzer Weg.


GEFÄHRTEN FINDEN, GEMEINSCHAFT STIFTEN; ZIELE ERREICHEN

Zu diesem gelingenden "Selbstwert-Bindungs-Cocktail" gehört ein respektvoller und wertschätzender Dialog mit gemeinsamen Zielen, Motiven und Meilensteinen. Das Ergebnis einer solch‘ positiven Bindungsarbeit ist die sogenannte „Motivgeneralisierung“. Einfach ausgedrückt: alle ziehen an einem Strang. In autoritären Systemen gelingt das durch Weisung und Kontrolle. Motto: „Wes‘ Brot ich ess‘, des‘ Lied ich sing“. Und „Wer zahlt, schafft an.“

In einer freien Gesellschaft erreicht man Motivgeneralisierung nur durch gemeinsame Ziele, Motive und Meilensteine. Freie Bürger ebenso wie Mitarbeiter im Unternehmen gewinnt man nur durch Moderation gemeinsamer Standpunkte und Ausrichtungen. Im Management nennt man das „Empowerment“.


WIE ENTSTEHT LEBENSTÜCHTIGKEIT PSYCHOLOGISCH?

Ist ein Bindungsangebot erfolgreich gemacht und also ein gemeinsamer Selbstwert-Plan mit Strategie erstellt, sind also die „W-Fragen beantwortet, das „Warum – Wohin – Wozu“ geklärt, dann bedarf es im Handeln zwingend Gestaltungsräumen, sonst wächst kein Selbstwert. Nur wer mitgestalten kann, entwickelt Selbstwert und zahlt so auf Dauer seine Lebenstüchtigkeit in die Gemeinschaft ein.

Die psychologischen Stabilitätspfeiler „Selbstwert“ und „Bindung“ befeuern sich wechselseitig. Das Selbstwert-Hormon Testosteron und das Bindungshormon Oxytocin kombiniert, setzen körpereigenes (endogenes) Morphin frei, das allseits bekannte Endorphin. Wir finden aus der Sorge zum Handeln. Das kollektive Gefühl der Selbstwirksamkeit wächst, das beste Heilmittel gegen Volkszorn und Verteilungskampf. Höderlin sagt: „Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch.“


SCHLÜSSELKOMPETENZEN IN DER KRISE

Die folgenden Werte können uns helfen, in der Krise stabil zu bleiben.


1) SINNSTIFTEN ALS FÜHRUNGSKOMPETENZ
Die Frage nach dem Warum? Wohin? Wozu? gemeinsam zu klären, schafft erst Bindung, dann Chancen auf Selbstwert und – wenn man ausreichend kleine Etappenziele gesetzt hat - im Ergebnis Lebenstüchtigkeit.


2) AUFRICHTIGKEIT STATT TAKTIK

Die Menschen vertragen die Wahrheit. Die Krise hat sie abgehärtet. Um den heißen Brei herumreden, ist nicht mehr angesagt. Krisen erhöhen die kollektive Bereitschaft zur Veränderung.


3) SOLIDARITÄT STATT AUFRECHNEN

Der Slogan „What’s in for me“ galt bis vor wenigen Monaten als Slogan der Y-Generation und zugleich als Dauerargument der Ellbogengesellschaft. Das neue Zauberwort heißt „Solidarität“. Das bedeutet: Kooperation statt Konfrontation. Solidität durch Solidarität.


4) PRINZIPIEN STATT ENGES REGELKORSETT

„Wir stehen in einer nationalen Anstrengung, wo jeder ein bisschen Fünfe gerade sein lassen muss.“ Diese überraschende Ansage von Finanzminister Olaf Scholz an die Finanzämter Anfang April beschreibt einen Paradigmenwechsel: „Fünfe gerade sein lassen“ war bislang nicht als deutsche Tugend aufgefallen. Handlungsrahmen statt enges Korsett stiftet Selbstwertchancen.


WHAT'S IN FOR US?

Wenn wir solche neuen „kollektiven Kompetenzmuster“ in der Krise gemeinsam kultivieren, kann die Gesellschaft danach eine reifere sein: Trainiert darin, in einer Krise das gemeinsame Lösungsbild zu lesen, aus der Sorge-Angst zusammen in die Respekt-Angst zu gehen. „Per aspera ad astra“, sagt ein altes römisches Sprichwort. Durch die Mühsal zu den Sternen. Das Spiel ist noch lange nicht gewonnen. Die Krise hat gerade erst begonnen.

am 28.06.2020 von Philipp Brumhard

Bike & Snow - Outdoor-Tipp für Vielseitige

Skifahren im Juli oder „all-in-one“ an einem Tag. Wer verrückt genug ist, im Juli die Ski noch einmal anzuschnallen, für den haben unsere Outdoor-Trainer Peter Tümmers von Schoenebeck und seine Schwester Alexandra einen „coolen Tipp“: die Schneeglocke im Montafon.

8 Stunden Action in fantastischer Natur und intensiven Erfahrungen im sommerlichen Schnee.
Hier die Tourenbeschreibung: Übernachtung am Berggasthof Piz Buin am Silvretta-Stausee auf 2.000 m Höhe. Start morgens um 6.00 Uhr mit dem Mountainbike und dem Ski-Equipment am Rucksack. Nach Erreichen der ersten Schneefelder Räder deponieren und weiter mit Bergschuhen. Beim ersten großen Schneefeld Schuhdepot und weiter auf Skiern. Hoch bis zum Schneeglocke-Sattel auf 3.000 hm und Skidepot. Weiter mit Steigeisen und Pickel zum Gipfel. Nach einem fantastischen Rundblick über die Silvrettagruppe das Ganze in umgekehrter Reihenfolge wieder nach unten.

Nach Radeln, Wandern, Skibergsteigen und Klettern folgt nun die „fünfte Disziplin“ und Highlight des Tages: 800 hm edle Schwünge in feinem Firn. Zurück am Parkplatz Bieler Höhe wartet die Restaurant Terrasse am Silvretta-Stausee mit kühlem Weizen.

Wer es nicht ganz so intensiv braucht, nicht über die notwendige Ausrüstung verfügt oder es schlicht unsinnig findet einen schönen Sommertag im Schnee zu verbringen, kann auch einfach zu uns ins Allgäu kommen: Zur ICO ImpulseConsult und beim Aktivprogramm "Canyoning-Rafting-Kletterpark" mitmachen. Hier muss man nicht so weit laufen, kann ausschlafen und bekommt zudem die komplette Ausrüstung gestellt.

Schaut rein in den neuen Outdoor-Shop von ICO
➡ Bei Interesse: https://www.ico-impulseconsult.de/impul…/outdoor-erlebnisse/

am 05.06.2020 von Peter Tümmers von Schoenebeck

Charisma-Führung - die Auferstehung des "starken Mannes"

Ein Plädoyer für mehr Frauen in Führung (Teil 1). Der „starke Mann“ ist wieder gefragt. Nach Jahren der eher „weiblichen Führung“, des Nachfragens, Integrierens und Vernetzens, sind wieder Männer gefragt, die wissen, wo es langgeht, und das auch laut sagen. Frauen in Führung werden gerade aller Orten zurückgedrängt, das Rad der Gender-Geschichte zurückgedreht. Männer dominieren die Talkshows, Männer dominieren die Corona-Krise. Sie wissen, wie es geht, geben Halt und Orientierung, vermitteln klare Botschaften. Diese haben freilich oft eine kurze Halbwertszeit. Oft rudert der starke Mann nach wenigen Tagen wieder zurück, hatte es anders gemeint, oder schlicht dazugelernt.

Hinweis: Dieser Text darf geteilt werden mit Hinweis auf www.ico-impulseconsult.de


Charisma-Führung als Krisenkompetenz

Ob sie es bewusst tun oder nicht: all diese Herren wenden das Prinzip der „Charismatischen Führung“ an. In Krisen ist Charisma gefragt, denn es beschreibt die besondere Fähigkeit, Menschen in emotionaler Unsicherheit Halt und Richtung zu geben. Zwei spannende Fragen stellen sich: 1. Kann jede und jeder positive charismatische Wirkung erlernen? Antwort: Ja, zumindest „Charisma light“ ist für jeden drin. Frage 2: Muss Charisma immer männlich sein? Können Frauen nicht auch Charisma? Eine erste Antwort: ja, sie machen es nur etwas anders und vielleicht sogar besser. Das weiß die Welt nur zu wenig. (Im Text mehr zur Abgrenzung von "typisch Mann - typisch Frau".) Wir haben starke Charismatikerinnen gefunden und stellen sie vor. Wir sind also - Gott sei Dank! - nicht nur auf das männliche Führungspersonal angewiesen, das sich allzu oft in Eitelkeit und Rechthaberei verliert.


Eine soziologische Analyse von Peter Tümmers von Schoenebeck.

Wenn Charisma heißt, Menschen Halt zu geben, wäre es dann nicht toll, das zu können? Doch ist Charisma, griechisch für „Gnaden-Gabe“ denn nicht angeboren? Richtig ist: Nicht jeder von uns ist gleichermaßen mit Gaben – also Talent – gesegnet. Talent ist aber nur die halbe Miete. Schon Mancher kam mit dem Talentierten auf Augenhöhe, weil er zielstrebiger war. In diesem Sinn ist für alle, die Richtung und Motivation in unsicheren Zeiten geben wollen, Charisma-Führung eine Chance. Doch wenn Sie sich auf den Weg zum charismatischen Leader machen wollen, seien Sie gewarnt. Wie das Beispiel gescheiterter Charismatiker zeigt, kann es auch schiefgehen. Wie es sich gehört, beginnt eine Anleitung daher mit Bedienungs- und Gefahrenhinweisen.


Bedienungs- und Gefahrenhinweise:

1.) Charisma-Führung wirkt dreifach: sozio-psycho-logisch

Bei Führung in Krisen sind beflügelte Egos verlockend aber gefährlich. Denn charismatische Führung ist zuallererst eine Beziehungsaufgabe, die eines klaren Kopfes bedarf. Der Soziologe Max Weber dazu:
„Die Anerkennung (für Charisma) ist psychologisch eine aus Begeisterung, Not oder Hoffnung geborene ganz persönliche Hingabe.“ Wenn schon die Herde in Hingabe zugewandt ist, dann sollte der Leader klaren Kopf bewahren. Wer kein Hellseher oder Genie ist – die Wenigsten von uns sind das – integriert bei der Wegsuche die „Herde“. Aus diesem beständigen Miteinander entsteht eine robuste Vertrauensbeziehung zwischen Herde und Leader.


2.) Starkpunkt „Kollektive Notlage“

Eine Krise hilft dem potentiellen Charismatiker, von der Herde als besonders begabtes Leittier identifiziert zu werden. Denn in Krisen steigt das „emotionale Deutungsbedürfnis“ der Menschen. Nicht zu verstehen, was gerade vor sich geht, halten wir Menschen schlecht aus, wenn es ums Ganze geht. Da das menschliche Gehirn und hier besonders das Kleinhirn eine solche Unsicherheit möglichst schnell beenden will, sucht es hastig nach Antworten. (Psychologisch: Hirn als Kongruenzdetektor). Wer dann zur Stelle ist, und sich als Lösungsstifter anbietet, rennt gewissermaßen neuronal offene Türen ein. Die Kernkompetenz heißt "Framing" - Sinnstiften. Der Situation eine Bedeutung und einen Ausweg zuweisen. Das gilt im kleinen Kreis und auf nationaler Ebene. Talkshows, Pressekonferenzen und Blogs sind heute die medialen Mittel, sich als Sinnstifter und Krisen-Navigator (so die Selbstbeschreibung von Prof. Drosten im aktuellen SPIEGEL) in der öffentlichen Wahrnehmung festzusetzen. Demut und Bescheidenheit runden das Bild des Charismatikers wohltuend ab. So freut sich Markus Söder nur sehr verhalten über die aktuellen 48 % CSU-Umfragewerte: „Es ist für eine Demokratie gar nicht so gut, wenn Werte so überragend sind“, kommentiert er spitzbübisch seinen Erfolg. Söder weiß, gelebte Selbstreflexion und Bescheidenheit erhält die Nähe zum Volk.


3.) Charisma fällt nicht vom Himmel. Man muss es erarbeiten.

Charismatische Leader werden nicht geboren, sie wachsen aus Krisen. Sie haben gewissermaßen ein „Coming-Out“: Helmut Schmidt in der Hamburger Sturmflut 1962, Karl Lagerfeld rettet 1983 Chanel vor der Pleite, bekommt freie Hand und wird dadurch zur Mode-Ikone.
Doch Vorsicht: wer „abhebt“, den Kontakt zur Herde verliert, wer seine Führung nicht als „Verantwortungsethik“ begreift, sondern als Privileg sieht, entfremdet sich von der Herde, brüskiert diese, sodass er immer neue Krisen braucht, um seine Position zu halten. Große Männer sind so gestrandet. Sie haben die Kurve nicht gekriegt. Napoleon machte seine "Grande Armeé" groß und lässt sie 1812 vor Moskau erfrieren. Porsche-Vorstand Dr. Wiedeking rettet Porsche 1993 vor dem Konkurs, führt die Ikone zu neuer Stärke und verschluckt sich 2009 an der Übernahme des Branchenriesen VW.
Wichtig: Erst Bodenhaftung und Nähe zur Herde geben Charisma-Führung die Legitimierung. Meist bündelt der Charismatiker nur gekonnt die Impulse aus der Herde und gibt diesen eine Bühne. Mit der Kernkompetenz "Framing" bringt er komplizierte Dinge in leicht verständlicher Sprache auf den Punkt, gerne begleitet mit eingängigen Bildern. Dadurch ist das Problem noch nicht gelöst, aber statt des Gefühls der Ohnmacht herrscht nun Aufbruchstimmung, weil es eine gemeinsame Richtung gibt. Das Dilemma: Mit dieser Lösung holt man sich automatisch ein Problem ins Haus. Eingängige Slogans, die alle schnell verstehen, funktionieren nach Schwarz-Weiß-Schema. Die Folge: Es bilden sich bipolare Lager, die verschiedenen Überzeugungen, nahezu Glaubensrichtungen anhängen. Das kann spalterisch wirken. Wichtig ist jetzt, diese eigentlich negative Spannung als positives Energiefeld zu nutzen, um differenzierte Lösungen im konstruktiven Dialog zu erarbeiten (psychologisch: utilisieren). Nutze die Stimmung, denn alle Beteiligten sind hoch motiviert, weil hoch emotionalisiert. Diesen Rückenwind gilt es zu nutzen. Jetzt wird der Charismatiker zum Moderator. Wer dagegen "Denkverbote" erteilt, wie manche Politiker im gutgemeinten Schutzreflex zu Beginn des Shutdown, schickt die Herde in den Widerstand. Das war ungeschickt. Denn in Demokratien mit gut informierten Bürgern halten es viele mit einem Satz von Karl Valentin: "Wo viele das Gleiche denken, wird in Summe nicht viel gedacht." Das darf vom Charismatiker, bei aller Begeisterung für den eigenen Weg, nie missachtet werden.


4.) Charisma ist keine ICH-Kompetenz, sondern eine Fürhungsbeziehung.

Eine Auflistung von Charismatikern nach ihrer Lebensleistung sortiert zeigt, es ist eine Beziehungsaufgabe. Psychologisch gesehen macht man den Menschen ein „Nutzen- und Richtungsangebot“. Trifft das nicht ihre Bedürfnisse und ihr Richtigkeitsempfinden, landet der Charismatiker über kurz oder lang im Exil oder Abseits. Auch muß man den Deutungsraum, den man erfolgreich für die Menschen ausgeleuchtet hat, mit Taten befüllen. Sonst wächst Enttäuschung. So hinterlässt Barack Obama bei aller Anfangseuphorie ein Fragezeichen und bleibt vor allem als guter Redner in Erinnerung. Mit vielen großen Zusagen als charismatischer „Tiger“ gestartet, hat er seine Versprechen nicht eingelöst. So wuchs das, von Obama als völkerrechtswidrig bezeichnete Gefängnis Guantánamo unter seiner Führung, anstatt aufgelöst zu werden. Die Kriege in Afghanistan und Irak wurden fortgesetzt statt beendet. Die Krankenversicherung Obama Care blieb unerfüllt. Das Blatt kann sich auch ganz wenden. Oft richten Charismatiker, wie die beiden Feldherren auf BILD 1 zeigen, auf dem Weg nach unten ordentlich Kollateralschäden an. Nur noch an sich selbst orientiert, rissen sie unzählige Menschen mit in den Tod. Damit das nicht passiert, hilft dem Charismatiker: Ab und zu sich selbst gegenüber in eine wertschätzend-kritische Nähe-Distanz Beziehung treten - kurz: sich hinterfragen, Feedback einholen. Oft bleibt als letzte Bezugsperson, die den Vorhang des selbstgewissen Leaders durchdringt, die Ehefrau. Das ist in Millionen von Ehebetten so. Legendär sind die drastischen Erdungsgespräche, die die jeweiligen Ehefrauen ihren Männern Winston Churchill, Barack Obama oder Bill Clinton zuteilwerden ließen. Ein Sprichwort sagt: Hinter jedem starken Mann steht eine noch stärkere Frau. Zum Glück für das männliche Ego und die Welt!


5.) Ein männliches Ego ist nicht Voraussetzung. Es hilft zu Beginn, ab dann stört es.

Fiel Ihnen oben auf, dass auf BILD 1 ausschließlich Männer aufgeführt waren? Seien Sie ehrlich: Haben Sie sich gewundert oder es gar nicht bemerkt? Viele glauben, Charisma sei typisch männlich, habe etwas mit Durchsetzungsfähigkeit und Testosteronpegel zu tun. Bedingt ist das richtig: Dank des höheren Testosteronpegels verdichten wir Männer schneller und kommen schneller zu einem klaren Bild. Maßgeblich deshalb, weil unsere "Feldwahrnehmung" schlechter entwickelt ist als im weiblichen Hirn. Weil wir weniger erkennen, gehen wir schneller in Lösung. Psychologisch heißt das gemeinerweise: "Unbewusste Inkompetenz". Weil unser Hirn von verstörenden Details verschont bleibt, gehen wir in Aktion, während das weibliche Hirn noch die Bausteine zusammenträgt. Oft wäre die weibliche Lösung besser, aber meist erfahren wir das nicht, weil wir Männer schon mal losgeritten sind.
Die "Unbewusste Inkompetenz" geht mit großer Selbstzufriedenheit einher. Denn "Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß." Während wir Männer also längst breitbeinig und selbstzufrieden bei der Pressekonferenz oder im Meeting sprechen, sind die Frauen noch beim Sortieren der Faktenlage und brauchen dafür naturgemäß länger, weil mehr abgewogen werden muss. Für die Frau gilt – wegen ihres größeren Differenzierungsvermögens des weiblichen Hirns – das Goethe-Wort: „Mit dem Wissen wächst der Zweifel“. Während für uns Männer eher das Goethe-Zitat zutrifft: „Man hört doch nur das, was man versteht“. Oder eben verstehen will. Was dem männlich dominierten Gehirn nicht ins eigene Konzept passt, wird getilgt oder als irreführend gekennzeichnet. Wenn die Sachebene besonders bedrohlich für den eigenen Standpunkt werden kann, wird der andere Standpunkt gerne als gefährlich, oft zusammen mit dem Begriff „fahrlässig“ gebrandmarkt. Auf diese Art streiten seit jeher - männliche! - Politiker miteinander und seit Neuestem sogar Professoren und Virologen, was vor Kurzem noch undenkbar war. Die Welt der Wissenschaft hat sich mittlerweile in zwei gegnerische Corona-Lager (Shutdown- gegen Öffnungsbefürworter) aufgeteilt, die sich wechselseitig „unwissenschaftliches Arbeiten“ vorwerfen, was unter Wissenschaftlern die Höchststrafe ist. Naturgemäß wird ein solcher Streit begierig von den Medien aufgegriffen (BILD, SPIEGEL, FOCUS), was zu weiterer Konfusion führt. Denn jetzt müssen die Angegriffenen auch noch verteidigt werden, was die jeweilige Anhängerschaft übernimmt - in den Medien und in privaten Kreisen. Die Gräben werden tiefer. Dabei wollten die Männer doch nur ihre Arbeit tun. Das auslösende Problem ist das männliche Ego.
Daher...


6.) Frauenpower vor!

Hier kommen nun weibliche Charismatikerinnen. Gemeinsam mit den Männern ist die Sorge um die gekonnte Pose: Jeanne d’Arc martialisch mit Schwert, Mutter Theresa betont bescheiden und stets leicht in Gram und Demut gebeugt. Lady Diana als Meisterin des Augenaufschlags. Maggi Thatcher nahm Sprachunterricht, um ihrer hohen, in Erregung schrillen Stimme mehr Würde zu verleihen. Was ebenfalls auffällt. Der Platz ganz außen in BILD 2 bleibt leer. Denn bis ganz nach unten in Zerstörungswut, Beratungsresistenz und standhafter Realitätsferne schaffen es die Frauen nicht. Ich habe lange vergeblich gesucht. Aber Östrogen und das Bindungshormon Oxytocin verhindern, dass Frauen sich im eigenen Ego völlig verlieren. Keine Frau hat jemals Millionen Tote auf sich geladen. Dazu sind dank hormoneller und neuronaler Voraussetzungen die Herdenorientierung und die Empathie zu stark entwickelt. Während „typisch Mann“ einsam in den Sonnenuntergang reitet, dreht sich „typisch Frau“ irritiert nach der Herde um. Was sinnvolles Innehalten ist, wird fälschlich als Führungsschwäche interpretiert.
Weil der breitbeinige Auftritt und der markige Spruch fehlen, werden Frauen in ihrer Führungswirksamkeit notorisch unterschätzt. Präsent in Führung waren Frauen schon immer. Frau in Führung ist auch keine Erfindung des 20. Jahrhunderts und auch keine Folge der Emanzipation (Alice Schwarzer und andere Feministinnen mögen mir verzeihen).
Die Geschichte ist reich an starken Frauen in beherrschender Position.

Wenn charismatische Führung bedeutet, in emotionaler Unsicherheit Halt und Richtung zu geben, dann seien hier sechs weibliche Superstars der Charismatischen Führung genannt. Alle haben über Jahre hinweg gegen großen – meist männlichen - Widerstand den Ton angegeben und Bleibendes hinterlassen. Drei davon hatten mehr als 9 Kinder! Jede der sechs Damen hätte hier eine eigene Würdigung verdient. Doch dann wird der Artikel noch länger. Googlen Sie selbst und lassen Sie sich tief beeindrucken von Führungskompetenz und Lebensleistung dieser Frauen.


7.) Weibliches Charisma funktioniert anders.

Stolpern Sie über Angela Merkel? Halten Sie Ihre Einordnung als charismatische Leaderin für abwegig? Schauen Sie sich die Fakten an. Führungsleistung definiert sich als: "Wirkung x Dauerhaftigkeit". Da ist sie ganz vorne. Ändern Sie mal den Blickwinkel: Außerhalb Deutschlands genießt Angela Merkel im internationalen Ausland einen völlig anderen Ruf, nämlich führungs- und durchsetzungsstark sowie zugleich eine souveräne Moderatorin zu sein. Staunen Sie mal einen Moment darüber und schauen Sie sich neugierig eine andere Deutung an: Vielleicht sagt ja die öffentliche Bewertung Angela Merkels als zögerlich und führungsschwach mehr über uns als Gesellschaft und unser Führungsverständnis aus, als über die Person Angela Merkel selbst?
Es hilft also in Coronazeiten auch bezüglich Führung und Charisma altbewährte Sichtweisen zu überdenken. Der weibliche Charisma-Stil integriert fremde Standpunkte und erreicht so eine Vielzahl von Menschen. Hören Sie Markus Söder zu, wie er heute seine Stimme und Sprache einsetzt, seit er sich vom Spalter zum Versöhner gewandelt hat. Auf jeden Fall hat er einen hervorragenden Coach. Vielleicht ist das ja eine Frau.


Abschluss der Bedienungs- und Gefahrenhinweise und Ausblick.

Freuen Sie sich nun auf Teil 2 mit der praktischen Anleitung zur Charisma-Führung in 5 Schritten. Erwarten Sie keine Wunderpille. Denken Sie daran, was die wörtliche Übersetzung von Charisma bedeutet: „Gnaden-Gabe“.
Gnade leitet sich vom altdeutschen Wort „gnähen“ ab, was in der heutigen Sprache so viel wie "annähern" bedeutet. Man ist also auf dem Lernweg.

Wie es praktisch funktioniert erfahren Sie in der Fortsetzung
„Charisma-Führung als Krisenkompetenz“ Teil 2

am 05.06.2020 von Philipp Brumhard

🤝 Kooperation von zwei Traditionsfirmen

ICO und Faszinatour tun sich zusammen: Besondere Zeiten bedürfen besonderer Lösungen. Um auch in Coronazeiten das Bestmögliche für outdoorbegeisterte Einheimische und Gäste bieten zu können, kooperieren die beiden Outdoor-Urgesteine des Allgäus.

Die beiden Geschäftsführer Werner Vetter und Peter Tümmers von Schoenebeck werfen die besten Kompetenzen beider Firmen in einen Hut und bieten Gästen auf dem Gelände des ICO-Centers in Bihlerdorf Iller Rafting-Touren im Kooperationsmodell an.

In schwierigen Zeiten sind Schulterschluss, Partnerschaft und pragmatische Lösungen der richtige Weg. Peter und Werner freuen sich sichtlich und genießen schon jetzt den kollegialen Austausch, und das nicht nur zum Thema Rafting.

☀ Für uns von ICO komplettiert sich damit unser Netzwerk. Denn mit dem jungen Unternehmen Canyoning erleben - Dein Abenteuer von Julian Reischmann und Daniel Klee haben wir bereits zwei Top-Experten für Canyoning als Partner auf unserem Gelände integriert.

Nicht nur Ausrüstung, auch technisches Know-How und Outdoorpädagogik werden rege ausgetauscht. Wir profitieren voneinander. Mit Uli Schmaus sind wir froh, bei jeder kulinarischen Gelegenheit den besten Caterer zu haben, den wir uns vorstellen können.

Motto: Gerade in Coronazeiten das Beste für unsere Gäste!

Mehr erfahren
am 02.06.2020 von Philipp Brumhard

Mit System & Respekt durch die Krise

Peter Tümmers hält die Abschlussrede beim "Konstanzer Bürger-Dialog".

In der Coronakrise agieren wir Deutschen überaus erfolgreich. Doch – typisch deutsch - streiten wir uns gerade darüber, anstatt uns zu feiern und Kraft zu tanken für den langen Weg. Peter Tümmers von Schoenebeck zeigt in seiner Rede auf Einladung beim "Konstanzer Bürgerdialog" auf, wie wir in 5 Schritten systematisch vom 'Notfall stoppen' zur 'Erfolgsgeschichte' kommen, und dabei aus der wechselseitigen Abwertung und Stresseskalation in einen wertschätzenden Dialog finden. So gewinnen wir die Kraft des Langstreckenläufers.

am 29.05.2020 von Philipp Brumhard

➡ 𝗪𝗶𝗲 𝗴𝗲𝗵𝘁 𝗞𝗿𝗶𝘀𝗲𝗻𝗺𝗮𝗻𝗮𝗴𝗲𝗺𝗲𝗻𝘁 𝗽𝗿𝗼𝗳𝗲𝘀𝘀𝗶𝗼𝗻𝗲𝗹𝗹? ⬅

𝗕𝗲𝗿𝗶𝗰𝗵𝘁 𝘃𝗼𝗺 𝗣𝗿𝗮̈𝘀𝗲𝗻𝘇 & 𝗢𝗻𝗹𝗶𝗻𝗲 𝗦𝗲𝗺𝗶𝗻𝗮𝗿 𝗺𝗶𝘁 𝗙𝘂̈𝗵𝗿𝘂𝗻𝗴𝘀𝗲𝘅𝗽𝗲𝗿𝘁𝗲𝗻 𝘂𝗻𝗱 𝗖𝗼𝗮𝗰𝗵𝗲𝘀. 𝗛𝗮𝘂𝗽𝘁𝗲𝗿𝗸𝗲𝗻𝗻𝘁𝗻𝗶𝘀: 𝗱𝗶𝗲 𝗔𝗻𝗳𝗼𝗿𝗱𝗲𝗿𝘂𝗻𝗴 „𝗱𝗲𝗿 𝗚𝗮𝗿𝗮𝗻𝘁“ 𝗹𝗼̈𝘀𝘁 𝗱𝗶𝗲 𝗥𝗼𝗹𝗹𝗲 „𝗱𝗲𝗿 𝗔𝗻𝘀𝗰𝗵𝗶𝗲𝗯𝗲𝗿“ 𝗮𝗹𝘀 𝗴𝗿𝗼̈ß𝘁𝗲𝗻 𝗮𝗸𝘂𝘁𝗲𝗻 𝗙𝘂̈𝗵𝗿𝘂𝗻𝗴𝘀𝗯𝗲𝗱𝗮𝗿𝗳 𝗮𝗯.
➡ Tools zum freien Download

📊 𝗭𝘄𝗲𝗶𝘁𝗲 𝗨𝗺𝗳𝗿𝗮𝗴𝗲 𝗻𝗮𝗰𝗵 𝗱𝗿𝗲𝗶 𝗪𝗼𝗰𝗵𝗲𝗻: nun ist nicht mehr der „Anschieber“ im Fokus, sondern der „𝗚𝗮𝗿𝗮𝗻𝘁“ und „𝗦𝗲𝗲𝗹𝘀𝗼𝗿𝗴𝗲𝗿“. Das heißt, während wir immer noch keine wirklichen Lösungen haben, wird es immer wichtiger den Menschen Halt zu geben. Nach diesem Diskurs über den Bedarf von Führung in Krisenzeiten wurde von den Praxisexperten wieder an den konkreten Themen gearbeitet. Folgende 𝗟𝗲𝗮𝗿𝗻𝗶𝗻𝗴𝘀 𝗱𝗲𝗿 𝗠𝗮𝗻𝗮𝗴𝗲𝗿, 𝗕𝗲𝗿𝗮𝘁𝗲𝗿 𝘂𝗻𝗱 𝗨𝗻𝘁𝗲𝗿𝗻𝗲𝗵𝗺𝗲𝗿, die teilgenommen haben (Auszug):

𝗘𝗿𝗸𝗲𝗻𝗻𝘁𝗻𝗶𝘀𝘀𝗲:
💡 𝟭: 𝗪𝗮𝘀 𝗶𝘀𝘁 𝘄𝗶𝗿𝗸𝗹𝗶𝗰𝗵 𝗲𝘀𝘀𝗲𝗻𝘇𝗶𝗲𝗹𝗹? Worauf haben wir verzichten gelernt, ohne es zu vermissen? Wie nutzen wir das? Beispiel: 𝘄𝗶𝗰𝗵𝘁𝗶𝗴𝗲 𝗸𝗼𝗻𝘀𝘁𝗮𝗻𝘁𝗲 𝗞𝗼𝗻𝘁𝗮𝗸𝘁𝗲 statt beliebige.
💡 𝟮: Mich als Leader durch 𝗘𝗻𝗲𝗿𝗴𝗶𝗲 𝘃𝗼𝗻 𝗮𝘂ß𝗲𝗻 unterstützen lassen, also 𝗺𝗲𝗶𝗻 𝗧𝗲𝗮𝗺 𝗺𝗲𝗵𝗿 𝗶𝗻𝘁𝗲𝗴𝗿𝗶𝗲𝗿𝗲𝗻 𝘂𝗻𝗱 𝗮𝗸𝘁𝗶𝘃𝗶𝗲𝗿𝗲𝗻: für bessere Lösungen aber auch für mich als persönliche Entlastung.
💡 𝟯: Home-Office Defizite ausgleichen durch 𝗪𝗲𝗿𝘁𝘀𝗰𝗵𝗮̈𝘁𝘇𝘂𝗻𝗴 und Feierabend Bier digital.
💡 𝟰: 𝗧𝗼𝗼𝗹𝗯𝗼𝘅 𝘄𝗶𝗲 𝗙𝗿𝗮𝗺𝗶𝗻𝗴 𝘂𝗻𝗱 𝗙𝗼𝗸𝘂𝘀𝗠𝗮𝗽 nutzen, um in die 𝗔𝗱𝗹𝗲𝗿 𝗣𝗲𝗿𝘀𝗽𝗲𝗸𝘁𝗶𝘃𝗲 und in die 𝗞𝗼𝗻𝘁𝗿𝗼𝗹𝗹𝗲 zu kommen.

👍 𝗨𝗻𝘀𝗲𝗿 𝗟𝗲𝗮𝗿𝗻𝗶𝗻𝗴 𝗮𝘂𝘀 𝗜𝗖𝗢 𝗦𝗶𝗰𝗵𝘁: Kombinierte Präsenz & Online Workshops funktionieren 𝗹𝗲𝗯𝗲𝗻𝗱𝗶𝗴, solange es nicht mehr als fünfzehn Teilnehmer sind und man mit 𝘃𝗲𝗿𝘀𝗰𝗵𝗶𝗲𝗱𝗲𝗻𝗲𝗻 𝗠𝗲𝗱𝗶𝗲𝗻 arbeitet. Der Schlüssel hierfür ist ein 𝘁𝗼𝗽 𝗺𝗲𝗱𝗶𝗮𝗹𝗲𝗿 𝘂𝗻𝗱 𝘁𝗲𝗰𝗵𝗻𝗶𝘀𝗰𝗵𝗲𝗿 𝗦𝘂𝗽𝗽𝗼𝗿𝘁. Danke an unser Büroteam Jojo und Conny für die fast fernsehstudioreife Medienleistung.

💎 𝗟𝗲𝗿𝗻𝗱𝗶𝗮𝗺𝗮𝗻𝘁 𝗮𝘂𝘀 𝘂𝗻𝘀𝗲𝗿𝗲𝗿 𝗖𝗼𝗮𝗰𝗵 𝗦𝗶𝗰𝗵𝘁: Wenn 𝗙𝗼𝗸𝘂𝘀𝗠𝗮𝗽 (𝗞𝗼𝗽𝗳 🗣 ) und 𝗦𝗶𝗻𝗻𝘀𝘁𝗶𝗳𝘁𝗲𝗻 (𝗛𝗲𝗿𝘇 ❤) im eigenen Hirn, und idealerweise zwischen verschiedenen Hirnen, 𝗶𝗺 𝗶𝗻𝘁𝗲𝗻𝘀𝗶𝘃𝗲𝗻 𝗗𝗶𝗮𝗹𝗼𝗴 sind, beruhigt sich das 𝗥𝗲𝗽𝘁𝗶𝗹𝗶𝗲𝗻-𝗛𝗶𝗿𝗻 (𝗕𝗮𝘂𝗰𝗵). Die selbst zwischen Forschern (wie Drosten und Kekulé) mittlerweile abwertenden Streitigkeiten, die man im gesamten gesellschaftlichen Kontext immer stärker beobachten kann, können und dürfen dann abnehmen. Voraussetzung ist ein 𝗸𝗼𝗻𝘇𝗲𝗽𝘁𝗶𝗼𝗻𝗲𝗹𝗹 𝗮𝗻𝗴𝗲𝗹𝗲𝗶𝘁𝗲𝘁𝗲𝗿 „𝗖𝗼𝗼𝗹-𝗱𝗼𝘄𝗻-𝗗𝗶𝗮𝗹𝗼𝗴“ zwischen 𝗮𝗻𝗮𝗹𝘆𝘁𝗶𝘀𝗰𝗵𝗲𝗻 𝗔𝘀𝗽𝗲𝗸𝘁𝗲𝗻 (𝗞𝗼𝗽𝗳 𝗜𝗤) und 𝗲𝗺𝗼𝘁𝗶𝗼𝗻𝗮𝗹𝗲𝗻 𝗔𝘀𝗽𝗲𝗸𝘁𝗲𝗻 (𝗛𝗲𝗿𝘇 𝗘𝗤). Folge: Der 𝗗𝗶𝗮𝗹𝗼𝗴 𝗯𝗲𝗿𝘂𝗵𝗶𝗴𝘁 𝘀𝗶𝗰𝗵 𝘂𝗻𝗱 𝘄𝗶𝗿𝗱 𝘄𝗶𝗲𝗱𝗲𝗿 𝗸𝗼𝗻𝘀𝘁𝗿𝘂𝗸𝘁𝗶𝘃. Das beste der verschiedenen Argumente lässt sich wieder integrieren. Dieses Vorgehen ist 𝗮𝘂𝗳 𝗷𝗲𝗱𝗲 𝘄𝗶𝗿𝘁𝘀𝗰𝗵𝗮𝗳𝘁𝗹𝗶𝗰𝗵𝗲 𝘂𝗻𝗱 𝗽𝗿𝗶𝘃𝗮𝘁𝗲 𝗦𝘁𝗿𝘂𝗸𝘁𝘂𝗿 𝘂̈𝗯𝗲𝗿𝘁𝗿𝗮𝗴𝗯𝗮𝗿.

💪 𝗗𝗮𝘀 𝗶𝘀𝘁 𝗱𝗶𝗱𝗮𝗸𝘁𝗶𝘀𝗰𝗵 𝘂𝗻𝘀𝗲𝗿𝗲 𝘄𝗲𝗿𝘁𝘃𝗼𝗹𝗹𝘀𝘁𝗲 𝗘𝗿𝗸𝗲𝗻𝗻𝘁𝗻𝗶𝘀: 𝗨𝗺 𝗱𝗮𝘀 𝗥𝗲𝗽𝘁𝗶𝗹𝗶𝗲𝗻-𝗛𝗶𝗿𝗻 𝘇𝘂 𝗯𝗲𝗿𝘂𝗵𝗶𝗴𝗲𝗻, 𝘂𝗻𝗱 𝗱𝗮𝗺𝗶𝘁 𝗱𝗮𝘀 𝗚𝗲𝗳𝘂̈𝗵𝗹 𝗱𝗲𝗿 𝗢𝗵𝗻𝗺𝗮𝗰𝗵𝘁 𝘇𝘂 𝗯𝗲𝘀𝗲𝗶𝘁𝗶𝗴𝗲𝗻, 𝗯𝗲𝗱𝗮𝗿𝗳 𝗲𝘀 𝗲𝗶𝗻𝗲𝘀 𝗹𝗲𝗯𝗲𝗻𝗱𝗶𝗴𝗲𝗻 „𝗣𝗶𝗻𝗴-𝗣𝗼𝗻𝗴“ 𝘇𝘄𝗶𝘀𝗰𝗵𝗲𝗻 𝗞𝗼𝗽𝗳 𝘂𝗻𝗱 𝗛𝗲𝗿𝘇, 𝗮𝗹𝘀𝗼 𝗞𝗼𝗴𝗻𝗶𝘁𝗶𝗼𝗻 𝘂𝗻𝗱 𝗘𝗺𝗼𝘁𝗶𝗼𝗻.

am 18.05.2020 von Peter Tümmers von Schoenebeck

🧨 LIFE auf der CORONA-DEMO in Ravensburg 👀 Motto: mach Dir selbst ein Bild.

Als Team von Coaches und Sozialwissenschaftlern begleitet die ICO ImpulseConsult die Corona-Krise mit informativen Artikeln, um allgemeine Krisen-Kompetenz und Dialogkultur zu stärken. Diesmal hatte Soziologe und Head-Coach Peter Tümmers von Schoenebeck einen Außeneinsatz. Nachdem Medien wie ARD/ZDF und Politiker so intensiv vor einer Corona-Demo-Teilnahme warnen, zieht er am Wochenende los, um sich vor Ort in Ravensburg ein Bild zu machen. Hier sein Bericht:

😱 Zusätzlich abgeschreckt von der örtlichen "Schwäbischen Zeitung", die vor einer Teilnahme an der Corona Demonstration in Ravensburg warnte, ziehe ich am Samstag nervös los und bereite mich darauf vor, die dort angekündigten Radikalen, Verschwörungstheoretiker und Corona-Leugner zu treffen. Seltsam ist: Die Liste der angekündigten Redner will nicht so recht zu den Warnhinweisen passen. Es sprechen: ein Rechtsanwalt/Justitiar eines ortsansässigen Unternehmens, eine Ärztin, eine Friseurmeisterin im 47en Berufsjahr, ein syrischer Mitbürger und Falafelhändler, eine Theaterkünstlerin, eine niedergelassene Psychologin/Psychotherapeutin. Kurzum: eher die gutbürgerlichen Stützen der konservativen Gesellschaft - eher Honoratioren als Revoluzzer. Die Vorträge sind sachlich, informativ und engagiert vorgetragen, jeweilig aus juristischer Sicht, aus medizinischer und aus psychologischer Sicht werden Alternativen zur alternativlosen Coronapolitik vorgetragen. Bemerkenswert: auch ein syrischer Migrant kommt zu Wort, der in wenigen Jahren in Deutschland ein kleines Gewerbe hochgezogen hat und nach einhelliger Meinung der Ravensburger um mich herum "de beschde Falafflä" überhaupt macht. Er liest mühselig vom Blatt ab, ist kaum zu verstehen. Die Menge lauscht geduldig und respektvoll. Als er endet: Tosender Applaus!! Sicher sind seine Falafeln besser als sein Deutsch. In jedem Fall gilt: Hier ist nichts von Verunsicherung und mangelnder Aufklärung zu erkennen. Vielmehr von guter Recherche und Lösungsorientierung.

🧑‍✈️ Die Polizei: tatsächlich Dein Freund und Helfer.

🙏 Begrüßt wird zu Beginn von der Bühne durch die örtlichen Polizei, die eine gute Veranstaltung wünscht und mit "AntiKonfliktTeam"Leibchen auftritt. Nach Verkündung der Hygieneregeln (Wohngemeinschaften zusammenstehen und zwei Armlängen Abstand zur Nachbargruppe) werden zur Gitarre altbekannte Friedens und Freiheitslieder gesungen. Die vielen älteren Semester um uns herum fühlen sich wohl an ihre Jugend erinnert und singen selig mit. Überhaupt wird viel gesungen. Nach jedem Vortragenden ein Lied und Neujustierung der Abstandshaltung, von der Bühne herab dirigiert.

Verfassungsgegner habe ich nicht angetroffen, aber die konservative Mittelschicht und engagierte Bürger. Ergo die Stütze unserer Gesellschaft und die Verteidiger unserer konservativen Werte. Dazu viele junge Menschen mit selbstgemalten Plakaten, Mütter mit Kindern. Verängstigt war auch niemand. Eher klar und lösungsorientiert.

😳 Verstört verlasse ich die Veranstaltung nach einem letzten gemeinsamen Lied. Das Ereignis hallt in mir nach. Auch weil ich - trotz ständiger Recherche - tatsächlich inhaltlich Neues und Hilfreiches erfahren habe. Vorgetragen von Menschen, die sich mit den PRAKTISCHEN ASPEKTEN der Corona-Krise befassen - also mit praktischen Problemen und praktischen Lösungen, anstatt mit STATISTIKEN, mithin die eigentlichen EXPERTEN.

Zurück zuhause am Sonntag TV-Abend "ARD Anne Will". Thema: "Die Corona-Demos". Es geht um den verunsicherten Bürger.

Hier sind die "richtigen Experten" und Politiker unter sich. Das Urteil klar: Auf Corona-Demos, so habe eine genaue Analyse des Wochenendes ergeben, finden sich in der Mehrheit Radikale und verunsicherte, leicht verführbare Menschen. Allenfalls ein paar besorgte Bürger seien dabei, die guten Willens seien, aber "es noch nicht verstanden hätten". Die Politik in der Selbstkritik: "Wir haben es nicht gut genug erklärt." Mein Gedanke dazu: vielleicht hört ihr ja nicht gut genug zu?

🤦‍♀️ Spontan fühlte ich mich an Paartherapien erinnert: "Ich wäre so ein guter Ehemann, wenn meine Frau mich nur besser verstehen würde." Ein einzelner Lichtblick findet sich in der Runde: Professor Bernhard Pörxen von der Universität Tübingen. Als "einsamer Rufer in der Wüste" immer wieder unterbrochen, warnt er die selbstgewisse Runde. Und irgendwann bringt er doch seinen Satz zu Ende: "Nicht mit Abwertung beginnen! Das abwertende Pauschalurteil ist das Garantierezept um einen Diskurs zu ruinieren." Oha!

Nun war ich selbst nur auf einer einzigen "Corona-Demo" und bin mithin kein "Corona-Demo-Experte". Und natürlich ist mir klar, daß auf Demos nicht nur gutwillige Menschen unterwegs sind. Warum auch: in jeder offenen Gesellschaft gibt es weiße und schwarze Schafe, so auch auf Demos. Außerdem fand "meine Demo" im biederen oberschwäbischen Ravensburg statt und nicht in einer pulsierenden Großstadt.

😳 Dennoch treibt mich ein Gedanke um, als ich den Fernseher ausschalte und kurz vor Mitternacht ins Bett gehe. Lass die jungen Leute von der Ravensburger Corona-Demo längst im Bett liegen und jetzt nicht ARD kucken, damit sie nicht Ihrer eigenen Abwertung zuhören und den Respekt vor der Urteilskraft ihrer Politiker verlieren.

🙈🙆 Denn für viele der jungen Leute war das - so vermute ich - eine Weihestunde der lebendigen Demokratie und kein Chaotentreff. 🙆🙈

👍 Selbstgewissheit in Krisen ist trügerisch. Zitat Goethe: "Es hört doch jeder nur, was er versteht." Und Goethe weiter: "Mit dem Wissen wächst der Zweifel."

👍 Vielleicht würde uns allen ein Kernsatz des wertschätzenden Dialogs helfen: "Erst verstehen, dann verstanden werden." Zweifel aushalten. Die richtigen Fragen stellen anstatt die richtigen Antworten bereits zu kennen. In Krisen hilft keine Pauschallösung, sondern Wettbewerb um den besten Weg.

👍 Wir brauchen Konsens und respektvolles Zuhören, keine Gräben der Abwertung.

am 12.05.2020 von Philipp Brumhard

𝗞𝗿𝗶𝘀𝗲𝗻𝗺𝗮𝗻𝗮𝗴𝗲𝗺𝗲𝗻𝘁-𝗪𝗲𝗯𝗶𝗻𝗮𝗿 𝗮𝘂𝗳 𝗻𝗲𝘂𝗲𝗺 𝗟𝗲𝘃𝗲𝗹

𝗙𝘂𝘀𝗶𝗼𝗻 𝘃𝗼𝗻 𝗣𝗿𝗮̈𝘀𝗲𝗻𝘇 & 𝗢𝗻𝗹𝗶𝗻𝗲 𝗦𝗲𝗺𝗶𝗻𝗮𝗿 🙌 Traditionelles 𝗡𝗲𝘁𝘇𝘄𝗲𝗿𝗸𝘁𝗿𝗲𝗳𝗳𝗲𝗻 𝗶𝗻 𝗻𝗲𝘂𝗲𝗺 𝗙𝗼𝗿𝗺𝗮𝘁 voller Erfolg! 💡Zwei Experten in kollegialer Moderation: Peter Tümmers von Schoenebeck und Gasttrainer Jürgen Freisl gaben wertvolle Impulse zum Thema „𝗗𝗲𝗿 𝗞𝗿𝗶𝘀𝗲𝗻𝗹𝗲𝗮𝗱𝗲𝗿 – 𝗙𝘂̈𝗵𝗿𝗲𝗻 𝗶𝗻 𝗱𝗲𝗿 𝗞𝗿𝗶𝘀𝗲“ 🔑 𝗙𝗼𝗸𝘂𝘀𝗠𝗮𝗽 bringt neue Schlüssel-Erkenntnisse ➡ Hier geht’s zum 𝗣𝗿𝗼𝘁𝗼𝗸𝗼𝗹𝗹: https://ico-oberstdorf.com/…/der-krisenleader-souveraenes-f… ✅ 𝗭𝘄𝗲𝗶𝘁𝗲 𝗥𝘂𝗻𝗱𝗲 unseres Pilot-Events „Der Krisenleader“ am 𝟮𝟴. 𝗠𝗮𝗶 – 𝗢𝗽𝘁𝗶𝗼𝗻𝗶𝗲𝗿𝗲 𝗗𝗶𝗿 𝗷𝗲𝘁𝘇𝘁 𝗗𝗲𝗶𝗻𝗲𝗻 𝗣𝗹𝗮𝘁𝘇 und erhalte Deine 𝗴𝗿𝗮𝘁𝗶𝘀 𝗙𝗼𝗸𝘂𝘀𝗠𝗮𝗽 zur Vorbereitung.

𝗜𝗖𝗢 𝗯𝗲𝘀𝗰𝗵𝗿𝗲𝗶𝘁𝗲𝘁 𝗻𝗲𝘂𝗲 𝗪𝗲𝗴𝗲: 𝗣𝗶𝗹𝗼𝘁-𝗘𝘃𝗲𝗻𝘁 „𝗣𝗿𝗮̈𝘀𝗲𝗻𝘇-𝗪𝗲𝗯𝗶𝗻𝗮𝗿“

Mit unserer Vorerfahrung in klassischen Webinaren haben wir jetzt Neues gewagt – die 𝗩𝗲𝗿𝗸𝗻𝘂̈𝗽𝗳𝘂𝗻𝗴 𝘃𝗼𝗻 𝗢𝗻𝗹𝗶𝗻𝗲 𝘂𝗻𝗱 𝗣𝗿𝗮̈𝘀𝗲𝗻𝘇-𝗦𝗲𝗺𝗶𝗻𝗮𝗿. Gerade in Krisenzeiten ist der lebendige Austausch im Respekt für Sicherheitsregeln wertvoll. Mit 𝗺𝗲𝗵𝗿𝗲𝗿𝗲𝗻 𝗺𝗼𝗯𝗶𝗹𝗲𝗻 𝗞𝗮𝗺𝗲𝗿𝗮𝘀, 𝗚𝗿𝗼ß𝘀𝗰𝗿𝗲𝗲𝗻, 𝗙𝗹𝗶𝗽𝗰𝗵𝗮𝗿𝘁𝘀 𝘂𝗻𝗱 𝗠𝗲𝘁𝗮𝗽𝗹𝗮𝗻𝘄𝗮̈𝗻𝗱𝗲𝗻 ausgestattet, ist es uns gelungen, die 𝗟𝗲𝗯𝗲𝗻𝗱𝗶𝗴𝗸𝗲𝗶𝘁 unseres Seminarraums in die Arbeitszimmer unserer Teilnehmer und Kollegen zu übertragen. Anhand der 𝗙𝗼𝗸𝘂𝘀𝗠𝗮𝗽, welche sie bereits im Voraus erhielten, erarbeiteten erfahrene Manager und Führungskräfte ihre individuellen Themen. Im intensiven Dialog – sowohl im Plenum als auch in 𝘃𝗶𝗿𝘁𝘂𝗲𝗹𝗹𝗲𝗻 𝘂𝗻𝗱 𝗮𝗻𝗮𝗹𝗼𝗴𝗲𝗻 𝗞𝗹𝗲𝗶𝗻𝗴𝗿𝘂𝗽𝗽𝗲𝗻 – gewannen sie hierzu neue Impulse zur persönlichen Umsetzung. Teils überrascht von neuen differenten Perspektiven und 𝗸𝗼𝗻𝗸𝗿𝗲𝘁𝗲𝗻 𝗦𝗰𝗵𝗹𝘂̈𝘀𝘀𝗲𝗹-𝗘𝗿𝗸𝗲𝗻𝗻𝘁𝗻𝗶𝘀𝘀𝗲𝗻 (s.u.), bestätigte die Runde erneut die Relevanz eines 𝗼𝗳𝗳𝗲𝗻𝗲𝗻, 𝗱𝗶𝗿𝗲𝗸𝘁𝗲𝗻 𝗔𝘂𝘀𝘁𝗮𝘂𝘀𝗰𝗵𝘀. Erstaunt waren auch wir von ICO, mit einer derart 𝗹𝗲𝗯𝗵𝗮𝗳𝘁𝗲𝗻 𝗔𝘁𝗺𝗼𝘀𝗽𝗵𝗮̈𝗿𝗲 und positiven Rückmeldung zu unserem neuen Format ‚Präsenz-Webinar‘ hatten wir im Vorfeld nicht gerechnet. Danke🙏
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„𝗗𝗲𝗿 𝗞𝗿𝗶𝘀𝗲𝗻𝗹𝗲𝗮𝗱𝗲𝗿 – 𝗙𝘂̈𝗵𝗿𝗲𝗻 𝗶𝗻 𝗱𝗲𝗿 𝗞𝗿𝗶𝘀𝗲“

So lautete das Thema des Abends. Konkret haben wir uns mit diesen essentiellen Fragen auseinandergesetzt:

> Woran finde ich als Leader in der Krise Orientierung?

> Mit welchen neuen Führungsrollen sehe ich mich konfrontiert?

> Welche Prinzipien und Tools helfen mir, um in der Krise nicht nur souverän zu agieren, sondern diese auch für eine Neu-Ausrichtung zu nutzen?

> Wie verschaffe ich mir Überblick und bestimme Fokus und Prioritäten?

In kollegialer Moderation durch Tümmers von Schoenebeck und Gasttrainer Jürgen Freisl wurden diese Fragen anhand der Tools FokusMap, FokusKreis sowie Kontext- und Verhaltensframing aufgeschlüsselt und auf folgende 6 Schlüssel-Erkenntnisse verdichtet:
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𝗣𝗲𝗿𝘀𝗼̈𝗻𝗹𝗶𝗰𝗵𝗲 𝗦𝗰𝗵𝗹𝘂̈𝘀𝘀𝗲𝗹-𝗘𝗿𝗸𝗲𝗻𝗻𝘁𝗻𝗶𝘀𝘀𝗲 𝗱𝗲𝗿 𝗧𝗲𝗶𝗹𝗻𝗲𝗵𝗺𝗲𝗿

1. In allen Maßnahmen den langfristigen Nutzen identifizieren und anstreben.

2. Nutzenstiftung von Maßnahmen immer auf 2 Beine stellen: logischen Nutzen UND emotionalen Nutzen beschreiben.

3. Bei schwierigen Themen immer das übergeordnete Ziel fokussieren.

4. Rückenwind der Bereitschaft zur Veränderung für strategische Klarheit und Schärfung nutzen.

5. Ich muss Erkenntnisse in Krise nicht bremsen, ich kann die gestiegene Veränderungsbereitschaft nutzen.

6. Menschen sind wacher und aufmerksamer als sonst, damit sind neue Optionen greifbar.
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𝗨𝗻𝘀𝗲𝗿 𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁: Danke an euch Teilnehmer, dass ihr mit uns technische Grenzen ausgetestet und einen intensiven Austausch ermöglicht habt!

⏰ Ersten Termin verpasst? 𝗭𝘄𝗲𝗶𝘁𝗲𝗿 𝗗𝘂𝗿𝗰𝗵𝗹𝗮𝘂𝗳 unseres Pilot-Events „Der Krisenleader“ am 𝟮𝟴. 𝗠𝗮𝗶.

❗ Teilnahme vor Ort oder Online

✅ 𝗢𝗽𝘁𝗶𝗼𝗻𝗶𝗲𝗿𝗲 𝗗𝗶𝗿 𝗷𝗲𝘁𝘇𝘁 𝗗𝗲𝗶𝗻𝗲𝗻 𝗣𝗹𝗮𝘁𝘇 und erhalte Deine 𝗴𝗿𝗮𝘁𝗶𝘀 𝗙𝗼𝗸𝘂𝘀𝗠𝗮𝗽 zur Vorbereitung.

am 10.05.2020 von Peter Tümmers von Schoenebeck

🙏 SEIEN WIR STOLZ AUF UNSERE WISSENSCHAFTLER UND POLITIKER ! SEIEN WIR STOLZ AU

Wir wurden gefragt, warum wir von ICO die soziologischen Betrachtungen zur Coronakrise von unserem SeniorCoach Peter Tümmers in FB und LinkedIn einstellen. ("Die Welt nach Corona", "Deutschland ein Wintermärchen", und gestern: "Der Mut-Bürger steht auf".)

👨‍👩‍👦 Nun: wir von ICO können keine Intensivbetten oder Beatmungsgeräte bauen. Wir sind Sozialwissenschaftler und das hier ist unser Beitrag zur Krisenbewältigung: Wir beschreiben transparent und in verständlicher Sprache Entwicklungen, die für ein starkes Gemeinwesen förderlich oder gefährdend sind. Wir wollen damit die Qualität der Debatte und den Austausch stärken. Wie man an der Resonanz sieht: das klappt auch ganz gut.

👍 WICHTIG dabei ist: wir brauchen RESPEKT für jedes gute Argument, keine neuen Gräben.

👍 WICHTIG: Seien wir stolz auf unser Führungspersonal. Vieles was sie tun, ist kritikwürdig. Aber seien wir stolz auf unser Gemeinwesen, in dem die Kritik des "Mut-Bürgers" gehört wird. In vielen Ländern der Welt ist das anders. Wir leben in einem lebendigen, vielschichtigen Land mit vielen Facetten. Perspektiven-Vielfalt zu haben, ist in Krisen ein unschätzbarer Vorteil. Deshalb dürfen wir unsere Virologen und Politiker aber nicht schonen oder ihnen blind folgen. Lebendige Demokratie heißt: sich wechselseitig in einem Wettbewerb der Argumente und Ideen zu begegnen und zu streiten.

👍 STREITBAR in der Sache, RESPEKTVOLL im Ton.

⚽️ FC CORONA (siehe Bild): Deswegen haben wir die beginnende offene Corona-Debatte auch mit einem Fussball-Match verglichen. Dabei stehen sich 2 Teams gegenüber, die verschiedene Strömungen und Aspekte vertreten.

👍 WICHTIG: Alle dargestellten Personen sind guten Willens und jeder ist auf seine Weise kompetent. Seien wir stolz auf diese vielschichtige Kompetenz und halten wir sie wach. Hören wir Ihnen und uns gegenseitig NEUGIERIG - WERTSCHÄTZEND zu und seien wir KONSTRUKTIV - KRITISCH im Nachfragen, nicht abwertend.

👹 WICHTIG: Dem Andersdenkenden Verschwörungstheorien zu unterstellen ist eine intensive Form der Abwertung. Wer anderen Verschwörungstheorien vorwirft, entwickelt damit selbst welche. Gehen wir mit diesem schwerwiegenden Vorwurf behutsam um.

👍 WICHTIG: Wir brauchen DIALOG und ACHTSAMKEIT, keine Gräben.

am 08.05.2020 von Peter Tümmers von Schoenebeck

Der Mut-Bürger steht auf

Wie der "neue Deutsche" die Polititk vor sich hertreibt. Vor zwei Wochen mahnte Krisenexperte Peter Tümmers von Schoenebeck im breit mitgetragenen Lockdown autoritäres Gehabe und verordnete Denkverbote an. Der wertvolle Konsens drohte unnötig verloren zu gehen.

Wer über eine „dynamische Stabilisierung“ im Umgang mit Corona diskutierte, galt als unsolidarisch und leichtsinnig. Wer offizielle Zahlen in Frage stellte, wurde als „Verschwörungstheoretiker“ abgetan. Zwischenzeitlich entmutigend, dreht sich die nationale Lage in der Woche vom 6. Mai binnen 48 Stunden. Es ist den deutschen Bürgern zu verdanken. Nach dem Wut-Bürger der letzten Jahre tritt nun auf: „der deutsche MUT-Bürger“. Ohne dessen „gnadenlos-liebevollen“ Druck, wäre die Öffnung hin zu einer aktiven Krisenpolitik so nicht geschehen. Die Welt kennt die Deutschen wahlweise als obrigkeitshörig oder als Wut-Bürger. Der Mut-Bürger ist neu. Mit klugen Konzepten fordert er die Politik heraus und treibt sie vor sich her.

Hier die Ereignisse, die zu dieser neuen kulturellen Qualität führten. Eine Qualität, die uns noch entscheidend helfen kann. Eine ermutigende Bestandsaufnahme aus soziologischer Sicht.


Von der Agonie ins Handeln am 6. Mail

Nach der friedlichen Revolution 1989 und der blutigen Revolution 1848 wiederholt sich erst zum dritten Mal eine historische Besonderheit: der Deutsche steht auf und wehrt sich. Nicht emotional und verunsichert, sondern mit guten Sachargumenten und zugleich im Respekt für seine politische Führung meldet er sich lautstark zu Wort.

In eine verfahrene pseudowissenschaftliche Debatte hinein fordern die Deutschen Klarheit und Logik im Vorgehen. Gut informiert und engagiert identifizieren sie methodische Fehler, denken mit, machen Vorschläge, fordern Beteiligung ein. Und: die Menschen gehen auf die Straße. Sie hauchen der Politik das ein, was ihr fehlt: den Mut.

Sie fordern mehr sachlichen Umgang mit Corona und mehr zielgerichtetes Vorgehen anstatt bedrohlicher aber im Kern statistisch unhaltbarer Zahlen und plakativer, aber irreführender Lösungen wie „Leben oder Wirtschaft“. Die Menschen wissen: so schwarz-weiß ist das nicht. Es ist komplexer und sie lassen ihre Politiker das wissen.

Noch diesen Montag, den 4. Mai bezeichnet die ARD (Sondersendung 20.15) den mehr Gestaltung anmahnenden NRW-Ministerpräsidenten Armin Laschet als „disziplinlos“ und fragt „wie sollen die Bürger da brav bleiben?“ Das Magazin DER SPIEGEL fragt auf dem aktuellen Titelbild: „Verspielt Armin Laschet mit seinem Leichtsinn die Kanzlerschaft?“ Binnen 48 Stunden kippt das Bild. Die Republik schwenkt hastig auf Laschets Kurs um. Er wird zum Rollenvorbild, sogar für seinen Kontrahenten Markus Söder.

Die Folge: Noch bevor Kanzlerin Merkel ihre Ministerpräsidenten zur Status-Runde rufen kann, überbieten sich die Ministerpräsidenten in „dynamisch atmenden Strategien“. Offensichtlich von der Sorge getrieben, nur nicht Letzter vor den TV-Kameras sein, werden in den Landesregierungen eilig Pressekonferenzen einberufen. Ganz nach vorne drängelt Markus Söder, sehr zum Missfallen seines Südachsen-Partners Winfried Kretschmann von selbsternannten „Team Disziplin“. Der BW-Ministerpräsident Kretschmann, eher prinzipientreu als populistisch wie Söder, schäumt.

Doch Söder ist längst übergelaufen ins „Öffnungsüberbietungs-Team“ Laschet, freilich nicht ohne zu behaupten, dass dies immer schon sein Plan gewesen wäre. Der Populismus, Söders Politikstil, gilt soziologisch als volksnah, hat aber ein unlösbares Kernproblem: der Populist nimmt für sich in Anspruch, dem Volk in seinem Willen zu folgen. Dieses will aber seinerseits, dass man es führt. Eine Quadratur des Kreises, über die Söder souverän hinweglächelt und zügig neue Position besetzt. Das war beim Bienenschutz so, beim Klimaschutz, jetzt bei Corona. Der Populist lebt vom kurzen Gedächtnis der Menschen und vom Zauber des Augenblicks. Er ist ein Getriebener seines Politikstils und der Umfragewerte.

Der prinzipientreue Politiker – wie Kretschmann oder Merkel - dagegen lebt vom langen Atem. Er oder sie kommt nicht immer angenehm rüber, darf auch knorrig und langweilig sein. Die Leute wissen ja, woran sie sind.

So eine ist die Kanzlerin: Ihr bleibt am 6. Mai nichts als einen Kurswechsel zu verkünden: In Zukunft gilt eine Infektionsobergrenze, alles Weitere regeln die Länder selbst. Die ARD orakelt von der Führungsschwäche der Kanzlerin – falsch!

In Krisen gilt: Selbstwert und Initiative stärken durch Beteiligung der Menschen. Im agilen Management spricht man von der Aktivierung der „Schwarmintelligenz“. Der Volksmund sagt: „Viele sind klüger als einer allein.“ Gut so!


Weniger Pseudo-Wissenschaftlichkeit und Parolen - mehr echte Analyse und Sachlichkeit

In Krisen gilt: Setze Dich mit der tatsächlichen Wirklichkeit auseinander, nicht nur mit Statistiken, Zahlen und vorgefertigten Überzeugungen. Nach dem ersten Schock im März beginnt diese öffentliche Auseinandersetzung erst jetzt. Dabei tun sich neben den vielen Menschen im Lande einige prominente MUT-BÜRGER hervor, die sich dafür zunächst polemische Kritik, Virusverharmlosung oder Verschwörungsabsichten vorwerfen lassen mussten. Dazu gehören die einzigen beiden Professoren und Institutsleiter bundesweit, die sich nicht nur statistisch, sondern tatsächlich im praktischen Feld mit dem Virus auseinandersetzen. Nach anfänglich heftiger Zurückweisung – sie stören unsere kollektiven, gut verankerten Angstbilder und damit die einzige Gewissheit, die wir über das Virus zu haben glauben – finden beide zusehends Beachtung.


Auftritt MUT-Bürger Professor Püschel, Leiter der Rechtsmedizin Hamburg

Der 69-jährige Pathologe ist der einzige Arzt weltweit, der Corona-Tote flächendeckend obduziert und damit tatsächlich die tödliche Wirkung untersucht. Warum ist er der Einzige? Nun, das RKI RobertKoch-Institut hatte frühzeitig vor Obduktionen gewarnt, um das medizinische Personal nicht zu gefährden; im Nachhinein eine fahrlässige Überreaktion. Dazu Prof. Püschel gelassen an die Adresse der RKIKollegen: „Man trägt beim Obduzieren Schutzkleidung.“ Der Mangel an echter Analyse hat weitreichende Folgen für eine sachliche Coronabewertung. In vielen Ländern wird mangels Untersuchung so die normale Alterssterblichkeit in der Coronastatistik mitgezählt. Was zu fatalen Fehlbewertungen und Angstbildern führt. So ist die Hansestadt Hamburg also die einzige Stadt, die tatsächlich verlässliche empirische Zahlen liefert und nicht nur Hochrechnungen und Schätzungen. Prof. Püschels Ergebnis: Keiner der rund 100 Toten starb ohne mindestens eine schwere Vorerkrankung. Das Durchschnittsalter der Toten liegt bei 80 Jahren, also dicht an der natürlichen Sterblichkeit. Sein Leitsatz ist: „Von den Toten für die Lebenden lernen.“ Sein Fazit: Corona ist eine ernste Bedrohung, aber kein Killervirus. Er mahnt zur Mäßigung und Besonnenheit statt Übertreibung. Er warnt auch davor, Deutschland ständig mit anderen Ländern zu vergleichen. Die medizinische Ausstattung sei deutlich besser, die Voraussetzungen ganz andere. Sein ganz persönliches Statement: trotzdem er zur Risikogruppe zählt, ist er bekennender Großvater und trifft seine Enkel weiterhin. Er hält das nicht für fahrlässig, sondern für angemessen vorsichtig. (siehe verschiedene Youtube-Filme)


Auftritt MUT-Bürger Professor Streeck

Der Bonner Virologie-Institutsleiter stellt in der einzigen flächendeckenden sog. Heinsberg-Studie bei ca. 1000 Bürgern fest: Die Todesrate bei Infizierten liegt bei 0,37 %, also weit entfernt von ca. 10 %, die wir aus Italien hören.

Grundlage sind erstmals nicht Schätzungen oder statistisch fragwürdige Vermischungen, sondern eine Erfassung der realen Wirklichkeit. Wenn die Zahl auch noch weiter bestätigt werden muss, liefert sie doch eine Tendenz, die faktenbasierter ist als die erschreckenden Zahlen aus Italien oder Belgien. Was kaum jemand weiß: dort werden alle auch natürlich an Altersschwäche Verstorbenen in der CoronaTodesliste geführt. Statement der belgischen Gesundheitsministerin: Da die Ressourcen für ein Testen oder Obduzieren der Toten fehlen, werden „sicherheitshalber“ auch alle nicht getesteten Verdachtsfälle in der Coronatodesstatistik geführt. In Italien gilt das gleiche. Das ehrbare Motiv: Man will sich nicht eine „Virus-Verharmlosung“ nachsagen lassen und geht lieber „auf Nummer sicher“. Problem: so entsteht keine Sicherheit, sondern falsche Angstbilder und emotionale Fehlbewertungen.

Professor Streeck, der sich politischer Empfehlungen enthält, setzt lieber auf sachliche Aufklärung und spricht nur eine fachliche Warnung aus: Auf einen zuverlässigen Impfstoff zu warten oder gar zu setzen sei unseriös, da dieser bei Viren nicht zu gewährleisten sei (siehe Aids, siehe Grippe). Sein unbequemes Statement: wir müssen mit dem Virus leben lernen.


Auftritt MUT-Bürger Armin Laschet

Der NRW- Ministerpräsident fordert schon früh eine „verantwortungsvolle Normalität“. Er sagt: das Virus geht nicht weg. Wir können es nicht auslöschen. Wir müssen lernen mit ihm zu leben, zumindest bis es einen Impfstoff gibt. (Entwicklungszeit 1-2 Jahre). Als Karl Lauterbach, Politiker und Arzt in Personalunion, in der Talkshow „Anne Will“ den R-Faktor von 0,7 als alleinige Richtschnur verteidigt, ruft Laschet laut aus: „Dann kommen wir ja nie hier raus. Sie können nicht ein, zwei Jahre das ganze Land weiter herunterfahren mit all den Schäden, die Sie dann anrichten.“ Logisch gesehen hat Laschet Recht: Ein „Jojo-Effekt“ droht, eine Herdenimmunität ist so nur sehr langfristig zu erreichen. Solange ist eine Normalität nicht möglich, die emotionalen, sozialen und materiellen Kräfte bluten aus. Und auch als Krisenmanager liegt er richtig. Denn hier gilt: rede Dir die Lage nicht schön, sondern konfrontiere Dich und Deine Gefährten mit der Realität. Entwickle eine Strategie, die ein Ziel hat, und nicht nur eine Taktik, die Zeit gewinnt. Unser Gesamtsystem geriete auf Dauer in Schräglage. Das Magazin „DER SPIEGEL“ wird Laschet für das Aussprechen dieser einfachen Erkenntnisse in seiner aktuellen Ausgabe als „führungsschwach und leichtsinnig“ bezeichnen. Armin Laschet bleibt trotz massiver Kritik standhaft und bewirkt diese Woche am 6. Mai, dass die Ministerpräsidenten im Domino-Effekt auf seine Haltung einschwenken. Er wird binnen 48 Stunden vom Buhmann zum Rollenvorbild.


Bleiben Sie standhaft und unbequem

Er ist standhaft geblieben und unbequem. Wie viele andere Bürger auch, die gute Konzepte mit Nachdruck vertreten, auch wenn der Wind gegen sie steht. Die gute Nachricht: Die Demokratie in Deutschland ist stabil und gewinnt an Format. Der Dialog zwischen Regierung und Volk funktioniert, wenn auch leicht ruppig. Die schlechte Nachricht: Das Spiel ist deshalb noch nicht gewonnen. Risiken drohen weiterhin.


Gehen Sie Verschwörungstheoretikern nicht auf den Leim

Hier organisiert niemand mit Planung und dunkler Strategie. Dazu sind die Abläufe viel zu komplex als dass jemand das planen könnte. Überschätzen Sie nicht die Macht und Souveränität von Politikern und Virologen. Das sind auch nur Menschen und die allermeisten meinen es gut. Und sehen wir es den Virologen des RKI und anderen nach, dass für sie der R-Faktor eine heilige Kuh ist. Versetzen Sie sich mal in die Lage eines Virologen: Wenn jemand sein Berufsleben lang mit Virenbeobachtung und Virenzählen verbracht hat und dabei auch noch so gut war, dass er Professor wurde, muss er wissenschaftliches Arbeiten, also die Reduktion der Wirklichkeit auf Zahlen und Statistiken gut finden. Warum sollte er ausgerechnet dann damit aufhören, wenn er es ins Fernsehen geschafft hat und die lange verdiente Beachtung findet.

Seien wir nachsichtig und realistisch, dass auch die da „Oben“ emotional ähnlich überfordert sind wie wir. Natürlich haben sie mehr Berater, dafür aber nicht unbedingt mehr Klarheit. Sie gehen abends mit genauso vielen Fragezeichen ins Bett wie wir alle.


Bleiben Sie wachsam, standhaft und konstruktiv!

Aktuell findet im Aufbegehren nicht Disziplinlosigkeit statt, sondern hier zeigt sich der „Souverän“ – das Volk - und organisiert sich. Hier wächst nicht Widerstand und Leichtsinnig, sondern kollektive Lösung. Lassen Sie uns weiterhin „gnadenlos-liebevoll“ als aktive wache Bürger unsere Politiker unterstützen, den besten Weg für uns Alle zu finden. Unser Führungspersonal hat Nachsicht und Feedback verdient, so wie in jeder guten Partnerschaft. Ermutigen wir sie weiterhin mit unserer Anerkennung, unserer Kritik. Und getrost mit punktuellem Widerstand als pädagogisches „Hallo-Wach“, damit sie sich ermutigt fühlen und sich trauen, auf mutige Art verantwortlich zu sein.

am 26.04.2020 von Peter Tümmers von Schoenebeck

Deutschland ein Wintermärchen

Das Corona Trauerspiel - wie der Weg zurück zur WIR - Strategie gelangen kann.

Zu Beginn der Corona-Krise zeichnete der Soziologe ein positives Bild unserer Zukunft (siehe FB 3. April „Die Welt nach Corona"). Man werde an der Krise wachsen: Solidarität werde das „Jeder-für Sich“ der ICH-Ära ablösen. Inzwischen haben sich die positiven Trends ins Gegenteil verkehrt. Dabei bewertet er nicht die Qualität der Corona-Strategie. Denn auch die Experten sind sich hier nicht einig. Was er aber aus soziologischer Sicht bewerten kann, ist die Problemlösestrategie. Hier zeigt sich ein kritisches Bild. Die Deutschen sind wieder der Musterschüler, aber um welchen Preis? Der deutsch-französische Change-Experte beschreibt, wie die Kehrtwende zurück zu mehr Gemeinsamkeit Im Vorgehen gelingen kann.

Wo ursprünglich Solidarität wuchs, herrscht Regional-Nationalismus. Wo Finanzminister Scholz mit der „Bazooka“ mit Fördergeldern pragmatisch helfen wollte, warten die Betriebe noch fünf Wochen später auf das Geld. Freiberufler gehen ganz leer aus. „Whatever it takes“ versprach Markus Söder und setzt eine reduzierte Mehrwertsteuer für die konkursbedrohte Gastronomie durch. Wer rechnen kann weiß: Ein Steuernachlass auf Null Umsatz ist Null Förderung. Kurz: Wo Aufbruch herrschte, macht sich deutsche Bürokratie wieder breit. Man will das Virus mit deutscher Gründlichkeit und mathematischer Rechenkunst auslöschen. Und einen Teil unserer Lebensgrundlage und Lebensqualität gleich mit. Wer den „einzig richtigen Weg“ hinterfragt, wird abgekanzelt. Wo Dialog und Solidarität in Aussicht standen, macht sich staatlicher Dirigismus breit. Deutschland ein Wintermärchen:

𝘋𝘦𝘯𝘬 𝘪𝘤𝘩 𝘢𝘯 𝘋𝘦𝘶𝘵𝘴𝘤𝘩𝘭𝘢𝘯𝘥 𝘪𝘯 𝘥𝘦𝘳 𝘕𝘢𝘤𝘩𝘵,
𝘋𝘢𝘯𝘯 𝘣𝘪𝘯 𝘪𝘤𝘩 𝘶𝘮 𝘥𝘦𝘯 𝘚𝘤𝘩𝘭𝘢𝘧 𝘨𝘦𝘣𝘳𝘢𝘤𝘩𝘵,
𝘐𝘤𝘩 𝘬𝘢𝘯𝘯 𝘯𝘪𝘤𝘩𝘵 𝘮𝘦𝘩𝘳 𝘥𝘪𝘦 𝘈𝘶𝘨𝘦𝘯 𝘴𝘤𝘩𝘭𝘪𝘦ß𝘦𝘯,
𝘜𝘯𝘥 𝘮𝘦𝘪𝘯𝘦 𝘩𝘦𝘪ß𝘦𝘯 𝘛𝘳𝘢̈𝘯𝘦𝘯 𝘧𝘭𝘪𝘦ß𝘦𝘯.

Als Heinrich Heine 1844 aus seinem französischen Exil seinem Verleger Julius Campe „Deutschland ein Wintermärchen“ schickte, herrschte in Deutschland Denkverbot und kleinstaatliche Gängelung.
Entsprechend warnend äußerte sich sein Verleger in einem Brief: „𝘚𝘪𝘦 𝘸𝘦𝘳𝘥𝘦𝘯 𝘷𝘪𝘦𝘭 𝘧𝘶̈𝘳 𝘥𝘪𝘦𝘴𝘦 𝘎𝘦𝘥𝘪𝘤𝘩𝘵𝘦 𝘻𝘶 𝘭𝘦𝘪𝘥𝘦𝘯 𝘩𝘢𝘣𝘦𝘯 […] 𝘢𝘶𝘤𝘩 𝘥𝘪𝘦 𝘔𝘰𝘳𝘢𝘭𝘪𝘴𝘵𝘦𝘯 𝘸𝘦𝘳𝘥𝘦𝘯 𝘶̈𝘣𝘦𝘳 𝘚𝘪𝘦 𝘩𝘦𝘳𝘧𝘢𝘭𝘭𝘦𝘯 […] 𝘞𝘢𝘩𝘳𝘭𝘪𝘤𝘩, 𝘪𝘤𝘩 𝘩𝘢𝘣𝘦 𝘯𝘪𝘦 𝘴𝘰 𝘣𝘦𝘪 𝘦𝘪𝘯𝘦𝘮 𝘐𝘩𝘳𝘦𝘳 𝘈𝘳𝘵𝘪𝘬𝘦𝘭 𝘨𝘦𝘴𝘤𝘩𝘸𝘢𝘯𝘬𝘵 𝘢𝘭𝘴 𝘦𝘣𝘦𝘯 𝘣𝘦𝘪 𝘥𝘪𝘦𝘴𝘦𝘮, 𝘯𝘢̈𝘮𝘭𝘪𝘤𝘩 𝘸𝘢𝘴 𝘪𝘤𝘩 𝘵𝘶𝘯 𝘰𝘥𝘦𝘳 𝘭𝘢𝘴𝘴𝘦𝘯 𝘴𝘰𝘭𝘭.“

Ähnliche Sorgen mache ich mir heute. Vor vier Wochen äußerte ich mich positiv überrascht über die Krisen-Aufbruchstimmung im Land. Inzwischen verdüstert sich das Bild. Als Change-Coach sollte ich positiv sein. Die Chancen betonen, Mut machen. Das fällt mir schwer in einer Zeit, in der der Slogan #„alle für alle“ nicht mehr für kreative Solidarkonzepte steht, sondern einen Polizei-Zeppelin ziert, in dem sechs Polizisten mit Feldstechern am Bodensee aus der Luft Jagd machen auf Parkbanksitzer und Wanderer. Werden solche identifiziert, rücken die Bodentruppen aus. Welches Bild hat ein Staat von seinen Bürgern, wieviel Eigenverantwortung und Selbstorganisation traut er ihnen zu?

Heinrich Heine musste für sein Gedicht teuer bezahlen. Am 4. Oktober 1844 wurde das Buch in Preußen verboten. Im Dezember 1844 erließ der preußische König persönlich Haftbefehl gegen Heine. Heine musste kürzen und umschreiben.

Ähnlich wie deutsche Mediziner und Professoren, die laut denkend andere Lösungsideen vorschlagen, die gerade nicht mainstream sind. Verwundert schauen wir auf den alternativen Weg Schwedens. Aber sind die nicht verantwortungslos? Ähnlich wie die Dänen, die die Kitas wieder offen haben? Wir wissen nicht, was richtig ist. Hinterher sind wir schlauer. Bis dahin schaden Denkverbote.

𝗜𝗺 𝗥𝗮𝗱𝗮𝗿 𝗱𝗲𝗿 𝗢𝗯𝗿𝗶𝗴𝗸𝗲𝗶𝘁?

Nun bin ich ein zu kleines Licht, um in das strafende Radar der Obrigkeit, etwa der Bundeskanzlerin zu geraten, die vor „Öffnungsdiskussionsorgien“ warnt. Auch der grüne Ministerpräsident Winfried Kretschmann, der vom „Denkverbot“ sprach, wird meinen Text nicht lesen. Und Markus Söder ist als neuer starker Mann ja eh mit seinem Konkurrenten ums Kanzleramt, dem weniger breitbeinig auftretenden Ministerpräsidenten Armin Laschet, beschäftigt. Der hatte empfohlen, sich wieder an eine „verantwortungsvolle Normalität heranzutasten“. In staatsmännischer Pose kanzelte Söder seinen Konkurrenten ab: „Krisen löst man nicht mit herantasten, sondern mit Entschlossenheit.“

Einspruch Herr Ministerpräsident: Als Soziologe sage ich Ihnen, Sie liegen falsch. In einer real komplexen Herausforderung, wo man die Konsequenzen auch dann nicht absehen kann, wenn man sämtliche Komponenten kennt, ist ein sogenanntes agiles Vorgehen anzuraten. Einfach formuliert: learning by doing. Mit Fachwort: iteratives Vorgehen, auch PDCA-Regelkreis. Knackig im Coach-denglisch: „reflexion in action“ oder „experience based learning“. Vom Prinzip immer gleich: man tastet sich mit einem intelligenten Testen im Sinne eines empirischen, also praktischen „Versuchsaufbaus“ nach vorne. Was führt sind Prinzipien, Ziele und Meilensteine. Bei Corona, und wenigstens da sind sich die Experten einig, dauert dieser „Action-Reflexion-Lernzyklus“ ca. zwei Wochen.

𝗖𝗵𝗮𝗻𝗴𝗲-𝘂𝗻𝗱 𝗞𝗿𝗶𝘀𝗲𝗻𝗺𝗮𝗻𝗮𝗴𝗲𝗺𝗲𝗻𝘁:

Hier offenbaren sich methodische Schwächen in Change- und Krisenmanagement des Herrn Söder. Oder aber er setzt einfach einen anderen Schwerpunkt, den der politischen Selbstvermarktung. Die Chance ist für einen Markus Söder einfach zu verlockend: sich als starken Mann positionieren und in Erinnerung bleiben. JFK half die Cubakrise 1962, Kanzler Schröder stapfte 2002 in Gummistiefeln durch die Elbeflut und sicherte so noch seine Wiederwahl. Und auch in dieser Krise werden egoistisch Profilierungschancen genutzt anstatt wertschätzend zu kooperieren.

Die föderale Struktur Deutschlands könnte ein Vorteil sein. Diese Vielfältigkeit bietet die Chance zum intelligenten Testen. Denn in den großen Prinzipien ist man sich doch einig: Shutdown und R-Zahl (Reproduktion) unter 1, dann Lockerung. Auch die Bevölkerung wäre an Bord. Ca. 30 % fanden die Maßnahmen gut, 60 % gingen sie sogar nicht weit genug.

Doch statt Vielfalt zu nutzen, um den besten Weg zu finden, herrscht statt Lösungsgestaltung zusehends politische Missgunst und eine neue bizarre Form des Nationalismus, der „Landkreis Nationalismus“.

𝗔𝗯𝗴𝗿𝗲𝗻𝘇𝘂𝗻𝗴 𝘀𝘁𝗮𝘁𝘁 𝗞𝗼𝗼𝗽𝗲𝗿𝗮𝘁𝗶𝗼𝗻:

Im württembergischen Isny verteidigen die einheimischen Westallgäuer ihren Baumarkt gegen die Fremden, die Allgäuer aus Kempten. Der Baumarkt gehört uns, die Fremden haben hier nichts verloren. Deutschland zerfällt in die Kleinstaaterei von vor 1870. Die Europäische Idee ist tot: Aus dem französischen Elsass werden Coronakranke mit Militärmaschinen nach Süd- und Westfrankreich ausgeflogen, während 10 km weiter, im deutschen Kehl und Freiburg, die Intensivbetten leerstehen.
Völlig Absurdes spielt sich im Allgäu ab. Seit 1891 bzw. 1868 sind die österreichischen Exklaven Kleinwalsteral und Jungholz deutsches Zollanschlussgebiet. Völlig abgeschnitten vom eigenen Territorium sind beide Regionen seit Jahrhunderten wirtschaftlicher und kultureller Teil des deutschen Allgäus. Deutsche Schulen werden besucht, Kinder entbunden, Arztbesuche wahrgenommen, die Grenze gibt es nur auf der Landkarte.

Nun sind die 294 Jungholzer seit 5 Wochen eingesperrt. Gemeinsame Petitionen von Bürgermeistern auf beiden Seiten fruchten nicht. Staatliche Engstirnigkeit, jeder für sich, lebenspraktische Lösungen Fehlanzeige. Der Staat hört nicht auf seine regional verantwortlichen Bürgermeister. Gutsherrenart.

𝗦𝗼𝘇𝗶𝗼-𝗽𝘀𝘆𝗰𝗵𝗼𝗹𝗼𝗴𝗶𝘀𝗰𝗵𝗲 𝗞𝗼𝗻𝘀𝗲𝗾𝘂𝗲𝗻𝘇𝗲𝗻:

Was macht die Bevormundung und mangelnde Dialogdebatte sozio-psychologisch mit uns Bürgern?
„Wie es in den Wald hineinruft, so schallt es heraus“. Das ist die einfachste Formulierung des Fachworts: „Sozialisierung“ oder „Prägung“. Dabei ist nicht so wichtig, was der Herrschende will und sagt, sondern was er tut. Aus der Kindeserziehung weiß man: „Man kann sie erziehen wie man will, sie machen einem doch alles nach.“ Wie prägt uns Bürger der Mangel an wertschätzendem Dialog? Wie verändert uns das?

Zur gesunden Sozialisierung von Menschen und Gruppen gehört die Entwicklung der „Selbstwirksamkeit“; Die subjektive Überzeugung: wir haben unser Leben im Griff. Diese Überzeugung wird in Krisen auf die Probe gestellt. Umso wichtiger, die Krise zur Stärkung dieser kollektiven Kompetenz zu nutzen und sie nicht zu untergraben. Es gilt eine einfache Formel:

Selbstwert + Bindung = Lebenstüchtigkeit

Zur Bindung gehört bei freien Menschen die Chance auf einen gleichwertigen und wertschätzenden Dialog. Es bedarf nicht der Augenhöhe, aber der Gewissheit, dass der Herrschende zuhört, einbezieht und berücksichtigt. Dadurch einsteht wertschätzende Bindung und Gemeinschaft.

Das Ergebnis einer gelungenen Bindungsarbeit ist die sogenannte „Motivgeneralisierung“, platt gesagt: alle ziehen an einem Strang. In autoritären oder feudalen Systemen gelingt das durch „Weisung und Kontrolle“. Motto: „Wes‘ Brot ich ess‘, des‘ Lied ich sing“. Und „Wer zahlt, schafft an.“

𝗪𝗶𝗿 𝘀𝗶𝗻𝗱 𝗮𝗯𝗲𝗿 𝗸𝗲𝗶𝗻 𝗙𝗲𝘂𝗱𝗮𝗹𝘀𝘆𝘀𝘁𝗲𝗺 𝗺𝗲𝗵𝗿 – 𝗼𝗱𝗲𝗿 𝗱𝗼𝗰𝗵?

In partizipativen Führungssystemen (beteiligend) erzielt man Motivgeneralisierung durch gemeinsame Ziele, Prinzipen und Meilensteine. Der Herrschende macht dabei ein „Nutzenangebot“, das der Geführte annimmt oder ablehnt. Ausnahme: Leibeigene und Kriegsgefangene. Wer sich in dieser misslichen Lage befindet,
dem hilft nur Gottvertrauen. Erwachsene Bürger aber, ebenso wie Mitarbeiter im Unternehmen, gewinnt man nur mit Dialog und durch die Moderation gemeinsamer Standpunkte und Ausrichtungen. Im Management nennt man das „Empowerment“. Menschenbild: Die Menschen sind mehrheitlich gutmeinend und kompetent. Die Annahme ist: Sie sind fähig, sich bei einem verhandelten „Makroplan“ (Ziele, Prinzipien, Meilensteine) selbst zu steuern. Sie aus der Luft mit einem Zeppelin zu verfolgen, ist übergriffig und missbräuchlich. Der Zweck heiligt nicht die Mittel. Ermächtigungsgesetze zur Abwendung einer Notlage hatten wir schon einmal in Deutschland (1933). Damals ging es schief.

Einmal eingeschränkte Bürgerrechte und Sonderregelungen – so lehrt die Geschichte – bleiben. Die deutsche Sektsteuer wurde 1902 von Kaiser Wilhelm II zur Finanzierung der kaiserlichen Kriegsflotte eingeführt. Die Flotte ist längst untergegangen. Die Sektsteuer gibt es bis heute.

𝗪𝗶𝗲 𝗲𝗻𝘁𝘀𝘁𝗲𝗵𝘁 𝗦𝗲𝗹𝗯𝘀𝘁𝘄𝗲𝗿𝘁 𝗽𝘀𝘆𝗰𝗵𝗼𝗹𝗼𝗴𝗶𝘀𝗰𝗵?

Ist ein Bindungsangebot erfolgreich gemacht und also ein gemeinsamer Plan mit Strategie erstellt, ist das „Warum – Wohin – Wozu“ geklärt, also auch die Sinnfrage vergemeinschaftet, dann bedarf es in der Umsetzung zwingend Gestaltungsräumen, sonst wächst kein Selbstwert.

Nur wer mitgestalten kann, entwickelt Selbstwert und so auf Dauer seine Lebenstüchtigkeit. Wer beim Gestaltungsraum auf das Selbstnähen von Schutzmasken beschränkt bleibt, wer wie die Freiberufler aufgrund deutscher Bürokratie von Corona-Förderung ausgegrenzt bleibt, fühlt sich nicht ermutigt. Die Steuerreduktion für die Gastronomie ist zynisch. Die Erhöhung des Kurzarbeitergeldes um 10-20% ist vom Prinzip her eine bindungsstärkende Maßnahme. Jedoch ist es psychologisch fatal, dies ab dem vierten bzw. siebten Monat in Aussicht zu stellen.
Die psychologisch limitierende Botschaft: „Richtet Euch auf eine lange Koma-Reaktion ein, so schnell wird es nicht besser“. Mental fatal. Die kollektive Lösungskompetenz, eigentlich DIE Gewinnchance in Krisen, nach dem Motto: „Wir glauben an die eigene Kraft und schaffen es Stück für Stück aus der Krise“, wird so untergraben. Wer soll sich heute kämpferisch zeigen, an seine Chancen und Selbstwert glauben und an seine Selbsttüchtigkeit, wenn die Herrschenden im Frühjahr schon für den Herbst die Weichen auf erweiterte „Fremdfütterung“ stellen.

Die Pille ist gut, weil Geld immer willkommen, doch die Darreichungsform ist fatal. Psychologisch wirkt der Vorgang selbstwertlimitierend. Er triggert limitierende statt potentialerweiternder Glaubenssätze. Resignation statt Vermittlung von Aufbruch und Etappenzielen. Der R-Faktor ist die neue heilige Kuh. Aktuelle Losung: Wir haben den R-Faktor unter 1 und dürfen die „0,7“ nicht wieder hergeben. Juchhu! Wir Deutschen haben es wieder zahlentechnisch im Griff. Gestalterische Qualität ist das aber nicht. Anzeigentafel statt Tor im Blick. Oje.

𝗗𝗲𝗻𝗸𝗲𝗻 𝗲𝗿𝘄𝘂̈𝗻𝘀𝗰𝗵𝘁!
Wer statt Schockstarre eine „dynamische Stabilisierung“, also einen proaktiven, differenzierten Umgang mit dem Virus anregt, und wer eine Rückkehr zur Normalität zum Ziel erhebt, darf nicht abgestraft oder als verantwortungslos stigmatisiert werden. Der deutsche Ethikrat ermahnte die Bundesregierung schon Anfang April: „Denken muss immer erlaubt und erwünscht sein.“

Persönlich behelfe ich mir in meiner Sorge um Deutschland mit der letzten Strophe von Heinrich Heines Gedicht „Deutschland ein Wintermärchen“:

𝘎𝘰𝘵𝘵𝘭𝘰𝘣! 𝘥𝘶𝘳𝘤𝘩 𝘮𝘦𝘪𝘯𝘦 𝘍𝘦𝘯𝘴𝘵𝘦𝘳 𝘣𝘳𝘪𝘤𝘩𝘵
𝘍𝘳𝘢𝘯𝘻𝘰̈𝘴𝘪𝘴𝘤𝘩 𝘩𝘦𝘪𝘵𝘳𝘦𝘴 𝘛𝘢𝘨𝘦𝘴𝘭𝘪𝘤𝘩𝘵;
𝘌𝘴 𝘬𝘰𝘮𝘮𝘵 𝘮𝘦𝘪𝘯 𝘞𝘦𝘪𝘣, 𝘴𝘤𝘩𝘰̈𝘯 𝘸𝘪𝘦 𝘥𝘦𝘳 𝘔𝘰𝘳𝘨𝘦𝘯,
𝘜𝘯𝘥 𝘭𝘢̈𝘤𝘩𝘦𝘭𝘵 𝘧𝘰𝘳𝘵 𝘥𝘪𝘦 𝘥𝘦𝘶𝘵𝘴𝘤𝘩𝘦𝘯 𝘚𝘰𝘳𝘨𝘦𝘯.

am 22.04.2020 von Peter Tümmers von Schoenebeck

Das Ende der agilen Illusion

Kommt das postagile Zeitalter?

Die Frage ist falsch gestellt, da es nie ein agiles Zeitalter gab. Es gab nur eine agile Illusion oder einen agilen Hype als eine einseitige Fokussierung auf Agilität, im Sinne einer modischen Überkorrektur, quasi einer gut gemeinten Übertreibung als Reaktion auf eine Phase der hierarchischen Gängelung. Reine Selbstorganisation, um agil zu sein, ist immer übertrieben. Man brauchte seit jeher experimentierfreudige Pioniere und prozesstreue Lotsen. Durch unseren Ursprung im Spitzensport-Coaching glauben wir von ICO schon immer an das Zusammenspiel von kreativ-verspielt und diszipliniert-strukturiert. Die Kombination bringt den Erfolg, nicht nur eines von beidem. Das ICO-EmpowerKonzept® ist solch eine ausgewogene Selbstorganisation von Mensch und Organisation - nicht agil oder postagil, sondern schlicht und ergreifend lebenspraktisch und dynamisch.

am 01.04.2020 von Peter Tümmers von Schoenebeck

Die Welt nach Corona - Worauf es morgen ankommt

Der Soziologe Peter Tümmers von Schoenebeck blickt in unsere Zukunft: Worauf wir uns freuen dürfen und worauf sich zu achten lohnt. Er erklärt wichtige Gefühle wie kollektive Angst, Wut, Zuversicht oder Sorge. Was sie auslöst und woran man sie erkennt. Auch wie man Sorge in Zuversicht und ein kollektives Gefühl von Selbstwirksamkeit und Lebenstüchtigkeit verwandelt. Anhand aktueller Beobachtungen zeigt er auf, welche neuen Kompetenzmuster zurzeit in unserer gesellschaftlichen Mitte entstehen. Das gibt Hoffnung. Eine Inspiration und Richtschnur für alle, die für Menschen Verantwortung tragen oder wissen wollen, in welcher Dynamik sie leben, und die mitgestalten wollen.

Hinweis: Dieser Text darf geteilt werden mit Hinweis auf www.ico-impulseconsult.de

Wer durch Krisen geht, lernt dazu – auch mental. Das ist nicht neu.

Warum würden sich sonst jedes Wochenende zahlreiche Hobby-Alpinisten in Bergabenteuer – ergo selbstgewählte Krisen – stürzen, um sonntagabends müde, aber erfüllt wieder aus dem Abenteuer in die Alltagsroutine zurückzukehren. Das Hirn ist ein „Problemlöseorgan“. Wenn es nichts Aufregendes zu tun gibt, schrumpfen seine Fähigkeiten. Deshalb sucht sich die aktuelle Sinnsuchergesellschaft in der reichlichen Freizeit alle Arten von sportlichen oder kulturellen Zusatz-Herausforderungen.
Dass die Abwesenheit von – echten! – Krisen einer Gesellschaft nicht nur guttut, sondern ihr auch die Fähigkeit zu Klarheit, Konsens und Kraft nimmt, diskutierten die beiden Politiker Helmut Schmidt und Richard von Weizsäcker in ihrem letzten gemeinsamen Interview. Beide weit über 90, stellten sie fest, dass nach ihrer beider nahem Tod niemand mehr im öffentlichen Leben stehen würde, der je eine Krise durchlebt hat. Eine „wirkliche Krise“, betonte Alt-Bundespräsident Weizsäcker, und nicht ein „Problem“ – zwar schmerzlich und lästig, aber eben nur ein Problem – keine Krise. Leichtfertig würde heute von „Existenzbedrohung“ gesprochen, schob Altkanzler Schmidt nach – lässig an der Menthol-Zigarette saugend – wo es meist nur um eine Unbequemlichkeit gehe.
Aktuell erleben wir seit Ende des letzten Weltkrieges zum ersten Mal wieder eine wirkliche Krise. Schon jetzt – noch mitten in der Corona-Krise – ist zu erkennen, dass wir nicht nur verlieren, sondern auch gewinnen werden. Aktuell liegt die Perspektive „Glas halb leer“ näher. Doch schon jetzt lohnt sich mit der „Glas halb voll“-Haltung eine Zukunftsprognose: Was werden wir nach der Krise an Lästigem verloren haben, was an Gutem gewonnen? Worauf können wir uns freuen? Was büßen wir ein?
Für den Zukunftsblick hinter die Corona-Krisenzeit ist die Frage hilfreich, was eine Krise im Sozialgefüge von Menschen auslöst und auch was die Abwesenheit von Krisen mit Menschen macht. Schon jetzt kann man sagen: Wir werden danach eine reifere, robustere Gesellschaft sein. Doch das fällt nicht vom Himmel. Schon jetzt kann man neue Verhaltensmuster beobachten. Soziologisches Knowhow hilft: Lassen Sie uns also hinter die Theaterkulisse der kollektiven menschlichen Emotionen blicken.


In allen Epochen galt und gilt: Menschen haben Lebens- und Zukunftsangst.

Das liegt an der latenten Präsenz der drei Grundemotionen Freude, Neugier und Angst, die alle höheren Säugetiere ständig umgeben. Alle anderen Gefühle wie beispielsweise Zuversicht, Euphorie, Wut oder Skepsis (sog. Derivate) lassen sich aus diesen drei Basisgefühlen herleiten. Erlebt eine Generation wirkliche Krisen wie Krieg, Hunger oder Seuche – bei längerem Verlauf fatalerweise in Kombination – wird die Angst konkret durchlebt, und somit sind auch die Lösungsbilder konkret greifbar. Wenn Angst konkret ist, sprechen wir von „Respekt vor Bekanntem“ – der „Respekt-Angst“. Bleibt Angst unkonkret, erfüllt die Menschen die „Sorge vor dem Unbekannten“, die “Sorge-Angst“. Die Bedrohung ist zwar gefühlt präsent, aber nicht wirklich greifbar. Somit bleibt auch das Lösungsbild unkonkret und vage.
Steigert sich Respekt-Angst, mündet sie wechselweise im druckvollen Aktionismus (Fight) oder in Rückzug und Aufgabe (Flight). Das eine ist anstrengend, das andere enttäuschend. Beides ist gesellschaftlich wenig bedrohlich und lässt sich als Frust samstags auf dem Fußballplatz oder durch andere Ventile abbauen. Anders sieht es mit der Sorge-Angst aus. Wenn Sorge sich steigert, wird daraus Ohnmacht. Diese steigert sich in Wut und mündet schließlich in Zorn und „Pegida“. Über den Umweg AfD finden diese ursprünglichen Ängste ihren Eingang in den kulturellen Diskurs. Jedoch immer noch aufgeladen mit ihrer giftigen Fracht. Meister Yoda bringt es in Star Wars auf den Punkt: „Fear is the path to the dark side. Fear leads to anger, anger leads to hate, hate leads to suffering.“
Die Sorge-Angst vor dem Unbekannten erklärt, warum in Sachsen bei 3,9 % Ausländeranteil (2015) Angst vor Überfremdung herrscht, während in der Schweiz mit 24,6 % Ausländern (2015) diese in die Gesellschaft integriert sind; wohl nicht als „richtige Schweizer“, aber doch integriert. Der Unterschied: die Schweizer gestalten den Prozess der Integration aktiv, weil sie schon immer mittendrin liegen – geographisch wie ethnisch. Ausländer fühlen sich zwar nicht immer warmherzig aufgenommen, aber jeder weiß doch, woran er ist und worauf er als Wahlschweizer zu achten hat.


Zorn – die gefährlichste aller Emotionen

Der Zorn ist nicht die Steigerung von Wut, wie man meinen könnte, sondern eine ganz eigene Spielart der Evolution und besonders geeignet, eine Gesellschaft zu vergiften. Zorn erwächst aus der subjektiven Einschätzung, ungleich bzw. unfair behandelt zu werden, gepaart mit Handlungsunfähigkeit. Tests mit Rhesusaffen in getrennten Käfigen haben dies gezeigt. Bekommen beide Seiten Banane, sind beide Seiten glücklich. Bekommen beide Hafer – was sie nicht mögen – sind beide Seiten immerhin zufrieden. Bekommt jedoch eine Seite Hafer und die andere Seite Banane, befällt die unfair Behandelten haltloser Zorn. Sofortiges Toben, Kratzen und Beißen sind die Folge. Alle Besänftigungsangebote laufen dann ins Leere.
Was überzogen wirkt, hat die Evolution klug entwickelt. Wer bei der Essensverteilung ums Beutetier bzw. ums Lagerfeuer zu kurz kommt, dem hilft kein Stuhlkreis und kein schriftlicher Antrag. Beides war damals noch nicht erfunden. Es helfen nur Eskalation und Aufmerksamkeit der Herde. Das gilt noch heute. Unsere Sprache verrät uns: „Was nimmt der sich raus (aus dem gemeinsamen Topf).“ Und wer „zu kurz kommt“ beim Löffeln, der wird eben diesen „Löffel abgeben“. Der wurde nämlich früher als wertvolles und lebenserhaltendes Werkzeug weitervererbt. Wer dem Tod nahe war, der gab den Löffel ab, also an jemanden weiter, der noch eine Strecke zu leben hatte.
Die Zeiten mögen sich geändert haben, doch dieser archaische Reflex ist uns geblieben und wird auch in modernen Gesellschaften immer dann aktiviert, wenn sich bei einer Gruppe die Perspektive „Unfairness“ mit „Handlungsohnmacht“ mischt. Als explosive Mischung hat dies in der Menschheitsgeschichte – weil nicht kognitiv reguliert – zu zahlreichen Kriegen und Massakern geführt. Futterneid eskaliert zu Zorn und ist eine Art Endstation der „Sorge-Angst“. Das muss aber nicht so sein.


Worauf es jetzt ankommt und was wir gerade neu lernen

„Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch.“ (Friedrich Hölderlin)
Jede Generation macht ihre prägenden Erfahrungen, schreibt ihre eigene Geschichte. Im Folgenden ein Überblick, welche Handlungskompetenzen gerade bundesweit im Kollektiv eingeübt werden. Es liegt an uns allen, solche psychologisch hilfreichen Kompetenzmuster zu erkennen, zu bestärken und daraus eine kollektive Lernbiographie, eine Geschichte abzuleiten, die uns in der Post-Corona-Zeit hilft. Denn die eigentliche Krisenbewältigung beginnt erst dann.


FOKUS 1: Von der Angst zum Handeln: Empowerment.

Wer als Unternehmer, Wildwasserfahrer oder Bergsteiger eine schwierige Etappe vor sich hat, der kennt Sorge, Ohnmacht und Angst. Aber auch das Gefühl der Selbstwirksamkeit oder gar „Selbstmächtigkeit“, das einen erfüllt, sobald man sich auf den Weg macht.
Der Wechselschalter liegt im Prozess dazwischen: Beim Definieren der Geschäftsstrategie, beim Besichtigen des Wildwasser-Parcours oder beim Ausspähen der Kletterroute wird die Angst konkret. Hier ein Haken und dort ein Felsabsatz. Wird unser Seil lang genug sein? Dort ein Strudel und hinten ein Wasserfall. Werden wir den Rücksog überwinden können? Was wird zu tun sein?
In der Ortsbegehung, quasi eine kleine Zeitreise in eine gelingende Zukunft, verblasst das übermächtige „Problembild“. Mit jedem Lösungsschritt fühlen und denken wir uns mehr hinein in ein kraftvolles Lösungsbild. (Fachbegriffe: Futuremind und Coping.) Dieser mentale Vorgang ist auf jedes Problem des Alltags und Wirtschaftslebens übertragbar, denn die psycho-soziologische Dynamik ist dieselbe.
Diesen Vorgang nennt man „Empowerment“. Man bringt sich gegenüber dem Problem in eine machtvolle, gestalterische Position. Durch die neue Perspektive hat sich am Problem noch nichts geändert, wohl aber an der inneren Haltung und dem nun offenen Blick auf Ressourcen, die – überraschend – aus ungeahnten Ecken auftauchen.
Jeder, der schon einmal ein neues Auto gekauft hat, kennt dieses Phänomen: Kaum sind Modell und Farbe geklärt, taucht jenes Auto plötzlich viel häufiger im Straßenbild auf. Denn das Hirn ist ein Kongruenzdetektor. Es sucht permanent nach Übereinstimmungen. Unsere mentalen Leitbilder entscheiden dabei, was wir aus dem überreichen Angebot der äußeren Welt an Wahrnehmungen und Perspektiven in unser Hirn hineinlassen und in unsere Problemlösemuster integrieren. Im Bild gesprochen: Mit schwerem Schiffsdiesel im mentalen Tank dominieren Schwermut und Trägheit. Füllen wir aber Kerosin in den mentalen Tank, herrschen Agilität und Lösungsvielfalt.


KOLLEKTIVES LEARNING 1: Wir verstehen das Problem, reduzieren auf das Wesentliche, bilden Lösungsszenarien und gehen ins Handeln.

Das Hamstern von Nudeln und Klopapier (bei den Franzosen Kondome und Rotwein) mag albern wirken, ist aber psychologisch gesehen ein guter erster Schritt, weil aktiv. Wer handwerkliches Geschick hat, näht jetzt Atemmasken. Bausets für den Heimwerker werden von der Bayerischen Staatsregierung verschickt. Wer noch eine Fabrik in der Hinterhand hat, versucht sich am Atemgerät. Bayern aktiviert auch seine vielen Schnapsbrennereien: Die destillieren jetzt Desinfektionsmittel statt Obstler, Schwarzbrenner können sich damit rehabilitieren.
In der Not wächst Klarheit. Das ist wichtig. Wenn nämlich dauerhaft Unklarheit herrscht, gilt dem Hirn als letzter neuronaler Ausweg: „Wenigstens in meinem eigenen Hirn habe ich Recht.“ Das ist der Startpunkt von Egoismus und „Jeder für sich“. Wie beugen wir dem vor?


FOKUS 2: Gefährten finden, Gemeinschaft stiften.

Wer sich eine bedrohliche private oder wirtschaftliche Lage, analog einem turbulenten Wildwasser-Parcours, allein anschaut, ist auch mit seiner Angst allein und schnell wird man selbst zur Angst. Sie füllt einen aus, Schockstarre droht. Schauen wir aber in der Gemeinschaft in die Angst hinein, mit der Haltung: „Alles hat seinen Sinn – wo ist hier unser Gewinn“, dann fließen die Gedanken und Impulse. Das Zauberwort heißt „Vergemeinschaftung“, mit Fachwort „Nostrifikation“. Verschiedene Perspektiven geben neue Lösungsimpulse. An sich unbrauchbare Ideen ergeben kombiniert plötzlich ein stimmiges Konzept. Lösungspfade tauchen aus dem Nebel auf. Was man selbst nicht kann, wird im crossfunktionalen Netzwerk um die Stärke des anderen ergänzt. Für ein solches crossfunktionales Netzwerk ist crosshierarchischer Spirit notwendig: Weniger Gefolgschaft, mehr „Gefährten“-Schaft, in der Managementsprache „Companionship“.
Im ersten Herr der Ringe-Film „Die Gefährten“ entwickeln sich die Hobbits so zu einer Schicksalsgemeinschaft: „Together we stand, whatever it takes“. Alle für Einen und Einer für alle. Die Gemeinschaft stiftet Sicherheitsgefühl, auch wenn sich das Problem dadurch zunächst nicht löst. Von „alle sitzen in einem Boot“ zu „alle ziehen an einem Strang“ ist der Weg nicht weit.


KOLLEKTIVES LEARNING 2: Mit Pragmatismus und Augenhöhe schaffen wir neue Kompetenzen. Statt perfektionistisch zu zögern ergreifen wir aktiv Chancen.

Was noch vor Wochen als unmöglich galt, ist jetzt digitale Realität: Yoga, Schule und Studium online, sogar Homeoffice. Die rigide Ausgangsbeschränkung wächst sich psychologisch zu einer gemeinschaftsstiftenden Kollektivkompetenz aus, unter #WirBleibenZuhause: „Wir tun das Richtige und das gemeinsam.“ Die psychologischen Stabilitätspfeiler „Selbstwert“ und „Bindung“ befeuern sich wechselseitig. Hormonell geraten die „Balkonapplaudierer“ auf körpereigene Droge. Das Selbstwert-Hormon Dopamin und das Bindungshormon Oxytocin kombiniert, setzen körpereigene (endogene) Morphine frei, die allseits bekannten Endorphine. Das Problem hat indes nicht abgenommen. Im Gegenteil nehmen die Infektionszahlen weiter zu. Aber wir finden aus der Sorge zum Handeln. Das kollektive Gefühl der Selbstwirksamkeit wächst, das beste Heilmittel gegen Volkszorn und Verteilungskampf.
Das Erstaunlichste: Ein altes deutsches Kulturgut wankt. „Besser in Perfektion zögern als unvollständig zu starten“ ist der deutschen Seele seit jeher heilig. (70% aller Gesetzestexte sind in deutscher Sprache verfasst.) Das wird gerade spektakulär über Bord geworfen. Pragmatisches Zupacken als neue Ressource. Wohltuend!


FOKUS 3: Solidarität ersetzt Fairness als erstes Leitmotiv. Prinzipien statt Regelkorsett.

Der spröde Hanseat, unser aller Finanzminister und oberster Hüter der Schwarzen Null, Vize-Kanzler Olaf Scholz machte zum 1. April weitgehend unbemerkt eine sensationelle Ansage, gerichtet an Finanzämter und Banken: „Wir stehen in einer nationalen Anstrengung, wo jeder ein bisschen Fünfe gerade sein lassen muss.“ Das deutsche Finanzamt – die Mutter aller Finanzämter – möge Fünfe gerade sein lassen. Eine ungeheuerliche Aussage!
Bislang wurde immer alles feinsäuberlich aufgerechnet. Die Hauptsorge war: „Wer hat mehr vom Kuchen?“ Solizuschlag, Hartz 4, Reichensteuer, bedingungsloses Grundeinkommen und Mindestlohn beherrschten die Debatte. Was ist fair und was die – einzig wahre! – Definition von Fairness? Die Haltung des politischen Gegners war dabei selbstredend „völliger Unfug“.
Die individualisierte Gesellschaft mit ihrer Y-Generation, die Unternehmen bis eben noch mit „gib mir tolle Arbeit – davon nicht zu viel – in jedem Fall aber mit Spaß, persönlichem Gewinn, jederzeit Sinnstiftung und Flexibilität“ notorisch überfordert hat, kommt abrupt „down to earth“. Helikoptereltern mit 5-Jährigen, die morgens zum vegan glutenfreien Frühstück international auf Englisch begrüßt wurden, um nachmittags zum Kinder-Yoga im SUV gebracht zu werden, entdecken ihre Kinder als Kinder neu. Raus aus dem Selbstoptimierungs-Hype und willkommen zurück im wahren Leben.
„Fairness“ – im Verteilungskampf bislang das wesentliche Leitmotiv mit dem Slogan „What’s in for me“ und zugleich das Dauerargument der Ellbogengesellschaft – bekommt Konkurrenz: Das neue Zauberwort heißt „Solidarität“. Das bedeutet: Unbedingtes Zusammenhalten auf Basis von gemeinsamen Werten, Prinzipien und Zielen. Konsensstreben statt Konfliktsuche. Kooperation statt Konfrontation. Solidität durch Solidarität.


KOLLEKTIVES LEARNING 3: Von „What‘s in for me“ zu „What‘s in for us“. Wir stellen gemeinsame Ziele über persönliche Egoismen.

Wenn wir uns diese aktuell beobachtbaren, neuen „kollektiven Kompetenzmuster“ als Erbe und Mythos aus der Corona-Krise erhalten, wird die Gesellschaft danach eine reifere sein: Trainiert darin, in einer Krise das gemeinsame Lösungsbild zu lesen, aus der Sorge-Angst zusammen in die Respekt-Angst zu gehen. „Per aspera ad astra“, sagt ein altes römisches Sprichwort. Durch die Mühsal zu den Sternen. Es wird anspruchsvoll und schwierig. Denn Corona hat uns zu einem Zeitpunkt erwischt, als wir schon ausreichend mit Klimakrise und Digitalisierung beschäftigt waren. Doch wenn wir die drei aktuell beobachtbaren Fokusthemen und Kollektiven Learnings erhalten, fokussieren wir uns auf das Wesentliche und werden es gemeinsam schaffen.
Aktuell nehmen die Zustimmungszahlen für die AfD ab. Eine Gesellschaft, die ihre Probleme selbst lösen kann, braucht keine Heilsbringer. Und sie braucht auch keinen Zorn. Denn sie hat ihre gestalterische Kraft.

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am 24.03.2020 von Philipp Brumhard

✴Wachsen in der Krise - Sofort-Hilfe für #Leader

Wie Du Menschen jetzt erreichst und die Kraft des Teams nutzt, um in der Krise über das "Mögliche" hinaus zu wachsen, erklärt Agilitäts-Coach Peter Tümmers von Schoenebeck hier.

✅Beachte folgende 5 Prinzipien als Leader, dann meistert Ihr die Krise und geht als Gemeinschaft gestärkt daraus hervor.

Wir unterstützen dich gerne mit virtuellem Coaching:
📨 info@ico-oberstdorf.com
📞 +49 832187033

am 20.03.2020 von Philipp Brumhard

Agiles Netzwerktreffen im Mai

Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch. - Friedrich Hölderlin -

Hölderlins Zitat trifft auch auf die aktuelle #Corona-Krise zu: Wie besinnen wir uns auf das Wesentliche? Wie machen wir Kräfte frei?
Beim nächsten "Agilen Netzwerktreffen Allgäu" im Mai - auch per Skype - wollen wir Euch als Expeditions-Experten Tools an die Hand geben, um akute Prioritäten zu erfassen, um Potenziale zu öffnen und um die "Herde" hinter einem gemeinsamen Plan zu versammeln.

🖥 virtuelle Teilnahme wird möglich sein

📆 Save the date: 6. Mai & 28. Mai

💪 2 Top-Experten für Euch: Peter Tümmers lädt diesmal seinen Kollegen Dr. Jürgen Freisl ein. Die beiden werfen ihre besten Konzepte zusammen.

👉Programm folgt am nächsten Montag per FB @icooberstdorf.

🙏🏽Teilnahme wie immer kostenfrei, um eine Spende für Bunter Kreis e.V. wird gebeten.

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am 17.03.2020 von Philipp Brumhard

📸 Adrenalin vor der Linse 📸

Der diesjährige Oberstdorfer Fotogipfel unter dem Motto #Sport führt euch in unseren ICO Skywalk in #Oberstdorf.

Am 2. Juli habt Ihr Gelegenheit, inmitten der Skischanzen der Audi Arena Oberstdorf Highlights wie unseren Flying-Fox abzulichten.
Wir freuen uns auf tolle Momente mich euch!

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am 13.03.2020 von Philipp Brumhard

✈️ Hoch Hinaus im Skywalk Oberstdorf ✈️

Zwischen den Skischanzen der neu eröffneten Audi Arena Oberstdorf⛷ heißt es endlich wieder rein in den Klettergurt und raus aus der Komfortzone. 💪

Vor traumhaftem Alpenpanorama haben sich unsere Praktikantinnen in die Höhe gewagt und für Euch die erneuerten Elemente ausprobiert. 🏔
Das Fazit: Strahlende Gesichter und Daumen hoch für Indi-Jones Brücke, Flying Fox, Giant Swing und Co.! 👍

Auch Ihr wollt über Euch hinauswachsen, vielfältige Herausforderungen strategisch meistern und Euer Team nachhaltig stärken? Wir gestalten zielgerichtet und individuell Euer Teamevent oder Incentive im ICO Skywalk!

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am 05.03.2020 von Philipp Brumhard

Was bedeutet Leadership?

"Führung bedeutet nicht, den leichten Weg zu gehen, sondern den Richtigen."

Für Führungskräfte ist es in Zeiten der #Digitalisierung immer wichtiger, sowohl komplexe wie komplizierte Herausforderungen zu meistern.Wir unterstützen Sie dabei mit wirkungsvollen Konzepten und Tools, die Ihre Teams zur zielgerichteten Selbststeuerung befähigen und eine selbstlernende Organisation schaffen.

am 28.02.2020 von Peter Tümmers von Schoenebeck

🌩️ Von Zeus abgeschmettert 🌩️

Besteigung des Mount Olympus

Übernachtung in der Strohhütte, die Ski auf den Rücken, es geht los! Freundliche Militärs gewähren uns auf Anfrage Einlass ins Sperrgebiet um den Olymp, wir können den Angriff auf den Gipfel wagen. ❄️

Das Wetter hat jedoch andere Pläne für uns: Zeus wirft mit Blitzen nach uns, wir müssen im Sturm mit Orkanböen umkehren.🌪️

Hoffentlich haben wir morgen mehr Glück!

am 26.02.2020 von Peter Tümmers von Schoenebeck

🙏2000 € an gemeinnützige Organisation Bunter Kreis Allgäu e.V. übergeben🙏

Nach unserem triumphalen 2. Platz beim dritten Promi Night Charity Curling in den Hallen des EC Oberstdorf e.V. haben wir unser Preisgeld in Höhe von 2000 € diesmal der gemeinnützigen Organisation Bunter Kreis Allgäu gestiftet.🎁

Diese unterstützt seit 20 Jahren regional Familien mit Kindern, die schwer, chronisch oder lebensbegrenzend erkranken oder extrem früh zur Welt kommen. Der Verein bietet betroffenen Familien kostenfrei Hilfe, Beratung und Schulung im Rahmen der Nachsorge an, wobei er sich primär auf Spendengelder stützt.
Wir sagen DANKE an die Mitarbeiterinnen des Bunten Kreises für ihre wichtige Unterstützung erkrankter Kinder und betroffener Familien und DANKE an die Organisatoren des PNCCURLING für das großartige Event!

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am 24.02.2020 von Peter Tümmers von Schoenebeck

+++ Bestens vorbereitet 🙌+++

Abflug zum Olymp und letzter Besuch bei unserem Ausrüstungsexperten T+M Sport Blaichach. Thomas (das T von T+M Sport) hat unsere Ski für unser Abenteuer am Olymp noch einmal top hergerichtet⚙. Was wären wir ohne ihn und die Ausrüstungs-Expertise seines Teams. Hier, bei T+M Sport in Blaichach sind wir seit Jahren mit allem, was wir unter den Füßen und am Körper tragen, in besten Händen!🙏

+++ Best prepared +++Departure for the Olympus and last visit to our equipment expert T+M Sport in Blaichach. Thomas (the T of T+M Sport) has once again prepared our skis for our adventure on the Olympus. What would we be without him and the equipment expertise of his team.Here at T+M Sport in Blaichach we have been in the best hands for years with everything we wear under our feet and on our bodies!

am 19.02.2020 von Philipp Brumhard

+++ Übersetzen für den Ernstfall +++

Wir nutzen die Sprache des Spitzensports, um Parallelen für individuelle und komplexe Business-Kontexte zu ziehen.

Dazu kreieren wir unter anderem passende Aufgabenstellungen in der Allgäuer Bergwelt, die unsere Kunden in herausfordernden Settings strategisch auflösen⚙.

Hier verproben wir in Vorbereitung eines Seminars unter Anleitung von Peter Tümmers eine alpine Rettungstechnik, um eine verletzte Person möglichst kräfteschonend bergen zu können🙌.

am 04.02.2020 von Philipp Brumhard

👀 JETZT NEU 👏 -- Unsere **Fit4Life-Broschüre**

Broschüre mit bewährten Beratungstools im neuen Gewand

Mit dem überarbeiteten Handbuch "Fit 4 Life - Führungskräfte, Azubis & Vertrieb" sprechen wir auch DICH an!
Möchtest auch DU konkret wissen wie man "Souverän unter Druck - souveräner im Hamsterrad" wird? Schreibe uns an info@ico-oberstdorf.com.

am 23.12.2019 von Philipp Brumhard

CHARITY PROMI CURLING - MISSION ERFÜLLT

ICO erspielt 2500,- Euro für junge Familien in Not. Nachdem unser Gewinn die letzten 2 Jahre an Sportnachwuchs ging, stiften wir es diesmal an Menschen, die nicht soviel Gluck im Leben haben, wie es uns vergönnt ist & wofür wir dankbar sein müssen.

Mit Platz 2 zufrieden:
Nur vom Team "Hörmann on Ice" von DOSB-Präsident Alfons Hörmann (Deutscher Olympischer Sportbund) geschlagen, landen wir nach einem langen Wettkampftag auf dem 2. Platz im mittlerweile 26 Teams großen Feld. Wir gratulieren den coolen Jungs um Leverkusen-Fußballprofi Kevin Volland zum Turniersieg. Nächstes Jahr wieder. Eine Stufe nach oben geht noch. Was jedoch nicht mehr steigerungsfähig ist, das ist Stimmung, Emotion und Leidenschaft, mit der das Team des EC Oberstdorf e.V. durch das Turnier führt. Von den Kids bis zu den etablierten Sporthelden strahlen alle eine Begeisterung aus, die wirklich jeden mitreißt.
Und: Partylaunig bis weit nach Mitternacht bei Zoran Oberstdorf im Eissportzentrum Oberstdorf sind sie auch noch.

JUNGE FAMILIEN IN NOT. Für wen wir das gewonnene Geld spenden, dazu hier bald mehr.

Und: Danke Georg Streif (Bundestrainer Taekwondo) für Deine Unterstützung des ICO-Teams in Oberstdorf! DANKE an Wokesports und PNCCURLING für die Organisation.

am 22.12.2019 von Philipp Brumhard

>> Jetzt geht‘s loooooos <<

Top vorbereitet fürs PROMI CHARITY CURLING. Mit der Übergabe von Präsentkörben an Die wichtigsten Funktionäre (wie bei den richtigen Profis 😜) haben wir Alles getan was möglich ist. Ab jetzt: „ROLLING STONES“.

.P.S. Spaß beiseite: der Achim Burba und der Markus Messenzehl haben in den letzten Wochen Alles gegeben um Allen hier ein geiles Turnier zu ermöglichen. Dafür schon mal ein DANKESCHÖN.

am 22.12.2019 von Philipp Brumhard

>> Startschuss! <<

Mit Taekwondo-Bundestrainer Georg Streif als Verstärkung ist es mit dem Titel nur noch eine Frage der Zeit 💪🏻

am 20.12.2019 von Peter Tümmers von Schoenebeck

Weihnachtszeit

Frohe Weihnachtszeit wünschen wir euch!

am 19.12.2019 von Peter Tümmers von Schoenebeck

** Führung ohne Arroganz der Macht**

Best of ICO Empowerment-Filme

Eine Herde zusammenhalten statt zu spalten. Trump und Boris Johnson leben vor, wie man durch Polarisierung führt statt zu integrieren. Effektvoll ja - aber mit hohem Preis: denn die Hälfte der Herde wendet sich ab. Im Unternehmen ein Supergau. Mit LEADERSHIP und EMPOWERMENT halten wir die Herde zusammen. Jetzt als "BEST OF" der ICO-Lehrfilme.

Mehr erfahren
am 16.12.2019 von Philipp Brumhard

**Oberstdorfer Curler Junioren mental stark**

Wir gratulieren den Junioren der Oberstdorfer Curler als jüngste Mannschaft zu einem erfolgreichen 3. Platz in Thun und der Grand-Prix-Führung in Hamburg!

Trainer Andy Kapp schreibt den Jungen Talenten ein "mental starkes Spiel" zu.
Wir freuen uns mit dem EC Oberstdorf e.V. - Gratulation vom ICO Team!

am 09.12.2019 von Philipp Brumhard

**Charity on Ice**

Peter Tümmers erklärt bei allgäu.tv, warum das ICO-Team auch beim 3. Promi Night Charity Curling in Oberstdorf mit am Start ist und diese bemerkenswerte Aktion unterstützt.

am 05.12.2019 von Peter Tümmers von Schoenebeck

**Payback time**⁠

Curling Crashkurs als Dankeschön fürs Mentaltraining.

ICO-Coach Philipp Brumhard schulte u.a. die Oberstdorfer Curlerin Carolina Abdel-Halim beim Mentaltraining in Kopf-Herz-Bauch Typologie. ⁠Nun revanchiert sie sich zusammen mit Trainer Joachim Burba mit einem Curling Crashkurs für die ICO Mentalcoaches. ⁠
Wie ihr seht: Philipp kurz vorm Abheben.⁠

am 29.11.2019 von Philipp Brumhard

**Druck, Druck, Druck**

Was Olli Kahns Lebenselixir war, ist nicht für jeden Sportler förderlich.

Mentalcoach Peter Tümmers löst ein Versprechen ein, das er Junioren-Bundestrainer Wolfgang Burba beim letzten Charity Promi Curling Turnier gegeben hatte:
Junge Sportler lernen nicht nur für den Sport, sondern auch fürs Leben. Auch für die heutigen Curling-Trainer und früheren Europameister Markus Messenzehl und Joachim Burba waren noch ein paar spannende Mentaltools beim Gang auf dem Seil dabei.
Eine Fortsetzung ist dem EC Oberstdorf e.V. bereits zugesagt.

am 22.11.2019 von Peter Tümmers von Schoenebeck

**Wie sich TEAMS selbst organisieren**

Jetzt sind die Webinar-Filme zu moderner LEADERSHIP fertig und ein erstes virtuelles "ICO-Klassenzimmer" mit Daimler-Managern deutschlandweit erfolgreich durchgeführt.

Themenbezogen laden wir euch ein und stellen heute ein erstes Lehrvideo zur Verfügung.
Viel Spaß beim kucken!

am 20.10.2019 von Philipp Brumhard

>> Weiche Welle - harte Landung <<

Warum bleibt Peter auch auf der Welle bis er im Sand einschlägt? Jetzt fehlt die Finne! Lektion: nach volatil kommt irgendwann auch wieder hart 😜

am 17.10.2019 von Peter Tümmers von Schoenebeck

Dreharbeiten auf Hochtouren!

ICO dreht Lehrvideos im Mercedes-Benz-Studio für Virtual Classroom Einheiten. Julia Mertens hinter den Kulissen.

Aber ohne kompetente Unterstützung aus dem Rückraum kann man vorne keine Tore schießen: Julia Mertens hat bei den Dreharbeiten graphisches Design und Technik voll im Griff. Hier seht Ihr sie in Aktion!

am 10.10.2019 von Peter Tümmers von Schoenebeck

Drehtag im Daimler Filmstudio

ICO dreht Lehrvideos im Daimler Filmstudio.

Thema hier: Agilität und was das mit dem Berliner Flughafen zu tun hat.
Mit Julia Mertens, Philipp Brumhard und Peter Tümmers.

am 09.10.2019 von Peter Tümmers von Schoenebeck

ICO on air 😍

ICO dreht Lehrvideos im Mercedes-Benz-Studio für Virtual Classroom Einheiten.

am 03.10.2019 von Philipp Brumhard

Agiles Netzwerk-Treffen Allgäu

Management 3.0 Netzwerk-Treffen

Das vierte Management 3.0 Netzwerk-Treffen im ICO Center war wieder ein voller Erfolg. Wir danken allen Beitragenden für die wertvolle Debatte.
Thema diesmal:
Peter Tümmers berichtete über das Empowerment- bzw. Parlamentskonzept von ICO und über die Parallelen mit dem politischen System der Schweiz. Die Gemeinsamkeit: Große Mitgestaltungschancen der Menschen und gemeinsame Prinzipien, die Gemeinschaft und Ausrichtung geben.
Fazit des Abends: Man kann von der Politik auch lernen! 😊

Bei der Teamaufgabe „win as much as you can“ wurde deutlich: Menschen in Teams und Organisationen haben immer eine Wahl.

am 02.10.2019 von Peter Tümmers von Schoenebeck

25 Jahre ICO

So sehen Sieger aus!

Glückwunsch an Philipp Brumhard, der gleich 2 Pokale abräumte, nämlich für die "Fischerstechen Open 2019" und den Tischkicker-Pokal zusammen mit Peter Tümmers' Schwester Alexandra Ursula Mayer!
Bei den Damen gewann Lena Tümmers das Fischerstechen.

Fazit: Toller Sport bis morgens um 3. Nächstes Mal sind aber Mitarbeiter und Familienmitglieder von der Wertung ausgenommen 😉

am 01.10.2019 von Peter Tümmers von Schoenebeck

**25 Jahre - A Night To Remember**

Auf die nächsten 25 Jahre!

DANKE an alle Freunde, Partner und Kunden, an alte und neue Weggefährten für ein tolles Wochenende: mit Bergnatur hautnah, bereichernden Impulsvorträgen, coolen Drinks und freundschaftlichen Gesprächen bis 5 Uhr früh am Feuer.

am 27.09.2019 von Peter Tümmers von Schoenebeck

🎉 Time to celebrate! 🎉

ICO-Jubiläumsfeier am 28. September

Morgen ist es so weit: Wir feiern unser 25-jähriges Jubiläum!
Diese 🏆Pokale🏆 für die Gewinner des Tischkicker-Turniers (Start 20:30 Uhr) und des Fischerstechen-Turniers (Start 24:00 Uhr) fiebern schon hitzigen Wettkämpfen entgegen!
Wir sind dankbar, dass unser langjähriger Freund und Partner Schmaus Catering wieder den kulinarischen Rahmen des Abends setzt.

Wir freuen uns, mit euch zu feiern!
🎊Kommt vorbei!

am 26.09.2019 von Peter Tümmers von Schoenebeck

Wer hat‘s erfunden: die Schweiz

Einladung zum Management 3.0 Treffen am 27. Sep 18.30 Uhr im ICO-Center

Das Parlament im ICO Empower®-Konzept:⁠
Neben einem Überblick über die Methode sowie einigen sehr erfolgreichen Beispielen von wirkungsvollen Mitarbeiter-getriebenen Changeprozessen zeigen wir am Freitag auch auf, wie die 700 jährige Erfolgsgeschichte der Schweiz maßgeblich Inspiration für unser Empower®-Konzept war.⁠
Ja - Man kann von der Politik auch lernen😜
Es wird ein interaktiver Abend,
wir freuen uns auf rege Diskussion!

am 25.09.2019 von Peter Tümmers von Schoenebeck

** Hochzeitstorte aus dem 3D-Drucker? **

Süße Zukunft...?

Jetzt möglich, denn auch dem Konditor greift Digitalisierung unter dir Arme. Entdeckt haben wir das Kickstart-Projekt beim Besuch in der Kreissparkasse Augsburg, mit der wir seit vielen Jahren zusammen arbeiten.

am 13.09.2019 von Philipp Brumhard

**Pointe du Raz – mit dem Board ums Ende der Welt **

„Bout du monde“ – das Ende der Welt oder auch „Pointe du Raz“ – Rasiermesserspitze nennen die Franzosen den äußersten Punkt Frankreichs im Atlantik.

Peter Tümmers hat ihn auf dem SUP-Board umrundet und dabei ordentlich Wellen unter die Füße und Wind um die Ohren bekommen.

Als nautisches Greenhorn hatte er dabei ordentlich die Hosen voll: „Wow, wildwassertechnisch nicht schwer, aber mit Strömungen und Wellen, die Dich als Spielball hin- und herschieben. Man ist klein im Vergleich zu diesen Kräften. Unterwegs fiel mir das politische Motto von John F. Kennnedy ein, das sein Oval Office zierte: „Oh my God, thy sea is so big and my boat is so small.“ Ein alter Fischerspruch aus JFK‘s irischer Heimat.

Was hat geholfen: Stundenlanges Beobachten des Meeres, sorgfältige Planung und Agilität auf dem Board.

am 13.09.2019 von Peter Tümmers von Schoenebeck

Pointe du Raz en Cap Sizun

"Oh my God, the sea is so big and my boat is so small" by John F. Kennedy

am 31.08.2019 von Peter Tümmers von Schoenebeck

Dusche inklusive!

Beim Canyoning in der Starzlachklamm. Ruft jetzt an und bucht eure Tour mit uns!

1 bis 50 von 10012

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Im Wasen 16
87544 Bihlerdorf
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Fax +49 8321 68951
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